Das Wesen der Unmoral ist die Neigung des Menschen,
für die eigene Person Ausnahmen zu machen.
Jane Addams
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Lassen sich mit Hilfe der Selektionstheorie auch ethische und moralische Prinzipien des Menschen erklären? Oder anders gefragt: Kommt unsere Moral aus der Natur? Es gibt zwei Richtungen, die diese Frage unterschiedlich beantworten: |
Gibt es eine natürliche Moral? *) |
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Die klassische Ethologie, deren Hauptvertreter Konrad Lorenz ist, gesteht Tieren ein moral-analoges Verhalten zu. Instinktives Verhalten (z.B. die Tötungshemmung) wird mit der verantwortlichen Moral des Menschen verglichen. Nach Lorenz weiß der Mensch auch nicht, ob "der Imperativ, der uns zu bestimmten Handlungen treibt, aus den tiefsten vormenschlichen Schichten unserer Person oder den Überlegungen unserer höchsten Ratio stammt." Diese Instinktmechanismen sind durch die Selektion - als stammesgeschichtliche Anpassung - entstanden. Aus diesen Überlegungen heraus wird gut und gesund mit angepaßt gleichgesetz, und alles, das una,gepaßt (nicht der Fortpflanzung der Art dient) ist eine zufällige Mutation, die von der Selektion wieder herausselegiert wird. Es gibt also einen Idealtyp jeder Art, der zur Norm erhoben wird. Dieses Denken wird auch auf den Menschen übertragen. So sind für Lorenz Homosexuelle eine Abweichung der Norm und somit nicht gesund, da ihr Verhalten der Fortpflanzung nicht dienlich ist. Da der Mensch aber insgesamt einen erschwerten Zugang zu seinen Instinkten hat, muß er dem moralischen Verfall durch künstliche Normen entgegenwirken. Diesen Verfall sieht Lorenz z.B. im Wegfall der Tötungshemmung beim Menschen. Innerartliche Aggression verläuft bei Tieren meist nach festen Regeln wie Unterwerfungsgeste, Beißhemmung - sie tragen ihre Aggressionen also nur symbolisch aus. Alle Artgenossen gehorchen diesen Gesetzen, d.h. es gibt so etwas wie eine innerartliche Egalität. Erst der Mensch hat dieses Prinzip durchbrochen. |
Klassische Ethologie |
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Sarah Brosnan und Frans de Waal (Emory University) trainierten Kapuzineräffchen darauf, Gutscheine gegen Gurken einzutauschen. Mit einem solchen Tausch sind diese für gewöhnlich zufrieden. Beobachteten sie jedoch, dass ein anderes Tier für den Gutschein Trauben bekam, wurden sie ärgerlich: Entweder wollten sie für die Gurken keinen Gutschein hergeben oder sie nahmen zwar die Gurken und legten sie beiseite. Wenn sie jedoch beobachteten, dass ein anderes Tier etwas bekam, ohne überhaupt einen Bon vorlegen zu müssen, verdüsterte sich die Stimmung der Tiere vollends. Bekanntlich reagieren Menschen in vergleichbaren Situationen ähnlich, wie in psychologische Experimente nachgewiesen wurde, in denen Testpersonen unwirsch gegenüber Menschen reagierten, die andere Personen im Vergleich zu ihnen ungerechtfertigterweise bevorzugten. Oft nehmen unzufriedene Probanden dabei sogar in Kauf, dass sie durch ihren Protest oder ihre Verweigerungshaltung massive Nachteile erfahren. Aus diesen Experimenten kann man vermuten, dass der Sinn für Gerechtigkeit vor dem Erscheinen des ersten Menschen entwickelt gewesen sein dürfte. |
Gerechtigkeitssinn - ein Erbe der Evolution?Quelle: |
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Die Soziobiologie geht an die Fragestellung anders heran. Sie sagt, daß die Selektion eigentlich eigennütziges Verhalten fördern müßte, da sich eigennützig handelnde Individuen gegenüber altruistisch handelnden Individuen durchsetzen müßten. Wie kommt es also zu altruistischem Verhalten im Tierreich: Die natürliche Selektion bewirkt die Optimierung der Fähigkeiten von Organismen zur erfolgreichen Konkurrenz um begrenzte Ressourcen. Die Individuen gelten als "persönlich fitt", die am meisten Nachkommen großziehen. Das heißt aber nichts anderes, als daß die Individuen möglichst viele ihrer Gene weitergeben wollen. Die Soziobiologie geht also weg vom Individuum und fragt, was dür ein Verhalten denn für die Gene am sinnvollsten wäre. Und da zeigt sich, daß - rein vom Genbestand her - es sinnvoll ist, verwandte Individuen zu unterstützen, da diese zumindest teilweise das gleiche Genmaterial besitzen. So kann man beobachten, daß manche Tiere auf eigenen Nachwuchs verzichten, um den Nachwuchs der Geschwister mit großzuziehen. Dieses Verhalten ist aber nur phänotypisch altruistisch, auf genetischer Ebene kann es sehr eigennützig sein, da auf diese Weise das Weiterbestehen der eigenen Gene am besten gesichert werden kann. Dieses Verhalten nennt man kin selection. Die Soziobiologen kommen also nicht wie Lorenz zu dem Schluß, daß Selektion arterhaltendes Verhalten fördert, sondern daß es auf die Gesamtfitness einer Gruppe ankommt. Das Verhalten ist adaptiv, daß meine Gene und die meiner Verwandten schützt und weitergibt. Aber auch nicht verwandte Individuen können sich gegenseitig helfen, allerdings nur unter ganz bestimmten Bedingungen, die Robert Trivers zusammengefaßt hat: Die Lebensdauer der Individuen muß so groß sein, daß das "altruistische" Individuum erwarten kann, von dem momentanen Nutznießer die gleiche Hilfe zu einem späteren Zeitpunkt in Anspruch nehmen zu können; die beiden Individuen müssen in einer sozialen Gruppe zusammenleben und eine gewisse Vertrautheit haben. Dann kann "reziproker Altruismus", wie diese Form des Altruismus genannt wird, entstehen. Die Entstehung der Tötungshemmung erklären die Soziobiologen folgendermaßen: Bei den Hirschen gibt es in der Mehrzahlt Kommentkämpfer (d.b. sie drohen nur, sie greifen den Gegner nicht wirklich an). Es gibt aber auch eine Anzahl Beschädigungskämpfer, die sich nicht an die "Regeln" halten und ihren Rivalen ernsthaft verletzen oder sogar töten. Diese haben zunächst einmal einen Vorteil gegenüber den Kommentkämpfern. Da sie aber immer mit vollem Einsatz kämpfen, werden sie auch oft verwundet und müssen viel Kraft aufwenden. Je mehr Beschädigungskämpfer es gibt, desto anstrendender werden die Kämpfe. Und dann hat plötzlich wieder ein Kommentkämpfer den Vorteil, der sich lieber in die Büsche schlägt, bevor es ernst wird, der aber dann frisch und ausgeruht ist und seine Kräfte der Fortpflanzung und Sicherung seiner Herde widmen kann. Es handelt sich hier also um eine häufigkeitsabhängige Selektion. Solange es mehr Kommentkämpfer gibt, haben Beschädigungskämpfer einen leichten Vorteil, dreht sich das Verhältnis um, ist es genau umgekehrt. Deswegen pendelt sich die Anzahl in der Population auf einen bestimmten Wert ein, der über die Zeit stabil ist. Für die Soziobiologie haben diese instinktiven Verhaltensweisen aber nichts mit Moral zu tun, sie sagen, die Natur ist moralisch indifferent. |
SoziobiologieMoralische Entrüstung besteht in den meisten Fällen zu 2 Prozent aus Moral,
48 Prozent aus Hemmung und 50 Prozent Neid.
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Welche Konsequenzen ergeben sich daraus für den Menschen?Auch der Mensch kennt so etwas wie eine doppelte Moral. Was für mich gilt, muß noch lange nicht für Menschen gelten, die nicht meiner Gruppe angehören. So unterscheidet sich z.B. das Völkerrecht vom allgemeinen Recht. Man kann auch eher Hilfsbereitschaft beobachten, wenn es um enge Familie oder Freunde geht. Je fremder mir ein Mensch ist, desto weniger Hilfe kann er von mir erwarten. Das bedeutet aber, daß allgemeinverbindliche Menschenrechte naturfern sind und somit durch menschliche Verantwortlichkeit eingehalten werden müssen, um die biologischen Prinzipien zu überwinden. Um die Herkunft von moralischen Verhaltensweisen zu bestimmen müssen wir uns erstmal klar machen, wodurch sie sich eigentlich auszeichen. Moralisches Handeln setzt absichtliches Agieren, eine freie Entscheidungsmöglichkeit zwischen verschiedenen Handlungsalternativen, die Möglichkeit der Abschätzung der eigenen Folgen und die Wahrnehmung einer personalen Identität (in bezug auf sich selbst und auf andere) voraus. Erst wenn diese Bedingungen erfüllte sind, kann man von moralischem Handeln ausgehen. Das soziale Umfeld des Menschen setzt allgemeingültige Verhaltensregeln, die bei Verstoß mit Sanktionen belegt werden. Zum Teil internalisiert das Individuum auch Normen, bei deren Nichtbeachtung es Schuldgefühle bekommt. Moral bedarf also keiner evolutionsbiologischen Erklärung, sie ist vielmehr eine Notwendigkeit für den Menschen, um den biologischen Grenzen zu entkommen und so überleben zu können. |
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Der Instinktbegriff ist in der Biologie sehr eng gefaßt. Er beinhaltet nur Verhaltensabläufe, die starr sind, immer gleich verlaufen und die genetisch festgelegt sind. Sobald man aber den Instinktbegriff auf den Menschen anwenden will, muß man ihn weiter fassen, sonst trifft er überhaupt nicht zu. Um den Begriff neu zu definieren, muß man ihn erst einmal aufspalten. Der Instinkt beinhaltet nämlich ein relativ variables Appetenzverhalten und eine starr ablaufende Endhandlung. Das Appetenzverhalten findet man bei Trieben wieder, die man auch beim Menschen postulieren kann. Die starre Endhandlung fällt jedoch beim Trieb weg. In der Ethologie werden phylogenetische (Erbkoordination; AAM usw.) und ontogenetische (Lernen) Anpassung unterschieden. In der Humanethologie muß noch eine dritte Anpassung dazugenommen werde: die kulturelle Anpassung. Der Mensch gibt seine Traditionen von Generation zu Generation weiter, so daß der einstige Instinkt durch Intuition ersetzt wird. Die genetische Auslese wurde durch eine kulturelle ersetzt, bei der sich besser angepaßte Kulturen durchsetzen und sich verbreiten können. Die Sprache beschleunigte diese Entwicklung. Da die kulturelle Anpassung differenzierter und rascher als die phylogenetische Anpassung ist, werden immer noch vorhandene Triebe gelockert und bekommen einen größeren soziokulturellen Spielraum. Das wirft dann aber wieder die Frage auf, welches Verhalten angeboren und welches erlernt ist. Die Ethologen sagen, daß unser gesamtes zwischenmenschliches Verhalten auf angeborenen Instinkten beruht. So postuliert Eibel Eibelsfeld z.B. einen "Mutterinstinkt", der das Verhalten der Mutter determiniert, sie reagiert quasi nur auf dargebotene Auslöser (wie z.B. das "Kindchenschema"). Die Empirie zeigt jedoch, daß das gerade nicht der Fall ist. Viele Mütter wissen überhaupt nicht, wie sie mit ihrem Kind umgehen sollen. Das jeweilige soziale Umfeld gibt ihnen die Regeln, wie sie ihr Kind behandeln sollen. In der westlichen Zivilisation sind diese Regeln so schwammig und vielfältig geworden, daß oft nur noch Ratlosigkeit herrscht. Die soziale Determination bestimmt also das menschliche Miteinander und nicht ein genetisch determinierter Instinkt. Dies zeigt sich auch an den Kindstötungen, die nach dem biologischen Modell nicht erklärt werden können. Da diese aber vorkommen und von Kultur zu Kultur in einer anderen Form (in China werden z.B. Mädchen getötet, da Jungen als wertvoller betrachtet werden), kann das biologische Modell nicht sinnvoll sein. Im folgenden gehe ich auf einige Methodenprobleme ein, die durch die Übertragung von Begriffen aus der Ethologie in die Humanpsychologie passieren können. Da kommt es z.B. zur Verwässerung von präzisen Begriffen, wie z.B. dem des Auslösers. Auf einen Auslöser läuft ein Verhalten starr und in immer gleicher Form ab (z.B. beim Stichling, der beim Anblick eines roten Flecks -des Auslösers- mit Angriff reagiert). Eibl-Eibefeldt sprach von sexuellen Auslösern in der Werbung, wo er von sexuellen Reizen hätte sprechen müssen, da der Mensch ja sehr flexibel und mitnichten starr auf Werbung reagieren kann. Ebenfalls Eibl- Eibelsfeldt meinte, daß das oftmals starre Festhalten an politischen Idealen der Jugend auf ein Prägung in der Jugend zurückgeht. Eine Prägung ist aber ein genau umschriebener Vorgang, der eine sensible Phase hat und in einem gewissen Alter abläuft. Ob es also sinnvoll ist, im Falle von politischen Meinungen von Prägung zu reden, muß in Frage gestellt werden. Ein weiteres Problem ist die Vermischung von Homologie und Analogie.
Ethologen postulieren gerne bei dem Vergleich von tierischem und menschlichen Verhalten Homologien, obwohl es sich in Wirklichkeit um Analogien handelt oder ziehen unzulässige Analogien. Dies soll an zwei Beispielen gezeigt werden: Lorenz hat das "Sich-Verlieben" von Menschen analog zu instinktivem Verhalten von Tieren gesetzt, da das "Sich-Verlieben" nicht dem Verstand zugänglich ist und immer wieder die gleichen Fehler dabei gemacht werden. Allerdings übersah er dabei, daß es beim "Sich-Verlieben" in hohem Maße auf personenspezifische "Auslöser" ankommt, während ein Instinktverhalten durch arteigene Auslöser in Gang gesetzt wird. Die postulierte strukturelle Ähnlichkeit liegt hier also nicht vor. Diese Verwässerung von Begriffen und Konzepten ist weder der Ethologie noch der Humanpsychologie dienlich. Die Humanethologie sollte sich auf die Erforschung von echten Homologien spezielisieren, wie z.B. das Ausdrucksverhalten von Primaten. Die Analogieforschung bringt nichts, da nur ein zufälliger und kein systematischer Bezug vorhanden ist. Welches Verhalten angeboren ist, kann nur eine absolut erfahrungslose Aufzucht zeigen, da sonst immer wieder das Lernen die angeborenen Verhaltensweisen überformt. Es ist aber auch gar nicht so entscheidend, ob es rein angeborenes Verhalten überhaupt gibt, wichtig ist vor allem, die Wechselwirkungen zwischen Außen- und Innenfaktoren zu erkennen. Durch einsichtiges Handeln ist der Mensch in der Lage sein Verhalten sinnvoll zu steuern, das Angeborene wird von dem Kulturellen immer weiter überformt und sogar aufgehoben. Der Selektionsdruck ruht nun auf der Optimierung der Fähigkeiten, auf unsere Umwelt effektiv zu reagieren und rational einzuwirken. Wir gestalten unser Zusammenleben durch einsichtig gesetzte Regeln und nicht mehr durch Instinkte, wie z.B. die Tötungshemmung. Von diesen Instinktmechanismen ist nicht mehr als eine "unspezifische Aktivierung" geblieben, die wir durch Einsicht steuern können. Diese Aktivierung kann auf viele verschieden Objekte übertragen werden (etwa so, wie Freud das für seine Triebenergie postuliert). Das heißt, daß der Mensch zwar eine konstitutionelle Aggressionsbereitschaft hat, diese aber nicht - wie das Lorenz postuliert - notwendig zu Tage treten muß, sondern durch kulturelle Einflüsse entweder aus oder eingeschaltet werden kann. Das wird unter anderem durch die Existenz von sehr aggressiven (Massai), aber auch sehr friedlichen (Eskimos) Kulturen belegt. |
Humanethologie und PsychologieKindergesichter (Kindchenschema) sprechen nach neueren Forschungen das Belohnungszentrum im weiblichen Gehirn an und lösen Glücksgefühle aus. Offensichtlich sind das die biologischen Grundlagen menschlichen Fürsorgeverhaltensund eine Erklärung für den Impuls, sich um alles zu kümmern, was einem Neugeborenen ähnelt. Abhängig von der Stärke des Kindchenschemas fand man eine erhöhte Aktivität im Belohnungszentrum (Nucleus accumbens) und Areale, die bei Gesichterverarbeitung und Aufmerksamkeit eine Rolle spielen. Die Forscher vermuten, dass bei Männern ähnliche Prozesse im Gehirn ablaufen. Die Aktivierung des Belohnungssystems könnte als jener neurophysiologische Mechanismus sein, über den das Kindchenschema Fürsorgeverhalten motiviert, und zwar unabhängig vom Verwandtschaftsgrad zwischen Kind und Betrachter. |
Menschen reagieren sehr sensibel auf jede Form von Beobachtung, wobei selbst ein stilisiertes Augenpaar zu moralischem Verhalten motivieren kann. Melissa Bateson und ihre Kollegen Daniel Nettle und Gilbert Roberts (Universität Newcastle haben experimentell bewiesen, dass Beobachtung durch andere ein wichtiger Anreiz für kooperatives Handeln darstellt - selbst wenn es sich nur um Bilder von Augen handelt. Sie überprüften heimlich über Monate hinweg, wie viel Geld ihre Universitätskollegen in eine gemeinsame Kaffeekasse einzahlten. Auf Augenhöhe über der Kasse klebte sie Plakate, auf denen abwechselnd Blumen, Tiere oder ein Augenpaar abgebildet waren. In den Wochen mit den Augen-Bildern zahlten die Mitarbeiter im Durchschnitt 2,76 mal mehr für ihre Getränke. In einem anderen Versuch hatten die Teilnehmer die Wahl, eine anvertraute Geldsumme mit ihren Mitspielern zu teilen oder sie für sich zu behalten. Blieb ihre Entscheidung anonym, teilten sie fast nichts, wussten sie sich jedoch von ihren Mitspielern beobachtet, teilten sie bis zu 50 Prozent der Gesamtsumme. Bisher war es ein Rätsel, warum sich der Mensch gegenüber Fremden oft hilfsbereit verhält, denn er gewinnt dadurch keinen unmittelbaren Überlebensvorteil. Sozialwissenschaftler gehen aber davon aus, dass sich Menschen als Mitglieder einer imaginären Tauschgemeinschaft empfinden, die darauf angewiesen ist, dass jeder sein Scherflein zum Allgemeinwohl beträgt. Damit diese Gemeinschaft funktionieren kann, wird egoistisches Verhalten geahndet, während selbstlose Handlungen belohnt werden. Der Mensch hat vermutlich deshalb im Laufe seiner Evolution gelernt, dass es wichtig ist, den Eindruck von Uneigennützigkeit zu vermitteln. Der Mensch hat offensichlich ein ausgeklügeltes Täuschungssystem entwickelt, um den Schein der Moral aufrechtzuerhalten. |
Beobachtung erhöht die SelbstlosigkeitQuelle: M. Bateson, D. Nettle & G. Roberts (2006).
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Siehe auch: Kann
man Moral denn mit Magnetresonanz messen? |
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LiteraturMayr, Ernst (1988). Die Darwinische Revolution und die
Widerstände gegen die Selektionstheorie in H. Meier
(1988), Die Herausforderungen der Evolutionsbiologie.
München, Piper. |
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Quelle: Jecht, Elisabeth
(1997). Darwinismus und Ethik. |
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