plutarch geist gehirn

Der Geist ist nicht wie ein Gefäß, das gefüllt werden soll, sondern wie Holz, das lediglich entzündet werden will.
Plutarch: Moralia

 

Gehirn, Gefühle und Emotionen

Für das Negative in unserem Leben, das mit der Ausbildung von Furcht und Angst verbunden ist, ist vornehmlich der Mandelkern (Amygdala) zuständig, für das Positive, Beglückende und Lustvolle hingegen sind es vor allem die Strukturen des ventralen tegmentalen Areals und des Nucleus accumbens. Allerdings ist umstritten, ob diese Strukturen tatsächlich der Speicherort von Gefühlen sind oder eher die Orte, an denen die Verknüpfung zwischen Ereignissen und bestimmten Gefühlen codiert ist und die den Zugriff auf anderenorts niedergelegte emotionale Gedächtnisinhalte regeln. Die Details des leid- und lustvollen Geschehens gehen nämlich nicht in das emotionale Gedächtnis ein, sondern werden im deklarativen Gedächtnissystem gespeichert. Wichtigster Organisator dieses Gedächtnissystems ist die Hippocampus-Formation, die für das episodische Gedächtnis ("was wann wo wie geschah") zuständig ist.

Sind wir nun mit einer Situation konfrontiert, die in irgendeiner Weise für uns wichtig ist, dann wird unser limbisches System danach abgefragt, ob es nicht irgendwelche Vorerfahrung mit derselben oder einer ähnlichen Situation gibt, und ob die damaligen Geschehnisse positiv oder negativ ausgegangen sind. Falls ja, erleben wir die Antwort als Gefühle, indem entsprechende limbische Zentren Informationen in die Großhirnrinde senden. Gegebenenfalls erinnern wir uns auch an bestimmte Details, die dann die Hippocampus-Formation hinzugibt. Die genannten limbischen Zentren sind Teil eines allgemeinen Bewertungssystems in unserem Gehirn, das alles, was durch uns und mit uns geschieht, danach bewertet, ob es gut/vorteilhaft/lustvoll war und entsprechend wiederholt werden sollte, oder schlecht/nachteilig/schmerzhaft und entsprechend zu meiden ist. Ohne dieses Bewertungssystem, das alle Wirbeltiere in sich tragen, wären wir völlig überlebensunfähig, denn es sorgt dafür, dass unser Gehirn alle bewußten und unbewußten Handlungsentscheidungen immer im Lichte vergangener Erfahrung trifft.

Auch ein Zusammenhang zum Lernen besteht: Neueste Forschungen betonen die Wechselwirkungen zwischen Gedächtnis und Affekt, indem man jene Information eher behält, die einen interessiert oder die einen überrascht, in Erstaunen oder Schrecken versetzt (vgl. Markowitsch 1997, 1998).

Schon im 19. Jahrhundert wusste man viel über das Bauchhirn und dachte, es sei für Gefühle und das Unbewusste zuständig, während das Großhirn für das Bewusste verantwortlich sei. Aber das Bauchhirn geriet in Vergessenheit, sodass man über dieses Bauchhirn und das, was dazugehört, wenig weiß. Besonders nach der kognitiven Wende in der Psychologie und dann in der Neurobiologie waren es immer nur die kognitiven Leistungen, die scheinbar den Menschen zum Menschen machen. Gefühle waren uninteressant, denn es ist ja das, was den Menschen mit den Tieren verbindet, und damit wollte man nichts zu tun haben. Seit den letzten Jahren des 20. Jahrhunderts wird aber auch den Neurobiologen klar, dass Menschen auch gefühlsbetont sind und dass der Verstand in die Gefühle eingebaut ist. Erst jetzt begreift man, dass Gehirn und Körper mit den Gefühlen und Affekten zusammenhängen. Es ist also historisch betrachtet nichts Neues, dass Gehirn und Körper zusammengehören.


Gefühle und Empfindungen

Gefühle und Empfindungen vermitteln zwischen rationalen, bewußten und nichtrationalen unbewußten Prozessen. Primäre Gefühle werden durch unspezifische äußere Reize von der Amygdala auslöst und erzeugen durch angeborene dispositionelle Repräsentationen den dem entsprechenden Gefühl zugeordneten Körperzustand. (Furcht, Wut, Freude). Sekundäre Gefühle werden durch Denkprozesse ausgelöst, bei denen aus gespeicherten dispositionellen Repräsentationen Vorstellungsbilder in den sensorischen Feldern erzeugt werden. Diese Vorstellungsbilder sind mit früher erworbenen emotionalen Erfahrungen verknüpft und lösen ihrerseits über die Amygdala dispositionelle Repräsentationen in den senso-motorischen Feldern unbewußte Körperreaktionen aus, die den zugeordneten Gefühlszuständen entsprechen. Durch Rückmeldungen des autonomen Nervensystems über den veränderten Körperzustand werden diese Gefühle erst bewußt gemacht. Personen mit bestimmten rechtsseitigen präfrontalen Hirnschäden können deshalb primäre Gefühle normal empfinden, während sie sekundäre Gefühle nicht auslösen können. Dies beeinträchtigt wesentlich deren Entscheidungsfähigkeit.
1994 erschien von Antonio R. Damasio das Buch "Descartes Error" (deutsch "Descartes' Irrtum", 1995), in dem Damasio eine Theorie der Emotionen vorstellte. 1999 erschien "The Feeling of What Happens; Body and Emotion in the Making of Consciousness", zu deutsch also etwa "Das Gefühl für das, was sich ereignet. Wie Körper und Emotionen Bewußtsein hervorbringen". Die deutsche Ausgabe erschien 2000 unter dem Titel "Ich fühle, also bin ich. Die Entschlüsselung des Bewusstseins". Man kann das zweite Buch als "Descartes' Irrtum", Band 2. betrachten, in dem die endgültige Überwindung der Dualismus vermutlich gelungen ist.

Wenn sie zum Beispiel gefragt wurden, ob sie heute Abend ins Kino gehen wollten, begannen sie rational darüber nachzudenken: "Wenn ich ins Kino gehe, dann kann ich nicht ins Restaurant gehen. Dafür muß ich aber auch nicht so feine Sachen anziehen. Andererseits dauert ein Kinobesuch so lange und man kann sich dabei nicht unterhalten. Aber im Restaurant kann ich den Film nicht sehen und außerdem kostet das mehr. Aber zum Kino muß ich mit dem Bus, und der fährt nicht so oft....". Diese Patienten versuchten also auf rein rationalem Weg zur Entscheidung zu kommen, und das gelang ihnen nicht. Damasio fand heraus, daß der geschädigte Hirnbereich in direkter Verbindung steht mit der Amygdala, dem Zentrum unserer Emotionen. Daraus schloß er, daß für rationale Entscheidungen Emotionen unerlässlich sind. Dieser Befund wird zwar von einigen Wissenschaftlern kritisiert; eine ganze Reihe stimmen Damasio aber prinzipiell zu, daß Rationalität ohne Emotionen nicht denkbar ist.

Es waren unter anderem Damasios Befunde, die die KI-Gemeinde dazu brachte, Emotionen als wesentlichen Bestandteil eines intelligenten Systems anzusehen. KI-Papst Marvin Minsky, dessen "Society of Mind" eines der Standardwerke der KI. kognitiven Psychologie bzw. Neurowissenschaften ist, arbeitet seit einigen Jahren an einem Äquivalent zum Thema "Emotionen und Maschinen".

Emotionen bestimmen oft zu einem großen Teil unser Verhalten, ohne daß wir uns dessen bewußt sind. Die Bewußtseins-Diskussionen der letzten Jahre haben diesen Aspekt zumeist außen vor gelassen, so, als sei Bewußtsein eine rein rationale Angelegenheit. Da der "Sitz" der Emotionen in den evolutionär alten Teilen unseres Gehirns angesiedelt ist, unterscheiden sie sich kaum von denen anderer Tiere. Im Gegensatz zu vielen Tieren haben wir Menschen lediglich gelernt, sie teilweise zu kontrollieren. Daraus aber zu schließen, wir hätten unsere Emotionen und Instinkte im Griff, ist sicherlich falsch. Wer also von der "Natur des Menschen" spricht, der darf diesen wichtigen Aspekt nicht außer Acht lassen.

Siehe dazu Neuromarketing und Neuromerchandising

Verstrickung von Gefühl und Gedächtnis

Quellen:
http://www.geo.de/themen/
medizin_psychologie/gedaechtnis/
gedaechtnis_03.html
http://www.psy.unsw.edu.au/
Users/jforgas/
Die Verstrickung von Gefühl und Gedächtnis ist ein Produkt der Evolution. "Wenn Sie wissen wollen, wie die Vorstufen des menschlichen Gedächtnisses gearbeitet haben, stellen Sie sich etwa einen Igel vor", erklärt der Bielefelder Neuropsychologe Hans Markowitsch. "Er beriecht und probiert seine Nahrung und muß differenzieren: Was ist gut? Was ist giftig?" Die Ergebnisse dieser mit Ekel- oder Lustgefühlen verknüpften Bewertungen müsse sich der Igel möglichst ein Leben lang merken.

Daß unser Gehirn heute wirklich noch ähnlich arbeitet wie das unserer tierischen Vorfahren, erkennt Markowitsch an Patienten, die am Urbach-Wiethe-Syndrom leiden. Bei dieser erst vor wenigen Jahren beschriebenen, genetisch bedingten Krankheit kommt es zu einer selektiven Verkalkung von Gefäßen innerhalb der Amygdala - einem Teil des limbischen Systems. Das Gefühl für Gut und Böse verschwindet, und mit ihm das Gespür für Relevantes und Irrelevantes. Gespräche mit Betroffenen haben etwas Surreales: Die Kranken ignorieren die Kernpunkte und beißen sich an zufällig ausgewählten Banalitäten fest. Ihnen fehlt also der normalerweise vorhandene Gefühlssinn dafür, was sich zu merken lohnt.

In einer ähnlichen Situation befinden sich Menschen, die an Depressionen leiden. Sie können weit weniger Einzelheiten aus der Vergangenheit wiedergeben als Gesunde. Gleichzeitig haben sie die Tendenz, sich gegenwärtige Ereignisse nur ungenau zu merken. So machen Depressive bis zu 30 Prozent der Patienten aus, die wegen Besorgnis erregender Vergeßlichkeit so genannte "memory clinics" aufsuchen - medizinische Zentren, die sich auf die Diagnose und Behandlung von Gedächtnisstörungen spezialisiert haben. Viele dieser Menschen befürchten, gerade das Frühstadium der Alzheimerschen Erkrankung durchzumachen. Sie werden von einer schweren Last befreit, wenn ein Arzt ihnen erklärt, daß es sich "lediglich" um Depression handele - und daß ein Gehirn wenig Anlässe findet, etwas zu behalten, wenn es grübelnd mit sich selbst beschäftigt ist, die Welt grau in grau und die Gefühlswelt entsetzlich flach erscheint.

Vom entgegengesetzten Seelenzustand wissen Lehrer ein Loblied zu singen: Sobald Kinder mit dem Herzen beim Unterricht sind, fliegt der Lernstoff ihnen zu, und mancher vermeintlich schwache Schüler kann "Wetten-daß"-reife Merkleistungen erbringen. Vorausgesetzt, er darf in einem selbst gewählten Interessensgebiet antreten, also etwa Fakten über Dinosaurier oder UFOs in sich hineinfressen. "Die Hirnforscher entdecken gerade die alte Erkenntnis neu, dass man genau das lernt, was man im tiefsten Innern lernen will", sagt Hans Markowitsch. "Wenn uns etwas emotional anspricht, wird es in ein breiteres Nervenzellen-Netzwerk eingebunden. Es gelangt zum Beispiel nicht nur ins Wissenssystem, sondern auch ins episodische Gedächtnis."

Joe Forgas (Universität New South Wales, Australien) brachte Versuchspersonen in eine positive oder eine negative Stimmung und ließ sie eine inszenierte Szene - z.B. einen Handtaschenraub - miterleben. Die Augenzeugendarstellung übellauniger Versuchspersonen war deutlich genauer als die gut gelaunter. Wenn wir uns in einer guten Stimmung befinden wird die Erinnerung an vergangene Ereignisse durch eher irrelevante Informationen offensichtlich gestört, während eine schlechte Laune eher vorsichtige Denkstrategien begünstigt. Ließ man gut und schlecht gelaunte Versuchspersonen eine Argumentation zu Gunsten einer bestimmten Behauptung verfassen, zeigte sich, dass Übellaunige in Bezug auf kritisches Denken und Kommunikationsfähigkeit gut gelaunten Probanden überlegen waren, da die Qualität und Überzeugungskraft ihrer Begründungen weit effektiver waren.

Forgas befragte auch 73 Versuchspersonen jeweils zur selben Tageszeit nach dem Besuch eines Supermarktes, an welche der zehn Gegenstände wie Plastikfiguren, kleine Spielzeugautos oder ein Sparschwein, die an der Kasse aufgestellt waren, sie sich erinnern konnten. Alle möglichen störenden Variablen wurden dabei kontrolliert. Allerdings wurde bei schlechtem Wetter traurige Musik und an schönen Tagen fröhliche Musik gespielt, um die negative oder positive Stimmung zu verstärken. An Tagen, an denen es regnete und wolkenverhangen war, konnten sich die Versuchspersonen an dreimal so viele Gegenstände erinnern, die sie beim Bezahlen an der Kasse gesehen hatten, als an schönen Tagen, auch war die Erinnerung sehr viel genauer. Wenn die Stimmung positiv ist, beobachtet man die Umwelt nicht so genau und beurteilt die Menschen, die einem begegnen, oberflächlicher, während man in einer leicht negativen Stimmung größere Aufmerksamkeit auf die Umwelt richtet und einen vorsichtigeren, gründlicheren Denkstil pflegt.

Vermutlich hat sich im Laufe der Evolution die Tendenz entwickelt, dass schlechte Stimmung erhöhte Aufmerksamkeit und ein verbessertes Denkvermögen erfordern. Bei guter Laune wird die Umgebung als friedlich und nicht bedrohend erlebt, weshalb eine hohe Aufmerksamkeit nicht notwendig ist, während eine etwa durch eine Bedrohung ausgelöste schlechte Stimmung in Gefahrensituationen von Vorteil ist, da sie eine systematische, aufmerksame und umsichtige Verarbeitung der Informationen garantiert. In der negativen Stimmung prägen sich Einzelheiten offensichtlich besonders gut ins Gedächtnis.

Gehirn und Persönlichkeit

Die Arousal-Theorie nimmt an, dass die Unterschiede zwischen Extravertierten und Introvertierten durch unterschiedliche Grade an Erregung (Arousal) des Neocortex zustande kommen. Introvertierte sollen chronisch erregter sein als Extravertierte, weil eine im Hirnstamm befindliche Struktur, das aufsteigende retikuläre Aktivationssystem (ARAS), den Neocortex stärker erregt, als dies bei den Extravertierten der Fall ist. Man nimmt an, dass Menschen bestrebt sind, auf den für sie optimalen Erregungsniveau zu sein: nach dem Yerkes-Dodson-Gesetz führt eine optimale Erregung auch zu einer optimalen Leistung. Zu große, aber auch zu geringe Erregung im Vergleich zu "typischen" Optimalstatus wirkt unangenehm.

Da Introvertierte bereits chronisch relativ hochgradig erregt sind, streben sie keine weitere Erregung an und beschäftigen sich lieber mit wenig anregenden Tätigkeiten. Extravertierte befinden sich dagegen chronisch auf einem relativ niedrigen Erregungsniveau und streben daher weitere Erregung an, so daß sie aktiv und unternehmungsfreudig sind. Der Extravertierte benötigt infolgedessen, um zu einem optimalen Erregungsniveau zu gelangen, stärkere äußere Stimulation als der normal ambivertierte Mensch, während der Introvertierte weniger äußere Stimulation benötigt als der Normale (Ambivertierte) (Eysenck, 1976, S. 22).

Aufgrund ihrer chronisch höheren Erregung sind Introvertierte dagegen leichter konditionierbar und lernten daher leichter soziale Regeln. Extravertiere reagierten stattdessen eher sozial unangemessen und weisen extremere soziale Einstellungen auf. Sie tendieren eher zu körperlichen Strafen und zur Todesstrafe, führten tendenziell ein abwechslungsreicheres und riskanteres Sexualleben und befürworten daher liberale Ehe- und Abtreibungsgesetze. Aufgrund ihrer niedrigeren Erregung und ihres Bedürfnisses nach einer Erregungssteigerung sollen Extravertierte eher stimulierende Drogen verwenden und auch häufiger rauchen als Introvertierte.

Neben der Erklärung der Unterschiede zwischen Extravertierten und Introvertierten bietet die Arousal-Theorie auch eine Erklärung für den Neurotizismus an: Kortikale Erregung kommt nicht nur durch die Aktivierung des ARAS zustande, sondern auch durch die Erregung (Aktivation) des Limbischen Systems. Menschen mit hochgradigem Neurotizismus zeichnen sich durch eine hohe Aktivation, Menschen mit gering ausgeprägten Neurotizismus durch eine niedrige Aktivation aus. Da Aktivation v.a. in Stresssituationen entsteht, übt sie allerdings keinen andauernden Einfluß auf das Verhalten aus. Erst unter Streß kann man daher Unterschiede zwischen Menschen mit hoch und niedrig ausgeprägtem Neurotizismus in ihrer Aktivation finden.

Quelle: Walter, Oliver (2005). Persönlichkeit.
http://people.freenet.de/oliverwalter/Psychologie/Personlichkeit/personlichkeit.htm (05-11-11)


Die Hypothese der somatischen Marker

Literatur:
Damasio, Antonio R. (1997). Descartes' Irrtum. Fühlen, Denken und das menschliche Gehirn. München: List.
Damasio, Antonio R. (2000). Ich fühle, also bin ich. Die Entschlüsselung des Bewusstseins. München: List.
Der Text entstand unter Verwendung von
http://home.t-online.de/home/Bertram.Koehler/
Rahmen/Denken.htm (03-05-02)
Die Erlaubnis des Autors liegt vor.
Der Franzose René Descartes (1596 bis 1650) hat mit seiner Unterscheidung einer denkenden und einer ausgedehnten Substanz die bekannteste Formulierung des Geist-Körper-Dualismus geliefert und ist einer der meistzitierten Philosophen in der Dekade des Gehirns. Sein Irrtum bestand darin, den Geist vom Körper abgrundtief zu trennen, anzunehmen, das Denken vollziehe sich losgelöst vom Körper und sei das eigentliche Substrat des Selbst. Damasio (1997) stellt dem cartesischen Dualismus drei Thesen entgegen:

Im Zentrum seiner Theorie steht die Hypothese der somatischen Marker. Im Stirnlappen des Gehirns seien drei Fähigkeiten lokalisiert: zielorientiertes Denken, Entscheidungsfindung und Körperwahrnehmung. Letztere, eine Art Momentaufnahme dessen, was im Körper vor sich geht, ist der Hintergrund aller geistigen Operationen. Je nachdem, wie der Körper auf äußere Wahrnehmungen reagiert, das heißt, seinen Zustand verändert, verändert sich auch die Körperwahrnehmung. Sie begleitet unsere Vorstellungsbilder, neue wie erinnerte, und markiert sie als angenehm oder unangenehm. Diese Fähigkeit, Körperwahrnehmungen - Damasio nennt sie "somatische Marker" - mit Wahrnehmungen zu verknüpfen, ist uns teils angeboren, teils entwickelt sie sich im Zuge der Sozialisation des Individuums. Die somatischen Marker sind nach Damasio die Grundlage unserer Entscheidungen. Sie helfen uns beim Denken, indem sie Vorentscheidungen treffen und uns, ohne daß es uns bewußt würde, in eine bestimmte Richtung drängen, vor Dingen warnen, mit denen wir schon einmal schlechte Erfahrungen gemacht haben, oder die Aufmerksamkeit auf etwas Wichtiges lenken. Auf diesem Weg beeinflussen sie eben auch das abstrakte Räsonieren, das wir als gefühlsneutral erleben.

Hypothese der somatischen Marker damasio descartes irrtumAntonio R. Damasio ist klinischer Neurologe, Direktor des Department of Neurology der University of Iowa. Zusammen mit seiner Frau Hanna hat er das weltgrößte Archiv für Störungen im Denken, Fühlen und Handeln aufgebaut, um daraus Einsichten in die Arbeitsweise des menschlichen Geistes zu gewinnen.

Damasio beschreibt Emotionen, Gefühle, Bewußtsein und die Entstehung eines Selbst auf der phänomenalen Ebene des subjektiven Erlebens und des beobachtbaren Verhaltens zusammen mit den neurobiologischen, neuroanatomischen und neurophysiologischen Korrelaten. Er stützt sich dabei vor allem auf seine enorme klinische Erfahrung mit neurologischen Patienten, wobei er die beobachteten psychischen Ausfälle mit den festgestellten Hirnschäden (Läsionen) korrelliert, die insbesondere mit dreidimensionalen bildgebenden Verfahren wie Kernspintomographie diagnostiziert werden. Neurologische Erkrankungen stellen beobachtbare tragische Experimente der Natur dar, die gegenüber ethisch kaum vertretbaren Tierversuchen auch noch den Vorteil haben, daß mit Menschen eine sprachliche Kommunikation möglich ist, menschliches Verhalten leichter interpretierbar ist und dabei auch spezifisch menschliche geistig-seelische Phänomene untersucht werden können.

Damasio beruft sich auf Charles Darwin, William James und Sigmund Freud, die sich ausführlich mit verschiedenen Aspekten der Emotionen beschäftigt haben, wobei man aber Darwins Werk über Emotionen aus den Augen verlor, die Vorstellungen von James unfair angegriffen und rundweg abgelehnt hat. Während des größten Teils des 20. Jahrhunderts erschienen Emotionen zu subjektiv und vage und der als vornehmste menschliche Eigenschaft erachteten Vernunft so entgegengesetzt, daß ihre Erforschung vernachlässigt wurde.

Damasio zitiert den amerikanischen Psychologen und Philosophen William James: "Wenn wir uns eine starke Emotion vorstellen und dann versuchen, in unserem Bewußtsein jegliches Gefühl für seine Körpersymptome zu eliminieren, stellen wir fest, daß wir nichts zurückbehalten, keinen "Seelenstoff", aus dem sich die Emotion zusammensetzen ließe, und daß ein kalter und neutraler Zustand intellektueller Wahrnehmung alles ist, was übrigbleibt." Siehe dazu Gehorcht auch die Gehirnentwicklung der Darwinschen Selektion?

Damasio schreibt, daß William James mit dieser vor etwa einem Jahrhundert vorgelegten wahrhaft verblüffenden Hypothese über das Wesen von Emotionen und Gefühlen seiner und unserer Zeit weit voraus war und den Mechanismus erfaßt hat, der entscheidend für das Verständnis von Emotionen und Gefühlen ist.

Nach Damasio sind Emotionen (emotions) komplizierte Kombinationen von chemischen und neuralen Reaktionen des Gehirns, die eine regulatorische Rolle spielen mit dem ursprünglichen biologischen Zweck, günstige Umstände für das Überleben des Organismus zu schaffen. Emotionen benutzen den Körper (Eingeweide, Muskel-Skelett-System) als ihr Theater, haben aber auch einen Einfluß auf diverse Gehirnfunktionen. Emotionen beruhen auf angeborenen Gehirnfunktionen, die einer langen evolutionären Entwicklung entstammen. Individuelle Lernprozesse und kulturelle Einflüsse verändern jedoch die Emotionen hinsichtlich ihrer Auslöser und ihres Ausdrucks.

Von diesen emotionalen Veränderungen des Körpers und der Gehirnfunktionen entstehen im Gehirn wiederum Repräsentationen, die im Bewusstsein wahrgenommen werden können. Für diese Repräsentationen der emotionalen Veränderungen reserviert Damasio den Begriff Gefühle (feelings).

Quellen: Pohl, Wolf (2001). Antonio R. Damasio: "Ich fühle, also bin ich. Die Entschlüsselung des Bewusstseins". Eine Rezension. Aufklärung und Kritik, Heft 1.

Evolutionsgeschichtlich war der Körper zuerst da, danach entwickelten sich die einfacheren Fähigkeiten des Gehirns wie die Wahrnehmung des Körperzustands, zuletzt die komplexeren wie abstraktes Denken und Selbstbewußtsein. Dies schlägt sich in unserem Denken noch heute nieder. Die jüngeren Fähigkeiten haben zwar eine gewisse Selbständigkeit erlangt, sind aber durchdrungen von den evolutionär früheren Strukturen, welche die biologischen Überlebensinteressen des Organismus vertreten.

Zweck des Denkens ist im Allgemeinen das Finden einer Entscheidung über verschiedene Handlungsmöglichkeiten, die die Zukunft beeinflussen können. Voraussetzung für Denken und Entscheiden ist, daß der Entscheidende Wissen besitzt

Und verfügt

Eine rationale Entscheidung erfordert die Kosten-Nutzen-Analyse aller Handlungsmöglichkeiten und ihrer Verzweigungen und erfordert meistens mehr Zeit, als in der betreffenden Situation zur Verfügung steht. Deshalb werden normalerweise keine rationalen Entscheidungen getroffen, sondern zur Beschleunigung des Verfahrens beurteilt der Entscheidende die verschiedenen Handlungsmöglichkeiten gefühlsmäßig, indem er Assoziationen der vorhandenen Handlungsmöglichen mit den in seinen Vorstellungsbildern abrufbaren Möglichkeiten herstellt und sich auf die mit letzteren verbundenen guten oder schlechten Empfindungen verlässt. Unmittelbar negative Auswirkungen können durch Willenskraft unterdrückt und die Aufmerksamkeit auf langfristig eintretende positive Wirkungen gelenkt werden. Biologie und Kultur bestimmen dann das Endergebnis solcher Entscheidungen, wobei die Kultur langfristig und altruistisch positive Entscheidungen bevorzugt.

Die Gewichte für solche Entscheidungen (somatische Marker) und entstehen im präfrontalen Cortex, in dem auch Signale von allen Sinnesorganen und Körperteilen einlaufen, Vorstellungsbilder aktiviert und sekundäre Gefühle erzeugt werden. Somatische Marker können Entscheidungen bewußt oder unbewußt beeinflussen, bei Tieren geschieht das unbewußt. Das Wirken somatischer Marker im Unbewußten bezeichnet man auch als Intuition. Durch diese werden negative Assoziationen bereits im Unterbewußten eliminiert und die Denkprozesse auf erfolgreiche Pfade konzentriert.

Evolutionär gesehen, ist der älteste Entscheidungsapparat für die fundamentale biologische Regulation zuständig, dann kommt der Apparat für den persönlichen und sozialen Bereich hinzu und die jüngste Errungenschaft sorgt für eine Reihe abstrakt-symbolischer Operationen, zu denen das künstlerische und wissenschaftliche Denken, das utilitaristisch-technische Denken und die Entwicklung von Sprache und Mathematik gehören. In den zuletzt entstandenen Apparaten wird jedoch auf die Anwendung der früher entwickelten Prinzipien zurückgegriffen.

Entscheidungsfindung ist um so schneller und einfacher möglich, je besser das zugrundeliegende Wissen kategorisiert und klassifiziert sowie durch Marker bewertet vorliegt. Die Wissenspräsentation erfordert die Konzentration der Aufmerksamkeit, um die wesentlichen Vorstellungsbilder unter weitgehendem Ausschluß unwesentlicher im Arbeitsgedächtnis zu halten bzw. eine Zeitlang immer wieder aufs Neue zu präsentieren. Auch für diesen Prozeß sind die somatischen Marker hilfreich. Salzman & Newsome (1994) fanden, dass eine Veränderung im Gleichgewicht der Signale zugunsten einer Neuronenpopulation, die einen bestimmten Inhalt repräsentiert, zu einer Entscheidung für diesen Inhalt führte - ein Vorgang, dem offenbar ein "Alles-oder-nichts" - Mechanismus zugrunde liegt. Somatische Marker übernehmen dabei die Rolle von Kriterien, indem verschiedene Inhalte automatisch verschiedene Grade von Aufmerksamkeit erhalten, wobei das Zentrum der bewussten Verarbeitung nach einer "vorgegebenen" Rangfolge von Element zu Element wandern, wobei diese Elemente über einen Zeitraum von einigen hundert bis tausend Millisekunden in relativ stabiler Form im Arbeitsgedächtnis repräsentiert bleiben.

Kategorisierung und Klassifizierung des Wissens erfordert wie auch die Bildung von Sätzen aus Worten die Herstellung einer Ordnung mit Hilfe von Wertungen, die möglicherweise ebenfalls unter Mitwirkung somatischer Marker erzeugt werden.

Die emotionale Beeinflussung von Körperfunktionen durch Signale aus dem Gehirn kann zuverlässig über eine Messung der Hautleitfähigkeit gemessen werden. Diese Beeinflussung erfolgt unbewußt, bei normalen Menschen kann sie sowohl durch direkte Sinnesreize als auch durch die Erzeugung von Vorstellungsbildern ausgelöst werden. Bei präfrontalen Hirnschäden werden zwar direkte Reaktionen ausgelöst, jedoch können Vorstellungsbilder keine Reaktionen auslösen. Diese Tatsache ist den betreffenden Personen sogar bewußt. Gezielte Versuche beweisen, daß solche Menschen zwar einwandfrei logisch denken können, aber daraus keine Zukunftsvorstellungen entwickeln und vorausschauende Handlungsentscheidungen treffen können. Ihre Entscheidungen bleiben immer "kurzsichtig". Sie können aus ihren momentanen Überlegungen keine Wertungen ableiten, die zeitlich längeren Bestand haben und akkumuliert werden können, mit anderen Worten: sie können keine somatischen Marker für diese Situationen und Handlungen bilden.

Damasio erklärt, daß Erinnerungen an Ereignisse und damit verbundene Gefühle das Denken bestimmen. Auf diese Art und Weise ist es uns auch möglich, Entscheidungen zu fällen, die also nicht auf einem "kühlen Kopf" beruhen, sondern das Gehirn ganz wesentlich auf körperliche Reaktionen und die Rückkopplung von körperlichen Zuständen angewiesen ist. Zuständig für solche körperlichen Signale sind nach Damasio bestimmte Konvergenzzonen im Gehirn. Dort werden körperliche, emotionale und geistige Eindrücke verknüpft und gespeichert. Diese Zonen können dann reaktiviert werden, das heißt, der Körper erstellt das gespeicherte Gesamtbild  mit der ganzen "körperlichen Landkarte" ( Blutdruck, Pulsgeschwindigkeit...) erneut und nutzt diese Erfahrungen für seine Entscheidungen. Bei Elliot und auch bei anderen Patienten sind also genau diese Zonen im Gehirn zerstört und somit keine Emotionen mehr für das Gehirn wahrnehmbar. Fazit aus diesen Untersuchungen ist also, daß das Denken und damit verbundene Entscheidungen auf die Verbindung zwischen Körper und Geist beruhen, und diese Fähigkeit in einem bestimmten Bereich im Gehirn verankert ist.

Durch primäre Gefühle ausgelöste Körperbewegungen können normal ausgeführt werden, wenn die gleichen Bewegungen infolge Hirnschäden nicht willkürlich ausgeführt werden können. Weiterhin können manche durch Gefühle ausgelöste Muskelbewegungen normalerweise nicht willkürlich erzeugt werden. Bei Schädigung der Amygdala oder des cingulären Cortex sind dagegen weder primäre noch sekundäre Gefühle vorhanden.

Die Empfindung eines sekundären Gefühls beruht auf der Rückmeldung von chemischen und Nervensignalen aus dem Körper in das Gehirn und ist nur möglich, wenn die auslösenden Vorstellungsbilder im Gehirn nebeneinander mit den somatosensiblen Bildern bestehen und das Selbst diese Bilder zusammendenkt. Primäre Gefühle können deshalb erst im Nachhinein empfunden werden. Wenn gerade keine besonderen Gefühle empfunden werden, empfängt das Gehirn ständig körperliche Signale, welche die Grundlage seines Selbstbewußtseins bilden, ihm aber nicht ständig bewußt sind. Grundlage des Selbstbewußtseins ist das Hintergrundempfinden des eigenen Körpers.

Im Denkprozeß verknüpft das Gehirn Vorstellungsbilder und Ereignisse mit den parallel vorhandenen Empfindungen des Körperzustandes und bewertet und beeinflußt somit die Ergebnisse des Denkens. Euphorische Empfindungen beschleunigen die Denkprozesse und fördern die Kreativität. Manisch-depressive Zustände hemmen die Denkprozesse, verringern die Anzahl der Assoziationen, fördern die Konzentration auf immer die gleichen Vorstellungen und die Fortdauer der negativen emotionalen Reaktionen.   

Weitere Literatur

Markowitsch Hans .J. (1997). Varieties of memory: Systems, structures, mechanisms of disturbance. Neurol Psychiatr Brain Sci, 5, 37-56.
Markowitsch, Hans .J. (1998). Gedächtnisstörungen. Stuttgart: Kohlhammer.
Salzman, C. D. & Newsome, W. T. (1994). Neural mechanisms for forming a perceptual decision. Science 264, S. 231-237.

Rache ist süß

Die beste Art, sich zu rächen, ist die, nicht Gleiches mit Gleichem zu vergelten.
Marusc Aurelius

Quelle:
http://www.aerztlichepraxis.de/
aktuell/artikel/1100686594/gz/psyche (04-11-17)

Dominique de Quervain (Universität Zürich) engagierte ein Dutzend Männer zum Spiel um Geld. Die Spieler konnten zusammen mit einem Partner ihr Kapital durch kooperatives Verhalten vermehren. Wenn einer der beiden Partner dem anderen sein Geld schenkte, erhielt dieser vom Spielleiter den vierfachen Betrag. Der Beschenkte konnte dann entscheiden, ob er das gewonnene Geld mit seinem Partner teilte oder den gesamten Gewinn für sich behielt. Spieler, die sich unfair verhielten, konnten von den anderen mit Strafpunkten belegt werden. Die Forscher beobachteteb dabei die Vorgänge im Gehirn der Personen, wenn diese ihren Partner für sein unfaires Verhalten bestraften, und stellten fest: Die Strafaktion aktivierte genau jenen Hirnbereich, der für freudige Empfindungen und emotionale Belohnung zuständig ist.
Die Wissenschaftler sehen in ihren Ergebnissen den Beleg dafür, dass es Menschen Genugtuung verschafft, wenn sie das Verletzen einer sozialen Norm bestrafen können. Rache ist, wie der Volksmund seit jeher behauptet, also tatsächlich süß. De Quervain und seine Kollegen führen das Rachebedürfnis auf evolutionäre Wurzeln zurück, denn Jahrtausende waren private Sanktionen nach dem Prinzip "Auge um Auge, Zahn um Zahn" nötig, um unrechtmäßiges oder unkooperatives Verhalten zu ahnden.
Quelle:
http://de.wikipedia.org/wiki/Antonio_Damasio (05-10-12)
Zum Beweis der Theorie der somatischen Marker führte auch Damasio ein "Glücksspielexperiment" durch. Gesunden Patienten und Patienten mit Schädigung des präfontalen Cortex erhielten jeweils ein Darlehen von 2000 US-Dollar und sollten dieses mittels eines Kartenspiels, dessen Regeln sie nicht kannten, so weit wie möglch vergrößern. Zur Auswahl standen vier Stapel mit Spielkarten ( A, B, C, D). Nahmen sie eine Karte von Stapel A oder B gewannen sie 100 Dollar, während das Aufnehmen einer Karte von Stapel C oder D nur 50 Dollar Gewinn einbrachte. Nach einer zufällig bestimmten Anzahl von Karten, brachte ihnen das Aufnehmen einer Karte der Stapel A und B allerdings einen Verlust, der bis zu 1250 Dollar betragen konnte. Auch die Aufnahme von Karten der Stapel C und D kam es in ähnlichen Abständen zu Verlusten. Hier betrug dieser aber maximal 100 Dollar, sodass die Stapel C und D sich langfristig als gewinnbringend herausstellten, während Stapel A und B langfristig zu Verlusten führten. Alle Probanden, nicht geschädigte wie geschädigte, zeigten zunächst eine Vorliebe für die Stapel A und B, bei denen man mehr gewann. Während auf Grund der hohen Verluste, die nicht geschädigten Personen nach etwa 30 Karten zu C und D wechselten, blieben die Patienten mit Schädigung des Stirnhirns bei ihrer Vorliebe für die Stapel A und B, obwohl ihnen bewusst war, dass diese auch zu viel höheren Verlusten führten. Schon nach der halben festgelegten Spieldauer waren diese Probanden bankrott und mussten ein zusätzliches Darlehen aufnehmen. Damasio leitet von diesem Experiment ab, dass die Bestrafung bzw. Belohnung der Stirnhirngeschädigten - also Probanden ohne somatische Marker - bei diesen nicht zur "Markierung" schlechter Handlungsalternativen mit emotionalen Reaktionen führt, sodass bei diesen immer die unmittelbar belohnende Wahlmöglichkeit vorgezogen wird. Die Hautleitungsreaktionen der Probanden während eines solchen Experiments belegte, dass die nicht geschädigte Versuchspersonen vor Auswahl der Karten mit zunehmender Spieldauer mit wachsender Intensität reagierten, während die präfontal geschädigten Patienten keinerlei Reaktion zeigten. Damasio schließt daraus, dass die Gehirne der präfontal geschädigten Probanden nicht lernten, schlechte Ergebnisse vorherzusagen, dass also der automatische Sichtungsprozess, durch den die wahrscheinliche Qualität des Stapels Eingang in das Denken findet, bei diesen gestört ist .

 

Quellen und Literatur


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