Internet für Grundschulkinder

Bestandsaufnahme und fachdidaktische Perspektiven

Wissenschaftliche Hausarbeit im Fach Deutsch

Justus- Liebig- Universität Gießen

Institut für Didaktik der deutschen Sprache und Literatur

Gutachter: Dr. Karl. W. Bauer

Verfasser: Markus Obert

1998


Inhaltsverzeichnis

0 Vorwort

1 Einleitung

2 Das Internet

2.1 Geschichte und Aufbau

2.2 Zugang zum Internet

2.3 Dienste

2.3.1 FTP

2.3.1.1 Funktionsweise und Nutzung
2.3.1.2 Nutzungsmöglichkeiten durch Kinder

2.3.2 E-Mail

2.3.2.1 Funktionsweise und Nutzung
2.3.2.2 Nutzungsmöglichkeiten durch Kinder

2.3.3 News

2.3.3.1 Funktionsweise und Nutzung
2.3.3.2 Nutzungsmöglichkeiten durch Kinder

2.3.4 IRC

2.3.4.1 Funktionsweise und Nutzung
2.3.4.2 Nutzungsmöglichkeiten durch Kinder

2.3.5 Telnet

2.3.5.1 Funktionsweise und Nutzung
2.3.5.2 Nutzungsmöglichkeiten durch Kinder

2.3.6 World Wide Web

2.3.6.1 Funktionsweise und Nutzung
2.3.6.2 Nutzungsmöglichkeiten durch Kinder

2.4 Unterschiede zu anderen Medien

3 Aktuelle Angebote für und von Kindern

3.1 Internetangebote für Kinder

3.1.1 Mögliche Kriterien für die Beurteilung

3.1.1.1 Eingangsseite
3.1.1.2 Kategorie
3.1.1.3 Zielgruppe
3.1.1.4 Stoffgrundlage
3.1.1.5 Inhalt
3.1.1.6 Inhaltsgestaltung
3.1.1.7 Didaktisches Konzept
3.1.1.8 Kommunikationsdesign
3.1.1.9 Multimediale Aspekte
3.1.1.10 Technische Aspekte
3.1.1.11 Gesamtbewertung
3.1.1.12 Fazit

3.1.2 Suchhilfen

3.1.2.1 Blinde Kuh

3.1.3 Foren

3.1.3.1 Mailwürmchen
3.1.3.2 Kinderpost

3.1.4 Chats

3.1.4.1 Schulweb- Chat

3.1.5 Communities

3.1.5.1 Kindernetz Wohnviertel

3.1.6 Datenbanken

3.1.6.1 Schulweb Material
3.1.6.2 Gutenberg- Märchen

3.1.7 Hypertext- Lernumgebungen

3.1.7.1 Pixelkids- HTML Kurs

3.1.8 Themenbezogene Informationen

3.1.8.1 Disney.de

3.1.9 Fazit

3.2 Beiträge von Kindern

3.2.1 Webseiten von Schulen

3.2.1.1 Reichshofschule Westhofen- Füchslein
3.2.1.2 Adolf Reichwein Schule - Zeilsheimer Powerblatt
3.2.1.3 Grundschule Fuldatal-Simmershausen

3.2.2 Private Seiten von Grundschulkindern

3.2.2.1 Phantasieclub
3.2.2.2 Aaron
3.2.2.3 Schwämchen

3.2.3 Fazit

4 Fachdidaktische Perspektiven

4.1 Internet im herkömmlichen Deutschunterricht

4.1.1 Authentische Sprachhandlungssituationen herstellen

4.1.2 Geschichten schreiben

4.1.3 Sich informieren und sachbezogen verständigen

4.1.4 Schule öffnen

4.2 Konsequenzen einer fortschreitenden Verbreitung des Internetzugangs

4.2.1 Neue Anforderungen an die Schüler

4.2.1.1 Technische Kompetenz
4.2.1.2 Multimediakompetenz
4.2.1.3 Hypertextkompetenz
4.2.1.4 Interaktionskompetenz
4.2.1.5 Virtualitätskompetenz

4.2.2 Veränderte Aufgaben der Lehrer

5 Fazit

6 Glossar

7 Literaturverzeichnis


 

0 Vorwort

Meine Arbeit "Internet für Grundschulkinder - Bestandsaufnahme und fachdidaktische Perspektiven" soll versuchen, das im deutschen Sprachraum  noch wenig untersuchte Feld der Internetnutzung durch Grundschulkinder zu erhellen.
Zum Zeitraum der Erstellung dieser Arbeit gibt es, bis auf wenige Zeitschriftenartikel, noch kaum Literatur, die sich explizit mit diesem Thema beschäftigt. Vor allem die außerschulische Nutzung des Internets durch Kinder scheint noch nicht von Interesse zu sein. Empirische Untersuchungen der Internetnutzung beschäftigen sich zwar mit dem Online- Verhalten von Jugendlichen, wie viele "Internetsurfer" jünger als 12 sind, verschweigen sie aber meist. Wer sich aber über Suchmaschinen, Kataloge oder per Nachfrage in einschlägigen Diskussionsforen auf die Suche nach Angeboten für Kinder im Netz begibt, wird schnell fündig. Da viele dieser Angebote auch eine Mitgestaltung ermöglichen, finden sich dort auch deutliche Zeichen einer regen Nutzung durch ihre (leider noch nicht quantifizierbare) Anhängerschaft. Grund genug dieses Phänomen genauer zu untersuchen.

Am Anfang meiner Arbeit steht eine Analyse der technischen Möglichkeiten des Internets und seiner verschiedenen Dienste. Dies soll besonders unter dem Blickwinkel "wie können Kinder diese nutzen?" geschehen.
Im zweiten Hauptteil der Arbeit passe ich die in der medienpädagogischen Auseinandersetzung mit lokalen Multimediaprodukten entwickelten Bewertungsschemata an die veränderten Voraussetzungen des Internet an und versuche sie auf bestehende Internetangebote anzuwenden.
Die Auswahl der untersuchten Angebote will keinen Anspruch auf Vollständigkeit erheben. Sie soll vielmehr verdeutlichen, welche typischen Elemente in ihnen zu finden sind und inwieweit die Potentiale, welche das Internet für Kinder bietet, bereits genutzt werden.
Bei der Entwicklung der fachdidaktischen Perspektiven (die sich aus dem Hinzutreten des Internets zur Gruppe der "Neuen Medien" ergeben) war ich ebenfalls darauf angewiesen, allgemein medienpädagogische Grundsätze, Erfahrungen aus dem Einsatz von Computern im Primarunterricht und aus dem Interneteinsatz bei Jugendlichen auf die spezifischen Altersgruppe bzw. die konkrete Problemstellung zu transformieren.

Durch diese Arbeit sollen vor allem folgende Fragen geklärt werden.
Können Kinder das Internet nutzen und wenn ja wie?
Gibt es bereits spezielle Angebote für Kinder?
Wie kann man Internetangebote für Kinder bewerten?
Welche Merkmale haben typische Angebote für Kinder?
Wie werden diese von Kindern genutzt?
Sollte das Internet im Deutschunterricht der Primarstufe thematisiert werden?
Kann und sollte das Internet im herkömmlichen Sprachunterricht in der Grundschule eingesetzt werden?
Welche Konsequenzen ergeben sich durch das Internet für die zukünftige Didaktik der deutschen Sprache im Primarunterricht?

Ich hoffe dies wird mir in den nun folgenden Kapiteln gelingen.
 
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1 Einleitung

"Der Computer wird die Schule und ihren Auftrag verändern, gleich ob sie sich auf ihn einläßt oder nicht. Sie wird sich vermutlich um so mehr ändern, je weniger sie sich mit ihm befaßt" (Hentig 1993, S. 34).
Mit diesem Satz leitet Hartmut von Hentig das Kapitel "Computer" in seinem Buch "Die Schule neu denken" ein. Ihm war damals wohl noch nicht bewußt, wie tiefgreifend die von ihm angesprochenen Veränderungen sein würden. Denn damals steckte das World Wide Web und mit ihm das Internet quasi noch in den Kinderschuhen, zwei Einrichtungen, die wohl eine ähnliche Auswirkung auf die Gesellschaft haben werden wie die Erfindung des Buchdrucks oder des Telefons. Damals beschäftigten sich nur einige wenige engagierte Lehrer mit der möglichen Nutzung von Mailboxen für die pädagogische Arbeit.
Nur 5 Jahre später ist die Auseinandersetzung um die Frage "Schulen ans Netz?" voll entbrannt. Von der Wirtschaft wie von staatlicher Seite massiv gefördert, sind inzwischen eine umfangreiche Bundesinitiative gleichen Namens sowie zahlreiche Länderinitiativen und unzählige kleine Projekte entstanden, die sich dieser Aufgabe verschrieben haben.
Dabei werden die Auswirkungen, die das Internet auf Schule und Bildung haben wird, noch extrem unterschiedlich eingestuft.
Einige prophezeien, daß "das aus Information generierte Wissen [...] in Zukunft prinzipiell für jeden, zu jeder Zeit und an jedem Ort zugänglich sein" (Rüttgers) wird und alternative Medienpädagogen sehen endlich die schon in den siebziger Jahren angemahnte "Herstellung eines Kommunikationsnetzes" (Hickethier, S. 136) in dem sich jedermann der "Medien zur eigenen Artikulation" bedienen kann" (ebd.) in greifbarer Nähe. Die Technikpessimisten verfallen dagegen wieder einmal in eine "Jetzt geht die Welt zugrunde" (vgl. Faulstich) Stimmung.
Die Vorbehalte gegenüber dem Internet dürften vor allem dadurch begründet sein, daß ein Zugang zu ihm nur durch Computer möglich ist. Geräte, die nach Meinung einiger nichts in der Schule und schon gar nicht in der Grundschule verloren haben. "Bei welchem anderen Thema, das die Grundschule betraf, sahen sich Pädagogen und Psychologen jemals einem solchen Kreuzverhör ausgesetzt?" (Mitzlaff 1996, S. 10) klagt beispielsweise Hartmut Mitzlaff in seinem "Handbuch Grundschule und Computer". Dabei zeigen Erfahrungsberichte über den Einsatz von Computern in der Grundschule, "welch großes Interesse Grundschüler dem Computer entgegenbringen" (Arenhövel, S. 49). Grundschüler finden hiernach "ohne Schwierigkeiten Zugang zu dieser neuen Technologie" (ebd.). Moderne Anwendungsprogramme sind "durch ihre grafischen Benutzeroberflächen und die Maus- Steuerung so bedienerfreundlich geworden, dass selbst kleine Kinder schnell begreifen, welche Anwendung zu welchem Ergebnis führt" (Büttner, S. 7). Computer  überfordern die Kleinen mitnichten.
Auch werden Kinder durch den Computereinsatz in der Grundschule nicht  automatisch auf dieses Gerät "konditioniert" (Hentig 1997) wie einige meinen. "Grundschüler erobern den Computer rasch als ein situativ zu nutzendes Werkzeug, das in Klassen, die bereits länger mit ihm arbeiten, längst nichts Sensationelles mehr besitzt, sondern alltäglich geworden ist" (Mitzlaff 1996, S. 26).
Die Frage, ob Kinder angemessen mit Computern umgehen können, scheint durch die Erfahrungen der Grundschulen die sich mit dieser Thematik befassen, bereits geklärt.
Doch werden sie auch mit dem Internet umgehen können? Und ist dies pädagogisch und didaktisch überhaupt sinnvoll?
Zunächst ist zu erkunden, welche Möglichkeiten der Nutzung das Internet den Kinder eröffnet, inwieweit sie bereits heute im Netz aktiv sind, welche Entwicklungen sich wohl in Zukunft auf diesem Sektor ergeben, ob und wenn ja wie das Internet im Primarunterricht hilfreich sein kann.
Ignorieren darf die Grundschuldidaktik das Internet keinesfalls. Besonders die Deutschdidaktik ist gefordert. Wird doch in der aktuellen Diskussion um die Medienpädagogik immer deutlicher, daß angesichts der "großen kulturellen Veränderungen, in denen wir stehen, [...] [der Deutschunterricht] diejenigen kommunikativen Formen bewußt machen [muß], die das öffentliche und das private Leben bestimmen und bewußtseinsprägend sind" (Erlinger, S. 9). Für das Internet gilt, wie bereits für die oft im Unterricht unterschlagenen Medien Fernsehen und Computer:
"Wenn man also mit Recht den Nicht- Druckmedien einen wachsenden Einfluß auf die kulturelle Alltagspraxis von Kindern und Erwachsenen zuschreibt, wenn es ein wichtiges pädagogisches Ziel der Grundschule ist, die Kinder mit ihren kulturellen und sozialen Erfahrungen ernst zu nehmen und den Unterricht quer durch die einzelnen Fächer so zu gestalten , daß sie darin ihre Erfahrungen möglichst mit allen Sinnen thematisieren und bearbeiten und dabei neue Erfahrungen machen können, dann ist die regelmäßige Thematisierung von Medienerfahrungen vom ersten Schuljahr an zwingend geboten. Und zwar nicht nur als (selten stattfindende, häufig unverbindliche) fächerübergreifende Projektarbeit, sondern als fester Bestandteil des Faches Deutsch: als Literatur und Medienunterricht" (Bauer 1998 c, S. 226).
Die Frage "Warum?" man sich mit dem Internet in der Deutschdidaktik der Primarstufe befassen muß, scheint geklärt.
Um die Frage nach dem "Wie?" der Thematisierung zu lösen, muß aber zunächst untersucht werden: Wie funktioniert das Internet? Was sind die Anwendungsmöglichkeiten? Wie unterscheiden sich diese von herkömmlichen Medien? Gibt es bereits für Kinder spezielle Angebote? Wie kann man diese bewerten? Was sind ihre besonderen Merkmale? Inwieweit gestalten Kinder das Internet mit? Welche Einsatzmöglichkeiten bietet das Internet im herkömmlichen Schulunterricht? Wie können sie diesen fördern? Inwieweit verändert das Internet Schreiben und Lesen? Welche Entwicklungen sind in Zukunft zu erwarten?
Im Kapitel 2 werde ich mich deshalb mit der Geschichte und den technischen Grundlagen des Internets befassen. Dies ist nötig, um Einblicke in die Potentiale und Gefahren, die sich hier für Kinder und den Schulunterricht ergeben, zu erkennen. So ist es beispielsweise nötig, die verschiedenen Internetdienste getrennt zu betrachten, da ihre unterschiedlichen Aufgaben und technischen Möglichkeiten sie für unterschiedliche Formen der Kommunikation prädestinieren.
In Kapitel 3 gebe ich dann eine Bestandsaufnahme typischer Internetangebote für Kinder, wie sie sich im Zeitraum August bis September 1998 präsentieren. Ich versuche hier außerdem Kategorien für die einzelnen Angebote zu entwickeln und einen Bewertungskatalog aufzustellen. Außerdem werden Beiträge von Schulen und einzelnen Kindern im Grundschulalter vorgestellt.
Im Kapitel 4 sollen dann die Perspektiven folgen, die das Internet bereits heute für den Unterricht in der Primarstufe bietet und jenen die sich aus einem weiteren Vordringen des Internets ergeben.
Im Kapitel 5 gehe ich nochmals auf die wichtigsten Kritikpunkte an der Nutzung des Internets in der Primarstufe ein und gebe ein abschließendes Fazit.

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2 Das Internet

2.1 Geschichte und Aufbau

Das Internet verdankt seine Existenz dem US- Verteidigungsministerium. 1969 wurden verschiedene militärisch genutzte Computer durch das ARPANET (Advanced Research Project Agency Network) verbunden. Ziel war es ein Netzwerk zu schaffen, das auch nach Zerstörung einzelner Knotenpunkte durch Feindeinwirkung den Informationsaustausch zwischen verschiedenen Dienststellen gewährleistet. Diese Konzeption hatte direkten Einfluß auf die Funktionsweise des Netzes. Es wurde, anders als reguläre Computernetze, nicht hierarchisch organisiert. Diese Grundstruktur hat auch heute noch ihre Nachwirkungen. Daten im Internet werden mittels des TCP/IP Protokolls übertragen. Dabei werden die zu übermittelnden Daten in kleine Pakete zerlegt. Die einzelnen Pakete werden auf dem momentan günstigsten Weg zum Empfänger geschickt und dort wieder zusammengesetzt. Welchen Weg die Dateien nehmen und über welche Rechner sie verschickt werden, kann nicht vorhergesagt und kaum nachvollzogen werden. So es ist es nur schwer möglich, bestimmte Inhalte aus dem Netz zu filtern oder deren Einspeisung ins Netz zu verhindern. Dies hat natürlich Konsequenzen, beispielsweise für den Jugendschutz.
Neben dem Militär wurden später auch zunehmend universitäre Forschungseinrichtungen an das Netzwerk angeschlossen. In den achtziger Jahren wurde das National Science Foundation Network (NFSNET) eingerichtet. 1983 spaltete sich das Military Network (MILNET) vom Internet ab. Damit war zunächst ein rein wissenschaftliches Netzwerk entstanden. Durch die Einführung der Heim- und Personalcomputer konnten die Nutzer zunehmend von zu Hause aus auf das Internet zugreifen. Es wurde von nun an immer öfter für private Zwecke (Privatpost, Hobbydiskussionsforen) genutzt.
1989 wurde am Europäischen Kernforschungszentrum in Genf (CERN: Centre Européen de la Recherce Nucléaire) ein neuer Internetdienst entwickelt. Das sogenannte World Wide Web (WWW) ermöglichte es, Texte frei zugänglich abzulegen und diese mit Texten auf anderen Computern des WWW zu verknüpfen. Hierzu wurde HTML (Hypertext Markup Language) genutzt. Diese Textbeschreibungssprache machte es sehr einfach, Bilder oder Verweise auf andere Dokumente in den Text einzubinden. Mittels grafischer Benutzeroberflächen zum Lesen von HTML-Texten (Browser) wurde es sehr einfach auf HTML- Dokumente im WWW zuzugreifen und den Verknüpfungen (Hyperlinks) zu wieder anderen Dokumenten zu folgen. War das WWW eigentlich als universitäres Instrument zur "Vernetzung" wissenschaftlicher Texte gedacht, so verhalf es nun dem Internet endgültig zum Durchbruch bei der privaten Nutzung. Auch Kindern ist es leicht möglich das WWW zu nutzen, da sich moderne Browser sehr einfach bedienen lassen und WWW-Dokumente häufig durch grafische Navigationselemente die Orientierung erleichtern.
Neben dem Internet existierten noch immer zahlreiche andere Computernetze sowie Mailboxen. Zunehmend werden diese aber ins Internet integriert. Ein Beispiel hierfür wären die großen Online- Dienste wie T-Online, AOL oder Compuserve, die ihren Mitgliedern den Zugriff auf das Internet ermöglichen oder eigene Dienste vom World Wide Web aus zugänglich machen. Auch viele Mailboxen sind heute über das Internet erreichbar.
Das Internet ist somit zu einem Instrument geworden, mit dem der weltweite Austausch von Daten und Informationen in sehr kurzer Zeit und sehr einfach möglich ist.

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2.2 Zugang zum Internet

Der Zugriffs aufs Internet kann über verschiedene Wege erfolgen.
Am einfachsten ist der Zugang dann, wenn man sich an einem Rechner befindet, der bereits über ein lokales Netzwerk (LAN: Local Area Network) mit dem Internet verbunden ist. Beispiele für solche Netzwerke sind die Computernetze der Universitäten. Über deren Leitungen können die Nutzer auf die Internetserver der Hochschulrechenzentren zugreifen. Zwar ist hier ein sehr hoher Aufwand zur Aufrechterhaltung der Netzstruktur nötig, dieser Zugang hat aber einige Vorteile. So ist die Geschwindigkeit der Datenübertragung höher, und es fallen auch keine zeitabhängigen Gebühren an. Anders bei der Alternative: dem Zugriff aufs Internet über das Telefonnetz.
Der Zugriff über das Telefonnetz auf das Internet erfolgt mittels eines Modems (Modulator Demodulator), das akustische in digitale Signale umwandelt und umgekehrt, oder mittels ISDN (Integrated Services Digital Network). Ein Modem oder eine ISDN- Karte ermöglichen es, einen handelsüblichen PC mit einem Einwahlknoten zu verbinden und Daten aus dem Internet abzurufen oder ins Internet einzuspeisen.
Einwahlknoten werden beispielsweise von den Hochschulrechenzentren zur Verfügung gestellt. Nutzer sind hier Universitätsangehörige oder Studierende.
Privatleute erhalten Zugang zum Internet durch Internetprovider, dies sind Firmen, die Einwahlknoten gegen Entgelt zur Verfügung stellen. Außerdem ermöglichen es die meisten großen Online- Dienste ihren Kunden über das firmeneigene Netz auch auf das Internet zuzugreifen. Es gibt auch Vereine, die Einwahlknoten für ihre Mitglieder betreiben.
Der Anschluß von Schulen an das Internet wird durch viele unterschiedliche Initiativen gefördert. Dementsprechend divergieren auch die Möglichkeiten, wie eine Schule Zugang zum Internet erlangen kann. Beispielsweise besteht seit August 1998 die Möglichkeit, sich bundesweit zu einem einheitlichen Tarif von 0,07 Pfennig die Minute (von 9.00- 21.00 Uhr) in das deutsche Forschungsnetz einzuwählen. Bis zum Jahr 2000 ist dieser WINShuttle genannte Dienst des Deutschen Forschungsnetzes (DFN) für Schulen kostenlos.
Hier kommen wir aber schon zu einem der größten Hindernisse für den Internetzugang. Da in der Regel über das Telefonnetz auf das Internet zugegriffen werden muß, fallen Telefongebühren an. In einer Internet- Umfrage im Frühjahr 1998 gaben 74% der befragten Nutzer an, daß sie "zu hohe Telefongebühren" für eines der größten Probleme bei der Internetnutzung hielten (vgl. Fittkau&Maaß). Besonders für Kinder und Jugendliche hat dies Konsequenzen, da sie kaum die günstigen Nachttarife (ab 21.00 Uhr) zum "Internetsurfen" nutzen können. Hinzu kommen zeitabhängige oder Pauschalgebühren der Internetprovider oder Online- Dienste. Der Zugang zum Internet verursacht somit nicht zu unterschätzende Kosten. Ob sein Einsatz in der Schule oder in der Freizeit der Kinder sinnvoll ist, wird von Eltern wie Pädagogen deshalb doppelt kritisch betrachtet.

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2.3 Dienste

Will man verstehen, wie sich das Internet nutzen läßt, muß man sorgfältig die einzelnen Dienste auseinanderhalten, die es neben dem Basisdienst der Datenübertragung bietet. Angesprochen werden in dieser Arbeit: FTP, E-Mail, News, IRC, Telnet und WWW, da sie zu den heute am meisten gebrauchten Diensten gehören

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2.3.1 FTP

FTP (File Transfer Protokoll) bedeutet Dateiübertragungsprotokoll.
 

2.3.1.1 Funktionsweise und Nutzung

Dieses Protokoll ermöglicht den schnellen Austausch großer Dateien zwischen Computern mit unterschiedlichen Betriebssysteme. Der Benutzer kann mit Hilfe von FTP- Programmen auf einen FTP- Server zugreifen. Er kann dann Daten, die für ihn freigegeben sind, auf seinen Rechner laden.

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2.3.1.2 Nutzungsmöglichkeiten durch Kinder

FTP ermöglicht die Übertragung jeglicher Art von Daten, welche in digitaler Form auf einem FTP- Server liegen. Es kann somit der Verbreitung von Programmen, größeren Textdateien, digitalen Videos etc. dienen.
Da FTP- Programme heute ähnlich einfach wie Dateiverwaltungsprogramme grafisch orientierter Betriebssysteme zu bedienen sind, ist deren Handhabung "kinderleicht". Man muß lediglich die Adresse des anzuwählenden Servers oder den Standort der gewünschten Datei eingeben und den sogenannten Download (das Herunterladen) auf Knopfdruck starten. Häufig findet man die Adressen von FTP- Dateien im WWW. Da moderne WWW- Browser das FTP- Protokoll beherrschen, fällt dem Nutzer gar nicht auf, daß er hier einen anderen Internetdienst nutzt.
Kinder könnten sich so beispielsweise mit kostenlosen Shareware- Programmen oder digitalen Unterrichtsmaterialien von Schulservern versorgen.

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2.3.2 E-Mail

E-Mail (Electronic Mail) ist der Name für eine Art elektronischer Post im Internet.
 

2.3.2.1 Funktionsweise und Nutzung

Mit Hilfe von E-Mail werden Nachrichten über das Internet ausgetauscht. Die Post wird dabei vom Server des E-Mail Absenders an den Mailserver des Empfängers weitergeleitet. Alle Teilnehmer haben hierzu eine weltweit einmalige E-Mail Adresse. Greift ein Nutzer auf seinen Mailserver zu, kann er seinen elektronischen Postkasten öffnen und Nachrichten für sich auf seinen Computer laden. An E-Mails können auch Dateien angehängt werden, so daß sich dieser Dienst nicht nur für die Übersendung von reinem Text eignet.
E-Mails können sehr leicht an mehrere Absender gleichzeitig verschickt werden. Dies macht es möglich, diesen Dienst zur schnellen Informationsübermittlung an große Gruppen zu nutzen. Es ist möglich sogenannte Newsletter zu erstellen. Eine Nachricht kann so als digitales Flugblatt an unzählige Empfänger gehen.
Eine andere Form der digitalen Vervielfältigung von Nachrichten stellen Mailinglisten dar. Wer sich einer solchen Liste anschließt, wird in einen E-Mailverteiler aufgenommen. Dieser Verteiler leitet eine Nachricht an eine bestimmte E-Mail- Adresse an alle eingetragenen Benutzer weiter. Mittels dieser Mailinglisten lassen sich so  raum- und zeitunabhängig Diskussionen zu einem bestimmten Thema führen. Benutzer mit ähnlichen Interessen können ihre Meinungen austauschen und andere um Rat fragen.

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2.3.2.2 Nutzungsmöglichkeiten durch Kinder

Die Vorteile von E-Mails gegenüber herkömmlichen Briefen liegen vor allem in der hohen Zustellgeschwindigkeit und den niedrigen Kosten. Der weltweite Versand dauert oft nur Sekunden und auch die Telefongebühren für das Hochladen einer Nachricht auf den Mailserver betragen nur Pfennige. Besonders wenn man mehrere Empfänger gleichzeitig erreichen will, kommen diese Vorteile zum Tragen.
Auch E-Mail Programme lassen sich heutzutage sehr einfach bedienen. Einen Brief auf einem Computer zu tippen, sollte Kindern bei entsprechender Übung keine größeren Probleme bereiten. Sie könnten durch E-Mail Kontakt zu Kindern in anderen Städten oder gar Ländern aufnehmen. Da der Versand von E-Mails wenig kostet, sprechen keine hohen Portogebühren gegen diese Form der Kommunikation. Da die Post außerdem sehr schnell beim Empfänger ist, ist auch eine Rückantwort früher möglich. Kinder erhalten so ein unmittelbareres Feedback auf ihre Schreibtätigkeit.
E-Mails wären in der Schule überall dort einsetzbar, wo auch heute schon Briefe geschrieben werden. Beispielsweise bei Partnerschaften von Schulklassen. Hier können sie herkömmliche Briefe ersetzen, den Austausch von Nachrichten beschleunigen und zusätzlich Porto sparen.
Durch das Abonnement von Newslettern können sie sich über Themen, welche sie interessieren, informieren.
Newsletter können auch im Unterricht erstellt werden. So lassen sich Informationen, die im Unterricht gewonnen werden, aus der Schule heraus tragen. Empfänger könnten beispielsweise Arbeitsgruppen an anderen Schulen sein.
Die Nutzung von Mailinglisten kann es Kindern ermöglichen, mit anderen in Kontakt zu treten. Sie können sich hier mitteilen, mit anderen diskutieren oder um Rat fragen. Dadurch können sie Erfahrungen mit zeit- und ortsunabhängiger Kommunikation machen. Schriftliche Kommunikation kann somit als Erweiterung der (meist) zeit- und ortsgebundenen mündlichen Kommunikation erfahren werden.

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2.3.3 News

News oder Newsgroups stellen digitale schwarze Bretter dar.
Das Usenet mit seinen Nachrichtenservern ist technisch und organisatorisch betrachtet kein Bestandteil des Internet. Da sich für die Nutzung durch Kinder hieraus aber keine wesentlichen Konsequenzen ergeben, soll auf diese Besonderheit nicht weiter eingegangen werden.

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2.3.3.1 Funktionsweise und Nutzung

Newsgroups gleichen weltweiten Anschlagbrettern. Per E-Mail lassen sich Nachrichten auf einem Newsserver, in einer der thematisch gegliederten Newsgroups, ablegen. Der Newsserver leitet diese Nachrichten an die anderen Server weiter. Dadurch wird gewährleistet, daß eine Newsgroup weltweit die gleichen Nachrichten enthält. Ein anderer Nutzer kann auf diese Nachrichten antworten, indem er wiederum an seinen Newsserver eine Antwort schickt, welche dieser ebenfalls weltweit verbreitet.
Das Lesen und Schreiben von News erfolgt mittels spezieller Programme, sogenannter Newsreader oder durch Benutzung moderner Browser.
Mehr als 10.000 Newsgroups existieren weltweit. Neue Newsgroups werden durch ein festgelegtes Abstimmungsverfahren gegründet. So kann man eine Newsgroup zu einem Thema gründen, welches man bei den bisherigen Gruppen vermißt. Die Newsgroups sind hierarchisch in die Themenfelder:
news.: Nachrichten
comp.: Computer
sci.: Wissenschaft
soc.: Politik und Kultur
rec.: Freizeit
talk.: kontroverse Diskussion
misc.: Verschiedenes
aufgegliedert. Unter der Rubrik "alt." ist es möglich sehr viel einfacher neue Newsgroups zu gründen. Die "alt." (alternative) Hierarchie unterliegt nicht den strengen Regeln anderer Newsgroups.
Unter der Hierarchie "de." werden rein deutschsprachige Newsgroups geführt. Aber auch in den anderen Hierarchien finden sich Gruppen mit rein deutschsprachigen Beiträgen.
Die Beiträge der Nutzer fallen je nach Newsgroup sehr unterschiedlich aus. Während in manchen eine sehr förmliche Atmosphäre herrscht, werden vor allem in den alt.-Foren zwanglose Diskussionen geführt. Die Beiträge ähneln mehr mündlichen Äußerungen als schriftlichen "Leserbriefen". Sogar Mimik wird teilweise imitiert. So werden Sätze durch sogenannte Emoticons ergänzt. Beispiele für Emoticons:
:-)    lachendes Gesicht
:-(    trauriges Gesicht
;-)    Augenzwinkern
Diese Zeichenfolgen werden "lesbar", wenn man den Kopf um 90 Grad nach links dreht.
Antworten auf Beiträge können entweder direkt an die Newsgroup oder als E-Mail an den Verfasser geschickt werden.
Es ist auch möglich, Dateien in Newsgroups abzulegen und so Bilder, Programme, Audioaufnahmen etc. einem breiten Publikum zur Verfügung zu stellen.

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2.3.3.2 Nutzungsmöglichkeiten durch Kinder

Newsreader bzw. die Newsfunktionen moderner Browser sind aufgrund ihrer grafischen Benutzeroberflächen sehr einfach zu bedienen. Auch Kinder können durch Eingabe von Stichwörtern nach Gruppen suchen, deren Thema für sie interessant klingt.
Zwar enthalten die meisten Newsgroups nur Nachrichten in englischer Sprache, es existieren aber bereits etliche Gruppen, in denen hauptsächlich deutschsprachige Artikel erscheinen.
Das Verfassen eines Beitrags zu einer Newsgroup unterscheidet sich kaum vom Schreiben einer E-Mail. Kinder haben hier die einzigartige Möglichkeit, mit ihren selbstverfaßten Texten ein sehr großes, weltweites Publikum zu erreichen. Sie können hier Schrift zur direkten Kommunikation mit Menschen nutzen, welche ähnliche Interessen haben.
Die Leichtigkeit mit der Beiträge an Newsgroups gesendet werden können, bereitet aber auch Probleme. So ist nicht gewährleistet, daß eine Gruppe auch wirklich nur thematisch relevante Nachrichten enthält. Besonders im Hinblick auf den Jugendschutz bereitet dies Probleme. So versenden beispielsweise die Anbieter von Telefonsex und Pornographie im WWW häufig "Werbung" ungefragt an sämtliche Newsgroups. Besonders in den alt.- Gruppen, in denen die Beiträge nicht durch Moderatoren gefiltert werden, ist dies ein Ärgernis. Auch nutzen manche User die scheinbare Anonymität unpersönlicher E-Mail Adressen, um Beleidigungen oder sexuell anstößige Beiträge zu verbreiten.
Da man sich alle Newsgroups auflisten lassen kann, können Kinder auch ohne gezielte Suche danach auf Foren stoßen, welche nicht altersgemäße Beiträge sexueller oder extremistischer Natur enthalten.
An dieser Stelle soll nicht das Problem diskutiert werden ob es pädagogisch sinnvoll ist Kinder vor solchem Material zu schützen. Es soll lediglich darauf aufmerksam gemacht werden, daß Kinder bei unkontrolliertem Zugang zum Usenet auf solche Beiträge stoßen werden. Eltern und Pädagogen müssen diese Tatsache in ihre Überlegungen einfließen lassen.
Für den schulischen Einsatz eignen sich moderierte Newsgroups am ehesten. Unter der Hierarchie schule. finden sich bereits zahlreiche Gruppen zum Thema Schule, die jedoch noch in erster Linie zur Kommunikation innerhalb der Lehrerschaft dienen.

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2.3.4 IRC

IRC (Internet Relay Chat) ist ein "textbasierter synchroner Kommunikationsdienst" (Döring, S.314).

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2.3.4.1 Funktionsweise und Nutzung

In einem sogenannten Chat ist es möglich fast gleichzeitig zu kommunizieren. Gibt ein Teilnehmer per Tastatur Beiträge ein und sendet sie an den Chat, können sie von allen anderen Teilnehmern weltweit innerhalb von Sekundenbruchteilen gelesen werden.
Der Internet Relay Chat ist ein Dienst, in dem zahlreiche IRC- Server weltweit die Daten dieser Gespräche austauschen. Hat ein Benutzer die Verbindung zu einem IRC- Server hergestellt, wählt er einen sogenannten Nickname (engl.: Spitzname). Der Nickname dient der Kontaktaufnahme und Identifizierung durch andere Benutzer. Danach kann der IRC- Nutzer verschiedenen Chats beitreten oder einen eigenen Chat eröffnen. Hierzu werden verschiedene Channels (englisch: Kanäle) geführt. Im IRC werden Tausende verschiedener Channels gleichzeitig verwaltet. IRC ermöglicht zahlreiche Optionen. So kann der Operator (im Regelfall der Nutzer, welcher einen Kanal eröffnete) den Zugang zu einem Channel beschränken, ein Thema im Channel vorgeben, Teilnehmer vom Kanal ausschließen etc. IRC ermöglicht auch die direkte Verbindung zwischen zwei Benutzern und das Austauschen von Dateien. Außerdem ist es über sogenannte "Bots" (selbstlaufende Programme) möglich vorgefertigte Texte zu verbreiten, Kanäle dauerhaft zu öffnen usw.
Der Sprachgebrauch im IRC ist meist an die mündliche Umgangssprache angelehnt. Mimik und Gestik der Face-to-Face Kommunikation werden durch Emoticons ersetzt. Um die Schreibgeschwindigkeit zu erhöhen, wird oft auf korrekte Rechtschreibung verzichtet. Häufig gebrauchte Floskeln werden durch Abkürzungen ersetzt.
Im IRC wird in den verschiedensten Sprachen kommuniziert. Am Namen des Channels sowie an der dazugehörigen Themenbeschreibung kann man meist erkennen, in welcher Sprache dort gechattet wird. Es gibt zahlreiche Kanäle, in denen die Kommunikation nur in deutscher Sprache erfolgt.
Die große Masse der Nutzer setzt IRC "als Freizeitmedium zum Plaudern über belanglose Themen ein" (Fasching, S. 29). Aber auch wissenschaftliche Diskussionen können über IRC geführt werden. Vorteil ist hier, "automatisch eine vollständiges Transkript der Sitzung erstellen" (Döring, S. 314) zu können.

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2.3.4.2 Nutzungsmöglichkeiten durch Kinder

Die Entwicklung einfach zu bedienender IRC- Programme ermöglicht heute eine Nutzung, ohne Befehle auswendig lernen zu müssen. So können Kinder auf Knopfdruck nach bestehenden Channels suchen oder eigene eröffnen.
Der Sprachgebrauch im IRC ist für Neulinge zwar zunächst "verwirrend" (Döring, S. 314). Dies hängt aber auch von der Anzahl und der "Geübtheit" der Teilnehmer eines Channels ab. Schreiben nur wenige Personen gleichzeitig und verzichten diese auf die im IRC üblichen Akronyme, dürften auch Kinder mit noch nicht perfekten Lesefähigkeiten die Möglichkeit haben, einer "Unterhaltung" zu folgen.
Ähnlich dem Schreiben von E-Mails oder Beiträgen zu Newsgroups können Kinder hier durch Schrift mit anderen kommunizieren. Die Rückmeldung auf ihre Schrifteingaben erfolgen jedoch noch viel schneller. Die mitteilende Funktion von Schrift kann so in Echtzeit erfahren werden.
Schulische Einsätze von IRC wären denkbar, um beispielsweise E-Mail Partnerschaften mit anderen Schulen lebendiger werden zu lassen. Die Schüler könnten mit Kindern ihrer Partnerklassen direkte "Gespräche" führen, was ansonsten nur unter hohen Telefonkosten möglich wäre.
IRC hat aber durch seine Offenheit ähnlich wie Newsgroups den Nachteil, daß einige Channels zu den "schmuddeligsten Ecken" im Internet gehören. Auch hier ist es jederzeit möglich, daß Kinder durch aufrufen von Listen der Kanäle auf Foren stoßen in denen über sexuell anstößige oder ähnlich potentiell "desorientierende" Themen geredet wird. Die Tatsache, daß zwischen den Teilnehmern mancher Chats pornographisches Bildmaterial ausgetauscht wird und so auch in die Hände von Kindern gelangen kann, muß in pädagogische Überlegungen zum Einsatz von IRC einbezogen werden.
Da viele Teilnehmer IRC als reines Freizeitvergnügen betrachten, muß außerdem immer mit Störungen durch Nutzer gerechnet werden, welche das Überfluten der Chats mit sinnlosen Texten, das Beleidigen anderer Teilnehmer oder das unaufgeforderte Zusenden anstößiger Bilder für besonders unterhaltsam halten.

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2.3.5 Telnet

Telnet ermöglicht den direkten Zugriff auf einen entfernten Rechner.

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2.3.5.1 Funktionsweise und Nutzung

Telnet stellt eine Verbindung zu einem entfernten Rechner her und ermöglicht es diesem Befehle zu erteilen, als hätte man lokalen Zugriff. Telnet bietet die Möglichkeit, "auf einem fremden Rechner Anwendungsprogramme zu nutzen, die auf einem eigenen Rechner nicht vorhanden oder nicht lauffähig sind" (Perrochon, S. 22). So können beispielsweise Datenbanken abgefragt werden, ohne die Software für die Abfrage auf dem eigenen Computer installieren zu müßen.

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2.3.5.2 Nutzungsmöglichkeiten durch Kinder

Neben dem Zugriff auf Datenbanken, beispielsweise auf Bibliothekskataloge, dürfte die interessanteste Nutzungsmöglichkeit für Telnet in den sogenannten MUDs liegen. MUD (Multi User Dungeon) bedeutet wörtlich "Verlies für mehrere Benutzer". Der Name stammt aus dem Englischen und beruht darauf, daß MUDs bis heute hauptsächlich zur Simulation von Fantasywelten genutzt wurden. MUDs sind "interaktive, textbasierte Spielumgebungen" (Döring, S. 314). Benutzer eines solchen MUDs erhalten vom Computer eine Beschreibung ihrer "Umgebung". So lesen sie im Text beispielsweise, daß sie sich in einem Raum mit einer Truhe und einer Tür nach Westen befinden. Durch die Eingabe von Befehlen wie "gehe West" oder "öffne Truhe" verändern sie ihre "Umgebung". Der Computer gibt ihnen dann einen neuen Text mit der Beschreibung der durch die Befehle ausgelösten "Geschehnisse" und dem neuen "Zustand" des "Raumes", in dem sich der Nutzer befindet. Der besondere Reiz eines solchen MUDs ist natürlich die Interaktion mit anderen "Mitspielern" im gleichen MUD.
Der pädagogische und didaktische Einsatz von MUDs wird im anglo- amerikanischen Raum schon länger erprobt (vgl. Döring, S. 315).

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2.3.6 World Wide Web

Das World Wide Web besteht aus unzähligen Hypertextdokumenten, die auf WWW- Servern zugänglich und untereinander durch sogenannte Hyperlinks miteinander verknüpft sind.
Das WWW hat maßgeblich zum Erfolg des Internet beigetragen und ist heute fast zum Synonym für das Internet geworden. Es stellt auch eine "integrative Plattform" (Dobal, S. 105) für andere Dienste dar. Im Rahmen dieser Arbeit wird diesem Teilbereich des Internet deshalb besondere Aufmerksamkeit gewidmet.

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2.3.6.1 Funktionsweise und Nutzung

Das World Wide Web funktioniert nach dem "Client- Server Modell" (vgl. Hughes, S. 201). Die sogenannte Client- Software des Benutzers baut über das Internet eine Verbindung zu einem Webserver auf und kann von dort Dokumente anfordern. Diese sind in der HTML (Hypertext Markup Language) geschrieben. HTML ist eine Textbeschreibungssprache, die es ermöglicht, bestimmte Stellen des Textes mit anderen Dokumenten zu verknüpfen. Moderne Formen der WWW- Client- Software (genannt Browser) ermöglichen es menügeführt HTML- Dokumente zu lesen. Verknüpfungen im Text werden vom Browser durch farbige Darstellung bzw. Unterstreichen gekennzeichnet. Durch einfachen Mausklick auf einen so markierten Hyperlink ist es möglich, das verknüpfte Dokument abzurufen.
Die Übertragung von Dokumenten aus dem World Wide Web wird durch das Protokoll HTTP (Hyper Text Transfer Protocol) geregelt. Es ermöglicht den Zugriff auf jedes freigegebene WWW- Dokument weltweit. Hierfür wird jede Datei im World Wide Web mit einer Adresse, einer sogenannten URL (Uniform Ressource Locator), versehen.
Die Möglichkeiten, welche HTML in Verbindung mit modernen Browsern bietet, gehen aber weit über das Verknüpfen mit anderen HTML- Dokumenten hinaus. So können Grafiken in den Text eingebunden werden. Browser sind durch zusätzliche Programme sogenannte Plug-ins erweiterbar. Es ist dann beispielsweise möglich Audio- oder Videodateien, die mit dem Dokument verknüpft sind, direkt darzustellen.
Da moderne Browser meist auch über E-Mail- Programme oder Newsreader verfügen, können auch diese Dienste gleichsam in das WWW integriert werden. Im Dokument können so Textstellen beispielsweise mit E-Mail Adressen verknüpft werden. Ein Mausklick auf einen markierten Textteil ruft automatisch das E-Mail Programm auf und der Nutzer kann eine E-Mail an die mit dem Text verknüpfte Adresse schreiben.
HTML kann auch durch andere Computersprachen wie Java und Javascript ergänzt werden und so zahlreiche Nutzungsmöglichkeiten, die früher Telnet oder IRC vorbehalten waren, im World Wide Web ermöglichen.
Diese vielfältigen Optionen haben, zusammen mit der einfachen Bedienbarkeit vom modernen Browsern, zur Popularität des WWW und damit zum Durchbruch des Internet beigetragen.

Mit dem WWW zeichnet sich aber auch eine Veränderung ab, die weitreichende Folgen für die Rezeption, Produktion und Publikation von Texten haben wird. Dies liegt ebenfalls in seiner Geschichte und Struktur begründet.
Das World Wide Web wurde 1989 am CERN in Genf entwickelt um "es als effiziente Form des Informationssharings innerhalb der Organisation zu verwenden" (Hughes, S. 200). Ziel war die Schaffung eines "Netzes mit Informationsknoten, und nicht mit hierarchischen Bäumen und geordneten Listen" (ebd.). Das Konzept des Hypertextes bot sich hier an. Dadurch wurde es möglich, "einzelne, in sich abgeschlossene Texte zu einem neuen Text (oder vielleicht wäre es besser von einer Textwelt zu sprechen) zu verknüpfen" (Winter, S. 38). Da die "Einfachheit und Effektivität von HTML" (Döring, S.318) das Erstellen von Dokumenten für das WWW (auch Webseiten genannt) sehr erleichtert, schwoll die Zahl der miteinander verknüpften Dokumente schnell stark an. Wenn man das von Winter benutzte Bild übernehmen will und es auf die vernetzten Seiten des WWW überträgt, läßt sich das WWW auch als ein einziger Text beziehungsweise eine einzige neue "Textwelt" denken. Bedenkt man nun die gigantische Summe der einzelnen Dokumente, die im WWW miteinander verknüpft sind, Schätzungen sprechen von 320 Millionen Seiten im Frühjahr 1998 (vgl. Glave), und die Tatsache, daß diese Textwelt durch Beiträge unzähliger Autoren ständig in Veränderung begriffen ist, wird klar, daß das World Wide Web neuartige Anforderungen an die Nutzer dieses Kommunikationsmittels stellt.
Bei der Rezeption von WWW- Dokumenten hat der Benutzer verschiedene Möglichkeiten. Er kann mit einem ihm schon bekannten Dokument beginnen und sich anhand der Hyperlinks mit der Rezeption von anderen Dokumenten fortfahren. Dieses Vorgehen ähnelt dem Suchen von Informationen in herkömmlicher Literatur, bei dem sich der Leser anhand von Literaturverweisen durch verschiedene Bücher und Zeitschriften arbeitet. Der Vorteil des Internet liegt darin, daß innerhalb von Sekunden auf das neue Dokument zugegriffen werden kann.
Diese Erleichterung in der Beschaffung von Informationen stellt aber auch neue Anforderungen an den Nutzer. Er muß stärker als bei herkömmlichen Medien "Selektions- und Prioritätskriterien entwickeln" (Döring, S. 323), wenn die Rezeption der WWW- Dokumente Erkenntisgewinn bringen und nicht zu einem ziellosen "Surfen" durch die Datenmengen werden soll.
Noch stärker wird die Selektionsfähigkeit gefordert, wenn der User im Netz nach noch unbekannten Dokumenten sucht. Auch das ist im World Wide Web anders als bei herkömmlichen Medien sehr leicht möglich.
Einstiegspunkte können Kataloge, Suchmaschinen oder Linklisten anderer Benutzer sein.
So gibt es im Netz kommerzielle, meist nur durch Werbung finanzierte, Kataloge, die versuchen alle interessanten Webseiten zu erfassen, in hierarchisch gegliederte Themenkomplexe einzuordnen und so den Zugriff auf das Web zu erleichtern.
Neben diesen redaktionell betreuten Diensten gibt es Suchmaschinen. Diese erstellen durch selbsttätig das Web absuchende Programme einen Index aller Worte, die in sämtlichen WWW- Dokumenten vorkommen. Der User kann dort, durch Eingabe von Stichworten, nach Webseiten suchen, welche für ihn möglicherweise interessante Informationen enthalten. Auch wenn diese Suchmaschinen, wie neuere Untersuchungen zeigen, nur einen Bruchteil der Seiten im Web erfassen (vgl. Glave), so wird der Nutzer meist mit einer Fülle von möglichen Stellen überhäuft, an denen er nach weiteren Informationen suchen kann.
Meist führt eine Beschränkung auf bereits bekannte Informationsquellen eher zum Erfolg. Ein Einstiegspunkt wären die bereits erwähnten Linklisten, in denen andere User oder Institutionen bereits die Adressen wichtiger Informationsquellen im Web zusammengetragen haben.
Die Bewertung der Qualität von gefundenen Informationen muß ebenfalls ein großer Stellenwert beigemessen werden. Da im World Wide Web alles publiziert werden kann, was der jeweilige Autor für richtig und wichtig hält, fehlt oft eine selektierende zweite Meinung. Anders als in den Printmedien sind Netzdokumente oft nicht durch Verlage oder Redaktionen einer Vorabrezension unterworfen. Dies, gepaart mit der Tatsache, daß es manchen Webautoren an Sachwissen mangelt, führt dazu, daß viele Webdokumente qualitativ nicht mit Druckerzeugnissen mithalten können. Es sollte aber auch stets bewußt bleiben, daß WWW- Dokumente den Leser meist nichts kosten. Außerdem muß auch bei Printmedien ein Auge darauf geworfen werden, wer Autor der Veröffentlichung ist, was aber immer noch keinen endgültigen Aufschluß über die Qualität des Textes gibt.
Daß es fast jedem, der Zugang zum Web hat, auch möglich ist dort zu publizieren, macht das eigentlich Neue am World Wide Web aus. So bieten fast alle Webseiten durch Nennung einer E-Mail- Adresse die Möglichkeit, dem Autor ein direktes Feedback auf seine Webseiten zu geben. Manche Seiten enthalten auch Foren oder Gästebücher, auf denen Leser direkt Beiträge zu den bestehenden Seiten schreiben können. Auch das Erstellen von eigenen Webdokumenten ist sehr einfach. Viele Textverarbeitungsprogramme ermöglichen es, am Computer verfaßte Dokumente auch in HTML- Format auszugeben. Um ein solches Dokument weltweit, rund um die Uhr zugänglich machen zu können, benötigt der Nutzer Speicherplatz auf einem WWW Server. Dieser wird meist vom eigenen Provider gestellt. Es gibt aber auch zahlreiche Firmen, welche sogenannten "Webspace", zum Teil kostenlos, zur Verfügung stellen. Durch die aktive Anmeldung bei wichtigen Webkatalogen, Suchmaschinen und Linklisten kann man außerdem dafür sorgen, daß  Seiten auch von interessierten Webnutzern gefunden werden.

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2.3.6.2 Nutzungsmöglichkeiten durch Kinder

Die Bedienung der zur WWW- Nutzung nötigen Browser ist relativ einfach. Per Hand muß nur die Adresse der ersten Startseite eingegeben werden. Verknüpfungen lassen sich per Mausklick verfolgen. Über eine Navigationsleiste werden die wichtigsten Funktionen, ebenfalls mausgesteuert, aktiviert. Probleme sind bei der Bedienung der Software kaum zu erwarten.
Skeptisch könnten einen eher die Datenfluten stimmen, welche im WWW potentiell abrufbar sind. Wie wir im vorherigen Abschnitt gesehen haben, werden Erwachsene aber genauso neue Strategien zur Informationsselektion erlernen müssen. Ob sich diese Informationsvielfalt eher hemmend oder motivierend auf Kinder auswirkt, wird davon abhängen, inwieweit diese Fähigkeiten entwickelt werden können. Es wird außerdem darauf ankommen, ob für Kinder interessante Angebote vorhanden sind. Auch Kataloge, die Seiten für Kinder übersichtlich erfassen und einen kindgerechten Zugang zum WWW ermöglichen, wären hier hilfreich.
Material für die Kataloge könnte beispielsweise von den Kindern selbst kommen. Kinder, die in der Lage sind ein Textverarbeitungsprogramm zu bedienen, können auch HTML- Dokumente erstellen. Auch das "Hochladen" einer Seite ins Netz ist einfach zu bewerkstelligen, wenn man sich an die Anleitungen seines Webspace- Providers hält.
Erstes Werk von Kindern könnte beispielsweise die eigene Homepage sein. Dort könnten sie sich selbst darstellen, über ihre Hobbys und Interessen informieren und, beispielsweise durch Angabe der eigenen E-Mail- Adresse, in Verbindung mit Gleichgesinnten treten. Diese Kontaktaufnahme könnte auch in themenbezogenen Foren an anderer Stelle im WWW erfolgen.
Das World Wide Web ermöglicht aber nicht nur kindgerechte Betätigungen im Netz. Auch nicht für Kinder geeignete Angebote, welche die Bundesprüfstelle für jugendgefährdende Schriften als "desorientierend" bezeichnen würde und bezeichnet, sind durch das Web zugänglich. Anders als bei Newsgroups wird es hier aber kaum vorkommen, daß Kinder zufällig auf jugendgefährdende Inhalte stoßen. Klar ist jedoch, daß jedermann früher oder später an Pornographie kommt, wenn er beispielsweise den Suchbegriff "Porno" in eine Suchmaschine eingibt.
Um Kinder an solchen Zugriffen zu hindern sind, vor allem in den USA, spezielle Softwareprogramme entwickelt worden. Diese arbeiten mit einer schwarzen Liste von jugendgefährdenden WWW- Seiten und verhindern den Zugriff auf diese. Zum anderen werden nicht indizierte Seiten vor der Darstellung am Bildschirm auf Schlüsselwörter hin untersucht, die auf pornographischen oder extremistischen Inhalt hinweisen. Doch auch diese Programme sind nur ein "Hindernis, aber keine echte Sperre" (Schmidt, S. 332).
Auch hier möchte ich nicht in die Debatte über den Sinn und Unsinn pädagogischer Zensur einsteigen. Klar ist, daß Kinder das WWW nutzen könnten, um "unanständige" Seiten zu suchen. Klar ist aber auch: "Wer ohne Hintergedanken durchs Web surft, kann sich jahrelang beschäftigen, ohne auch nur einen nackten Busen zu Gesicht zu bekommen." (ebd.)

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2.4 Unterschiede zu anderen Medien

Das Internet ist schwer einzuordnen. Die bisherigen "Theorien und Modelle auf die neuen Medien anzuwenden" erweist sich als schwierig (Dobal, S. 106). Besonders die Frage Massenmedium oder nicht, und ob die Kommunikation im Internet privat oder öffentlich, gegenseitig oder einseitig sei, bereitet Kopfzerbrechen. Auch eine Aufteilung der Betrachtungsperspektiven auf die verschiedenen Dienste des Internet schafft hier wenig Abhilfe. So kann Kommunikation per E-Mail eben nicht nur "privat" und "einseitig"  (Fasching, S. 55) sein. Massenhaft an beliebige Adressen verschickte Werbemails haben wohl eher öffentlichen Charakter und sind zudem eine einseitige Form der Kommunikation, da die Absenderadresse in den seltensten Fällen auf eine reale E-Mail- Adresse hinweist. Die Homepage im WWW kann ebenso von der "öffentlich, einseitigen" (ebd.) Kommunikation zum Forum für zweiseitig, private Kommunikation werden, wenn sich auf ihr ein passwortgeschütztes Pinboard befindet.
Im Internet versagen diese Kategorien.
Auch die Frage, ob das World Wide Web ein Massenmedium ist oder nicht, ist nicht befriedigend zu beantworten. Sie ist letztlich auch unergiebig. Die technische Gleichsetzung durch den HTML- Standard und die gleichmäßige Erreichbarkeit aller Dokumente im WWW durch HTTP und URL machen jede einzelne Webseite potentiell zu einem Informationsträger, der dieselbe Reichweite haben kann wie die Titelseite einer Tageszeitung oder eine Fernsehausstrahlung zur Hauptsendezeit. Trotzdem werden Seiten mit hohen Besucherzahlen immer eine andere  Wirkung haben, eine die eher den Wirkungen der Massenmedien zu vergleichen ist, als eine Homepage die nur von den Freunden des Erstellers besucht wird, hier läge der Vergleich mit der privaten Kommunikation durch Briefe näher.
Deutlich ist aber, daß das Internet sehr viel stärker zur Aktivität auffordert als die alten Massenmedien. Jeder Empfänger von Informationen im Internet kann auch zum Sender werden. Wer zur Diskussion um ein bestimmtes Thema beitragen will, kann Artikel an einschlägige Newsgroups oder Foren im WWW schreiben oder eine Webseite erstellen. Gerade für Kinder dürfte diese Möglichkeit, anders als bei Fernsehen und Printmedien, selbst gestaltend tätig werden zu können, besonderen Zuspruch finden.
Multimediaprogramme auf lokalen Speichermedien sind ebenfalls von Angeboten im Internet zu unterscheiden. Zwar gibt es auch WWW- Seiten, die lediglich aus nur untereinander verknüpften Dateien bestehen. Aber dadurch, daß sie im World Wide Web stehen, ist eine Verknüpfung von außerhalb mit ihnen möglich. Somit werden neue Formen der Auseinandersetzung mit den Inhalten eröffnet, mit denen der Benutzer vorher alleingelassen war. Auch verzichten nur die wenigsten Webangebote auf eine Verbindung per Hyperlink zu anderen Inhalten im WWW.
Das Internet erweitert herkömmliche Kommunikationsformen. Es ermöglicht den Austausch von Informationen ohne die Einschränkungen  "sozialer und geographischer Barrieren" (Döring, S. 324). Anders als bei den alten Massenmedien ist ein Aufbrechen des starren Sender- Empfänger Schemas möglich.
Ob diese Potentiale bereits genutzt werden und ob auch für Kinder Angebote bestehen, welche für den nötigen finanziellen und zeitlichen Aufwand, den der Internetzugang mit sich bringt, entschädigen, soll im nachfolgenden Kapitel untersucht werden.

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3. Aktuelle Angebote für und von Kindern

Im vorangegangen Kapitel wurden verschiedene Dienste des Internet dargestellt. Es wurden auch die zahlreichen Anwendungsmöglichkeiten skizziert, die sich Kindern bieten. Ob diese Optionen auch genutzt werden, soll nun untersucht werden.
Hierbei wird das Hauptaugenmerk auf Angeboten des World Wide Web liegen. Zum einen sind hier die Initiativen für Kinder zahlreicher, was an der einfachen Zugänglichkeit dieses Dienstes liegt. Zum anderen sind WWW Angebote wesentlich leichter analysierbar, da die Seiten meist statisch vorliegen und man die Kommunikation im Angebot jederzeit erfassen kann.

Zunächst einmal ist es nötig gewisse Grundforderungen zu entwerfen, die an Internetangebote für Kinder gestellt werden können. Vorlagen für einen solchen Forderungskatalog könnten beispielsweise Kriterien für lokale Multimediaanwendungen sein, da Multimediaangebote für Kinder bereits längere Zeit in der Medienpädagogik diskutiert wurden.
Zu nennen wäre hier beispielsweise die Arbeit von Horst Heidtmann: "Kinder- und Jugendliteratur multimedial und interaktiv", in der er bereits 1996 einen solchen entworfen hat. Diese Anforderungen an Multimedia müssen selbstverständlich an die Möglichkeiten des Internet angepaßt werden. Hilfreich sind beispielsweise Gestaltungskriterien, an denen professionelle Webdesigner ihre Werke messen.
Kinder beteiligen sich aber auch aktiv an der Gestaltung des Internet. Wieweit dieser Prozeß schon fortgeschritten ist, soll dort untersucht werden, wo Kindern die Mitarbeit an von Erwachsenen gemachten Internetprojekten ermöglicht wird. Vielleicht finden sich aber auch schon völlig eigenständige Beiträge von Grundschulkindern im Internet.

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3.1 Internetangebote für Kinder

Erwachsene entwerfen aus den verschiedensten Gründen Angebote für Kinder, manche mit kommerziellen Hintergedanken (vor allem die USA sind hier Vorreiter), andere mit (beruflichen oder privaten) pädagogischen Absichten. Sollen diese Angebote bewertet werden, muß man sich immer vor Augen halten, daß fast alle von ihnen kostenlos sind. Der Zugang zum Internet ist  aber mit Zeit- und Kostenaufwand verbunden. Deshalb müssen auch sie sich die Frage gefallen lassen ob sie die Möglichkeiten, welche das Internet bietet, nutzen und ob sie pädagogisch sinnvoll sind.

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3.1.1 Mögliche Kriterien für die Beurteilung

Horst Heidtmann gliedert die "Kriterien zur Beurteilung von Multimediaprodukten" (Heidtmann, S. 44- 48) unter folgende Punkte:
"Verpackung/ Cover/ Hülle" (Heidtmann, S. 44)
"Gattung/ Kategorie" (Heidtmann, S. 45)
"Zielgruppe" (ebd.)
"Stoffgrundlage" (ebd.)
"Inhalt" (ebd.)
"Inhaltsgestaltung" (Heidtmann, S. 46)
"Didaktisches Konzept" (ebd.)
"Kommunikationsdesign" (Heidtmann S. 47)
"Multimediale Aspekte" (ebd.)
"Technische Aspekte" (ebd.)
"Gesamtbewertung" (Heidtmann, S. 48).
Mit gewissen Einschränkungen eignen sich diese Kategorien auch für die Bewertung von Angeboten im WWW, sogenannten Websites. Teilweise muß aber das Betrachtungsfeld auf im Web übliche Gestaltungselemente verlagert werden. Da WWW- Angebote in der Regel kostenlos abgerufen werden können, sind sie oft durch Werbung finanziert. Auch der Einfluß solcher Werbung auf das Angebot muß untersucht werden.
Überträgt man den Katalog von Heidtmann auf das WWW, könnte man eine Beurteilung anhand der nachfolgenden Kriterien vornehmen:

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3.1.1.1 Eingangsseite

Ähnlich wie multimediale CD-ROMs als erstes nach ihrer Hülle bzw. Verpackung beurteilt werden, gibt es auch im WWW ein solches Kriterium. Zwar muß ein WWW- Angebot nicht wie ein Software- Programm gekauft werden, aber auch hier entscheidet oft der erste Eindruck über die weitere Nutzung. Besonders wenn Seiten über Suchmaschinen gesucht werden, wird der User zwangsläufig mit vielen irrelevanten Angeboten konfrontiert, die zufällig das gesuchte Stichwort enthalten. Da im Internet, aufgrund der Gebühren, Zeit im wahrsten Sinne des Wortes Geld ist, wird ein Benutzer bei einer nicht ansprechenden Startseite meist wieder kehrt machen und das Angebot nicht weiter unter die Lupe nehmen. Auch eine "suchmaschinengerechte" Gestaltung der Eingangsseite erleichtert den Zugang zu einer Website. Fragen, die an die Eingansseite gestellt werden könnten, wären:
Hat die Eingangsseite einen Informationswert?
Findet sich eine Inhaltsangabe?
Wird die Zielgruppe des Angebots genannt?
Wird darauf hingeweisen, daß zur Darstellung der Seiten eventuell besondere Plug- Ins oder  Browserversionen nötig sind?
Ist die Seite "suchmaschinengerecht" gestaltet? Finden sich den Inhalt beschreibende Schlüsselbegriffe weit oben im Text oder in der Titelleiste? Sind relevante Schlagwörter durch sogenannte Meta- Tags in den HTML- Code eingebettet? (vgl. Freiburg)
Steht eine Kurzzusammenfassung am Beginn der Seite? Weist der Text der Titelleiste auf die Thematik der Website hin? (dies sind meist die einzigen Angaben, die eine Suchmaschine nach Suchanfragen ausgibt)
Ermöglicht die Startseite einen individuellen Zugriff auf Teile der Website?

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3.1.1.2 Kategorie

Ähnlich Multimediaprogrammen lassen sich auch bei Internetseiten bestimmte Grundtypen erkennen. Diese kann man in folgende Untergruppen einteilen.
 

Suchhilfen

Hierzu gehören Suchmaschinen, Kataloge, Linklisten oder Hotlinks.
Während "echte" Suchmaschinen das World Wide Web nach bestimmten Schlagwörtern absuchen können, werden Kataloge und Linklisten von Redakteuren oder engagierten Einzelpersonen zusammengestellt. Gemeinsam ist diesen Formen von WWW- Seiten, daß sie versuchen das Web für andere zu erschließen und ihnen einen schnelleren Zugriff auf dessen Angebote zu ermöglichen.
 

Foren

Foren erlauben die Kommunikation zwischen Nutzern der Website. Meist geschieht dies durch sogenannte Pinboards. Dort wird den Benutzern die Möglichkeit gegeben, Nachrichten zu schreiben und Mitteilungen von anderen Usern zu lesen.
 

Chats

Chats können nicht nur im IRC, sondern auch im WWW stattfinden. Hierzu werden HTML erweiternde Sprachen wie beispielsweise Java genutzt. Dies ermöglicht "Gespräche" per Tastatur.
 

Communities

Communities (englisch: Gemeinden, Gemeinschaften) geben den Nutzern die Möglichkeit das Angebot mitzugestalten. Dies kann durch Bereitstellen von Speicherplatz für eine Homepage oder menügeführte Gestaltungsmöglichkeiten von Teilen der Website geschehen. Meist werden die einzelnen Bereiche einer solchen Community nach Themen unterteilt.
 

Datenbanken

Datenbanken sammeln Dokumente oder Daten und machen diese über Menüs und Suchfunktionen zugänglich.
 

Hypertext- Lernumgebungen

Hypertext gibt dem Nutzer die Möglichkeit individuelle Lernwege zu gehen. Hypertext- Lernumgebungen im Web machen von dieser Möglichkeit mehr oder weniger geschickt Gebrauch.
 

Themenbezogene Informationen

Diese enthalten Dokumente zu speziellen Themen. Eine Interaktion ist meist nicht möglich.
 

Mischformen

Fast alle Angebote im World Wide Web enthalten verschiedene Elemente dieser Grundtypen. So enthalten die meisten Seiten meist auch eine umfangreiche Sammlung von Hotlinks. Jedoch dominieren fast immer eine oder zwei Grundtypen dieser Kategorien eine Website, sei es aufgrund Masse oder sei es weil sie besonders gut gelungen sind.

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3.1.1.3 Zielgruppe

An welche Zielgruppe richtet sich die Website?
Wird Rücksicht auf die kognitive Fähigkeiten der Zielgruppe genommen?
Werden Vorerfahrungen mit dem Internet vorausgesetzt? Werden Navigationselemente und Fachbegriffe erklärt, auch wenn sie "erfahrenen" Internetnutzern bekannt sein sollten?
Ist der Sprachgebrauch altersgemäß?

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3.1.1.4 Stoffgrundlage

Bezieht sich die Website auf andere Medien? Wird daraus Material übernommen?
Sind zur Nutzung des Angebots oder zum Verständnis der behandelten Inhalte andere Medien nötig?
Ist das Angebot speziell fürs Internet entwickelt worden oder wurden andere Medien (Zeitschriften, lokale Multimediaprogramme) einfach ins Internet übertragen?
Bezieht sich die Website auf kommerzielle Produkte?

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3.1.1.5 Inhalt

Entspricht der Inhalt Wünschen und Bedürfnissen von Kindern?
Bietet der Inhalt positive Identifikationsfiguren für Mädchen und Jungen?
Knüpft der Inhalt an die Erfahrungswelt von Kindern an?
Ist der Inhalt nach dem neuesten Forschungsstand sachlich richtig?
Werden Fragen möglichst vielschichtig beantwortet?
Bedient das Angebot Vorurteile wie beispielsweise Rollenklischees?
Werden fertige Lösungen präsentiert oder wird zu Kreativität und Diskussion angeregt?
Lohnt sich ein mehrmaliger Besuch der Seite? Werden regelmäßig neue Beiträge auf der Seite veröffentlicht oder verändert sich diese durch Beiträge der Nutzer?
Geht es im Inhalt um die Bewerbung von Produkten?

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3.1.1.6 Inhaltsgestaltung

Entspricht die inhaltliche Gestaltung den Bedürfnissen der anvisierten Zielgruppe?
Führen Identifikationsfiguren durch das Angebot und erleichtern Grundschulkindern so Navigation und Rezeption?
Werden Geräuscheffekte eingesetzt?
Haben die Seiten Unterhaltungswert und erleichtern sie so die Rezeption?
Ist die Website in überschaubare Teile gegliedert, um Kinder nicht zu überfordern?
Sind die Gestaltungelemente inhaltsgerecht differenziert oder werden Standardschablonen eingesetzt?

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3.1.1.7 Didaktisches Konzept

Ist ein didaktisches Konzept hinter der Website erkennbar?
Wird eine individuelle Navigation durch die einzelnen Teile ermöglicht?
Werden differenzierte Angebote entsprechend den Vorkenntnissen oder der unterschiedlichen kognitiven Leistungsfähigkeit verschiedener Kinder gemacht?
Ist die Struktur des Materials sinnvoll?
Motiviert das Angebot zum entdeckenden Lernen und bietet es auch die Möglichkeit in anderen WWW- Seiten weiter zu arbeiten?
Fördert die Website die Kommunikation und Kooperation zwischen Kindern?
Ist die Interaktion mit anderen Nutzern möglich?
Können die Seiten mitgestaltet werden?
Ist die Nutzung des und die Navigation innerhalb des Angebots selbsterklärend oder muß oft auf Hilfstexte zurückgegriffen werden?
Fördert die Website die Medienkompetenz der Kinder?

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3.1.1.8 Kommunikationsdesign

Werden im HTML- Code Vorgaben zur Schrift gemacht? Dienen diese Veränderungen der Lesbarkeit der Schrift oder der Markierung von Textteilen mit unterschiedlicher Funktion?
Ist die Schrift gut lesbar? Hebt sie sich vom Hintergrund ab? Gilt dies für alle möglichen Auflösungen und Farbpaletten?
Sind Hilfetexte und Anweisungen verständlich und altersgerecht?
Erschließen sich die Funktionen von graphische Navigationselemente auf den ersten Blick?
Ist die Größe der Texte pro Seite der angesprochenen Altersstufe angemessen?
Ist die Navigationsstruktur übersichtlich und angemessen? Ist eine Navigation in den Dokumenten durch Elemente auf den Seiten möglich oder müssen die Navigationselemente des Browsers verwendet werden?
Werden Frames sinnvoll eingesetzt? Erleichtern sie die Orientierung? Erschweren sie eventuell die Lesbarkeit anderer Frames bei niedrigen Bildschirmauflösungen?
Werden Hyperlinks inflationär, gar nicht oder sinnvoll eingesetzt?
Findet sich ein Index der gesamten Website?
Ermöglicht die Site durch Suchfunktionen einen gezielten Zugriff auf einzelne Dokumente?

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3.1.1.9 Multimediale Aspekte

Werden Text-, Grafik-, Audio- und Videoelemente sinnvoll und den kognitiven Fähigkeiten der Altersgruppe entsprechend eingesetzt?
Wird das Herunterladen, Drucken oder sonstiges Weiterverarbeiten von Dokumenten erleichtert? Sind Dokumente in einem ihrem Inhalt angemessenen Format abgelegt? Liegen umfangreiche Dateien in einem gepackten Format vor?

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3.1.1.10 Technische Aspekte

Ist die Website kompatibel zu allen gängigen Browsern oder ist deren Darstellung nur mit neuesten Versionen oder den Programmen einer bestimmten Firma möglich? Gibt es eine einfachere Version der Seite für nicht kompatible Browser?
Werden zusätzliche Programme oder Plug- Ins benötigt? Sind dies weitverbreitete Standardprogramme oder "Exoten"? Ist der Einsatz dieser Software sinnvoll oder dient er nur der Effekthascherei? Wird der Bezug der zur Darstellung nötigen Software von der Website aus möglich gemacht? Sind die genannten Programme für alle gängigen Betriebssysteme erhältlich? Ist die Seite ohne diese Programme zumindest teilweise nutzbar?
Ist die Website für Nutzer zugänglich, deren Browser nicht über Funktionen wie Java, Javascript, Cookies, Darstellung von Grafiken, etc. verfügen oder die diese deaktiviert haben? Werden die genannten Sprachen und Funktionen sinnvoll oder bloß zum Erzielen von nebensächlichen Effekten eingesetzt?
Sind Hyperlinks in Grafiken und Texten als solche erkennbar? Werden Grafiken die üblicherweise für Hyperlinks verwendet werden nicht als solche gebraucht oder verwirren die Autoren Nutzer durch unnötige Markierung nicht verknüpfter Textteile (Unterstreichen, farbiges Hervorheben)?
Müssen zur Nutzung Texte oder Befehle eingegeben werden, die für Kinder schwer nachvollziehbar sind?
Sind Grafiken und Bilder in allen möglichen Farbpaletten und Auflösungen erkennbar? Sind sie auch auf kleinen Bildschirmen komplett darstellbar?
Sind die verwendeten Dateien klein genug, um schnell übertragen werden zu können? Werden Texte unnötigerweise als Grafiken dargestellt, was zu größerem Datenumfang und längeren Übertragungszeiten führt?
Befinden sich die Seiten auf einem stabilen Server? Stellen sich zu bestimmten Zeiten überlange Übertragungszeiten ein?
Kommt es zu Fehlermeldungen bei der Darstellung der Seite? Verursachen Fehler im Code der Seite Darstellungsprobleme?

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3.1.1.11 Gesamtbewertung

Ist das Angebot als Website sinnvoll?
Werden die Potentiale des Internet vom Angebot genutzt? Bietet sein Standort im WWW Vorteile, welche über den der weltweiten Zugänglichkeit hinausgehen, oder wäre eine Veröffentlichung als Print- oder lokales Multimedium sinnvoller?

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3.1.1.12 Fazit

Die Beurteilung von WWW und Multimedieangeboten ist durchaus ähnlich. Man muß allerdings Abstriche bei der "Multimedialität" von Websites machen, da diese eine höhere Datenmenge mit sich bringt und somit die Übertragungszeiten der Seiten erhöht. Außerdem sind zur Video- und Audiodarstellung im WWW meist besondere Programme nötig, die nicht jeder Nutzer installiert hat.
Zusätzlich muß darauf Wert gelegt werden, das Webseiten immer auch ihre Eigenschaft als Teil eines großen Netzes nutzen sollten. Durch die Verwendung von Hyperlinks oder den Einbau von Interaktionsmöglichkeiten, die einen selbstbestimmten Zugang der Kinder zu anderen Angeboten oder die Kommunikation zwischen den Nutzern ermöglichen, könnte dies umgesetzt werden.
Der skizzierte Kriterienkatalog eignet sich natürlich auch für die Bewertung von durch Kinder erstellten Webseiten. Gerade wenn dies im Unterricht geschehen sollte, lassen sich hier Anhaltspunkte finden wie eine in der Schule gestaltete Homepage für das Web optimiert werden kann.

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3.1.2 Suchhilfen

In den USA scheinen auch schon Kinder für kommerzielle Internetanbieter eine interessante Zielgruppe zu sein. So gibt es mit Yahooligans einen Ableger des bekannten WWW- Katalogs Yahoo!. Yahooligans richtet sich ausschließlich an Kinder und Jugendliche. Solche Kataloge erfordern einen hohen technischen und redaktionellen Aufwand. Deshalb verwundert es nicht, daß, anders als beim "erwachsenen" Yahoo!, eine deutsche Ausgabe noch fehlt. Wünschenswert wäre ein solches Angebot. Denn gerade für Kinder ist es schwierig mit konventionellen Suchmaschinen oder Katalogen nach Informationen oder interessanten Seiten zu suchen. Zu viele rein für Erwachsene geschriebene Seiten, die schwer verständlich sind, müßten durchsucht werden, um an etwas für die eigene Altersstufe angemessenes heranzukommen. Aber auch im deutschsprachigen Raum gibt es bereits eine Einstiegshilfe ins Netz. Diese sollen nun vorgestellt und mit Hilfe der oben genannten Kriterien bewertet werden.

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3.1.2.1 Blinde Kuh http://www.blinde-kuh.de/

"Die Blinde Kuh ist ein nicht-kommerzielles Gemeinschaftsprojekt von Birgit Bachmann und Stefan R. Müller aus Hamburg. Diese Suchmaschine ist nur eine Nebenbeschäftigung, wir beide sind vollzeit berufstätig." (Bachmann a). Diese Erläuterung der Autoren des Angebots überrascht. Wird hier doch der Versuch unternommen, alle Seiten zu erfassen "die für Kinder interessant" (Bachmann b) sind. Ein ziemlich arbeitsaufwendiges Unterfangen. Vor allem dann, wenn man beachtet, daß es sich bei der Blinden Kuh nicht um eine "echte" Suchmaschine, sondern um einen von Birgit Bachmann persönlich betreuten Katalog handelt. Dieser ist jedoch nicht hierarchisch gegliedert, die erfaßten Seiten sind vielmehr über eine Suchfunktion erreichbar.
 

Eingangsseite

Auf der Eingangsseite ist direkt die Suchfunktion zu finden. Eine Hilfefunktion sowie ein durch Obergruppen unterteiltes Verzeichnis der erfaßten Seiten sind von der Startseite aus erreichbar. Ein aktueller Surftip sorgt für regelmäßiger Abwechslung. Leider ist aus der Titelleiste oder aus dem Text heraus die Funktion der Blinden Kuh nicht erkenntlich. Für Suchmaschinen- Roboter sind aber Schlüsselwörter wie  "Suchen, Finden, Kinder" angegeben
 

Zielgruppe

Die Blinde Kuh richtet sich an Kinder ohne Festlegung auf eine spezielle Altersstufe. Natürlich können auch Erwachsene, welche nach Seiten für Kinder suchen, diesen Service nutzen. Auf der Hilfeseite wird anhand anschaulicher Beispiele erklärt wie die Suche mit Schlagwörtern funktioniert. Die Sprache ist auch für Kinder im Grundschulalter verständlich.
 

Stoffgrundlage

Die Idee hinter der Blinden Kuh, alle interessanten Seiten für Kinder schnell und unkompliziert erreichbar zu machen, kann wohl bloß im WWW verwirklicht werden. Es handelt sich somit um ein rein webbasiertes Angebot.
 

Inhalt

Da die Blinde Kuh lediglich die Adressen von anderen Seiten sammelt und diese kurz beschreibt, gibt es kaum eigenen Inhalt. Auch sind die erfaßten Seiten zu umfangreich, um alle zu überblicken. Stichproben zeigen aber, daß offensichtlich nur Seiten verknüpft sind, die auch für Kinder einen gewissen Nutzwert haben oder die sich explizit an Kinder richten. Da die Links ständig gepflegt werden und das Spektrum der erfaßten Seiten sehr weit ist, lohnt sich ein regelmäßiger Besuch der Seite. Seiten mit Werbung werden nicht generell aus der Suchmaschine ausgeschlossen, sie müssen aber darüber hinausgehende Inhalte haben.
 

Inhaltsgestaltung

Der "Inhalt" der Blinden Kuh dürfte informationshungrige Kinder voll befriedigen. Hier findet sich zu fast jedem Thema eine Seite.
Identifikationsfiguren, unterhaltende Elemente, Audioelemente oder sonstiges Beiwerk fehlen.
Der Zugang zu den Angeboten ist denkbar einfach. Es muß lediglich das gesuchte Schlagwort eingegeben werden und die Suche beginnt per Mausklick. Die Verfeinerung der Suche erfolgt über ein leicht zu bedienendes Menü.
 

Didaktisches Konzept

Die Blinde Kuh ermöglicht einen selbstbestimmten Zugriff der Kinder auf die verknüpften Angebote. Das Material wird dadurch eingeschränkt, daß nur für Erwachsene nutzbare Seiten ausgeklammert werden. Ansonsten wird keine Hierarchisierung oder eine Selektierung der Inhalte vorgenommen. Es bleibt den Kindern überlassen sich "ihre" Seiten auszusuchen. Diese Vorgehensweise ist durchaus sinnvoll. Die Zahl der Treffer zu einem Stichwort bleibt überschaubar, und thematisch daneben liegen die Suchergebnisse offensichtlich auch nicht. Kindern wird so der Zugang zu den Datenmengen des Web bedeutend erleichtert, ohne sie übermäßig zu gängeln.
Eine direkte Interaktion mit anderen Kindern ist zwar nicht möglich, man kann aber die Inhalte der Blinden Kuh mitgestalten, indem man Seiten, die man gefunden hat, bei ihr anmeldet. Hierzu ist ein einfach zu bedienendes Formular vorhanden.
Die Blinde Kuh fördert die Medienkompetenz der Kinder, da sie hier die Form der Datenrecherche mit Suchmaschinen im WWW auf sehr einfachem Niveau kennenlernen. Wer anhand der Hilfetexte einmal den Umgang mit der Blinden Kuh verstanden hat, wird auch Suchmaschinen "für Erwachsene" effizienter nutzen können.
 

Kommunikationsdesign

Das Layout der Seite ist recht einfach gehalten. Auf aufwendige Hintergründe, Frames, umfangreiche Grafiken wird verzichtet. Dadurch ergeben sich keine Darstellungsprobleme mit verschiedenen Auflösungen, Farbpaletten oder verschiedenen Browserversionen. Die Texte sind altersgemäß knapp. Ein Index und eine Suchfunktion sind vorhanden.
 

Multimediale-, Technische Aspekte

Auf aufwendige multimediale Erweiterungen wird zugunsten des schnellen Zugriffs auf die erfaßten Angebote verzichtet. Es werden keinerlei Plug-Ins benötigt. Das Angebot ist für Browser ab der Netscape 2.0 Generation darstellbar. Somit wird fast allen WWW- Nutzern ein unbeschränkter Zugang zur Website ermöglicht.
 

Gesamtbewertung

Die Blinde Kuh stellt ein exzellentes Beispiel dar, welchen Mehrwert Angebote für Kinder im WWW gegenüber herkömmlichen Medien haben. Wo sonst ist es möglich, in Sekunden alle für ein Stichwort relevante Dokumente zur Verfügung zu haben. Die Kinder können dann das Angebot auswählen, welches ihnen am interessantesten erscheint und müssen nicht nur mit dem vorlieb nehmen, was Eltern oder Lehrer für sie an Medien angeschafft haben.
Natürlich sind die Seiten, welche in der Blinden Kuh erfaßt sind, noch nicht besonders umfangreich. Dies liegt einmal daran, daß die Betreuung eines solchen Angebots enorm zeitaufwendig ist und Birgit Bachmann diese Aufgabe ehrenamtlich erledigt. Zum anderen fehlt es einfach noch an Material, sprich an Seiten speziell für Kinder.
Vorbild sollte dieses Projekt aber allemal sein.

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3.1.3 Foren

Der Informationsaustausch mit Gleichgesinnten, die nicht am selben Ort leben, stellt einen der bedeutendsten Vorteile dar, die das Internet bietet. Ob auch schon Kindern die Möglichkeit gegeben wird, in speziell für sie geschaffenen Foren nach Interessenspartnern zu forschen, soll hier dargestellt werden.
 
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3.1.3.1 Mailwürmchen http://www.expo2000.de/deutsch/kinderexpo/mailwuermchen.html

Die Mailwürmchen sind Teil der Kinderexpo (http://www.expo2000.de/deutsch/kinderexpo/index.html)
. Auf diesen Webseiten werden auch die kleinen Besucher auf die EXPO 2000 in Hannover vorbereitet. Die Kinder können bei den Mailwürmchen wählen, ob sie selbst eine Anzeige für eine E- Mail- Partnerschaft aufgeben oder anderen schreiben wollen. Vorher muß die Altersstufe ausgewählt werden. So gibt es Anzeigen von sechs- bis neun, zehn bis zwölf und dreizehn- bis fünfzehnjährigen Kindern. Dort sucht beispielsweise die neunjährige Ulrike jemand, mit dem sie über ihr "Lieblingshobby Pferde schnacken kann", oder die achtjährige Kim hat Angst, daß ihr "Briefkasten verhungert".
Die Aufgabe von neuen Anzeigen erfolgt über ein Formular, in das nur Name, E-Mail Adresse und der Text eingesetzt werden müssen. Auf Anzeigen antworten kann man durch einen Mausklick auf die Adresse des Verfassers. Dadurch wird die E-Mail Funktion des  Browsers aktiviert und man kann anfangen zu schreiben.
Aufgrund der Einfachheit dieses Forums, ist eine ausführliche Bewertung hier wohl fehl am Platze. Die Mailwürmchen stellen einen einfachen Ableger der auch in herkömmlichen Kinderzeitschriften vorkommenden Brieffreundschaftsbörsen dar. Mailwürmchen vereinfacht die Möglichkeit Brieffreunde zu finden, indem direkt losgeschrieben werden kann. Prinzipiell neu ist diese Form der Kommunikation aber nicht.

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3.1.3.2 Kinderpost http://minerva.sozialwiss.uni-hamburg.de/kinderpost/index.html

Auch hier kann man nach Brieffreunden suchen. Die Kinderpost kann aber noch mehr. So gibt es eine Mailingliste und die Möglichkeit seine Meinung zu einem bestimmten Thema zu äußern. Die Kinderpost wird betreut von Birgit Bachmann, die auch schon die Blinde Kuh ins Leben gerufen hat.
 

Eingangsseite

Auf der Eingangsseite wird erklärt, was Kinder hier alles machen können. Auch der Titel Kinderpost ist einigermaßen selbstredend. Die verschiedenen Bereiche der Kinderpost sind von der Eingangsseite aus erreichbar. Sie richtet sich an Kinder aus aller Welt. Gewisse Grundkenntnisse werden aber vorausgesetzt. So erreicht man die einzelnen Rubriken durch Verknüpfungen von Teilen des Textes. Ein Extrafeld mit einem Hinweis, daß dort der Zugang ist, wäre angebrachter. Besonders unerfahrene Webnutzer müssen sonst erst mit dem Mauszeiger kontrollieren, ob sich der Zugang zu den weiteren Seiten "unter" dem farbigen Text befindet. Der Sprachgebrauch ist aber durchaus altersgemäß.
 

Stoffgrundlage, Inhalt, Inhaltsgestaltung

Die Kinderpost nimmt keinen direkten Bezug zu herkömmlichen Medien. Die Inhalte bestimmen die Kinder selbst durch ihre Beiträge. Vor allem E-Mail- Freundschaften werden gesucht. Fast jeden Tag kommt eine neue Anzeige hinzu. Dies deutet auf ein hohes Kommunikationsbedürfnis hin. Unter der Rubrik "Eure Meinung" schreiben Kinder, was sie von Kinderarbeit, dem Internet, Tierversuchen oder anderen Themen halten. Auch hier haben sie freien Spielraum. Birgit Bachmann kommentiert diese Beiträge lediglich mit Adressentips zu weiteren Informationsangeboten.
Eine Mailinglist ermöglicht den Austausch elektronischer Post zwischen den Nutzern. Da Erwachsene keinen Zugang zur Mailinglist haben, kann im Rahmen dieser Arbeit leider nicht untersucht werden, wie gut diese Form der Kommunikation zwischen Kindern funktioniert.
 

Didaktisches Konzept

Die Seite soll zum E-Mail Austauch zwischen Kindern anregen. Die Betreiberin der Seite meldet sich lediglich mit Anregungen zu Wort. So gibt Birgit Bachmann Tips, wo weitere Informationen zu bestimmten Themen zu finden sind. Durch die Möglichkeit auf jede Nachricht zu antworten, wird die Kommunikation und Kooperation zwischen Kindern angeregt. Fast alle Inhalte kommen von Kindern. Ihre Medienkompetenz wird durch die praktische Erfahrung im Austausch elektronischer Post gefördert.
 

Kommunikationsdesign, Multimediale-, Technische Aspekte

Die Seiten sind relativ einfach gehalten und verursachen dadurch keine Darstellungsprobleme. Zwar ist das Erscheinungsbild etwas spartanisch, da der Hauptteil der Kommunikation aber über E-Mails erfolgt, ist das Design der Seite in diesem Fall angemessen. Die Anweisungen sind verständlich. Lediglich die Startseite könnte deutlicher auf den Zugang zu den einzelnen Bereichen hinweisen.
 

Gesamtbewertung

Anders als die Mailwürmchen erlaubt die Kinderpost Optionen, die über das Suchen von Brieffreunden hinausgehen. So wird "Leserbriefen" von Kindern in herkömmlichen Zeitschriften wohl kaum soviel Raum eingeräumt wie in der Rubrik "Eure Meinung" in der Kinderpost. Und eine Diskussion mit vielen Kinder weltweit über eine Mailinglist ist bei traditionellen Medien vollends undenkbar. So werden die Möglichkeiten die das Internet bezüglich des Austausches zwischen seinen Nutzern bietet hier optimal genutzt.

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3.1.4 Chats

In Chats könnten Kinder erleben, daß die Schrift auch in der gleichzeitigen Kommunikation mit anderen genutzt werden kann. Ob ihnen dafür eine geeignete Plattform geboten wird, soll anhand des Schulweb- Chats untersucht werden.

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3.1.4.1 Schulweb- Chat http://chat.schulweb.de/

Der Schulweb- Chat ist Teil des Schulweb, einem Ableger des Deutschen Bildungsservers, und richtet sich an Schüler aller Altersstufen.
 

Eingangsseite

Leider sind die Informationen zum Chat sehr dürftig. Fachbegriffe werden nicht erklärt, auch eine Einführung, was ein Chat überhaupt ist und Erläuterungen wie man sich verhalten sollte, fehlen. Auf Probleme mit besonderen Browserversionen wird jedoch hingewiesen.
 

Zielgruppe

Da einführende Worte fehlen, ist der Schulweb- Chat wohl eher für erfahrene Chater geeignet.
 

Stoffgrundlage, Inhalt, Inhaltsgestaltung

Der Chat ist ein reines Internetprojekt, das keinen Bezug zu anderen Medien nimmt. Die Inhalte werden von den Kindern selbst produziert, indem sie sich per Tastatur unterhalten. Die gute Auslastung des Chats  zeigt das hiermit wohl ein Bedürfnis befriedigt wird. Wer hier Freunde gefunden hat, wird sicherlich wiederkommen. Gespräche sind auch in verschiedenen Teilbereichen möglich. Auch kann die Darstellung des Textes auf  Beiträge des augenblicklichen Partners begrenzt werden, um so das Lesen zu erleichtern.
 

Didaktisches Konzept

Der Schulweb- Chat ermöglicht die synchrone Kommunikation zwischen Schülern. Darüber hinaus werden keine Vorgaben gemacht. Da auf der Startseite keine Erläuterungen zu finden sind, ist fraglich, ob hier die Medienkompetenz besonders gefördert wird. Für Anfänger ist der Chat keinesfalls mehr geeignet als jeder andere Chat im WWW. Besonders für kleine Kinder fehlt die Anleitung. Gerade von einer Initative wie dem Deutschen Bildungsservers sollte man eine bessere Berücksichtigung der Interessen von jüngeren Schülern erwarten.
 

Kommunikationsdesign, Multimediale-, Technische Aspekte

Die Seite wurde für alle gängigen Browserversionen getestet. Die Bedienung erfolgt über Menüs. Aufwendige Grafik, Audio oder Videoelemente werden nicht eingesetzt. Der Chat ist somit für fast alle Internetnutzer zugänglich.
 

Gesamtbewertung

Synchrone Kommunikation zwischen mehreren Teilnehmern an verschiedenen Orten ist nur über das Internet ohne hohen Aufwand technisch machbar. Dies nutzt der Schulweb- Chat. Soll er aber nicht nur von Internetprofis genutzt werden, müßten zumindest erklärende Texte zur Verfügung gestellt werden.

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3.1.5 Communities

Im WWW erfreuen sich Communities für Erwachsene großer Beliebtheit. Dort gestalten Internetnutzer ihre eigenen Seiten zu bestimmten Themen. Auch Kinder haben Interesse an einer Mitgestaltung der Internetinhalte wie das Beispiel des Südwestfunk- Kindernetzes zeigt.

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3.1.5.1 Kindernetz Wohnviertel http://www.kindernetz.de/kik/kikdorf/index.html

Das Wohnviertel ist Teil des vom Südwestrundfunk betriebenen Kindernetzes. Hier haben Kinder die Möglichkeit ihre eigene "Homepage" zu gestalten.
 

Eingangsseite, Zielgruppe

Von hier aus sind alle für das Wohnviertel wichtigen Bereiche des Kindernetzes zu erreichen. Es wird erklärt, welche Funktionen diese haben. Auf der Kindernetzseite befindet sich eine Beschreibung, welche bei der Recherche durch Suchmaschinen die Seiten als: "virtuelle Stadt für Mädchen und Jungen" bezeichnet. Leider sind dort keine Schlagwörter zu finden, die von Suchmaschinen erfaßt werden könnten, da das Inhaltsverzeichnis aus, für diese nicht "lesbaren", Bildern besteht. Die angesprochenen Kinder aller Altersstufen haben somit keine Möglichkeit das Kindernetz über Suchmaschinen zu finden.
 

Stoffgrundlage, Inhalt, Inhaltsgestaltung

Obwohl das Kindernetz vom Südwestrundfunk unterhalten wird, sind die Themen im Wohnviertel bunt gemischt und nicht auf das Programm des Senders bezogen. Dies liegt auch daran, daß jedes Kind seine eigene Seite gestalten kann. Die Inhalte werden somit von den Benutzern selbst vorgegeben. Dies geschieht einmal durch den Bau der eigenen "Homepage". Hierbei können Kinder aus verschiedenen Vorlagen menügeführt Hintergrund und Bilder der Seite zusammenstellen. Außerdem können die Nutzer einen Text über sich verfassen und ihre Hobbys angeben. Andere Kinder, welche die Seiten betrachten, können in einem Formular am Ende der Seite ihre Beiträge direkt anhängen. So entsteht ein reger "Briefverkehr".
 

Didaktisches Konzept

Das Wohnviertel versucht Kinder, die an ähnlichen Themen interessiert sind, zusammenzubringen. Dies sieht man daran, daß man beispielsweise über eine Suchfunktion nach den Hobbys der Homepageersteller suchen kann. Kinder können die Texte der Seiten frei gestalten. Leider ist es nicht möglich persönliche Gestaltungselemente, wie eigene Bilder, einzubringen. Durch die Möglichkeit, direkt auf der Seite Nachrichten zu hinterlassen, werden aber auch Nutzer ohne eigene Kindernetzseite zur Kommunikation mit den "Einwohnern" angeregt. Die Kinder lernen hier einen der Vorteile, den eine eigene Webseite bringt, kennen, nämlich den,  Informationen für andere anzubieten und mit diesen in Erfahrungsaustausch zu treten können.
Leider gibt es keine Möglichkeit erste Gehversuche in der Gestaltung von "echten" HTML- Seiten zu machen. Ein kleiner Kurs und die Möglichkeit selbsterstellte Seiten auf den Server zu laden, wären hier vielleicht hilfreich.
 

Kommunikationsdesign, Multimediale-, Technische Aspekte

Die Seiten verzichten auf unnötige technische Spielereien. Sie sind zwar sehr farbenfroh, aber meist gut lesbar. Trotz des häufigen Einsatzes von Bildern sind die Ladezeiten erstaunlich niedrig. Alle Seiten enthalten zu Beginn eine Navigationsleiste, mit der alle Bereiche des Kindernetzes schnell erreichbar sind.
 

Gesamtbewertung

Im Wohnviertel des Kindernetzes können Kinder erkennen, wozu eine eigene Webpräsenz dienen kann. Ein Austausch mit Gleichgesinnten ist hier unabhängig von den Gegebenheiten der eigenen Wohnumgebung möglich. Anders als in den Brieffreundschaftanzeigen herkömmlicher Printmedien wird den Kinder viel Platz eingeräumt, um sich selbst darzustellen, Informationen an andere weiterzugeben und mit diesen Kontakt aufzunehmen. Lediglich die Beschränkung der Gestaltungselemente auf wenige Vorgaben entspricht nicht den technischen Möglichkeiten des WWW.

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3.1.6 Datenbanken

Datenbanken im Internet stellen eine gute Möglichkeit dar, vielen Benutzern Zugriff auf Dokumente zu gewähren. Auch Kinder können so im WWW beispielsweise nach Schulmaterialien oder nach Märchen suchen, wie wir anhand der folgenden Beispiele sehen werden.
 
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3.1.6.1 Schulweb Material http://www.schulweb.de/material.html

Das Schulweb will Schülern den Zugriff auf Materialien von Schulen im WWW ermöglichen. Hierzu kann man über einen Stundenplan die Materialien zu bestimmten Fächern erreichen.
 

Eingangsseite, Zielgruppe

Neben dem "Stundenplan", auf dem man durch Anklicken zu Fachmaterialien weitergeleitet wird, ist eine Schlagwortsuche in den Titeln der Materialien möglich. Leider ist nicht genauer benannt, welche Materialien hier durchsucht werden. Auch die Anleitung ist dürftig, Begriffe wie z.B. "Wildcards" werden nicht erklärt. Das Schulweb spricht zwar nicht ausdrücklich nur ältere Schüler an, kleinere oder mit dem Internet unerfahrene Schüler werden mit der Seite aber nicht sofort etwas anfangen können.
Stoffgrundlage, Inhalt, Inhaltsgestaltung
Das Schulweb bietet Zugang zu der Datenbank des Deutschen Bildungsservers. Dieser verwaltet die Adressen von Unterrichtsmaterialien, Online- Projekten etc., die von Lehrern oder Schulen im Netz zugänglich gemacht wurden. Der eigentliche Inhalt auf dem DBS sind also die Adressen, welche auf sehr unterschiedliche Seiten verweisen. Manche der verknüpften Seiten sind lediglich die digitale Form papierener Arbeitsblätter, andere stellen komplexe Internetprojekte dar.
Über das Schulweb ist eine Anmeldung eigener Seiten leider nicht möglich. Hier erscheint auch nur ein kleiner Teil der im DBS verzeichneten Adressen. Nach welchen Kriterien diese ausgewählt werden, wird leider nicht erwähnt.
Neben einem Verzeichnis, in dem die Adresse beim DBS abgelegt ist, erhält man nur den Titel des Materials. Eine Beschreibung oder Bewertung fehlt. Will man einer Verknüpfungen folgen, kommt man zunächst auf die Informationsseite des DBS über das Angebot. Da dieser für Lehrer und nicht für Schüler entworfen wurde, enthält sie eine Fülle schwer verständlicher technischer Informationen. Man bekommt außerdem eine Kurzbeschreibung der Seite, die aber meist aus nicht mehr als einem Satz besteht. Klickt man die Adresse an, verläßt man die Seiten des DBS und kommt zum beschriebenen Angebot.
 

Didaktisches Konzept

Das Schulweb versucht hier die eigentlich für Lehrer gedachte Datenbank des DBS für Schüler nutzbar zu machen. Unklar bleibt warum nur ein Teil der Adressen im DBS vom Schulweb aufgenommen wird.
Das Hinzufügen eigenen Materials ist zwar theoretisch möglich, das dazugehörige Formular aber sehr umfangreich und mit Fachausdrücken gespickt, da es für Lehrer und nicht für Schüler entworfen wurde. Eine Mitarbeit durch Kinder ist offensichtlich nicht näher in Betracht gezogen worden.
 

Kommunikationsdesign, Multimediale-, Technische Aspekte

Die Seiten laden schnell und sind ohne außergewöhnliche technische Anforderungen darstellbar. Leider wurde bei der Benutzerführung nicht darauf geachtet, daß eventuell auch Internetanfänger die Seiten nutzen wollen. So sind einleitende Texte nicht vorhanden und Fachbegriffe werden nicht erklärt.
 

Gesamtbewertung

Eine Datenbank wie sie vom DBS geführt wird, ist für die Kooperation zwischen Lehrern ein vorbildliches Projekt. Hier können sie einen einmaligen Materialfundus aufbauen und auf die Arbeiten von Kollegen zugreifen. Leider macht das Schulweb Schülern nur einen Teil dieser Materialien zugänglich. Warum dies geschieht ist ebenso unverständlich, wie die Tatsache, daß jüngeren, unerfahrenen Schülern keine Hilfestellung zur Nutzung der Seiten gegeben wird.

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3.1.6.2 Gutenberg- Märchen http://gutenberg.aol.de/maerchen/maerchen.htm

Das Projekt Gutenberg (http://gutenberg.aol.de/) entstand aus einer Privatinitiative. Hier werden deutschsprachige Texte, die nicht mehr dem Urheberrecht unterliegen, im WWW veröffentlicht. Eine thematische Abteilung dieses Angebots enthält hunderte deutschsprachiger Märchen.
 

Eingangsseite, Zielgruppe

Gutenberg- Online richtet sich nicht nur an Kinder, sondern an alle an Literatur interessierten Internetnutzer. Auf der Eingangsseite finden sich leider keine Hinweise zur Nutzung. Man erreicht die Texte über Anklicken des Autorennamens oder über den Wegweiser. Dort findet man die Namen aller erfaßten Märchenautoren in der Märchenbibliothek.
 

Zielgruppe, Inhalt, Inhaltsgestaltung

Obwohl das Gutenberg- Projekt nicht ausschließlich für Kinder gedacht ist, dürfte die Märchenseite wohl das Interesse von Kindern erregen. Auch sie können hier über den Namen eines Autors auf dessen Märchen zugreifen.
Die Inhalte der Seite bilden digital erfaßte Märchen in deutscher Sprache. Sie wurden meist aus Printversionen abgetippt oder eingescannt. Da der Inhalt bereits sehr umfangreich ist (z.B. 301 verschiedene Versionen von Grimms Märchen am 6.8.1998) lohnt sich für den Märchenliebhaber auch ein mehrmaliger Besuch.
Leider werden keine Angaben zu der Herkunft der Texte gemacht, so daß nicht nachgeprüft werden kann, ob die Dokumente sich auch an die Originalvorlagen halten. Die Märchen selbst bestehen leider aus reinem Text. Navigationselemente oder Sequenzierungen in kleine Abschnitte fehlen, was kleinen Kindern die Rezeption sehr erschweren dürfte.
 

Didaktisches Konzept

Die Seiten liefern lediglich Lesematerial, ein didaktisches Konzept fehlt hier. Auch werden Kindern keine Lese- oder Navigationshilfen gegeben. Mitgestaltung der Seiten ist durch Einsenden eigener Texte möglich. Hierbei werden "digitalisierte Klassiker" und moderne Texte getrennt.
 

Kommunikationsdesign, Multimediale-, Technische Aspekte

Zu Beginn der Gutenbergseiten findet man eine Suchfunktion, in der man die Texte auf Stichworte hin durchforsten kann. Auf der Märchenseite selbst sind die Märchen alphabetisch nach Autorennamen und Titeln gegliedert. Leider fehlen in den Märchentexten jegliche Navigations- oder Gestaltungselemente. Dies führt zwar dazu, daß die Seiten mit allen Browsern gut darstellbar sind, es erschwert aber die Rezeption durch Kinder.
 

Gesamtbewertung

Das Gutenberg- Projekt stellt den klassischen Fall einer unveränderten Übernahme von Printerzeugnissen in das WWW dar. Dies ist natürlich dem Medium nicht angemessen. Wichtig ist hier aber, wie das Angebot genutzt wird. Möchte ich nur ein Märchen lesen, so ist es meist besser dieses in Buchversion zu kaufen. Das Lesen am Bildschirm ist um einiges schwieriger und unangenehmer als das Lesen im Buch. Sinn macht das Gutenberg- Projekt aber, wenn man die Texte lediglich als Rohmaterial für die weitere Verarbeitung begreift. So können Kinder hier Märchen, für die sie sich interessieren, Probelesen. Danach können sie entscheiden, ob sie das Märchen in Buchform kaufen oder den Text herunterladen und am Bildschirm oder ausgedruckt lesen. Auch für den Unterricht ergibt sich so ein großer Fundus an Textmaterial das individuell weiterbearbeitet werden kann. Einziger Wermutstropfen ist, daß sich die Projektorganisatoren ausschweigen ob und wie sie kontrollieren, inwieweit die Texte sich auch an die Originale halten.

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3.1.7 Hypertext- Lernumgebungen

Hypertext- Lernumgebungen werden oft als die pädagogisch bedeutenste Neuerung des Internet gesehen. Den Nutzern soll dadurch ein selbstbestimmter Lernweg ermöglicht werden. Die Angebote für Grundschulkinder sind in diesem Bereich aber noch nicht besonders zahlreich. Als Beispiel für diese Form von Webseiten wurde ein Online- Kurs der Internetagentur Point Up ausgewählt: der HTML- Kurs der Pixelkids.

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3.1.7.1 Pixelkids- HTML Kurs http://www.pixelkids.de/paula/htmlkurs/htmlkurs.htm

In diesem Kurs sollen Kinder in HTML eingeführt werden, damit sie später eigene Webseiten erstellen können.
 

Eingangsseite, Zielgruppe

"Hier zeige ich Dir, wie
HTML funktioniert.
Das ist die
Programmiersprache, mit
der
Internetseiten
gemacht werden. Wenn Du
bei meinem Kurs
mitmachst, kannst Du bald
Deine eigene
Homepage
programmieren."
So werden die Kinder von Paula, einem der virtuellen Pixelkids, empfangen. Die entsprechenden Stichwörter sind hervorgehoben. So kann jeder sofort erkennen, worum es bei diesem Angebot geht. Alle Teile des Kurses sind von der Eingangsseite aus erreichbar.
Der Kurs richtet sich an Kinder jeden Alters. Diese werden direkt und in leicht verständlicher Sprache angesprochen. Fachausdrücke wie "Browser" werden erklärt.
 

Stoffgrundlage, Inhalt, Inhaltsgestaltung

Ein HTML- Kurs ist ein typisch webeigener Inhalt. Auf andere Medien muß zum Verständnis des Angebots nicht zurückgegriffen werden. Als Identifikationsfigur tritt Paula auf. Sie "hält" den Kurs. Damit wird zugleich den üblichen Rollenklischees vorgebeugt: Programmieren ist hier Frauensache. HTML wird anhand von fertigen Beispielen erklärt. Die Kinder werden aber stets dazu aufgefordert, ihre eigenen Seiten auszuprobieren, bevor sie mit der Lektion weitermachen. Leider wird keine Hilfefunktion angeboten, die bestimmte Wörter noch einmal erklärt. Die einzelnen Lektionen können zwar einzeln aufgerufen werden, ein lineares Durcharbeiten von Lektion zu Lektion ist aber in der Textstruktur vorgesehen.
 

Didaktisches Konzept

Hinter dem Pixelkids- HTML Kurs steht ein klassisches Lehrgangskonzept. Der Lernstoff ist in kleine Lektionen eingeteilt, die nacheinander abgearbeitet und ausprobiert werden sollen. Verschiedene Schwiergkeits- oder Erfahrungsstufen werden nicht berücksichtigt. Auch eine Mitgestaltung der Seiten sowie eine Kommunikation zwischen "Kursteilnehmern" ist nicht vorgesehen. Medienkompetenz wird hier durch Erlernen einer Sprache gefördert, die zur Mitgestaltung von Medien angewandt werden kann.
 

Kommunikationsdesign, Multimediale-, Technische Aspekte

Die Seiten sind optische sehr "knallig" aufgemacht. Dies wird aber durch sehr einfache Mittel erreicht, welche dem WWW angemessen sparsam eingesetzt werden. Somit ist die Seite mit Standardkonfigurationen gut und fehlerfrei darstellbar. Die einzelnen Abschitte sind altersgemäß kurz HTML- Code Beispiele können auch in der für den späteren Betrachter sichtbaren Form dargestellt werden.
 

Gesamtbewertung

Der Kurs ist zwar verständlich geschrieben. Eine "echte" Hypertext- Lernumgebung liegt hier allerdings nicht vor. Die vorgesehene Lesestruktur ist zu linear. Es handelt sich vielmehr um ein Handbuch das nicht in Papier- sondern in Digitalform publiziert wird. Aber auch so hat das Angebot seine Berechtigung. Es ist durchaus hilfreich, wenn man Kindern HTML beibringen will. Man sollte es aber in Betracht ziehen, die einzelnen Seiten auszudrucken und in Heftform zu bringen. Dies erleichtert die Arbeit am Computer, da nicht zwischen verschiedenen Bildschirmfenstern hin- und hergeschaltet werden muß.
Hier zeigt sich, daß auch klassische Medien durchaus ins Internet gestellt werden können. Der Mehrwert gegenüber der herkömmlichen Publikationsform liegt hier zwar allein im einfachen Bezug des Handbuchs. Würde dieser Kurs über den klassischen Buchhandel vertrieben, würde er aber wohl ein vielfaches der Online- Gebühren kosten, die zum Herunterladen der WWW- Version nötig sind.

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3.1.8 Themenbezogene Informationen

Das WWW wird bestimmt durch Seiten zu unzähligen Themen. Leider sind diese oft nur für Erwachsene geschrieben. Speziell auf Kinder zugeschnittene Seiten sind noch Mangelware. Auch wenn mit hohem Aufwand professionelle Seiten zu einem Thema erstellt werden, muß das Ergebnis nicht unbedingt pädagogisch sinnvoll sein, wie wir bei Disney.de sehen werden.

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3.1.8.1 Disney.de http://www.disney.de/

Auf den deutschen Walt Disney Seiten geht es natürlich um die Figuren aus den bekannten Disneyfilmen. Vor allem aber um die Bewerbung von Disneyland- Paris und diverser Disney Interactive Programme.
 

Eingangsseite, Zielgruppe

"Ihr wollt Action?
 Dann klickt Euch
 ein, beim
 Kids-Club von
 Disney Interactive!
 Dort erwarten Euch
 aktuelle
 Neuigkeiten,
 Verlosungen,
 Wettbewerbe und
 viel interaktiver
 Spaß am PC!
 Volle Ladung
 jeden Monat!"
So wird der Besucher empfangen. Disney.de richtet sich an Kinder, welche zum Kauf von Disney Interactive Programmen oder zum Besuch von Disneyland Paris angeregt werden sollen. Von der Eingangsseite aus erreicht man deshalb, neben einem Katalog für die genannte Software und der Website des Vergnügungsparks, nur den sogenanten Kids Club.
 

Stoffgrundlage, Inhalt, Inhaltsgestaltung

Stoffgrundlage sind interessanterweise nicht die bekannten Kinofilme. Die Verknüpfung zu einer Rubrik desselben Namens waren in der Zeit der Recherche (September 1998) deaktiviert. Einziges echtes Thema ist die Disney Interactive Software, die natürlich auch Motive aus den Filmen verwendet.
Auf den KidsClub Seiten befindet sich ein Preisausschreiben. Wer teilnehmen will, muß ein Kreuzworträtsel ausfüllen, daß aber nur lösen kann, wer sich vorher genau über die Disney- Programme informiert hat.  Außerdem gibt es eine Galerie mit Bildern zum Film "Arielle", welche von Kindern eingesandt wurden. Auf den Seiten zu speziellen Programmen hat man außerdem die Möglichkeit E-Mail Grußkarten zu verschicken, einen Disney- Zeichenkurs zu lesen, sowie an weiteren Gewinnspielen teilzunehmen. Alle "interaktiven" Elemente zeichnen sich dadurch aus, daß sehr wenige Gestaltungsmöglickeiten gegeben werden. So ist es nicht möglich die E-Mail Postkarten mit eigenen Texten zu versehen. Man muß hier aus Standardsätzen wie "Alles Gute zum Geburtstag!" auswählen.
 

Didaktisches Konzept

Die Seite dient einzig der Bewerbung von Produkten. Alle Gewinnspiele, Zeichenkurse etc. sind inhaltlich mit einem konkreten Disney Interactive Programm verbunden. Möglichkeiten zur Mitgestaltung gibt es nicht. Kommunikation zwischen Kindern wird nicht angeregt.
 

Kommunikationsdesign, Multimediale-,Technische Aspekte

Fast alle Elemente der Seiten sind Grafiken, was den Seitenaufbau auch bei einer guten Verbindung sehr verlangsamt. Aus den Beschreibungen der Verknüpfungen läßt sich oft nicht erkennen, ob sich ein "interaktiver" Teil der Website oder wieder nur ein Werbetext dahinter verbirgt. Oft landet man auch auf Seiten, die sich sprachlich an erwachsene Kunden richten. Viele Seiten erfordern zur Darstellung zusätzliche Plug-Ins. Es treten häufig Fehler in der Darstellung oder bei der Ausführung von Funktionen auf.
 

Gesamtbewertung

Die Seite nutzt die Hypertextstruktur geschickt, um Nutzer die auf der Suche nach "verwertbaren" Teilen der Seite sind immer wieder unvermittelt mit Werbetexten zu konfrontierten. Somit wird der "Medienverbund" (vgl. Hengst) der Disneyprodukte aus Filmen, Comics, Spielzeug, Freizeitparks und Software nun auch auf das Internet ausgedehnt. Leider hat die Seite darüber hinaus keinen wirklichen Nutzwert.

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3.1.9 Fazit

Will man die Angebote für Kinder bewerten, muß man sich vor allem an der Frage orientieren, ob sie die Potentiale des Internet, selbstbestimmte Informationsbeschaffung und Erleichterung der Kommunikation zwischen den Nutzern, ausschöpfen.
Die Anzahl der vorhandenen Projekte ist noch recht klein. Es zeigen sich aber erste, vielversprechende Initiativen, welche die obengenannten Möglichkeiten gut erschließen.
Interessant ist, daß nicht mit schulischen Institutionen zusammenarbeitende Anbieter, wie Birgit Bachmann oder der Südwestrundfunk, für Kinder im Grundschulalter geeignetere Webseiten unterhalten als beispielsweise das Schulweb.
Kommerzielle Anbieter beschränken sich oft noch auf reine Werbung.

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3.2 Beiträge von Kindern

Eines der Potentiale des Internet liegt darin, daß alle seiner Benutzer an seiner Mitgestaltung beteiligt werden können. Ob auch schon Kinder diese Möglichkeit wahrnehmen, soll hier untersucht werden.

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3.2.1 Webseiten von Schulen

Der Internetzugang von Schulen wird durch Bundes- wie Landesintiativen gefördert. Ein Blick auf die Seiten von Schulen im Netz soll zeigen, inwieweit aus dieser Förderung auch sichtbare Ergebnisse entstehen und ob auch Grundschüler an der Gestaltung des Internet teilhaben dürfen.

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3.2.1.1 Reichshofschule Westhofen- Füchslein http://rhs.schwerte.de/

Füchslein ist die Schülerzeitung der Reichshofschule in Westhofen, einer Grundschule der Stadt Schwerte.
Es wird sowohl eine Internetausgabe als auch eine Printversion des Füchsleins hergestellt. Texte werden auf dem Computer geschrieben. Für die redaktionelle Arbeit ist die Zeitungs- AG der Schule zuständig. Diese umfaßt ca. 12 Schüler, die jedes Schuljahr wechseln. In der letzten veröffentlichten Ausgabe wird hier beispielsweise die neue Schulleitung interviewt, ein Comic über kleine Wesen aus dem All wird vorgestellt und einige Kinder veröffentlichen selbstgeschriebene Geschichten.
Neben dem Füchslein enthält die Homepage der Reichshofschule auch Informationen über die Klassen 2cund 4b.

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3.2.1.2 Adolf Reichwein Schule - Zeilsheimer Powerblatt http://home.t-online.de/home/Adolf_Reichwein_Schule/home.htm

Die Adolf- Reichwein- Schule ist eine Grundschule mit Förderstufe in Frankfurt- Zeilsheim. Neben einer Beschreibung des Schulalltags findet man die elektronische Ausgabe der Schülerzeitung "Die Lupe", das "Zeilsheimer Power Blatt". Dort erklären die Mitarbeiter der Zeitungs- AG was ein E-Zine ist, stellen Sportangebote in ihrer Umgebung vor oder erzählen Geschichten. Weitere Rubriken sind offenbar geplant, aber noch nicht fertig.

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3.2.1.3 Grundschule Fuldatal-Simmershausen http://www.fuldatal.iait.de/schule/gsf2/

Auch hier wird vor allem die Schule präsentiert. Außerdem gibt es die Rubrik "Kids schreiben für Kids", welche allerdings erst einen Beitrag enthält.

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3.2.2 Private Seiten von Grundschulkindern

Private Seiten von Kindern im Grundschulalter sind oft schwer zu finden. Erleichtert wird die Suche nach solchen Angeboten, wenn sie innerhalb von speziell für sie geschaffenen Communities zusammengefaßt werden. Im Wohnviertel des Kindernetz finden sich beispielsweise zahlreiche Homepages von Grundschülern nahe beieinander. Dies ermöglicht es sehr schnell einen Überblick über typische Elemente von privaten Internetseiten, die von Grundschülern gestaltet wurden, zu bekommen.
Allen Seiten ist gemein, daß die Kinder durch die Seiten in Kommunikation mit anderen treten wollen. Besonders andere Inhaber von Kindernetzseiten nutzen die Möglichkeit zurückzuschreiben. Durch die Gründung von "Clubs" treten die Mitglieder in einen themenbezogenen Dialog.

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3.2.2.1 Phantasieclub http://www.kindernetz.de/kik/kikdorf/kikhps/00008300.html

Der Phantasieclub wird auf einer Seite des Kindernetzwohnviertels geführt. Dort wird an einer Fortsetzungsgeschichte gebastelt. Initiatorien oder Initiator des Phantasieclubs ist ein neunjähriges Mädchen oder ein neunjähriger Junge. Wer interessiert ist, kann die Geschichte weiterschreiben.

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3.2.2.2 Aaron http://www.kindernetz.de/kik/kikdorf/kikhps/00001349.html

Hinter dem Pseudonym Aaron verbirgt sich ein neunjähriger Junge aus Berlin. Er interessiert sich sehr für Haustiere und das was andere Kinder in ihrer Freizeit machen. Laut seinen eigenen Angaben hat er bereits 120 Briefe bekommen.

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3.2.2.3 Schwämchen http://www.kindernetz.de/kik/kikdorf/kikhps/00005567.html

Schwämchen ist 10 und will einen Tierfanclub gründen. Sie sucht deshalb nach Mitgliedern. 11 Mitglieder hat sie bereits gefunden. Außerdem veranstaltet sie ein Quiz mit Fragen aus der Tierwelt.

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3.2.3 Fazit

Schulen nutzen die Homepage vor allem, um sich selbst im WWW darzustellen. Themenbezogene Projekte oder die Ausstellung von Arbeiten der Kinder finden sich noch kaum. Auch ist auf den meisten Seiten nicht erkenntlich, inwieweit die Kinder an den WWW- Seiten mitgearbeitet haben und welche Aufgaben dabei von den Schülern übernommen wurden. Auch die Möglichkeit, eine Kommunikationsplattform für Schüler zu schaffen, wird noch kaum genutzt.
Wo Kindern diese gegeben wird, beispielsweise im Südwestrundfunk Kindernetz wird sie eifrig genutzt. Kinder stellen sich selbst dar und versuchen in Kontakt mit anderen zu treten. Auch Schulen sollten Kindern vermehrt die Möglichkeit bieten, das Internet zum Gedankenaustausch zu nutzen.

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4. Fachdidaktische Perspektiven

Die Untersuchung der bisherigen Angebote für Grundschulkinder im Internet hat gezeigt, daß es bereits einige interessante Projekte gibt. Auch kommerzielle Anbieter (siehe Disney.de) versuchen den Medienverbund auf das Internet auszuweiten und dort gezielt Kinder durch Werbung anzusprechen. An den Schulen tut sich in Sachen Internetpräsenz aber noch recht wenig. Gerade diese sollten aber Veränderungen in der Medienumgebung der Kinder Rechung tragen.
Welche Perspektiven eröffnen sich für die Deutschdidaktik des Primarbereichs durch das Internet? Es ist zwischen zwei Bereichen zu unterscheiden. Zum einen ergeben sich Möglichkeiten, das Internet zur  Optimierung des herkömmlichen Unterrichts einzusetzen. Zum anderen verändert sich im Internet die Produktion und Rezeption von Texten. Setzt man voraus, daß das Internet einen ähnlichen Siegeszug wie das Fernsehen und Computer antreten wird und somit auch bald in der Mehrzahl der Kinderzimmer zu finden sein wird, dann muß der Deutschunterricht der Zukunft diesem Phänomen auch Rechung tragen, es thematisieren und Anpassungen in der Didaktik vornehmen.
Beide Felder sollen in den nun folgenden Abschnitten untersucht werden.

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4.1 Internet im herkömmlichen Deutschunterricht

In dieser Arbeit gehe ich vor allem auf die Strukturen des Deutschunterrichtes ein, wie sie im Rahmenplan Grundschule des Landes Hessen (Kultusministerium) dargelegt werden.
Auch wenn im Rahmenplan an keiner Stelle das Internet erwähnt wird, so ergeben sich doch zahlreiche Anknüpfungspunkte, in denen dieses bei der Umsetzung der angestrebten Grundorientierungen der Primarerziehung sinnvoll eingesetzt werden kann.
Abgesehen davon sollte es natürlich auch in der Medienerziehung thematisiert werden, die der Rahmenplan als fächerübergreifendes Aufgabengebiet nennt (Kultusministerium, S. 270- 271).

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4.1.1 Authentische Sprachhandlungssituationen herstellen

Im Rahmenplan wird darauf hingewiesen, daß sowohl mündlicher wie auch schriftlicher Spracherwerb "am wirksamsten in authentischen Sprachhandlungssituationen gefördert" (ebd. S. 89) wird.
Da das Internet global zugänglich ist, eröffnen sich neue Möglichkeiten gerade für die schriftliche Kommunikation. Anders als der Eintrag in ein Schulheft ist das Schreiben im Internet schon fast automatisch eine "authentische" Sprachhandlungssituation, da mit ihm eine Publikation für ein mehr oder weniger großes Publikum einhergeht. Den Schülern ist somit klar, daß sie durch die Verbreitung von Texten via E-Mail oder World Wide Web in Kommunikation mit potentiellen Empfängern treten. Der "Sinn" des Schreibens wird so selbst bei einfachsten Texten für das Internet deutlicher als bei noch so ausgefeilten Lehrgängen, die nur zu Übungszwecken durchgeführt werden.

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4.1.2 Geschichten schreiben

Die "Bereitschaft sich der Mühe des Schreibens zu unterziehen, hängt maßgeblich von der Faszination ab, die im Schreiben selbst liegt und die durch das Schreiben erlebt werden kann" (Kultusministerium, S. 97). Ausdrücklich wird darauf hingewiesen, daß "die Aussicht, daß die eigene Geschichte veröffentlicht wird, [...] die Bereitschaft an Form und Inhalt zu arbeiten" (ebd.) fördert. "Schreibtexte" sollten deshalb als "Lesetexte für andere" (ebd.) konzipiert werden. Vorgeschlagen werden die Veröffentlichung in klasseneigenen Lesebüchern, an Lesewänden und in Klassenzeitungen. Hier liegt es nahe dieses Angebot durch das Internet zu erweitern. Der Rezipientenkreis kann dadurch erheblich vergrößert werden. Damit würde dazu beigetragen, daß Kinder "als ernst genommene Autor/innen soziale Akzeptanz und Anerkennung finden" (ebd.) könnten. Dies wird dadurch verstärkt, daß im Internet jederzeit per E-mail eine Rückmeldung an den Verfasser eines Textes möglich ist.
Denkbare Umsetzungsformen wären Geschichtensammlungen im WWW oder in Newsgroups. Teilweise wird diese Form der Internetnutzung durch Grundschulen auch schon praktiziert, wie wir im Abschnitt über die Webseiten von Schulen gesehen haben.

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4.1.3 Sich informieren und sachbezogen verständigen

Eine der "wichtigsten Aufgaben der Schule" (Kultusministerium, S. 102) im Fach Deutsch der Primarstufe besteht nach Sicht des Rahmenplanes darin, Schüler "zur selbständigen Informationsbeschaffung, -selektion, und -verarbeitung zu befähigen" (ebd.). Das Internet bietet eine Fülle von Informationsquellen, die von Kindern ausgewertet werden können. Es kann hier "als Ergänzung zu anderen Informationsquellen wie Lexika, Lehrbücher, Fachbücher, Zeitschriften oder Zeitungen" (Perrochon, S. 78) treten. Die Informationsbeschaffung auf diesem Wege kann vor allem selbständiger werden, da Informationsquellen nicht auf das an der Schule vorhandene, durch die Lehrer zusammengetragene, Material beschränkt bleiben.
Auch die im Rahmenplan geforderte Veröffentlichung gesammelter und ausgewerteter Informationen könnte im Internet erfolgen. Sinnvoll ist eine solche vor allem dann, wenn die Ergebnisse für andere interessant sein könnten. Auf eine der "Dokumentationsform" (Kultusministerium, S. 102) angemessene, also dem jeweiligen Internetdienst angepaßte Gestaltung sollte dabei geachtet werden.

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4.1.4 Schule öffnen

Durch die Publikation im Internet öffnet sich die Schule nach außen. Sie wird transparent. Ergebnisse der Schularbeit können von Außenstehenden eingesehen und eventuell verwertet werden. Die Arbeit der Kinder ist somit nicht nur für sie selbst oder ihre Mitschüler nutzbar. Es wäre denkbar konkrete Projekte im Unterricht durchzuführen, welche von anderen Kindern genutzt werden könnten. Schulische Arbeit würde somit eine neue Qualität erhalten, weg vom reinen Üben, hin zur Schaffung von verwertbaren Informationsprodukten.
Diese Arbeitsweisen sind zwar auch mit herkömmlichen Arbeitstechniken denkbar. So ließen sich auch Broschüren mit den entsprechenden Informationen herstellen. Das Internet erleichtert aber die Publikation ungemein. Digitale Dokumente sind (z.B. per E-mail) günstig und schnell vervielfältigbar oder können (z.B. im WWW) global und jederzeit erreichbar zugänglich gemacht werden.

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4.2 Konsequenzen einer fortschreitenden Verbreitung des Internetzugangs

Zum Zeitpunkt der Entstehung dieser Arbeit (August bis September 1998) werden Kinder im Grundschulalter noch kaum als ernsthafte Internetnutzer wahrgenommen. So gibt es, zumindest im deutschsprachigen Raum noch kaum qualitative oder quantitative Untersuchungen über diese Gruppe. Dies liegt auch daran, daß nur ein noch kleiner Teil der Bundesbürger überhaupt über einen Internetzugang verfügt. Da die Kosten vor allem für Telefon und Providergebühren noch relativ hoch sind, wird auch nur ein Bruchteil der Internetuser mit Kind überhaupt auf die Idee kommen, diese an die neue Technik heran zu lassen. Die Zuwachsraten der Internetzugänge steigen aber unaufhörlich. Es steht zu erwarten, daß sie, ähnlich wie Fernseher und Computer vor ihnen, ihren Weg in die Kinderzimmer finden werden. Manche sehen am Abschluß dieser Entwicklung auch das Ende der "Grenzen zwischen den Medien Radio, Fernsehen, Telekommunikation, Online- Diensten und Printmedien" (Baacke, S. 24) kommen. Man braucht aber gar nicht so weit zu gehen, um zu erkennen, daß das Internet die Gesellschaft der Zukunft wohl stärker prägen wird als beispielsweise das Fernsehen die heutige. Es scheint klar, daß das Internet als eine der "Informations- und Kommunikationstechniken, [...] deren volks- und weltwirtschaftliche Bedeutung der großen Erfindungen des vorangegangenen Jahrhunderts gleichkommt" (Lück, S. 5- 6) zur "Basisinnovation" (ebd.) der Zukunft wird.
In einem solchen Fall kann die Schule nicht mehr nur dadurch reagieren, daß sie das Internet im Rahmen des herkömmlichen Unterrichts als nette Erweiterung nutzt. Sie muß der Veränderung in der Medienumwelt der Kinder Rechnung tragen und didaktisch agieren. Dies gilt vor allem dann, wenn das Internet, wie von manchen Medientheoretiker prophezeit, zu grundlegenden Veränderungen der "gesellschaftlichen Kommunikationsverhältnisse" (Münker, S.7) führt und die "mediale Basis" (ebd.) der prophezeiten "Informationsgesellschaft"(ebd.) bilden wird. Das Lernen in dieser wird nach Ansicht vieler Medienpädagogen geprägt sein von "einer stärkeren Individualisierung, Eigenaktivität, Dezentralisierung, Kommunikation und Zusammenarbeit" (Schulz-Zander, S. 9). "Orientierungswissen" (ebd.) wird wichtiger als "Verfügungswissen" (ebd.) werden.
Welche Konsequenzen ergeben sich daraus für die Deutschdidaktik der Primarstufe? Wie kann das Fach dazu beitragen die vielbeschworene  "Schlüsselqualifikation" "Medienkompetenz" (ebd.) bei Schülern zu fördern? In den nachfolgenden Abschnitten möchte ich darstellen, welche Anforderungen meiner Ansicht nach auf die Schüler und Lehrer in Zukunft zukommen und wie die nötigen Qualifikationen aufgebaut werden können.

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4.2.1 Neue Anforderungen an die Schüler

Wenn der Siegeszug des Internet anhält und es, ähnlich wie das Fernsehen, in allen Alters und Gesellschaftsschichten genutzt wird, hat dies auch Auswirkungen auf die Anforderungen an Grundschüler. Denn anders als das Fernsehen dient das Internet nicht nur zur Freizeitgestaltung. Wenn wir davon ausgehen, daß es als "Hypermedium" zur privaten wie beruflichen Kommunikation dienen wird, so ist  anzunehmen, daß seine Nutzung zu einer Kulturtechnik wird, die ähnlich der Nutzung von Büchern, Zeitschriften, Fernsehen oder wie das Telefonieren unerläßlich ist, will man am gesellschaftlichen Leben teilhaben.
Dadurch werden Kinder in Zukunft neue Qualifikationen haben müssen, um sich in der vernetzten Gesellschaft behaupten zu können. Diese Anforderungen werden von den Strukturen und Eigenheiten des Internet geprägt sein. Folgende Kompetenzen werden, meiner Meinung nach, sowohl für die Rezeption als auch für die Produktion, von Internetbeiträgen, in Zukunft nötig sein.

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4.2.1.1 Technische Kompetenz

Geschrieben wird heutzutage nicht mehr nur mit Stift und Papier, sondern zum größten Teil mit Computern. Schreiben mit dem Computer sollte zumindest gleichberechtigt neben dem manuellen Schreiben mit Papier und Stift erlernt werden können. Wenn das Internet seinen Siegeszug durch die Gesellschaft fortsetzt, wird auch der richtige Umgang mit der nötigen Hard- und Software zu den Kulturtechniken hinzutreten, die in unserer Gesellschaft unerläßlich sind.
Schule hat immer einen emanzipatorischen Auftrag. Deshalb ist es ihre Aufgabe Kindern, denen der Zugang zu dieser Technik zu Hause verwehrt ist, in die grundlegende Bedienung derselben einzuführen.
Diese Aufgabe sollte aber nicht durch zu sehr auf die technischen Aspekte der Internetnutzung ausgerichtete Lehrgänge gelöst werden. Technische Fertigkeiten lassen sich am besten durch themenzentrierte Arbeit mit Hard- und Software erwerben. Die Sicht der Kinder sollte nicht einseitig auf "Maschinerie" Internet gerichtet werden, sondern es sollte immer transparent bleiben wozu der Umgang mit dem Netz dienen kann und in welchen Bereichen andere Medien sinnvoller sind.
Hier sollte auch Wert darauf gelegt werden, daß Kinder die Hintergründe  für die Bedienungsschritte verstehen. Ein "Schritt-für-Schritt-Auswendiglernen der auszulösenden Befehle ist wenig hilfreich, da Soft- und Hardware einer ständigen Veränderung unterworfen sind. So daß die "gegenwärtigen [technischen Barrieren] gewiß nicht die künftigen sein werden, die Kinder zu beherrschen haben" (Kübler a, S. 8).

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4.2.1.2 Multimediakompetenz

Mit der Optimierung der technischen Möglichkeiten des Internet werden Internetdokumente zunehmend "multimedialer" werden. Das heißt die Texte werden zunehmend durch Animations-, Audio- und Videoelemente angereichert werden. Verschiedene Medien werden in einem Internetdokument "gemeinsam präsentiert werden" (Aufenanger, S. 450) Kinder werden deshalb gefordert sein nicht nur Buchstaben, Wörter und Sätze sinnerfassend lesen zu können. Diese "einfache - nicht simple - Lesefertigkeit" (Lück, S. 8) wird nicht mehr ausreichen. Auch die "Analyse und Interpretation" (Schulz- Zander, S. 10) von Symbolen, Animationen oder Videosequenzen, alleine oder im Verbund mit dem geschriebenen Wort, wird zu einer Qualifikation werden, die über die optimale Rezeption von Dokumenten entscheidet. "Ähnlich wie eine hermeneutische Kompetenz für das Verstehen von Texten notwendig ist , benötigt man zur Entschlüsselung von hypermedialen Lernsystemen die Fähigkeit zum Verständnis von Graphiken, Animationen und Bildern" (Aufenanger, S. 454) Dies läßt sich auf alle multimedialen Dokumente übertragen. Der Textbegriff muß, wie von einigen Medienpädagogen schon länger gefordert auf "Bild- Ton- Wort- Gefüge" (Doelker, S. 111) erweitert werden.
Im Rahmenplan des Landes Hessen wird als eines der Lernziele für den Deutschunterricht in der Primarstufe bereits das Zeichenverständnis, im Sinne eines korrekten Umgangs mit Symbolen, als wichtige Qualifikation genannt (Kultusministerium, S. 94). Dies wird auf das Verständnis multimediale Elemente ausgeweitet werden müssen.
Da die Verbindung von Bild, Audio und Video am Computer wesentlich leichter möglich ist als mit bisherigen Methoden könnten auch relativ junge Kinder ihre Texte mit entsprechenden Elementen versehen. Die Schule sollte ihnen hierbei Hilfestellung leisten. Vor allem sollte sie aber vermitteln, wann solche Verknüpfungen sinnvoll sind und wie sie zur Verbesserung des Textverständnisses beitragen können.
Wer die Erstellung von Multimediaangeboten selbst beherrscht, wird auch kaum der Versuchung erliegen multimedial gestaltete Angebote hätten automatisch mehr "Authentizität und Glaubwürdigkeit" (Kübler b, S. 57).
Der Erwerb der Fähigkeit multimediale Dokumente interpretierend und analysierend lesen und rezipientengerecht erstellen zu können, sollte als "Zugewinn an Literalität begriffen werden" (Lück, S. 8).

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4.2.1.3 Hypertextkompetenz

Mit dem zunehmenden Vordringen von Internet und WWW in die Gesellschaft wird nach Ansicht mancher Medientheoretiker "Hypertext zu einem zentralen Genre kultureller Kommunikation avancieren" (Bolter, S. 42). Sowohl das Schreiben als auch das Lesen von Hypertexten unterscheidet sich von dem Schreiben und Lesen herkömmlicher Texte. Dokumente im Internet können "hierarchisch, sequenziell, kreisartig oder netzartig miteinander verbunden sein" (Lück, S. 7). Dieses Phänomen wird auch als "Entlinearisierung" (ebd.) bezeichnet. Dadurch steigen die Anforderungen an die Schüler. Sie können sich "schnell verlieren, wenn sie sich nicht eigene Ziele bestimmen und daran festhalten" (Blatt, S. 74). "Entscheidungsfreude, Zielstrebigkeit [und] Durchhaltevermögen" (ebd.) werden zu wichtigen Qualifikationen im Lese- wie im Schreibprozeß werden. Gerade im scheinbar unendlichen Textgeflecht des WWW müssen sich Leser wie Schreiber "immer von neuem entscheiden, welche Möglichkeiten sie wahrnehmen und wann sie ihre Arbeit für beendet erklären" (ebd.). Die  damit verbundene "Fähigkeit, aus der Vielzahl von Informationen jene herauszusuchen, die zu einer Problembearbeitung notwendig sind" (Aufenanger, S. 456), ließe sich auch als "Selektionskompetenz" (ebd.) bezeichnen. Außerdem will die Verwendung und Benutzung von Hyperlinks gut geplant sein. Der "Sinn und die Möglichkeiten solcher links [müssen] verstanden werden" (Aufenanger, S. 454).
Ähnlich wie die Arbeit mit Nachschlagewerken und Lexika, welche durch die zahlreichen Verweise bereits "ihrer Natur nach hypertextuell sind" (Bolter, S. 44), sollten Kinder auch in die Arbeit mit Internet- Hypertexten  eingeführt werden. Die Schule sollte schon früh die Fähigkeit zur zielgerichteten "Navigation" (Aufenanger, S. 456) in solchen Strukturen fördern, indem die Besonderheiten von Hypertexten im Unterricht thematisiert und die Rezeption sowie das Erstellen von Hypertexten geübt wird.

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4.2.1.4 Interaktionskompetenz

Eine der interessantesten Potentiale des Internet liegt in der Möglichkeit zur Interaktion. Wie wir bei der Untersuchung der aktuellen Angebote gesehen haben, werden in vielen Bereichen Mitgestaltungsmöglichkeiten eingeräumt. Teilweise leben Websites alleine durch die Beiträge der Kinder, wie die Foren oder Communities. Anders als Print- oder herkömmliche Massenmedien rufen diese Seiten geradezu dazu auf aktiv handelnd tätig zu werden. In diesen Angeboten wie eigentlich auch in jedem Internetdienst gilt: "Jeder Empfänger ist hier potentiell auch ein Sender" (Moser, S. 13). Im Blickfeld der Mediendidaktik muß deshalb nicht nur die Rezeption von Medien, sondern auch die aktive Beteiligung an ihrer Gestaltung stehen. Diese Möglichkeit zur Beteiligung sollte im Unterricht thematisiert und, beispielsweise im Rahmen von Projekten, auch genutzt werden.
"Kooperationsfähigkeit und Verantwortungsbewußtsein" (Blatt, S. 74) ist für jede Aktivität im Netz grundlegende Voraussetzung. Auch diese "sozialen" Komponenten des Lernens werden mit dem Vordringen der Vernetzung nicht etwa zurückgedrängt werden, sondern noch stärker gefordert sein.

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4.2.1.5 Virtualitätskompetenz

Das Internet schafft Kommunikationsforen, die losgelöst von konkreten, realen Situationen existieren können. So ist es möglich, daß sich deren Teilnehmer "fürs Netz eine eigene Identität zulegen" (Moser, S. 13), welche mit der dahinterstehenden realen Person nicht unbedingt übereinstimmen muß. Schüler sollten deshalb schon früh mit dem Unterschied zwischen "'virtuellem' und 'realem' Leben" (Moser, S.15) vertraut gemacht werden. Eine "erfahrungs- und handlungsbezogene Auseinandersetzung mit dem Alltag" (ebd.) sollte deshalb bei jeder Beschäftigung mit dem Internet nicht vernachlässigt werden.
Dazu gehört auch eine Auseinandersetzung mit der Realität anderer Kommunikationsteilnehmer. Da Daten im Internet oft in virtuellen Foren ausgetauscht werden, ist nämlich der "Situationsbezug nicht erkennbar" (Schulz- Zander, S. 10). Die "kulturellen Zusammenhänge" (ebd.), unter denen die Informationen entstanden sind, müssen entschlüsselt werden. Auch dies ist eine anspruchsvolle aber nicht unlösbare Aufgabe für die Schüler der Zukunft.
Unter Virtualitätskompetenz könnte man auch die Fähigkeit einordnen, Informationen aus dem Netz auf ihre "Plausibilität" (Kübler b, S.57) und ihren "Wahrheitsgehalt" (ebd.), hin zu überprüfen. Hierzu ist aber zu bemerken, daß dies wohl eher eine bislang unterschätzte Notwendigkeit, als eine neu durch das Internet aufgeworfene Problematik darstellt. Denn  das Vorurteil, daß in Büchern "eben die Wahrheit drin" (Bußmann, S. 19) stehe, ist nicht immer richtig.

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4.2.2 Veränderte Aufgaben der Lehrer

Auch die Rolle des Lehrers wird sich verändern, sollte das Internet in Gesellschaft und Schule Einzug halten.
In der traditionellen Schule war der Unterricht auf den Klassenraum beschränkt. In der vernetzten Schule ist es möglich, sämtliche frei zugängliche Informationsquellen zu nutzen. Auch die Kommunikationspartner müssen nicht mehr vor Ort sein.
In der traditionellen Schule hatte der Lehrer oft die alleinige Verfügung über die von den Schülern verwendeten Informationsquellen. Er konnte Bücher und Arbeitsmaterialien bestimmen, mit denen in der Klasse gearbeitet wurde. Durch das Internet ist es möglich, auf alle in ihm vorhandenen Informationen weltweit zuzugreifen, "auch solche die, die oftmals die Lehrperson nicht kennt" (Schulz- Zander, S. 9). Im vernetzten Klassenzimmer stellt sich deshalb die Frage, inwieweit diese Informationen für Kinder vorselektiert werden sollten.
Vieles spricht dafür das das Rollenverhältnis Lehrer (als Wissensvermittler) Schüler (als Wissensempfänger) durch eine "Kreisbewegung offener Kommunikation" (Baacke, S. 25) abgelöst werden wird. Auch Lehrer werden wie ihre Schüler lernen müssen mit "neuen Wahrnehmungsweisen umgehen" (ebd.) und die "neuen Kommunikationstechniken angemessen bedienen zu können" (ebd.).
Lehrer müssen den Kindern Hilfestellung bei der Informationsbeschaffung leisten. Außerdem müssen Dokumente analysiert und weiterverarbeitet werden. Aber hier sollte der Lehrer den Schülern eher kooperierend als belehrend zur Seite stehen. Er sollte "Lernberater werden, methodische Hinweise geben, wie mit Systemen umzugehen ist, wie Probleme angegangen werden können und wo Wissen her bezogen werden kann" (Aufenanger, S. 460). Nur wenn die Schüler auch als "MitarbeiterInnen" (ebd.) betrachtet werden, kann diese Aufgabe erfolgreich gemeistert werden.
Außerdem ist zu erwarten, daß vermehrt Fortbildungsangebote für Lehrer im Internet zur Verfügung stehen werden. Schon jetzt können Lehrer auf Arbeiten ihrer Kollegen zugreifen, beispielsweise auf dem Deutschen Bildungsserver (http://dbs.schule.de/) oder in der Zentrale für Unterrichtsmedien (http://www.zum.de/). Diese Angebote werden wahrscheinlich erheblich ausgeweitet werden und Lehrer  unterschiedlicher Schulen werden vermehrt miteinander kooperieren.

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5 Fazit

Wir haben gesehen, wie das Internet aufgebaut ist, welche verschiedenen Dienste in ihm vereint sind. Obwohl alle verschiedene Vorzüge und Schwächen haben, ist ihnen doch gemein, daß sie Kindern Möglichkeiten für die Erweiterung ihres Kommunikationsfeldes bieten.
In Abschnitt Internetangebote für Kinder ließ sich feststellen, daß es bereits etliche Angebote gibt. Die Qualität ist allerdings sehr unterschiedlich. Einheitliche Standards fehlen noch. Es ist vor allem interessant zu sehen, daß private Einzelinitiativen von Bildungsträgern geförderten Projekten durchaus vorraus sein können.
Einzelne Grundschulen und Grundschüler haben den Weg ins Internet bereits gefunden.
Das Internet bietet heute Möglichkeiten den Deutschunterricht in der Primarstufe zu bereichern und wird in Zukunft nicht mehr aus ihm wegzudenken sein. Der Grund hierfür liegt im Einfluß seiner hypermedialen Struktur auf die "Technologie des Schreibens" (Bolter, S. 37). Will die Deutschdidaktik der Primarstufe ihrem Auftrag nachkommen, die sprachlichen Fähigkeiten der Kinder "so wirksam wie möglich zu entfalten und zu erweitern" (Kultusministerium, S. 88) so muß sie die Veränderungen, welche sich durch die neue Technik für die Schreibkultur ergeben, analysieren und entsprechend reagieren.

Trotzdem gibt es immer noch starke Vorbehalte, auf die ich im folgenden eingehen möchte.
Ein Argument gegen die Einführung des Internet sind die angeblich hohen Kosten für Geräte und Nutzungsgebühren. Hierzu ist jedoch zu bedenken, daß diese Kosten je nach Nutzungsart sehr stark schwanken. Auch sind in den Klassen häufig schon Computer vorhanden, die zumindest für einfache, textorientierte Anwendungen wie das Verfassen von E-Mails ausreichen. Ähnlich wie viele Computer (vgl. Renner, S. 24) könnte die Internet- Hardware aus Sachspenden von Eltern oder von Firmen bezogen werden, welche älterer Geräte ausmustern. Im übrigen gilt es zu bedenken, daß auch anderes Unterrichtsmaterial Geld kostet und Kostenfragen nicht die Diskussion überlagern dürfen, ob der Einsatz nun didaktisch sinnvoll ist oder nicht.
Ein anderes Argument gegen Zugang für Kinder zum Internet ist die Behauptung, daß "der Jugendschutz beim Surfen im Internet nicht gewährleistet werden kann" (Blatt, S. 82). Dies ist so nicht richtig. Gerade im WWW ist es unwahrscheinlich, daß Kinder ohne aktive Suche danach an desorientierendes Material geraten. Bester Jugendschutz ist hier die Kontrolle durch den Lehrer. Wenn der Lehrer auch nur einen groben Überblick über die Aktivitäten seiner Schüler im Netz hat, kann er  intervenieren. Das "im Auge behalten" der Schüler sollte meiner Meinung nach Vorrang vor einem Einsatz von Filterprogrammen oder dem totalen Internetverbot für Kinder haben.
Vielleicht gibt die freie Zugänglichkeit von Pornographie, Gewaltdarstellung und intoleranten Dokumenten ja auch den endgültigen Anstoß dazu, daß sich Grundschullehrer und Eltern aus ihrer oft noch tief verwurzelten Bewahrhaltung lösen und Themen wie Sexualität, sexuelle Gewalt, Gewalttaten und Diffamierungen endlich aufgreifen und mit den Kindern thematisieren. Die hessischen Rahmenpläne fordern (Kultusministerium, S. 268- 269 und 272- 273) dies bereits.
Quelle von Kritik sind auch die oft negativ beurteilten Nutzungsweisen der  Informations- und Kommunikationsangebote durch Kinder und Jugendliche. So erfolgt die Kommunikation gerade in E-Mails, Chats und anderen Foren oft auf einem "inhaltlich und sprachlichen einfachen Niveau mit vielfachen Verstößen gegen schriftsprachliche Normen" (Blatt, S. 81). Hierbei ist zu bedenken, daß diese Form der Korrespondenz oft als Ersatz mündlicher Kommunikation verwendet wird. Den Teilnehmern ist bewußt, daß sie nicht "korrekt" schreiben. "Darauf im Unterricht angemessen zu reagieren" (ebd.) kann wohl eher durch Thematisierung der Bedeutung korrekter Orthographie erreicht werden als durch den Versuch jeden Beitrag zu einem Chat auf Rechtsschreibfehler hin zu untersuchen oder eine solche Kommunikationsform völlig abzulehnen.
Kritiker werfen dem Internet oft vor, es erwecke bei Kindern den Eindruck, daß "Daten zufällig, beliebig , flüchtig, zeitabhängig sind, daß man nie findet was man sucht, aber vieles andere was möglicherweise auch spannend sein könnte" (Kübler a, S. 9). Dies könnte durch eine Thematisierung der Bedeutung, die unterschiedliche Infomationen haben können, vermieden werden. Zielgerichtete Suche und Beurteilung von gefundenen Informationen sollte ja eine der Kompetenzen sein, die Kinder im Umgang mit dem Internet erlernen.
Ebenso sollte nicht der Fehler begangen werden, den Begriff Wissen "auf Information die man einfach übernimmt und übermittelt" (Hentig 1993, S. 42) zu reduzieren. Hentig bemerkt hierzu, daß es falsch sei anzunehmen, "Wissen sei schon Wissen, wenn es einer als solches in einen 'Speicher' eingäbe: dann könnte man es sich dort abholen, wenn man es brauche" (Hentig 1997). Dieser Eindruck sollte bei den Kindern keinesfalls entstehen. Trotz Zugang zum Internet darf der Aufbau von Grundwissen (vor allem von Orientierungswissen) nicht vernachlässigt werden.
Außerdem sollte das Internet nicht als einzig wahre Informationsquelle überbewertet werden. Es sollte den Schüler durch die aktive Auseinandersetzung mit dem Internet klar werden, daß "nichtelektronische Suchwege und Reservoirs [ihre] Bedeutung und Gültigkeit" (Kübler a, S. 9) nicht verlieren, sondern behalten und je nach Aufgabe sogar vorzuziehen sind.
Die aus solchen Äußerungen sprechende Idee, man würde Schüler durch den frühen Umgang mit einem Medium auf dasselbe "konditionieren" (Hentig 1997) hat sich schon beim Computer nicht bewahrheitet. "Stimmt der pädagogische Rahmen, auf den es weit stärker ankommt als auf das Medium, dann wählen die Grundschüler unter einer bewußten Nutzen- und Werkzeugperspektive den Computer neben anderen Medien." (Mitzlaff 1996, S. 26). Auch beim Internet erkennt der geübte Nutzer schon bald die Grenzen, die sich für die Informationsbeschaffung ergeben. Der Illusion, alle Informationen der Welt seien hier jederzeit blitzschnell abrufbar, erliegt wohl nur derjenige, der sich noch nicht aktiv mit dem Netz beschäftigt hat. Auch um dem Internet diesen "Mythos" der absoluten Überlegenheit zu nehmen, sollte es bereits in der Primarstufe thematisiert werden.
Vielen Kritikern des Internet sollten sich vielleicht auch gründlicher mit den technischen Möglichkeiten und den unterschiedlichen Funktion der einzelnen Dienste befassen und den Kindern und Jugendlichen die diese nutzen mehr Respekt und Verständnis entgegenbringen. So würden vielleicht auch Äußerungen unterbleiben wie:
"Vergrößern Schülerzeitungen, die bestenfalls von lokalem Interesse sind, und globale, aber oft belanglose 'Chats' nicht nur die Flut von 'Datenmüll' im Netz?" (Mitzlaff 1998, S. 114)
"Und die Kids freuen sich , daß ihre elektronischen Seiten weltweit von jedermann betrachtet werden können - Selbstdarstellung an sich. Gibt es in Deutschland keine Nachbarn mehr?" (Hentig 1997)
Hier wird nicht nur die Bedeutung von Selbstdarstellung für Selbstwahrnehmung, Selbstverwirklichung und Selbstwertgefühl (siehe Hickethier) ignoriert. Es zeigt sich auch eine sehr eingeschränkte Vorstellung von "sinnvoller" Kommunikation.
Lesen (wie Schreiben) kann immer eine "hedonistische Funktion" (Kultusministerium, S. 106) erfüllen. Lesen aus "Lust, also als Genuß und zur Unterhaltung" (ebd.) soll nach dem Rahmenplan als "Lesefunktion betont" (ebd.) werden. Gerade diese Lust an der Unterhaltung macht die Chats für Jugendliche aber so attraktiv. Der Small Talk, der dort stattfindet, ist somit mitnichten nur "Datenmüll".
"Lediglich lokales Interesse" an einem Text rechtfertigt übrigens ebenfalls seine Veröffentlichung im Internet. Sobald Sender und Empfänger von Informationen räumlich getrennt sind, und sei es nur durch eine paar Häuserblocks, erleichert das Internet den Austausch. Wenn eine Schülerzeitung Informationen enthält, die auch für andere Kinder (oder Erwachsene) interessant sein können, warum soll sie dann nicht im World Wide Web zugänglich gemacht werden?
Natürlich sollen Kinder mit ihren "Nachbarn" kommunizieren, aber wieso will man ihnen das Recht verwehren, außerhalb ihres direkten Bekanntenkreises nach Gleichgesinnten für ausgefallene Hobbys oder Interessen zu suchen.
Ich kann mich des Eindrucks nicht erwehren, daß aus den von Harmut Mitzlaff dargestellten Einwänden gegen den Interneteinsatz und den Äußerungen von Harmut von Hentig, immer noch die überholte Vorstellung mitschwingt, nur wer als Redakteur, Schriftsteller, Professor oder Leiter einer angesehenen Laborschule einen gewißen Status erworben hat, habe auch das Recht seine Meinung einem breiteren Publikum kundzutun. Diese Zeiten sind vorbei. Auch im Internet sollten Schüler die Möglichkeit haben "als ernst genommene Autor/innen soziale Akzeptanz und Anerkennung zu finden" (Kultusministerium, S. 97).
Natürlich gibt es Inhalte, die im Internet eher ihren Platz haben als andere. So sollten bei der medienpädagogischen Arbeit in der Schule immer auch  gefragt werden, "was mit dem [...] Endprodukt gemacht wird. Wen soll es erreichen und vor allem wie?" (Hickethier, S. 135). Aber hier kommen wir schon zu allgemein gültigen Problemen der Medienpädagogik, die nicht erst vom Internet aufgeworfen wurden.
Hierzu gehören Allgemeinplätze wie: "Keinesfalls darf [Arbeit mit dem Computer] jedoch zu einem Verlust an authentischen Erfahrungen und sozialem Lernen führen" (Schulz- Zander, S. 12). Was für die Beschäftigung mit jedem Medium (auch dem Buch!) genauso wie für das  Internet gilt. Oder daß  die Medienpädagogik dem Grundsatz treu bleiben muß: "Die Apparate von vornherein in streng dienstbarer Funktion heranziehen: keine Übungen um des Computers willen" (Hentig 1993, S. 68). Genau so gilt kein Interneteinsatz um des Internets willen, was ebenfalls mediumsunabhängig Gültigkeit hat. Und natürlich ist klar: "Ohne eine überzeugende pädagogische Basiskonzeption und eine entsprechende Qualifizierung wird die Bildungsrelevanz der informationstechnischen Netze [...] fraglich bleiben" (Mitzlaff 1998, S. 114).

Was bleibt also zu tun?
Ähnlich wie bei der Computernutzung gilt beim Internet: "Es wäre völlig falsch, wollte man als Grundschullehrer [...] in eine technische Torschlußpanik verfallen" (Mitzlaff 1996, S. 48), aber man muß auch die Forderung der Medienpädagogen: "Mittelfristig wird aber jede Grundschule eine überzeugende medienpädagogische Antwort auf die außerschulischen Computererfahrungen ihrer Kinder finden müssen!" (ebd.) ebenfalls auf das Internet ausweiten.
Der Hessische Rahmenplan Grundschule schlägt in dieselbe Kerbe:
"Angesichts einer sich rapide verändernden Medienumwelt steht die Schule heute vor einer schwer zu bewältigenden Aufgabe. Zugleich liegt darin aber auch eine große Chance zur Neuorientierung des Lese- und Literaturunterrichts" (Kultusministerium, S. 106).
Medienpädagogen wie Primarstufenlehrer scheinen gut beraten, die Entwicklung des Internet weiter zu verfolgen. Insbesondere müssen sie analysieren, wann der Zeitpunkt gekommen ist, an dem das Internet endgültig zu einem entscheidenen Bestandteil der "Medienerfahrungen" (Bauer 1998 c, S. 226) ihrer Kinder wird. Sie dürfen nicht durch den momentan kleinen Anteil der Internetnutzer (an der Gesamtbevölkerung und unter Grundschulkindern) eingelullt werden und die Auseinandersetzung mit dem Internet auf später verschieben. Die Erfahrungen mit Fernseher und Computer zeigen, daß moderne Technologien nach und nach Einzug in alle Haushalte und somit auch in die Kinderzimmer halten.
Diese Aufgabe sollte nicht zu leicht genommen werden, denn ähnlich wie bei Computern gilt: "Eltern, Erzieher und Lehrer können nicht mehr wie gewohnt ihre ('Erwachsenen'- Erfahrungen als Maßstab für die Zukunft der Kinder setzen" (Bauer 1998 b, S. 195). Umso wichtiger wird es bei der Auseinandersetzung mit neuen Technologien das "wechselseitige Voneinander-Lernen" (Bauer 1994, S. 371) zu betonen oder wie Baacke es ausdrückt zu einer "Kreisbewegung offener Kommunikation" (Baacke, S. 25) zu kommen.
Neben der Betrachtung der Strukturen im Internet sollte in der medienpädagogischen Forschung außerdem die konkrete Nutzung des Internet durch Kinder quantitativ und vor allem qualitativ untersucht werden. Auch dies könnte Rückschlüsse auf mögliche fachdidaktische Konsequenzen geben.
Ignorieren dürfen wir die Medienerfahrungen der Kinder nicht. Das Internet wird früher oder später im Primarunterricht Deutsch thematisiert und wahrscheinlich auch eingesetzt werden müssen.
"Sich zu verweigern heißt, anderen als pädagogischen bzw. medienpädagogischen Kräften das Feld zu überlassen" (Aufenanger, S. 460).

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6 Glossar

Browser

Browser sind Programme zur Darstellung von HTML- Dokumenten. Moderne Browser ermöglichen einen Zugriff auf das -> WWW und enthalten meist zusätzlich Programme zur Nutzung von -> E-Mail und -> Newsgroups. Durch -> Plug-Ins können sie erweitert werden.
Die bekanntesten Browser sind der Netscape Navigator und der Microsoft Internet Explorer.
 

Channel

Channel ist das englische Wort für Kanal und bezeichnet einen Unterbereich des -> IRC, in dem die Teilnehmer des jeweiligen Channels die Nachrichten anderer lesen können.
 

Chat

In einem Chat können die Teilnehmer Texte schreiben, die sofort für alle anderen lesbar sind. Dadurch ist es möglich weltweit "Gespräche" per Tastatur zu führen.
Chats können über -> IRC, -> Telnet oder über besondere Angebote im -> WWW geführt werden.
 

Client

Soft- oder Hardware zur Interaktion mit einem -> Server.
 

Communities

Das englische Wort für Gemeinde bzw. Gemeinschaft bezeichnet auch besondere Angebote im -> WWW. Dort ist es den Teilnehmern möglich eigene Webseiten zu gestalten. Die Nutzer erhalten so das Gefühl, sie hätten ein eigenes "Heim" im Internet. Andere Teilnehmer werden als "Nachbarn" gesehen.
Download
Das englische Wort für "Herunterladen" bezeichnet den Vorgang des Kopierens eines Programms von einem -> Server auf einen lokalen Rechner. Dies geschieht meist über -> FTP.
 

Einwahlknoten

Ein Einwahlknoten erlaubt es über das Telefonnetz eine Verbindung zum Internet herzustellen. Einwahlknoten werden meist von -> Providern betrieben.
 

E-Mail

Die Abkürzung für das englisches Wort "electronic mail" bezeichnet sowohl eine einzelne digitale Nachricht als auch den zur Übermittlung derselben nötigen Internetdienst. (siehe auch Abschnitt 2.3.2)
 

Emoticon

Emoticons werden in -> Chats verwendet um Mimik zu ersetzen. So werden Zeichenkombinationen zur Imitierung von Gesichtsausdrücken genutzt. Zum Beispiel:
:-)   lachendes Gesicht
:-(   trauriges Gesicht
Die "Gesichter" werden sichtbar, wenn man den Kopf um 90% nach links dreht.
 

Frames

Frames (auf deutsch Rahmen) ermöglichen eine Darstellung mehrerer HTML Dokumente in einem Browserfenster. Dabei kann es aber zu Darstellungsproblemen bei niedrigen Bildschirmauflösungen kommen.
 

FTP

File Transfer Protocol bezeichnet einen Internetdienst der sich des gleichnamigen Protokolls zur Übertragung von Daten bedient.
 

Homepage

Unter Homepage versteht man die WWW- Seiten von Privatpersonen oder  Organisationen. Hier können sie sich darstellen und auf die von ihnen geschaffenen Internetangebote verweisen.
 

Hotlinks

Die wörtlich aus dem Englischen übersetzt: "heißen Verknüpfungen" bezeichnen eine im WWW übliche Form von Internetseiten, auf denen der Autor alle -> URLs mittels -> Hyperlinks verknüpft, die seiner Meinung nach zu interessanten Dokumenten oder -> Sites gehören.
 

HTML

HTML ist die Abkürzung für Hypertext Markup Language und bezeichnet eine Textbeschreibungssprache, die das Erstellen von digitalen Hypertexten ermöglicht. Dokumente im -> WWW sind in der Regel in HTML geschrieben.
 

Hyperlink

Ein Hyperlink oder Link bezeichnet eine Verknüpfung in einem Hypertextdokument.
 

IRC

Internet Relay Chat wird IRC abgekürzt und ist der Name eines Internetdienstes der -> Chats ermöglicht.
 

Kataloge

Zahlreiche Internetangebote versuchen die wichtigsten -> WWW- Seiten zu erfassen, in dem sie diese hierarchisch gegliedert zusammenfassen. Kataloge ermöglichen, dadurch das sie redaktionell betreut werden, meist einen übersichtlicheren Zugriff auf das WWW als -> Suchmaschinen. Bekannte Kataloge sind Yahoo (http://www.yahoo.de/), Lycos (http://www.lycos.de/) oder Web.de (http://web.de/).
 

Link

-> Hyperlink
 

Mail

-> E-Mail
 

Mailbox

Als Mailboxen bezeichnet man Computer, die man direkt über das Telefonnetz anwählen und auf ihnen Daten ablegen oder abrufen kann. Mailboxen stellten vor der flächendeckenden Verbreitung des Internet die wichtigste Möglichkeit des Datenaustausches zwischen Computern dar und werden zum Teil noch heute betrieben.
 

Meta- Tag

Als Meta- Tags bezeichnet man für den Betrachter der Seite unsichtbare  Anweisungen im ->HTML- Code.
 

MUD

Multi User Dungeons sind, meist über -> Telnet zugängliche, virtuelle Umgebungen. Mittels Eingabe von Befehlen können die Teilnehmer die Umgebung verändern und miteinander interagieren. (siehe auch die Erläuterungen im Abschnitt 2.3.5)
Newsgroups, News
Die im -> Usenet betriebenen Newsserver ermöglichen den Austausch von Nachrichten weltweit. Dieser Dienst läßt sich am besten mit digitalen Schwarzen Brettern vergleichen an denen jeder Nachrichten unter hierarchisch geordneten Untergruppen veröffentlichen kann. (siehe auch Kapitel 2.3.3.)
 

Online- Dienst

Online- Dienste wie AOL, T-Online oder Compuserve ermöglichen ihren Kunden Zugang zu einem firmeneigenen Netzwerk. Außerdem haben diese meist die Möglichkeit über den Online- Dienst auf das Internet zuzugreifen.
 

Plug- In

Plug- In nennt man Programme, die einen -> Browser um zusätzliche Funktionen ergänzen. Hauptsächlich werden Plug- Ins eingesetzt um die Darstellung von Animationen und Video- oder Audiodateien zu ermöglichen.
 

Provider

Ein Provider stellt Dienstleistungen rund ums Internet zur Verfügung, beispielsweise den Zugang zum Internet über einen Einwahlknoten.
 

Server

Computer, die anderen Rechnern Dienstleistungen zur Verfügung stellen bezeichnet man als Server. Das Internet besteht aus unzähligen solcher Server, die verschiedene Funktionen wie Weiterleitung oder Speicherung von Daten erfüllen.
 

Shareware

Programme, die man vor dem Kauf kostenlos testen kann, bezeichnet man als Shareware.
Site
Als Site oder Website wird im allgemeinen eine Ansammlung von verschiedenen WWW- Dokumenten bezeichnet, die zu einem Angebot gehören.
 

Suchmaschinen

Als Suchmaschinen bezeichnet man Internetangebote, die es ermöglichen, in Internetdokumenten nach Schlagwörtern zu suchen. Bekannte Suchmaschinen wie Altavista (http://altavista.digital.com/), Excite (http://www.excite.de/)
oder Fireball (http://www.fireball.de/) erlauben es, das gesamte ihnen bekannte Netz auf Stichwörter hin abzusuchen. (zur Problematik der Recherche mit Suchmaschinen siehe auch Glave)
 

Telnet

Telnet ermöglicht es, auf einen Server zuzugreifen, als hätte man lokalen Zugang. (siehe auch Abschnitt 2.3.5)
 

URL

Der Uniform Ressource Locator wird meist als Internetadresse bezeichnet und ermöglicht es jedes WWW-Dokument eindeutig zuzuordnen und erreichbar zu machen.
 

Usenet

Vom Internet unabhängiges Netz zum Austausch von -> News. Daten aus dem Usenet werden heute aber meist über das Internet übertragen.
 

User

Benutzer von Hard- und Software beziehungsweise eines Internetdienstes.
 

Website

-> Site ->Web
 

World Wide Web, WWW, Web

Das World Wide Web ist der wohl erfolgreichste Internetdienst. Er besteht in erste Linie aus HTML- Dokumenten auf verschiedenen -> Servern. Hypertexte im WWW sind miteinander durch -> Hyperlinks verknüpft. Die  HTML- Seiten im
Web sind durch -> Browser darstellbar. (siehe auch Abschnitt 2.3.6.)

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7 Literaturverzeichnis

Aus dem World Wide Web übernommene Dokumente werden nach folgendem Schema zitiert:
Name des Autors (wenn dieser nicht genannt wird, der Name des Copyright- Inhabers)
Überschrift des Dokuments
Adresse (URL) des Dokuments
Datum der Erstellung des Dokuments (sofern vorhanden)
Datum der Einsicht durch den Verfasser dieser Arbeit (dies ist nötig, da Dokumente im WWW oft nachträglich verändert werden)

Arenhövel, Franz: Computereinsatz in der Grundschule. Donauwörth: Ludwig Auer Verlag 1994.

Aufenanger, Stefan: Die neuen Medien und die Pädagogik - Tendenzen in der Medienpädagogik. In: Bildung und Erziehung Jahrgang 49 (1996) Heft 4, S. 449- 460.

Baacke, Dieter: Schulen im Strom gesellschaftlicher Kommunikation. Medien und neue Schulfigurationen. In: Pädagogik (1997) Heft 6, S. 23- 25.

Bachmann, Birgit; Stefan R. Müller: Wer macht die Blinde Kuh? Was steckt dahinter?
http://homehobel.phl.univie.ac.at/hamburg/blindekuh/wer.html gesehen am 17.09.1998

Bachmann, Birgit; Stefan R. Müller: Was wird in die Suchmaschine aufgenommen?
http://homehobel.phl.univie.ac.at/hamburg/blindekuh/was.html gesehen am 17.08.1998

Blatt, Inge: Der Computer im Deutschunterricht der Grundschule. In: Büttner, Christian; Schwichtenberg, Elke (Hrsg.): Computer in der Grundschule. Geräte, didaktische Konzepte, Unterrichtssoftware. Weinheim und Basel: Beltz Verlag 1997. S 72- 84.

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Bauer, Karl W.: Mediatisierung der Gesellschaft und Perspektiven schulischer Medienpädagogik. In: Diskussion Deutsch (1994) Heft 140, S.365- 373.

Bauer, Karl W. (Hrsg.): Grundkurs Literatur und Medienwissenschaft:  Primarstufe. 3. überarbeitete und erweiterte Neuauflage. München: Wilhelm Fink Verlag 1998.

Bauer, Karl W.: Medien. In: Bauer, Karl W. (Hrsg.): Grundkurs Literatur und Medienwissenschaft: Primarstufe. 3. überarbeitete und erweiterte Neuauflage. München: Wilhelm Fink Verlag 1998.

Bauer, Karl W.: Didaktik Deutsch. In: Bauer, Karl W. (Hrsg.): Grundkurs Literatur und Medienwissenschaft: Primarstufe. 3. überarbeitete und erweiterte Neuauflage. München: Wilhelm Fink Verlag 1998.

Bußman, Inge: Chillias. Die europäische virtuelle Kinderbibliothek der Zukunft. In: medien praktisch (1997) Heft 3, S. 19- 20.

Büttner, Christian; Schwichtenberg, Elke (Hrsg.): Computer in der Grundschule. Geräte, didaktische Konzepte, Unterrichtssoftware. Weinheim; Basel: Beltz Verlag 1997.

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Issing, Ludwig J.; Klimsa, Paul (Hrsg.): Information und Lernen mit Multimedia. Weinheim: Psychologie- Verlags- Union 1995.

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Kultusministerium, Hessisches: Rahmenplan Grundschule. Wiesbaden: 1995.

Lück, Willi van: Erweiterte Kulturtechniken für die Informationsgesellschaft. Schreiben und Lesen von Hypermedia im Unterricht. In: Computer und Unterricht (1997) Heft 28, S. 5- 9.

Ludes, Peter; Werner, Andreas (Hrsg.): Multimedia-Kommunikation - Theorien Trends und Praxis. Opladen: Westdeutscher Verlag 1997.

Mitzlaff, Hartmut (Hrsg.): Handbuch Grundschule und Computer. Vom Tabu zur Alltagspraxis. Weinheim; Basel: Beltz Verlag 1996.

Mitzlaff, Hartmut: Netzwerk und Vernetzung, Multimedia. In: Haarmann, Dieter (Hrsg.): Wörterbuch Neue Schule. Stichworte zur aktuellen Reformdiskussion. Weinheim; Basel: Beltz Verlag 1998. S. 111- 118.

Moser, Heinz: Neue mediale, "virtuelle" Realitäten. Ein pädagogisches Manifest. In: medien praktisch (1997) Heft 3, S. 10- 15.

Münker, Stefan; Roesler, Alexander (Hrsg.): Mythos Internet. Frankfurt am Main: Suhrkamp Verlag 1997.

Perrochon, Louis: School goes Internet: das Buch für mutige Lehrerinnen und Lehrer. Heidelberg: dpunkt - Verlag für digitale Technologie 1996.

Renner, Gerhard: Schulleitung und Computer. Der Computer als Innovationsmotor. In: Büttner, Christian; Schwichtenberg, Elke (Hrsg.): Computer in der Grundschule. Geräte, didaktische Konzepte, Unterrichtssoftware. Weinheim und Basel: Beltz Verlag 1997. S. 18- 25.

Rüttgers, Jürgen: Schulen ans Netz. In: Die Zeit. Nr. 39 vom 19. September 1997. S. 50.

Schell, Fred; Schorb, Bernd; Palme, Hans- Jürgen (Hrsg.): Jugend auf der Datenautobahn - Sozial- gesellschafts- und bildungspolitische Aspekte von Multimedia. München: KoPäd Verlag 1995.

Schmidt, Jürgen: Kindersicheres Netz? Internetzugangsschutz für Kinder. c´t Magazin für Computertechnik (1997) Heft 15, S. 224- 232.

Strittmater, Peter; Mauel, Dirk: Einzelmedium, Medienverbund und Multimedia. In: Issing, Ludwig J.; Klimsa, Paul (Hrsg.): Information und Lernen mit Multimedia. Weinheim: Psychologie- Verlags-Union 1995. S.47- 63.

Schulz- Zander, Renate: Lernen in der Informationsgesellschaft. In: Pädagogik (1997) Heft 3, S. 8- 12.

Winter, Alexander: Arbeiten mit Hypertext. In: Unterrichtswissenschaft 26. Jahrgang (1998) Heft 1, S. 32- 51.

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