[werner.stangl]s arbeitsblätter 

Der Fall Leslie*)

Leslie ist ein qualifizierter Steuerberater, der vor kurzem zum Partner befördert wurde. Er fühlte sich unsicher und besonders in dieser Position verunsichert, da er jetzt für die Aktivitäten einer ganzen Arbeitsgruppe verantwortlich gemacht wurde. Seine größte Furcht war, daß ein Fehler in einem frühen Stadium auftreten und nicht nur seine Fähigkeit in Frage stellen würde, sein Team zu managen. Er könnte auch die Rechtfertigung für seine Beförderung in den Augen von anderen Partnern, besonders seines Seniorpartners in Frage stellen. Also wurde er darum gebeten, sich eine Szene vorzustellen, in der ein äußerst gravierender Fehler entdeckt worden war. Es sollte das Ergebnis eines direkten menschlichen Versagens innerhalb seines Teams sein, hervorgerufen durch einen Managementfehler. Er wurde dann darum gebeten, zu beschreiben, was er sah, hörte und fühlte.

Die Reaktionen, die er äusserte, waren sehr stark, sogar in der Tat stärker als während der Telefonaktion: "Kranksein", "Grauen", "Angst", und ein "Gefühl von Taubheit". Er erblaßte sichtlich, als er davon berichtete. In der vorgestellten Situation befand er sich allein ein seinem Büro. Die Szene war dunkel und unscharf, außer einem Stück Papier vor ihm, das den Fehler zeigte. Er war assoziert, aber in diesem Stadium der Entdeckung hatte er kein Gefühl dafür, daß irgend etwas über diese unscharf wahrgenommene Umgebung hinaus existierte. Es gab keine Geräusche und die Farben waren gedämpft.

Innerhalb der in der NLP-Literatur gezeigten Veränderungsstrategien der Submodalitäten ist eines der gebräuchlichsten in der Behandlung von extremen emotionalen Reaktionen die Dissoziation.

Er war in der Lage, dies zu tun. Er wurde dann angewiesen,

Dieser Prozeß dauerte mehrere Minuten, aber er sagte schließlich, daß es wirklich Lösungen gab. Er forderte sein körperloses Selbst auf,

Leslie wurde dann darum gebeten,

Er wirkte am Ende dieses Prozesses deutlich entspannter und wurde deshalb gebeten, es noch einmal zu tun. Nach einem schnelleren dritten Durchgang wurde er darum gebeten,

Das Bild war klar, fokussiert, hell und in Farbe (vier Submodalitäten hatten sich geändert). Er konnte das Rascheln von Papieren und den Lärm von einem Telefon und die Leute ausserhalb hören (Änderung der Submodalitäten). Er spürte immer noch die Woge der Furcht und das Gefühl der Taubheit, aber diese wurden schnell gedämpft, als er formulierte, was zu tun sei. Er ging tatsächlich zu einem proaktiven Verhalten über. Er war aktiv einbezogen, statt passiv zu leiden.

Ob er sich in einer realen Situation anders verhalten wird, kann man im Rahmen dieses Forschungsprojekts nur vermuten, aber er zeigte deutlich weniger Zeichen von Besorgnis und äusserte mehr das Gefühl von Kontrolle. O' Connor und Seymour (1990) sind der Ansicht, daß die Änderung nur einer Submodalität eine Veränderung bewirken könnte. In diesem Fall waren eine ganze Reihe beteiligt und es ist nicht möglich, zu sagen, welche Submodalität die zentrale Rolle gespielt hat.

Leslies letzter Kommentar war, daß für ihn von allen Sitzungen diese die interessanteste und lohnendste gewesen sei. Die Teilnahme an dem Forschungsprojekt sei für ihn allein deswegen sehr wertvoll gewesen.

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Quelle: http://www.nlp.at/theorie/mk/kear3b.htm (03-06-28)

Literatur: O'Connor, J. & Seymour, J, (1990). Introducing Neuro Linguistic Programming. Mandala, London.



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