"Heute kann ich mich einfach nicht konzentrieren!"

 

 

 

Wir haben schon in einem früheren Lerntipp (Der Nachmittag eines Schülers) einige Ursachen dafür genannt, warum man sich nicht auf seine Arbeit konzentrieren kann, und suchten die Gründe in einem "ungepflegten" Arbeitsplatz und anderen äußeren Umständen, die bei einer Aufgabe hinderlich sind. Es gibt jedoch auch Gründe, die nicht "außen" liegen, sondern "innen" in der Person selbst.

Bei der Aufmerksamkeit - wie man statt Konzentration auch sagen kann - handelt es sich um eine Leistung verschiedener Teilbereiche unseres Gehirns, die erst beim richtigen Zusammenwirken erfolgreich arbeiten können. So sind Gehirnteile, die für Planungen zuständig sind, mit solchen Teilen verbunden, die für die allgemeine Wachheit und Erregung verantwortlich sind, welche dann wieder mit jenen Teilen zusammenwirken, die schließlich für die Informationsaufnahme sorgen sollen. Diese Abläufe müssen aufeinander abgestimmt sein, denn wenn ein Teil des Gehirns nicht mitspielt, dann kann das geschehen, was Hans-Jürgen beim Lesen der Geschichte widerfährt.

Meist wird unsere Aufmerksamkeit ganz automatisch gesteuert, sodass uns gar nicht bewusst wird, dass wir uns jetzt konzentrieren. Nur bei einer Störung von Außen - etwa durch Lärm oder andere ungewöhnliche Wahrnehmungen - wird uns deutlich, dass unsere Gedanken durch etwas "abgelenkt" sind.

Nicht so schnell bewusst wird das bei inneren Störungen, etwa Gefühlen oder andere inneren Erregungen, die ebenfalls dafür sorgen, dass das Zusammenspiel der verschiedenen Gehirnteile zur Konzentration nicht funktioniert. So machen sich innere Störungen wie Hunger oder Durst erst dann direkt bemerkbar, nachdem die Aufmerksamkeit schon lange vorher abgenommen hat.

Ähnlich ist es, wenn uns Sorgen plagen, die sich in einem an der Konzentration beteiligten Gehirnbereich zu Wort melden, lange bevor wir uns bewusst Sorgen machen. Viele Konzentrationsprobleme hängen mit lange zurückliegenden Erfahrungen zusammen. So kann Hans-Jürgen die Erinnerung an eine misslungene Deutschschularbeit zu einem literarischen Text bei der Lesekonzentration stören. Es kann aber auch ein allgemeines Stimmungstief, das bei Jugendlichen manchmal vorkommt, für die mangelnde Konzentration verantwortlich sein, denn unser Gehirn reagiert früher als wir es "bemerken".

Innere Störungen zu beeinflussen ist jedoch nicht so einfach wie bei den meisten äußeren, denn ein Radio kann man abstellen oder einen ruhigeren Arbeitsort aufsuchen.

Aber wie stellt man diese inneren Abläufe ab?


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