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Drogenarten

Keine Macht den Drogen - No Drugs

Als Drogen bezeichnet man jene psychotrope Substanzen bzw. Stoffe, die durch ihre chemische Zusammensetzung auf das Zentralnervensystem einwirken und dadurch auf das Denken, Fühlen, die Wahrnehmung und das Verhalten Einfluß nehmen.
Drogen werden in verschiedene Gruppen eingeteilt:

Nüchternheits-/Leistungsdrogen
Leistungsdrogen haben eine anregenden Wirkung auf den Organismus. Dieser wird durch eine verstärkte Ausschüttung von Stresshormonen (z.B. Dopamin) bewirkt, was sich in einer Erhöhung des Blutdrucks, verstärkter Muskelaktivität bis zum Zittern, geringerem Schlafbedürfnis und weniger Hunger ausdrückt. Ihr Wirkungsspektrum reicht von leichten Anregungszuständen bis zu Omnipotenzgefühlen. Nach dem Abklingen der Wirkung können unter Umständen Gefühle körperlichen Ausgelaugtseins und depressive Verstimmungen auftreten. Zu dieser Gruppe gehören Stoffe wie Koffein, Kokain , Nikotin, Thein.

Hypnotika und Sedativa
Schlaf- und Beruhigungsmittel bewirken ein Herunterfahren körperlicher oder geistiger Aktivität. Der Stoffwechsel wird verlangsamt, Angstzustände und Depressionen werden nicht oder kaum mehr wahrgenommen. Deshalb werden diese Stoffe auch aus "Downer" bezeichnet. Auch nach dem Abklingen der unmittelbaren Wirkung können Müdigkeit, Benommenheit und Kreislaufschwäche auftreten. Zu dieser Gruppe zählen Alkohol, Barbiturate, Benzodiazepine (wie z.B. Valium).

Halluzinogene
Halluzinogene sind Stoffe, die eine sogenannte "bewußtseinserweiternde" Wirkung haben können. Ihre Wirkung beruht auf der Ähnlichkeit mit dem Botenstoff Serotonin, der eine Reizüberflutung des Gehirns verhindert. Durch die nach der Einnahme von Halluzinogenen hervorgerufene Reizüberflutung kommt es zu optischen, akustischen oder emotionalen Halluzinationen, die sich z.B. in besonders intensiver Farb- oder Musikwahrnehmung bis hin zu den viel beschriebenen "rosa Elephanten" ausdrücken kann. Negative äußere Einflüsse oder auch Unwohlsein bei der Einnahme können allerdings auch sogenannte "Horror-Trips" auslösen, die durch Angstzustände und Panikattacken gekennzeichnet sind. Die bekanntesten Halluzinogene sind Cannabis (Marihuana, Haschisch), Psilocybin, Meskalin und LSD.

Opiate
Opiate sind das im Schlafmohn enthaltene Opium und seine Derivate. Ihre Wirkung beruht auf ihrer großen Ähnlichkeit mit den Endorphinen. Diese sind natürliche Botenstoffe des Menschen, welche durch die Hirnangangsdrüse ausgeschüttet werden und Wohlbefinden und Glückszustände auslösen. Deshalb werden sie auch oft als "Glückshormone" bezeichnet. Die Zufuhr von Opiaten wird durch den Organismus als eine starke Steigerung des Endorphinspiegels wahrgenommen. Da sich dem Körper auf diese Weise weit mehr "Glückshormone" zuführen lassen, als dieser in der Lage ist, selbst zu produzieren, lassen sich mit den Opiaten derart starke Zustände von Wohlbefinden erzeugen, daß das Verlangen nach wiederholtem Konsum sehr schnell eintreten kann. Das Absetzen von Opiaten führt zu starken Depressionen, Magenkrämpfen, Schwitzen und Muskelzittern. Die bekanntesten Opiate sind Opium, Morphin, Codein und Heroin.

Der Begriff "Drogen" leitet sich vom Adjektiv "trocken" ab. Ursprünglich bezeichnete er getrocknete Pflanzen und Pflanzenteile, die für Heilzwecke, als Stimulantia oder auch als Gewürze genutzt wurden.

 

Alkohol (Ethanol)

Entsteht durch Vergären von Früchten, wird durch DestilliWeintrauben Alkohol Kulturdrogen akzeptierteren konzentriert. Alkohol wird in vielen Kulturen als Nahrungs-, Genuß- und Rauschmittel verwendet. In Österreich ist Alkohol ein legales Genußmittel. Alkohol kommt in unterschiedlichen Formen als Flüssigkeit mit verschieden hohen Promillegehalt in Getränken vor. Erkennungsmerkmale: Alkoholgeruch, zunehmende Trunkenheit, Verlust der Kontrolle über die Motorik, Wanken, Torkeln, verwaschene Sprache bis hin zur Bewußtseinstrübung und zum Koma. Lähmung des Wärmezentrums im Gehirn, Gefahr der Unterkühlung und Erfrierung. Alkohol wirkt in allen Teilen des Gehirns hemmend (Enthemmung), Verminderung der kritischen Selbsteinschätzung, Kritik- und Urteilsfähigkeit, Euphorie, depressive Stimmung, Aggression. Die Alkoholwirkung läßt sich stufenartig etwa so beschreiben:

  • Zustände der Wohlgestimmtheit (0,1 bis 1,0 Promille)
  • Rauschstadium (1,0 bis 2,0 Promille)
  • Betäubungsstadium (2,0 bis 3,0 Promille)
  • Lähmungsstadium (3,0 bis 5,0 Promille)

Man unterscheidet: Einfacher Rausch: Verträglichkeit ist individuell unterschiedlich (Männer vertragen Alkohol besser als Frauen - abhängig von körperlicher Konstitution). Steigerung der Symptome mit Steigerung der Menge konsumierten Alkohols. Komplizierter Rausch: Verhaltensstörungen, oft Aggressionsausbrüche, Bewußtseinsstörungen und Erinnerungslücken nach dem Rausch sind typische Zeichen für diesen Zustand. Akute Vergiftung: Ab 1,4 Promille Verlust der Koordinationsfähigkeit, kann zum Koma führen. Tod tritt durch Atemlähmung ein (Gefahr auch durch Ersticken am Erbrechen, durch Unterkühlung im Freien, ...) Alkohol ist ein Zellgift und schädigt praktisch alle Organsysteme des Körpers:

  • Nervensystem:
    • Periphere Polyneuropathie: Potenzprobleme, Muskelschwächen, Temperaturregelungsstörungen,..
    • Alkoholischer Tremor: Dauerzittern
    • Bewegungsstörungen
    • Konzentrationsfähigkeit sinkt (Sprachstörungen, Abbau der Großhirnrinde führt zu zunehmendem Verlust von Gedächtnisleistungen, ...)
    • Krampfanfälle
  • Organe
    • Leberschäden
    • Entzündungen im Magen-Darmtrakt
    • Herz-Kreislauf-System-Störungen

Trinkertypen

  1. Konflikttrinker, psychische Probleme führen zu Alkoholmißbrauch (meist kein Kontrollverlust )
  2. Gelegenheits- und Verführungstrinker, durch soziales Umfeld bedingt (Gastgewerbe,...)
  3. Spiegeltrinker, kein Kontrollverlust, Blutalkoholspiegel wird aufrechterhalten, sozial lange unauffällig.
  4. Quartaltrinker, unkontrollierte Trinkanfälle, Kontrollverlust im Rausch.
  5. Trinker, bei dem schon eine erhebliche Abhängigkeit vorliegt. Kontrolle geht verloren, organische Schäden treten auf.

Nikotin

Alkaloid der Tabak-Pflanze. Ist in Europa seit knapp 500 Jahren bekannt. Anwendung: üblicherweise rauchen, seltener schnupfen oder kauen. Droge mit eindeutigen Wirkungen auf das zentrale Nervensystem. Je nach Persönlichkeit kann es stimulieren oder auch entspannen. Die Möglichkeit einer seelischen Abhängigkeit ist unbestritten, daß Nikotin aber auch körperliche Entzugserscheinungen haben kann, wird oft zu wenig beachtet (z.B. Magenbeschwerden). In Österreich ist der Tabakkonsum (meist in Form von Zigaretten) gesellschaftlich toleriert.

Akute Wirkung

  • vegetatives Nervensystem wird anfangs erregt, anschließend gelähmt
  • nichtberauschende Wirkung

Folgen des chronischen Mißbrauches Gesundheitsschäden wie Lungenkrebs, Raucherbein. Durch ständigen Tabakkonsum kommt es zu einem Vermögensverlust sowie einer Lebensverkürzung (aus Statistiken erwiesen).

NEU: Wie höre ich mit dem Rauchen auf?

Legale und gesellschaftlich akzeptierte Drogen (Kulturdrogen)

Alkohol ist eine der ältesten bekannten Drogen. Die Germanen sollen dem Met in einem Maße zugesprochen haben, daß Tacitus meinte, sie eher durch genügend zu trinken als durch Kriege vernichten zu können. Die Griechen kannten den Dionysoskult, die Römer den Bacchuskult, bei denen unter gewissen Spielregeln gemeinsam gezecht wurde und die quasireligiösen Charakter hatten. Auch im christlichen Glauben spielt der Wein innerhalb religiöser Rituale eine Rolle. Auch der Kampf gegen diese Drogen hat eine lange Geschichte: Bei den Ägyptern war Wein im Gegensatz zu Bier den gehobenen Gesellschaftskreisen vorbehalten, bei den Römern war Frauen der Alkohol offiziell verboten. Der Kampf gegen die Droge Alkohol zieht sich bis in die Gegenwart, etwa in der die Alkoholprohibition in USA von 1917 bis 1933.

Koffein (Trimethylxanthin)

 

Natural drugs - oder Smart Drugs - sind psychoaktive Substanzen, die in der Natur vorkommen und zum Teil in Smart- oder Headshops verkauft werden. Chemisch gesehen haben diese Substanzen nicht sehr viel gemeinsam, gibt es doch tausende verschiedene Pflanzen, Pilze, Kakteen, Früchte und Kräuter, die bewusstseinsverändernd wirken. Die Meinung, dass nicht verbotene, legal erhältliche Substanzen gesundheitlich unbedenklicher als illegale Substanzen sind, ist zwar ziemlich weit verbreitet aber dennoch falsch. Ob etwas legal oder illegal ist, hängt nur teilweise von den gesundheitlichen Risiken des Konsums ab. Die Wirkungen und möglichen Gefahren vieler natural drugs sind wissenschaftlich noch kaum untersucht. Manche natural drugs enthalten hunderte verschiedene chemische Substanzen, von denen viele psychoaktiv wirksam sein können, die Wirkstoffkonzentration dieser Substanzen schwankt jedoch kaum vorhersagbar. Sind natürliche psychoaktive Substanzen gesünder als synthetische? Diese Frage erübrigt sich, wenn bedacht wird, dass alle natürlichen Stoffe - etwa Pflanzen - aus Atomen aufgebaut sind, und mit eben diesen Atomen beschäftigt sich bekanntlich die Chemie. Zudem werden auch natürliche Substanzen im Körper in kleinere Stoffe umgewandelt - anders könnten sie die Blut-Hirn-Schranke nicht überwinden, um im Gehirn wirksam zu werden. Egal ob etwas künstlich hergestellt wird oder in der Natur wächst: um bei einer Person eine bewusstseinsverändernde Wirkung auszulösen, muss sich die Substanz ins Neurotransmittergleichgewicht des Gehirns einschalten - und spätestens dort erübrigt sich die Unterscheidung von natürlich und synthetisch.

Natural Drugs, Smart Drugs

Quelle: http://www.checkyourdrugs.at/
data/substanzen/naturaldrugs/01/
index.html (01-07-07)

Fliegenpilz  (Amanita muscaria)

Wurde seit Jahrtausenden in Sibirien konsumiert, bevor dort der Wodka Einzug hielt. Anwendung: essen oder als Auszug trinken. Wirkung: ähnlich Alkohol (allerdings ohne "Kater"), Halluzinationen, gesteigertes Kontakt- und Redebedürfnis, oft Übelkeit, manchmal mit Erbrechen, in Überdosen paranoide Wahnvorstellungen, Panik, selten Herzstechen. Fliegenpilze sind nicht tödlich. Der Fliegenpilz steht unter Naturschutz.  

Psilocybin 

Alkaloid des Psilocybe-Pilzes (Spitzkegeliger Kahlköpfling, "Psilo", magic mushroom). Wurde 1954 von Albert Hofmann in den Labors von Sandoz (Basel) erstmalig in Reinform aus dem Pilz extrahiert. Die Pilze werden gegessen oder als Tee getrunken. Wirkung: starke Wahrnehmungsveränderungen, in der Intensität zwischen Hanf und LSD angesiedelt. Es gelten die gleichen Vorsichtsregeln wie beim LSD: auf gute Umgebung und gutes eigenes Wohlbefinden achten, um schlechte Halluzinationen zu vermeiden. Zur Zahl der Konsumenten liegen keine Statistiken vor.

Psychopharmaka

sind auf die Psyche wirkende Arzneimittel. Der Medikamentenmißbrauch wird vor allem mit Schmerzmitteln, Beruhigungsmitteln, Schlafmitteln und Aufputschmitteln betrieben. Diese Stoffe haben erhöhtes Mißbrauchs- und Abhängigkeitsrisiko. Der Konsument solcher Medikamente wird sich seiner entstandenen Sucht oft erst spät bewußt. Auch fällt ein Geheimhalten der Sucht meist nicht allzu schwer. Ursachen für die Abhängigkeit liegen in der Person selbst und im sozialen Umfeld dieser Menschen, weiters auch im großen Angebot an abhängigkeitserzeugenden Medikamenten. Sie bedingen bei regelmäßiger Verabreichung körperliche Abhängigkeit. Auf Grund ihrer leichten Zugänglichkeit werden bestimmte Medikamentengruppen sowohl in der Drogenszene (Ersatzstoff bei Opiaten bei Versorgungsengpässen oder für den Beikonsum) als auch in der sogenannten Normalbevölkerung mißbräuchlich verwendet. Ihr Abhängigkeitspotential wird häufig unterschätzt. Medikamente, die geeignet sind, Abhängigkeit zu erzeugen

  • Appetitzügler
  • Asthmamittel
  • Beruhigungsmittel
  • Opiathältige Narkosemittel
  • Opiathältige Schmerzmittel
  • Schlafmittel
  • Schmerzmittel
  • Aufputschmittel

Diazepam (Valium) 

Rein chemisch hergestellte Tabletten, kommt in der Natur nur in Spuren in Kartoffeln vor. Gehört zur Gruppe der Benzodiazepine (Beruhigungsmittel). Anwendung: Tabletten schlucken, z.T. intravenös injiziert. Wirkt beruhigend, in höheren Dosen einschläfernd. Schmerzen werden gedämpft und unterdrückt, deshalb häufige Anwendung in der Akutbehandlung seelisch Kranker. Nach 4-6 Wochen Dauerkonsum Beginn der Herausbildung starker Abhängigkeit. Dann bei Absetzen starke Entzugsbeschwerden (Depression, Selbstmordgedanken, Muskelzittern, Schmerzen).

Kontrollierte Drogen (Arzneimittel)

Opiate

sind Wirkstoffe, die aus dem Pflanzensaft der Kapseln des Schlafmohnes gewonnen werden: Morphium, Heroin, Opium, etc. Nach dem Trocknen wird es zu einer festen, hartgummiartigen schwarzen Masse. Der Hauptinhaltsstoff ist das Morphin, von dem durch chemische Prozesse halbsynthetische Derivate hergestellt werden können. Die wichtigsten sind: Morphium, Hydromorphin, Diacetylmorphin (=Heroin ), Opium, Codein, Methadon, ... Opiate können geschnupft, gespritzt, geschluckt und geraucht werden. Akute Wirkungen

  • Zentrale Wirkung mit Angriffspunkt im Gehirn oder Rückenmark: Schmerzstillung (Medizin: Schmerzmittel)
  • Dämpfung des Atemzentrums im Gehirn (Die Atemlähmung ist auch die Ursache für den Tod bei einer Überdosis )
  • Dämpfung des Hustenzentrums
  • Dämpfung des Brechzentrums

Wirkungen im übrigen Körper

  • Verkrampfung der Muskeln im Magen-Darm-Trakt
  • Harnverhaltung (führt zu Koliken der Gallen- und Harnwege)
  • Schweiß und Tränendrüsensekretion ist eingeschränkt
  • Blutdruckregelungsstörungen

Psychische Wirkungen: Intensität steigt vom Opium über Morphium zum Heroin. Kurz nach der Einnahme kommt es zu einem starkem Glücksgefühl, gefolgt von emotionaler Distanz , Schmerzfreiheit und Wachträumen. Chronische Abhängigkeit: Bei regelmäßiger Einnahme muß die Dosis sehr rasch erhöht werden, um eine spürbare Wirkung zu erzielen. Die körperliche Abhängigkeit kann sich schon nach 2 Wochen einstellen. Oft ist die seelische Abhängigkeit schon nach der ersten Einnahme stark ausgeprägt. Körperliche Erkrankungen: Hepatitis B und Hepatitis C (Leberentzündung bis hin zur Leberzirrhose), HIV- Infektion (gemeinsamer Nadelgebrauch, Prostitution - ungeschützter Geschlechtsverkehr), Erkrankungen als Folge körperlicher und sozialer Verwahrlosung (Blutvergiftung, Unterernährung). Opiate bedingen schon nach wenigen Einnahmen körperliche Abhängigkeit.

Bereits die Sumerer wußten vor über 4000 Jahren von der berauschenden Wirkung des Mohns. Ausgrabungen von neolithischen Siedlungen in der Schweiz aus der Cortaillod- Kultur (3200-2600 vor Christus),zeigen, daß bereits damals Papaver kultiviert wurde, wahrscheinlich wegen des Nährwertes der Mohnsamen, die zu 45 Prozent aus Öl bestehen. Die Schriften von Theophrastus aus dem dritten Jahrhundert vor Christus sind die erste schriftliche Quelle aus dem Westen, in der Opium erwähnt wird. In Europa wurde es von Paracelsus (1493-1541) eingeführt. Hildegard von Bingen warnte in ihrem Kräuterbuch vor den gefährlichen Wirkungen des Mohnsaftes. Der Basler Stadtarzt Felix Platter konstatierte 1614 den ersten Fall einer Überdosierung, den ein "unwissender Quacksalber" zu verantworten hatte. Opium wurde bis Ende des 19. Jahrhunderts in breitem Rahmen als Heilmittel verwendet. Es stand jedermann frei, Opium zu produzieren, zu importieren, oder zu verkaufen. Der orale Konsum von Opium, entweder in Tabletten oder in flüssiger Form (Laudanum) oder als Paregoric, einer Kampfer-Opium-Tinktur, war weit verbreitet. Mitte des 19. Jahrhunderts begann - hauptsächlich in England und den Vereinigten Staaten - die Problematisierung des Konsums von Opium und seinen Derivaten.

Heroin (Diacetylmorphin)

Aus dem Schlafmohn (papaver somniferum) gewonnenes Morphin wird chemisch zu Heroin veredelt. In Reinform weißes, auf den Schwarzmärkten zumeist beige bis braunes, bitteres Pulver. 1874 von C.R.A. Wright erstmalig hergestellt. Ab 1898 von Bayer (Leverkusen) kommerziell vermarktet. Ist das in der Drogenszene am weitesten verbreitete Opiumderivat. Es ist ein hochwirksames körperliches und seelisches Schmerzmittel. Kurz nach der Einnahme werden sämtliche negativen Empfindungen zugedeckt; dazu kommt anfangs ein momentan spürbares Hochgefühl. Schon ein kurzzeitiger, regelmäßiger Konsum kann genügen, um eine körperliche und seelische Abhängigkeit und damit eine schwere Sucht zu erzeugen.

siehe auch
Heroinsucht

Halluzinogene

Unter Halluzinogene versteht man Stoffe natürlicher oder chemischer Herkunft, die geeignet sind, die Bewußtseinslage und die Sinnesempfindungen für eine bestimmte Zeit zu verändern: LSD, Mescalin, Psilocybin.

LSD  (Lysergsäurediethylamid)

Alkaloid des Mutterkornpilzes und der Trichterwinde. Erstmalig 1938 von Albert Hofmann in den Labors von Sandoz (Basel) extrahiert und 1943 in seiner Wirkung von demselben entdeckt. Ist die Substanz mit der stärksten bekannten psychoaktiven Wirkung. Liegt zumeist als LSD-getränkte Löschpapier-Blättchen ("Trips"), seltener als Pillen ("Micros") vor. LSD ist bereits in sehr geringer Dosierung wirksam Rausch :etwa 0,1 mg). Einnahme : oral oder intravenös. Akute Wirkung

  • Körperlich: Helles Licht wird als störend empfunden. Brechreiz, Erbrechen oder Übelkeit kann auftreten. Störungen des Herz-Kreislaufsystems.
  • Psychisch: Zu Beginn des Rausches veränderte Farbwahrnehmung, v.a. vor dunklem Hintergrund werden unterschiedliche Muster gesehen, die sich bewegen und verändern.
  • Es treten auf:
    • Denkstörungen
    • Wahnvorstellungen
    • Befremdungserscheinungen im Bezug auf den Körper
    • Wechselnde Stimmungslagen

Gefahren des LSD-Konsums

Horrortrip: Während der Drogeneinnahme kann es zu massiven akuten Angstanfällen kommen.
Flash-back-Phänomen: Dieser Zustand kann oft Monate nach der letzten LSD-Einnahme auftreten und wird von intensiver Angst und Desorientierung begleitet.
Auslösung von Psychosen: Es kann schon bei einmaligem Gebrauch von Halluzinogenen bei Personen mit leicht brüchiger Persönlichkeit zur Auslösung von Geisteskrankheiten kommen.
Für den Notfall 1 bis 2 Tabletten Diazepam bereithalten, die den Konsumenten recht schnell wieder beruhigen und das Schlimmste verhindern.

Seit Jahrhunderten ist das Mutterkorn bekannt, ein Pilz und Schmarotzer (Claviceps Purpurea), der sich an Getreideähren ansiedelt und in feuchtwarmen Sommern ganze Kornfelder und Ernten verderben kann. Überlieferte Bezeichnungen für das Mutterkorn sind: 'Antonius-Feuer' oder 'Gottesrache'. Früher geriet der Pilz häufig ins Brot und führte zu epidemischen Vergiftungen. Diese äußerten sich bei den Vergifteten in starken Krämpfen und Durchblutungsstörungen (Gefäßverschlüßen), die ganze Gliedmaßen absterben ließen. Dieses als 'Brand' bekannte Symptom erklärt die Bezeichnung Antonius Feuer. Claviceps Purpurea enthält neben einigen anderen Alkaloiden die Lysergsäure.


Bildquelle: http://grinz.nls.at/Drogen/synth.gif

Substanzen, welche auf chemischem Weg hergestellt wurden, die ähnliche Eigenschaften wie natürliche oder halbsynthetische Drogen haben. Man unterscheidet:

  • Morphintyp (opiatähnlich)
  • Amphetamintyp (aufputschmittelähnlich)
  • Halluzinogentyp (Sinneswahrnehmungsveränderung)

Designerdrogen werden als Flüssigkeit aus kleinen Fläschchen, in Form von Kapseln oder Tabletten eingenommen. Akute Wirkungen es genügen bereits sehr geringe Mengen um einen Rausch auszulösen

  • antriebssteigernd und gedankenbeschleunigend, erzeugen Halluzinationen
  • stellt sich rascher als bei anderen Substanzen eine psychische Abhängigkeit ein
  • chronische Schäden: viele Substanzen haben durch chemische Verunreinigungen auch organische, z.T. irreversible Auswirkungen auf das Gehirn
  • auch Schlaf - und Appetitlosigkeit, innere Unruhe, gesteigerter Rededrang (Amphetaminanteil)
  • Gefühl des Kribbelns bis "Fliegen über die Tanzfläche" , sowie Illusionen (Halluzinogenanteil)

Bei Halluzinogenen wurde bislang keine körperliche Abhängigkeit festgestellt, aber es kann zu einer psychischen Abhängigkeit kommen. Konsum ist wegen möglicher Nebenwirkungen gefährlich.

Amphetamin (Speed) 

Weißes bis leicht gelbliches Pulver oder Tablette. Rein chemisch hergestellte Droge, Anfang 20. des Jhd. von der Firma Merck (Darmstadt) als Appetitzügler auf den Markt gebracht. Anwendung: schlucken als Tablette oder sniefen als Pulver. Wirkungsweise

  • Denken wird beschleunigt
  • Schlafbedürfnis unterdrückt
  • Ideenvielfalt gesteigert
  • Logisches Denken erscheint erleichtert, ist aber oft etwas verquer ("Speed-Logik")
  • Redegeschwindigkeit erhöht
  • Stimmungslage ist angehoben
  • soziale Kontaktfähigkeit scheint gesteigert
  • beschleunigter Herzschlag
  • Übelkeit, Schwindel, Kopfschmerzen, Kollaps)
  • Wirkt stark anregend, blutdrucksteigernd, pupillenerweiternd.

Chronischer Mißbrauch

  • Gefahr einer Suchtentwicklung ist dann besonders gegeben, wenn die Wirkung der Droge zur Überwindung von Hemmungen und Ängsten verwendet wird. Es kommt zu einer notwendigen Dosissteigerung, um die gleiche, erwünschte Wirkung zu erreichen.
  • körperliche Abhängigkeit stellt sich in einem wesentlich schwächeren Ausmaß ein als bei Opiaten.
  • schwere Schlafstörungen
  • kann zu Paranoia und Schizophrenie führen
  • sowie Auszehrung des Körpers, da Hunger und Schlafbedürfnis unterdrückt werden

Neue Amphetaminvarianten wie Ecstasy (XTC) oder Dom vereinen die aufputschende Wirkung der Amphetamine und halluzinogenen Eigenschaften in einer Droge. Grundsubstanzen: Safrol und Myristin (kommen in Muskatnüssen vor, sind giftig). Akute Wirkung:

  • Kommunikationsfähigkeit wird gesteigert
  • Vermehrte Bereitschaft über die eigene Person und gesellschaftlichen Problemen, religiösen Fragen nachzudenken
  • Ein Grundgefühl: die Liebe zu sich, den anderen Menschen und der Welt wird vermittelt.

Das heute in großem Umfang verschriebene Ritalin gegen das berüchtigte ADD-Syndrom gehört ebenfalls zur Gruppe der Amphetamine.

Designerdrogen

MDMA (Ecstasy, XTC)

Chemisch hergestellter Abkömmling des Amphetamins. Wird in Form von Tabletten verschiedenster Form und Farbe gehandelt. Anwendung: schlucken. Wirkung: Vereint die anregende Wirkung von Speed mit den halluzinogenen Effekten des LSD, wenn auch jeweils weniger stark. Wird deshalb der Gruppe der  Entactogene  zugeordnet, das sind Drogen, die  die Berührung mit dem Inneren ermöglichen. Wurde bis 1986 in der Psychoanalyse verwendet, um seelische Vorgänge sichtbar zu machen. Heute v.a. als Partydroge beliebt, um länger und intensiver Tanzen zu können und zwischenmenschliche Barrieren einzureißen. Hauptgefahr ist das Austrocknen, wenn vergessen wird, genug (alkoholfreies) zu trinken und Hitzeschock, der pro Jahr in der BRD 20 bis 40 Tote fordert. Bei intensivem Dauerkonsum können Schäden im Gehirn auftreten, die die Gedächtnisleistung beeinträchtigen. Nach der Einnahme einer Tablette wird der Wirkstoff MDMA im Darm resorbiert. Über den Blutkreislauf erreicht MDMA das Gehirn und wirkt dort vor allem auf den Neurotransmitter Serotonin. Die Serotoninspeicher werden rasch entleert. Es kommt zu einem massiven Anstieg der Serotoninkonzentration im synaptischen Spalt und damit zu einer bewußtseinsverändernden Wirkung. Die Serotoninspeicher werden über einen Pumpmechanismus wieder aufgefüllt. Dieser Prozeß dauert mehr als 20 Stunden. Aus diesem Grund erzeugt ein Nachdosieren keine bzw. nur eine geringe Wirkung. Die Wirkung von MDMA beginnt etwa 20 bis 40 Minuten nach Einnahme und hält 2 bis 4 Stunden an. MDMA entfaltet seine zentral-nervöse Wirkung vor allem im Bereich des Limbischen Systems, das als "Belohnungszentrum" die Emotionalität reguliert. Die KonsumentInnen erleben in der Regel positive Gefühle und Verhaltensänderungen. So gelingt es vielen leichter, sich in andere hineinzufühlen, Kontakte zu knüpfen und Gespräche zu führen. MDMA vermittelt das Gefühl, mit sich selbst im Einklang zu befinden und fähig zu sein, persönliche Probleme zu bewältigen. Die meisten fühlen sich fit und leistungsfähig und verspüren Gefühle von Zärtlichkeit und Glück. MDMA verändert die Wahrnehmung der Umgebung, akustische und optische Eindrücke werden verstärkt. Halluzinationen treten nur selten auf. Der Anstieg von Puls und Körpertemperatur wird oftmals nicht als Warnsignal wahrgenommen. Kurz nach der Einnahme von MDMA verspüren viele KonsumentInnen eine unangenehme Verspannung der Kiefermuskulatur. Gleichzeitig kann Mundtrockenheit und Brechreiz auftreten. Auch gesteigerte Anspannung, Niedergeschlagenheit und Verwirrtheit wird in der ersten Stunde nach Einnahme gelegentlich beklagt. Das Kurzzeitgedächtnis kann vorübergehend gestört sein. Nahezu alle KonsumentInnen sind nach Abklingen der Drogenwirkung erschöpft und ausgelaugt - ein Zustand der als "Kater" bekannt ist. MDMA vermindert die Wahrnehmung von Warnsignalen des Körpers. Symptome wie Durst, Schwindel, Kopfschmerz und Herzjagen werden unterdrückt, und es kann zu Kollapszuständen kommen. Dies insbesondere dann, wenn im Zusammenhang mit körperlichen Anstrengungen (Tanzmarathon) Flüssigkeitsverluste nicht ausgeglichen werden und/oder keine Ruhepausen (chill out) eingelegt werden. Bei häufigem Gebrauch entsteht eine Toleranzentwicklung, d.h. die Dosis muß gesteigert werden, um die gleiche Wirkung zu erreichen. Es kann zu schwerwiegenden psychischen Störungen (Angstzustände, Depressionen, Psychosen) und körperlichen Gesundheitsschäden im Bereich von Herz, Kreislauf, Nieren und Leber kommen. Blutbildveränderungen sind möglich (Anämie). Auch Appetitlosigkeit und Gewichtsabnahme können die Folge sein. MDMA erzeugt psychische Abhängigkeit.

Am Schwarzmarkt wird heute vieles als Ecstasy oder Speed angeboten. Häufig sind in den Tabletten und Kapseln nicht die erwarteten Substanzen enthalten, die Dosierungen schwanken unvorhersehbar, und in wenigen Fällen finden sich gesundheitlich besonders bedenkliche Substanzen in den Proben. Eine Ecstasy-Tablette enthält durchschnittlich 50 bis 100 mg MDMA. Die Konzentrationen schwanken jedoch stark. Die Tablettenprägungen sind keine Garantie für tatsächliche Inhaltsstoffe. Jede Tablette kann zusätzlich Paracetamol, Coffein, Milchzucker, etc. enthalten. Nach neueren Untersuchungen sind toxische Beimengungen (Strychnin, LSD, etc.) bisher nur extrem selten vorgekommen. Dieser Kategorie gesundheitlich besonders bedenkliche Substanz werden folgende Proben zugerechnet: Ungewöhnlich hoch dosierte Ecstasy, Speed oder LSD-Proben. Also etwa alle Ecstasy-Proben, die mehr als 120mg MDMA, MDE oder mehr als 100mg MDA enthalten. Nachdem die Wirkung einer Substanz und ihre gesundheitliche Gefährlichkeit zu großen Teilen vom Körpergewicht und dem Geschlecht der jeweiligen UserIn abhängt, sind die 120mg nur ein ungefährer Richtwert. Dosierungen in dieser Höhe werden von UserInnen nicht erwartet und erhöhen die Wahrscheinlichkeit, dass es zu längerfristigen Veränderungen im Gehirn kommt. Bei Dosierungen über 150 mg MDMA oder bei Kombination mit anderen Drogen kann es zu Vergiftungen (Intoxikationen) kommen. Kennzeichen sind:

  • Pulsbeschleunigung bis zu 150 Schlägen/min
  • Erregung
  • Panik
  • Fieber über 39°C
  • Kreislaufstörungen
  • Bewußtlosigkeit

Die betroffene Person bequem lagern, beruhigen (talk down) und auf keinen Fall ohne Aufsicht lassen. Neben hoch dosierten Substanzen fallen in diese Kategorie auch alle Stoffe, die in Wechselwirkung mit Ecstasy oder Speed gesundheitlich besonders bedenklich sind - also etwa Ecstasy-Tabletten, die zusätzlich Aspirin enthalten - und Proben, die auch ohne den gleichzeitigen Konsum von Ecstasy oder Speed schwere gesundheitliche Probleme verursachen können, z.B. Atropin oder Methadon. Besonders risikoreich ist die Kombination von MDMA mit anderen Suchtmitteln. Grundsätzlich erhöht der Mischkonsum alle gesundheitliche Risiken - teilweise in potenzierter Form.

Alkohol
Häufig wird zusätzlich zu MDMA Alkohol konsumiert. Einigen KonsumentInnen dient Alkohol dazu, am Ende einer Party "abzutörnen" und den "Kater" zu verschlafen. Alkohol spült jedoch Körperflüssigkeit ebenso verstärkt aus wie Ecstasy, wodurch sich, insbe-sondere in der Verbindung mit exzessivem Tanzen, die Gefahr des "Austrocknens" und damit eines Kreislaufkollapses erhöht.
Haschisch
Als "Einschlafhilfe" nach körperlicher Anstrengung im Zusammenhang mit Tanzveranstaltungen wird oft Cannabis in Form von Haschisch oder Marihuana geraucht. Die Substanz wirkt beruhigend und verringert die gesteigerte Wahrnehmung von Außenreizen als Folge des MDMA-Konsums. Gleichzeitig können aber andere Wirkungen (vor allem körperliche, z. B. Herzrasen) durch den Konsum von Cannabis wieder angehoben werden.
LSD
LSD gehört zur Gruppe der Halluzinogene und wird in Form von trips angeboten. Es wird häufig zusammen mit Ecstasy konsumiert, um eine Steigerung der Vorstellungskraft zu erzielen. LSD wirkt im Gehirn auf einem anderen Stoffwechselweg (Dopamin) wie MDMA. Es erzeugt unter Umständen "Horrortrips", die über Tage und Wochen anhalten können. LSD führt bei länger dauerndem Gebrauch nachweislich zu psychischen Spätschäden im Sinne von Persönlichkeitsstörungen (Psychosen).
Speed
Speed ist ein Sammelbegriff für Amphetaminabkömmlinge unterschiedlicher Wirkungsstärke. Es potenziert und verlängert die euphorisierende und leistungssteigernde Wirkung von MDMA. Es wirkt zudem stärker halluzinogen. Speed kann Schäden im Bereich der Hirnsubstanz und damit bleibende psychische Defekte erzeugen.
Kokain
Auch Kokain wird mittlerweile mit MDMA kombiniert. Es wird in der Regel als weißes Pulver angeboten und geschnupft. Die Wirkung tritt nach wenigen Sekunden ein und hält 15 bis 45 Minuten an. Die Konsumenten/-nnen verspüren eine hohe Leistungsbereitschaft, Handlungsdrang und Erregung. Kokain führt zu starker psychischer Abhängigkeit und kann nach Absetzen massive Depressionen auslösen. Die Schleimhäute der Nase werden gereizt und können Schaden nehmen.

Ecstasy (im englischen Sprachgebrauch XTC) ist ein Sammelbegriff für Rauschdrogen, die aus Amphetaminderivaten (Methylendioxiamphetamine) synthetisch hergestellt werden. DMA wurde 1912 von der Firma Merck entwickelt und patentiert. Der ursprüngliche therapeutische Nutzen sollte in der Appetithemmung liegen. Wegen unerwünschter Nebenwirkungen wurde MDMA jedoch zunächst nicht auf den Markt gebracht. In den 50er und 60er Jahren benutzten dann Forscher in den USA zunächst MDMA für wissenschaftliche Zwecke im Bereich der Psychotherapie. 1986 wurde der Wirkstoff in den USA verboten. MDMA tauchte in den 80er Jahre in Zusammenhang mit der Techno- und Housemusik-Welle verstärkt auf dem europäischen Drogenmarkt auf.

Anabole Steroide wurden in den späten 1930er Jahren entwickelt und zunächst medizinisch zur Behandlung von "Hodenunterfunktion" eingesetzt. Etwas später erkannten ForscherInnen, dass anabole Steroide das Wachstum der Skelettmuskulatur beschleunigen. Aus diesem Grund wurden Steroide in den letzten Jahrzehnten vermehrt benützt, um die sportliche Leistungsfähigkeit zu steigern und einen "athletischen Körper" heranzubilden. Anabol wirkende Steroide wurden zunächst in den Vereinigten Staaten als Substanzen mit Missbrauchs- und Abhängigkeitspotenzial eingestuft und in der Folge in das Verzeichnis der staatlich kontrollierten Substanzen aufgenommen. Medizinisch wurden Steroide in der Vergangenheit zur Behandlung von Untergewicht, Appetitlosigkeit, Altersschwäche, Osteoporose und zur rascheren Heilung nach schweren Operationen eingesetzt. Heute kommen anabole Steroide in der Medizin vor allem bei der Therapie der sogeannten "aplastischen Anämie", einer speziellen Form der Blutarmut und bei schwerem Muskelschwund nach Verletzungen zum Einsatz.

Anabole Steroide

Quelle: http://www.checkyourdrugs.at/
data/substanzen/steroide/01/index.html (01-07-07)

Ritalin (Methylphenidat)

Ritalin ist in der Wirkung mit Kokain vergleichbar und gehört zur Gruppe der Amphetamine. Es unterliegt dem Betäubungsmittelgesetz und jede Verschreibung ist meldepflichtig. Ritalin soll nach Herstellerangaben Kindern mit "hyperkinetischen Verhaltensstörungen im Rahmen einer Gesamttherapie" verordnet werden. Ritalin ist kein Heilmittel, sondern unterdrückt lediglich Symptome. Gegebenenfalls muss es deshalb jahrelang genommen werden. Ob Ritalin abhängig macht, ist umstritten. Mögliche Nebenwirkungen sind Schlaflosigkeit, Appetitlosigkeit und Magenbeschwerden. Diese unerwünschten Wirkungen klingen mit steigender Therapiedauer oft ab. Weitere Nebenwirkungen sind Übererregbarkeit, Müdigkeit, Traurigkeit, Ängstlichkeit, Weinerlichkeit, Kopfschmerzen Schwindel, Gewichtsverlust, Mundtrockenheit, Durchfall und Verstopfung. Ritalin beeinflusst den Stoffwechsel des Gehirns. Hyperaktive Kinder leiden nämlich, so die gängige Theorie, an einer Stoffwechselstörung im Gehirn, dem Aufmerksamkeits-Defizit-Syndrom (ADD). In den Hirnregionen, in denen Aufmerksamkeit und Bewegung gesteuert werden, fehlt der Botenstoff Dopamin. Folglich ist die Datenverarbeitung im Gehirn gestört. Warum das so ist, haben die Forscher bisher nicht entschlüsselt. Ebensowenig wissen sie, was bei der Einnahme von Ritalin im Gehirn tatsächlich passiert und warum man die meist hyperaktiven Kinder mit einem aufputschenden Mittel so weit beruhigen kann, dass sie dem Unterricht folgen und für einige Stunden angemessen funktionieren können. ADD ist schwer zu diagnostizieren. Die aufwendigen Magnetresonanzaufzeichnungen des Gehirnstoffwechsels, mit denen amerikanische Forscher das Fehlen von Dopamin nachgewiesen haben, ist in der kinderärztlichen und kinderpsychologischen Realität nicht möglich. Somit ist die Gefahr, dass Ritalin auch Kindern verabreicht wird, deren Verhaltensauffälligkeit aus anderen Gründen herrührt, groß. Vor der Diagnose von ADD müssen andere Ursachen für auffälliges Verhalten abgeklärt werden:

  • Depressive und bipolare Störungen
  • Angststörungen
  • Suchterkrankungen wie Alkoholabhängigkeit, Spielsucht, Esstörungen etc.
  • Störungen mit oppositionellem Trotzverhalten / Verhaltensstörungen bei Kindern
  • Lernstörungen, insbesondere Schreib- und Leseschwäche
  • Psychotische Erkrankungen und Entwicklungsstörungen
  • Zwangsstörungen
  • Persönlichkeitsstörungen
  • Tic-Störungen
  • Hypo- und Hyperthyreoidismus
  • Schlafstöungen
  • Erberkrankungen (Chromosomale Stöungen wie z.B. Klinefelter-Syndrom)
  • Hirnverletzungen / Traumata

Bei 70 bis 80 Prozent der Kinder treten nach der Einnahme von Ritalin die angestrebten Veränderungen im Verhalten ein. Ritalin ist jedoch kein Heilmittel. Das erwünschte Verhalten muss über andere Therapieformen eingeübt und gefestigt werden. In erster Linie ist eine Verhaltenstherapie angebracht, aber auch Entspannungsmethoden, Ergotherapie und psychomotorische Übungen können hilfreich sein, eventuell auch homöopathische Präparate. In einer nicht zu unterschätzenden Zahl von Fällen kann eine Umstellung der Ernährung Erfolge bringen. Sowohl der grundsätzliche Verzicht auf Behandlung mit Methylphenidat als auch die ausschließliche Behandlung mit Methylphenidat ohne begleitende psychotherapeutische Interventionen sowie die Hochdosisbehandlung mit Methylphenidat sind nach der Stellungnahme der Fachverbände für Kinder- und Jugendpsychiatrie und Psychotherapie in Deutschland als unzureichende Behandlungsstrategien abzulehnen. Die verschriebene Menge hat sich in letzten Jahren von 1995 mit 0,7 Millionen Tabletten zu 1999 mit 31 Millionen Tabletten vervierzigfacht. Damit kommen ähnliche Verhältnisse auf uns zu wie in den USA, wo Apotheken zu Schulbeginn mit "Ritalin im Sonderangebot" werben.

Die jetzt gegründete Arbeitsgruppe Entwicklungspharmakologie, die im Zusammenhang der Forschungen des Göttinger Neurobiologen Hüther entstanden ist, versucht dieses "Wundermittel" für geStresste Eltern wissenschaftlich zu untersuchen. Hüther weist darauf hin, daß es noch quasi keine Forschungen zu der Frage gibt, wie sich die Ritalin-Gabe auf die Entwicklung des menschlichen Gehirns auswirkt. Experimente mit Kindern können aus ethischen Gründen nicht gemacht werden, aber solche mit Ratten weisen eindeutig darauf hin, daß Methylphenidat (Ritalin) die Ausreifung des dopaminischen Systems negativ beeinflußt. Auch Langzeitforschungen über Nebenwirkungen sind dünn gesät. Darüberhinaus ist die Theorie "Stoffwechselstörung" eine Annahme - zwar mittlerweile gängig, aber noch nicht bewiesen. Vor allem Ursache und Wirkung sind noch keinesfalls geklärt: Auch psychosoziale Einflüße verändern nämlich die Stoffwechselprozesse im Gehirn, so daß die einseitige Ursachenzuschreibung "genetischer Defekt des Stoffwechselsystems" auf sehr wackeligen Füßen steht. Ein Großteil der in der BRD tätigen (nicht-medizinischen) Kinder- und Jugendlichen-Psychotherapeuten steht dem neuen Trend, die ADD-Diagnose massenweise zu verteilen und mit Ritalin zu behandeln, ebenfalls sehr kritisch gegenüber. Ein Großteil der als ADD diagnostizierten Beeinträchtigungen sind bei genauer Diagnostik als andere psychische Störungen zu kennzeichnen, oder aber die ADD-Diagnose ist zumindest als alleiniger Verursacher der vorhandenen Probleme des Kindes sehr fraglich. Mittlerweile entsteht ein Trend, "normale", nur etwas lebhafte Kinder mit der ADD-Diagnose zu belegen und Ritalin zu verschreiben, gemäß der zirkulären Diagnose: wenn Ritalin wirkt, liegt ADD vor. Selbst die (medizinischen) Kinder- und Jugendpsychiater geben in ihren Leitlinien die Empfehlung zu sorgfältiger Differentialdiagnostik und zurückhaltender Medikation. Siehe z.B. die offizielle Stellungnahme der Deutschen Gesellschaft für Kinder- und Jugendpsychiatrie http://www.dgkjp.de/stellung.htm.Man kann vermuten, daß es sich bei den Phänomenen, die heutzutage einfach unter der Diagnose ADD zusammengefaßt werden, um eine Vielzahl ganz unterschiedlicher Phänomene mit unterschiedlichen Ursachen (teils neurophysiologisch, teils psychosozial, teils psychodynamisch) handelt. Insofern ist von einer rein symptomatologischen ADD-Diagnostik nicht viel zu halten und die standardmäßige Verschreibung von Ritalin, teils ohne Effektüberprüfung, müßte kritischer unter die Lupe genommen werden. Im Übrigen sollte man fragen, wer am meisten Interesse daran haben könnte, daß es so etwas wie eine organisch begründete "Krankheit" ADD gibt und mit Medikamenten behandelt wird, und das gleich massenweise ...

ADD steht für das englische "Attention-Deficit-Disorder" und bezeichnet eine Diagnose, welche primär durch erhebliche Beeinträchtigungen der Konzentration und Daueraufmerksamkeit, der Selbststeuerungsfunktionen, der Planungs- und Handlungskontrolle, durch Störungen der Impulskontrolle sowie fakultativ durch motorische Hyperaktivität gekennzeichnet ist (ADHD). Im deutschsprachigen Raum wird für die ADD/ADHD der Terminus ADHS und teilweise auch ADS verwendet. In der Schweiz ist ADD auch unter dem Begriff „POS" bekannt.

Kinder mit Hyperaktivität und Aufmerksamkeitsstörungen (ADD -->) sind in ihrer psychischen Entwicklung, schulischen und beruflichen Bildung sowie sozialen Integration gefährdet. Übermäßige motorische Unruhe, gestörte Aufmerksamkeit, Impulsivität und leichte Erregbarkeit erschweren die Lebensführung, so daß der Leidensdruck groß ist. Die Störung hat danach Krankheitswert, sie ist deshalb von der WHO in den Katalog der seelischen Erkrankungen aufgenommen worden.



Die Behandlung von Kindern mit hyperkinetischen Störungen sollte nur erfolgen, wenn sie sich auf eine Diagnostik stützt, die sich auf Untersuchungsbefunde zu störungsrelevanten körperlichen, kognitiven und psychischen Funktionen sowie sozialen Bindungen bezieht. Deshalb sind eine somatischneurologische Untersuchung (Körpergröße, Körpergewicht, Herzfrequenz, Blutdruck), eine Labordiagnostik (Differentialblutbild, Elektrolyte, Leberstatus, Schilddrüsen und Nierenfunktionswerte) ein Ruhe-EEG und eine kognitive Leistungsdiagnostik unerläßlich. Notwendig ist eine orientierende Familiendiagnostik und Verhaltensanalyse.
Die medikamentöse Behandlung ist Teil psychotherapeutischer und spezifisch pädagogischer Betreuung des Kindes in Kooperation mit Familie und ggfs. mit Kindergarten, Schule und anderen, das Kind betreuenden Einrichtungen. Die bloße Beschränkung auf die Pharmakotherapie mißachtet elementare Bedürfnisse und Ansprüche der Kinder und widerspricht den Regeln guter klinischer Praxis ebenso wie das Diagnostizieren oder Rezeptieren ohne Untersuchung.
Die ärztliche Therapiekontrolle hat regelmäßig Eßverhalten, Wachstum, Herz- und Kreislauffunktionen sowie die allgemeine Verhaltensentwicklung (Auftreten von Tics?) zu überwachen, letzteres ggfs. unter Einsatz von eingeführten Skalen zur Verhaltenseinschätzung.
Quellen: Newsgroup: de.sci.psychologie:37019Subject: Re: Prosac / Retalin
Date: Wed, 4 Jul 2001 00:13:59
http://www.dgkjp.de/hyperkin.pdf (01-07-04)
http://home.snafu.de/
gew-berlin/blz/archiv/2000/
blz0010/blz1006.htm (01-08-18)

Immer mehr Eltern versagen in ihrer Erziehung. Dann wird den paranoiden Kindern eine besonders heimtückische Chemikalie verpaßt: Ritalin. In Amerika bekommen bis zu 90 Prozent der Kinder einer Schulklasse Ritalin. Frühmorgens schließt der Direktor den Tresor im Direktorenzimmer auf, um ihm die Behälter mit den Betäubungsmitteln zu entnehmen. Sodann werden die Gefäße auf die Schuklassen verteilt. Die Klassenlehrer verabreichen den Kindern vor Unterrichtsbeginn die verordnete Dosis. In der Schulpause dealen die Kinder mit überschüssigem Ritalin, das sie sich in ihren Backen vor dem Runterschlucken gehortet haben. Schwächere werden wegen ihrer Ritalindosis erpreßt, Rezepte sind die Währung an den Schulen. Mit den Rezepten wird ein schwunghafter Handel getrieben. Erpressung und Drohungen sind an der Tagesordnung. Eltern melden ihren gesamten Nachwuchs zur ADS-Störung ein, auch wenn die Kinder gar nicht aufmerksamkeitsgestört sind. Die Ärzte willigen gern ein. Den Kindern werden Placebos gegeben, und die Eltern nehmen die Tabletten des Kindes selber ein, um von ihren Problemen distanziert zu werden.  

[Alltag in so manchen amerikanischen Städten]

Dumm nur, daß Ritalin selbst bei denjenigen Kindern, die die Chemikalie "bestimmungsgemäß" verabreicht bekommen, keine wirkliche Aufmerksamkeit verursacht. Die Kinder s c h e i n e n nur konzentriert und ruhig; in Wirklichkeit gehen sämtliche Lerninhalte an ihrem Gedächtnis spurlos vorüber. Unterrichtsstoff bleibt nur im Kurzzeitgedächtnis, ein dauerhaftes Merken im Langzeitgedächtnis ist aufgrund der Substanzwirkung unmöglich. Dies rächt sich später - Langzeitwirkungen wurden nie erforscht und treten erst jetzt so langsam hervor. Die Ritalin-Kinder von heute sind die Menschen mit einem IQ von <50 von morgen. Ritalinkinder sind die Opfer ihrer Eltern, die sie auf chemische Weise zügeln und vom Lernen abhalten.    

Aus einer newsgroup

Ritalin = Erziehungschemikalie
Date: Sun, 14 Oct 2001 23:42:00
Newsgroup: de.sci.psychologie

Gammahydroxybuttersäure (GHB) - in der Clubszene unter Liquid Ecstasy, Flüssiges Ecstasy, Flüssiges oder Fantasy bekannt - wurde vor mehr als 30 Jahren vom französischen Wissenschaftler Laborit zum ersten Mal künstlich hergestellt, als er sich intensiv mit dem GHB-ähnlichen Neurotransmitter GABA beschäftigte. Ecstasy und "flüssiges Ecstasy" führen zwar unter gewissen Umständen zu ähnlichen Wirkungen, haben aber chemisch gesehen nichts miteinander zu tun: Die Bezeichnung "liquid ecstasy" ist eine Marketingmaßnahme. In der Medizin ist GHB in der Anästhesie als Narkosemittel und als Hilfsmedikament beim Alkoholentzug eingesetzt worden - hauptsächlich um das starke Verlangen nach Alkohol und Symptome wie Ängstlichkeit zu verringern. Wegen ihrer muskelentspannenden Wirkung wird GHB vereinzelt auch zur Geburtsunterstützung eingesetzt. Als Schlafmittel konnte sich GHB nicht durchsetzen, da Betroffene aufgrund der spezifischen Wirkweise nach 3 Stunden abrupt wieder aufwachen. Aufgrund ihrer Nebenwirkungen verliert GHB in der Medizin rasch an Wichtigkeit. Innerhalb der Bodybuilder-Szene und von Leistungsportlern wird sie allerdings - vor allem in den U.S.A - zur Förderung der Wachstumshormone eingesetzt. Nach ersten Vergiftungsfällen aufgrund von Überdosierungen und der gleichzeitigen Einnahme weiterer Mittel, sowie einzelnen Meldungen über Todesfälle kommt es in den Vereinigten Staaten neben dem Verbot von GHB als Dopingmittel ab Ende 1990 zu einer generellen Einschränkung des freien Verkaufs von GHB. Anfang 2000 wird GHB schließlich ins amerikanische Suchtmittelgesetz aufgenommen. Mitte der 90er Jahre ist GHB zuerst in der englischen Club-Szene und seitdem in mehreren europäischen Staaten - so auch vereinzelt in Österreich - aufgetaucht.

Gammahydroxybuttersäure (GHB, Liquid ecstasy)

Aus Indien stammende Pflanze, die seit ca. 10.000 Jahren auch in Mitteleuropa genutzt wird zur Produktion von Seilen, Kleidung, als Viehfutter, als Rauschmittel, später auch zur Papierherstellung (z.B. für die Gutenberg-Bibel und die US-Unabhängigkeitserklärung). Als Droge dienen die weiblichen Blüten, die besonders viel des Wirkstoffes Tetrahydrocannabinol (THC) enthalten. Marihuana besteht aus einem Gemisch von getrockneten Blättern und Blüten, Haschisch wird aus dem stärker wirksamen Harz der Pflanze gewonnen. Einnahmeart: Rauchen mit Tabak, meist mit selbstgedrehten Zigaretten ("Joints"); Haschisch wird auch in einer Pfeife, einer Wasserpfeife geraucht, oder mit Hilfe von Mundstücken inhaliert. Cannabis kann auch mit Speise gegessen und als Tee getrunken werden. Akute Rauschwirkung

  • Die Wahrnehmungen werden unter Haschischeinwirkung verändert
  • Räumliche Bezüge wie Entfernung, Tiefen und Höhen werden oft nicht mehr richtig eingeschätzt
  • Gedankengänge werden verlangsamt, das Sprechen, sowie die Artikulationsfähigkeit kann gestört werden
  • Existierende Stimmungslage wird verstärkt. Die Augenbindehaut wird durch gesteigerte Blutzufuhr gerötet.

Chronischer Gebrauch kann zu

  • chronischen Entzündungen der Atemwege
  • chronischer Bindehautentzündung
  • erhöhtem Pulsschlag führen.
  • Risiko an Lungenkrebs zu erkranken, wird erhöht.

Bei den Cannabisprodukten wurde keine körperliche Abhängigkeit nachgewiesen, der regelmäßige Gebrauch kann aber zu einer psychischen Abhängigkeit führen.

Meskalin 

Alkaloid des mexikanischen Peyote-Kaktus. Wird dort seit mehreren tausend Jahren von Schamanen rituell verwendet. Gibt es auch in synthetischer Form als Pulver oder Tablette. Anwendung: essen bzw. schlucken. Wirkung: starke Veränderung der Wahrnehmung, in der Intensität zwischen Hanf und LSD angesiedelt. Erstaunlicherweise sind Erfahrungsberichten nach Vorstellungen von Schlangen, Kakteen und aztekischen Götzenbildern sehr häufig. Überdosierung führt zu besonders starken Halluzinationen mit verstärkter Gefahr von Horror-Trips und Übelkeit mit Erbrechen.

Cannabis (Cannabis sativa, Cannabis indica)

Alkaloid der Blätter des Koka-Strauchs. Im 19. Jahrhundert von Merck (Darmstadt) erstmalig in Reinform extrahiert. Weißes, zartbitteres Pulver. Es wird geschnupft, geraucht, geschluckt und in Kombination mit Opiaten auch gespritzt. Es greift in das Transmittersystem des Gehirns ein. Kokain erzeugt eine künstliche Hochstimmung und Munterkeit. Im akuten Rauschzustand wird die Pulsfrequenz erhöht, Darmbewegung verstärkt und die Leistungsfähigkeit gesteigert. Mit Abklingen der Wirkung setzt eine depressive Verstimmung bis hin zu Selbstmordgedanken ein. Crack ist eine chemische Abwandlung von Kokain. Es wird mit einer Zigarette geraucht.

Kokain & Crack

Schnüffelstoffe

Das Einatmen der Dämpfe verschiedener organischer Lösungsmittel löst im Gehirn Rauschzustände aus. Die Wirkungen erfolgen über innere Unruhe bis zur Erregtheit, Übelkeit und das Gefühl der Atemnot. Bei Fortdauern des Rauschzustandes tritt ein Entspannungszustand ein, der als angenehm erlebt wird. Nach regelmäßiger Inhalation stellt sich eine körperliche Abhängigkeit ein. Diese Lösungsmittel findet man z.B. in Klebstoffen, Lacken, Farbverdünnungen, Putzmittel, Benzinen, Filzschreiber.

Poppers

Die in grell verpackten Fläschchen mit Namen wie "Rush", "Rave", oder "Hardware" angebotenen Flüssigkeiten enthalten die chemischen Substanzen Amylnitrit oder Butylnitrit. Poppers werden durch Inhalation über Mund oder Nase aufgenommen und lösen innerhalb weniger Sekunden eine Senkung des Blutdrucks und eine Erhöhung der Herzschlagfrequenz aus. KonsumentInnen verspüren einen für ein- bis zwei Minuten anhaltenden Rausch mit Glücksgefühlen sowie einer veränderten akustischen und visuellen Wahrnehmung.

Keiner Kontrolle unterliegende Drogen

Bestimmte Tätigkeiten, die so ausgeübt wird, daß Kriterien festzustellen sind wie Verlust der Kontrolle über diese Tätigkeit, schwere psychische Abhängigkeit, der überwältigende Wunsch, diese Handlung unter allen Umständen fortzusetzen und auch möglicherweise die Dosis zu erhöhen, z.B. Spielsucht, Konsumrausch, Magersucht, Eß-Brechsucht, Video- und Fernsehabhängigkeit, Computersucht, süchtiges Verhalten im Sport (große Leistung, hohes Risiko), süchtiges Risikoverhalten (z.B. im Straßenverkehr).

Hohes Risiko und lebensgefährlicher Wagemut wird durch den Organismus damit belohnt, daß das Gehirn schlagartig große Mengen des Hormons Dopamin ausschüttet und ein Gefühl der Euphorie entsteht. Als die Menschen noch Jäger und Sammler waren, gehörten Lebensgefahren zum Alltag und der Dopamin-Schub war Ansporn für den Kampf mit der Natur und Belohnung zugleich. Heute wächst der Mensch behütet auf. Für die Entwicklung ist es aber notwendig, auch etwas zu wagen, daher ist die Suche nach Risiko in gewisem Sinne angeboren. Besonders Jugendliche suchen nach Grenzerfahrungen, etwa im Pilotenspiel. Sie halten so lange die Luft an, bis sie in einen Zustand der Trance fallen. Oder sie hyperventilieren absichtlich, um den besonderen Kick zu bekommen. Die Neugier läßt die Jugendlichen jedes Risiko vergessen und mit jeder Herausforderung, die sie bestehen, wächst das Selbstbewußtsein und das Gefühl der Unverletzlichkeit, was zur Sucht werden kann.  Beim B.A.S.E.-Jumping (B.A.S.E. ist aus den Anfangsbuchstaben der Wörter building (Gebäude), antenna tower (Funkturm), span (Brückenspannweite) und earth (Erde) gebildet) stürzen sich Fallschirmspringer aus von Gebäuden, Brücken oder steilen Klippen in die Tiefe. Dabei suchen sie spektakuläre Schauplätze für ihre riskanten Auftritte, z.B. von der Christus-Statue über Rio de Janeiro oder vom Eiffeltrum.

Nicht substanzgebundene "Drogen"

In den Medien werden Drogen oft in sogenannte "harte" und "weiche" Drogen unterteilt. In der Regel werden Drogen, die über ein psychisches Abhängigkeitspotential verfügen, als "weich" bezeichnet, wie z.B. Cannabis. Psychische Abhängigkeit bedeutet, daß der Konsument oder die Konsumentin ein starkes Verlangen nach Wiedereinnahme der Droge verspürt, ohne daß körperliche Entzugserscheinungen auftreten. Wenn auch das der Fall sein kann, z.B. in Form von starken Schweißausbrüchen, Magenkrämpfen, Muskelzittern usw., dann haben Drogen ein körperliches, ein physisches Abhängigkeitspotential. Drogen die psychisch und physisch abhängig machen können, werden als "harte" Drogen bezeichnet. Das ist bei Alkohol und Opiaten der Fall. Bei Kokain hingegen ist kein physisches Abhängigkeitspotential gegeben. Trotzdem wird es zumeist auch als "harte" Droge bezeichnet, da das psychische Abhängigkeitspotential als besonders hoch gilt. Koffein hingegen, welches nach Definition als "harte" Droge zu gelten hätte, wird in diesem Zusammenhang zumeist gar nicht erwähnt. Dies zeigt, daß die oft betriebene Unterteilung in "harte" und "weiche" Drogen keinen Sinn macht, da sie willkürlich und ohne stringente Systematik erfolgt.

"Harte" und "weiche" Drogen

Substitution bedeutet, daß Heroinabhängige mit Ersatzstoffen (Substituten) behandelt werden, die das Auftreten von Entzugserscheinungen verhindern. Da es sich bei den Ersatzstoffen um synthetische Opiate (Opioide) handelt, besteht bei den Behandelten die Sucht zunächst weiter; es gibt verschiedene Varianten:

Die Kurzzeitbehandlung dient in der Regel dazu, den Abhängigen in einer langsam reduzierten Dosis zu entziehen. Dieser sogenannte "weiche Entzug" ist eine Alternative zum "harten Entzug". Sinn dieser Form der Behandlung ist die Reduktion von Entzugsbeschwerden. Zudem soll damit verhindert werden, daß Angst vor Entzugssymptomen konditioniert wird. Diese Angst könnte bei einem Rückfall eine neue Behandlung verhindern oder verzögern.

Mittelfristige Programme ("Maintenance-to-abstinence-programmes") sollen Abhängige mittelfristig, evtl. im Laufe mehrerer Jahre, zur Abstinenz führen. Hauptziel dieser Programme ist eine soziale und berufliche Reintegration der Patienten. Zudem sollen sie sich durch den Aufbau von Beziehungen außerhalb der Drogenszene aus dieser lösen. Von daher ist intensive ambulante psychtherapeutische Behandlung Teil der maintenance-to-abstinence-programmes.

Langzeitbehandlungen (Erhaltungsprogramme) dienen dazu, Drogenabhängige ohne zeitlichen Druck mittels Methadon zur Drogenabstinenz zu führen. Besonders langjährige Heroinabhängige, die für Abstinenztherapien nicht mehr gewinnbar sind, sollen mit diesem Angebot angesprochen werden. Auf dem Wege soll ein Minimum an menschenwürdiger Existenz gesichert und die Polytoxikomanie gebremst werden.

Niederschwellige Substitutionsbehandlungen unterscheiden sich von den anderen dadurch, daß sie mit keinen Erwartungen an die Behandelten verbunden sind. Rückfälle und der zusätzliche Gebrauch anderer Drogen oder Medikamente führen nicht zum Ausschluß von der Behandlung.

Substitution

Quellen:
http://paedpsych.jk.uni-linz.ac.at:4711/JUGENDPSYCH/JUGENDPSYCHREFERATE96/
Thema9.html (97-04-28);
http://paedpsych.jk.uni-linz.ac.at:4711/JUGENDPSYCH/JUGENDPSYCHREFERATE97/
THEMA10/Thema10.html (97-04-28);
http://wwwm.htwk-leipzig.de/~schweika/Drogenprojekt/Gruppe3/Ordner1/Kauf3.html (00-04-27)
http://www.rzuser.uni-heidelberg.de/~clabudda/drogen/drogen-texte.html (01-01-28)
http://www.rzuser.uni-heidelberg.de/~clabudda/drogen/politik-arbeiten-1998labudda.html (00-04-29)
http://www.rzuser.uni-heidelberg.de/~clabudda/drogen/politik-arbeiten-1995fromberg.html (00-04-29)
http://62.116.40.181/content/search.asp (01-07-01)
http://www.checkyourdrugs.at/data/substanzen/downer/ghb/index.html (01-07-01)
http://www.drogenberatung-jj.de/html/xtc_inf.htm (01-07-07)
http://www.checkyourdrugs.at/data/substanzen/schnueffelstoffe/index.html (01-07-07)
http://www.chill-out.de/LSD25.html (01-07-12)



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