... aus einem alten Buch zur "Rechenkunst"

 

 

 

adam riese rechnen rechenbuchDas Einmaleins

Die zwei Zahlen, welche mit einander multipliciret werden sollen, mögen so gross sein als man will, so werden solche Regeln gegeben werden, dass man dieselben mit einander multipliciren und das Productum finden kann, wenn man nur je zwei Zahlen, davon eine jede kleiner ist als 10, mit einander multipliciren kann.

Dieses wird in der Multiplication ebenso erfordert, als in der Addition ist erfordert worden, dass man wisse, zwei Zahlen, so kleiner sind als 10, zusammen zu setzen oder zu addiren.

Man hat aber hierinn diesen Vortheil, dass, wenn man gleich nicht wissen sollte, wie viel zwei solche einfache Zahlen mit einander multipliciret ausmachen, man dasselbe durch die Addition leicht finden kann. Als wenn einer je nicht wissen sollte, wieviel 9 sieben mal genommen ausmacht, so darf er nur 9 sieben mal unter einander schreiben und zusammen addiren, da ihm dann die Summe das gesuchte Product geben wird.

Diese Mühe aber einem zu benehmen, so haben wir gewöhnlichermassen diese Tabelle beigefügt, woraus man sogleich das Product, welches durch Multiplicirung zweier einfachen Zahlen mit einander herauskommt, finden kann.

Damit aber einer nicht nöthig habe, eine solche Tabelle allzeit bei sich zu führen, so ist nöthig, dass ein jeder, welcher im Rechnen fertig zu sein verlanget, diese Tabelle auswendig lerne, welche folget.

Multiplicirn heist viel machen /
oder manigfaltigen /
vnd lehret wie man ein zahl mit jhr /
oder einer andern vielfältigen soll /
vnnd du must für allen Dingen
das Einmal eins wol wissen /
vnd auswendig lernen / wie hie.
Adam Riese

Diese Tabelle, welche zuerst von dem Pythagoras seinen Schülern soll vorgeleget worden sein, pflegt theils die Pytbagorische Tabelle, theils auch das Einmaleins benennet zu werden. Diese letztere Benennung führet die selbe deswegen, weilen man gemeiniglich von ein mal eins ist eins anzufangen pflegt. Da aber eine jede Zahl mit eins multipliciret oder einmal genommen in ihrer Grösse unverändert bleibt, so haben wir die Multiplication der einfachen Zahlen mit eins nicht beigesetzet.

Quelle:
http://www.mathematik.uni-bielefeld.de/~sieben/Rechnen/einmaleins.html (02-08-20)


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