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Mustertext zur Literaturarbeit

Der folgende Text ist eine nach "allen Regeln der Kunst" verfasste Zusammenfassung eines Zeitschriftenartikels, an Hand welcher die Verarbeitung von Literatur, insbesondere die Zitation und die richtigen Formen der Quellenangaben in einem konkreten Kontext demonstriert werden sollten.


Max Mustermann

Zusammenfassung des Zeitschriftenartikels „Anforderungen an eine jungenfreundliche Schule“ von Ulf Preuss-Lausitz (2005)

Nach Preuss-Lausitz (2005, S. 222) sind auf Grund gesellschaftspolitischer Entwicklungen und Trends deutsche männliche Jugendliche mit zahlreichen Vorurteilen konfrontiert, wobei sich diese in den letzten Jahren besonders auf die muslimischen Gesellschaftsgruppen fokussierten.

Preuss-Lausitz ortet eine der Ursachen in den Versuchen, gegen die Vernachlässigung, Benachteiligung und Diskriminierung von Mädchen in Schulen zu steuern. „Ihnen müsse mit getrenntem Unterricht ein Schonraum, mit Selbstverteidigungskursen mehr Selbstbewusstsein und mit mehr Aufmerksamkeit durch die Lehrkräfte eine erfolgreichere Schullaufbahn und damit Zukunft überhaupt erst ermöglicht werden“ (Pfister & Valtin 1993, nach Preuss-Lausitz 2005, S. 222f; Hervorhebungen im Original). Im Zusammenhang mit der flächendeckenden Einführung der Koedukation wurde in erster Linie auf die notwendigen Leistungsverbesserungen von Mädchen hingewiesen. „Jungen werden bei der Einschulung häufiger zurückgestellt als Mädchen (...) Jungen bleiben öfter sitzen als Mädchen (...), Jungen werden viel häufiger in Sonderschulen abgeschoben“ (Preuss-Lausitz 2005, S. 224). Der Autor fasst zahlreiche Untersuchungen zusammen, welche die Ursachen belegen, dass der Leistungsvorsprung von Mädchen gegenüber Jungen in der Schullaufbahn immer größer wurde. Auch aus den Ergebnissen der PISA-Studie leitet er ab, dass „innerhalb des allgemein bildenden Schulwesens … also tendenziell die Jungen benachteiligt“ (Stanat & Kunder 2001, nach Preuss-Lausitz 2005, S. 225) sind. Auch wenn das Bildungsniveau der Jungen im Vergleich zu ihrer Elterngeneration zugenommen hat, finden sich unter den männlichen Jugendlichen zwei neue Gruppen von Benachteiligten: der „Arbeiterjunge aus der Großstadt“ und der Junge mit Migrationshintergrund.

Mögliche Ursachen sieht Preuss-Lausitz in der körperlichen, emotionalen und sozialen - teils beabsichtigen, teils unbeabsichtigten - Benachteiligung von Jungen. Diese äußert sich etwa in der Dominanz der weiblichen Lehrerschaft und der mit der Geschlechtsrolle konfundierten Einstufung als hyperaktiv, verhaltensgestört, aggressiv und weniger sozial angepasst (S. 226f).

Zu den schulischen Belastungen kommen häufig auch solche aus Entwicklungen hin zu einer pluralistischen und kommunikativen Gesellschaft. Daraus resultierende Veränderungen in der Erziehung und im Familienleben, aber auch die Emanzipation der Frauen machten es nicht nur Jungen schwierig, ihre neuen Rollen angemessen zu definieren. Auch die Anforderungen für einen beruflichen Erfolg haben sich verändert. „Früh selbständig zu werden; Sprachkompetenz zu besitzen; die Beherrschung mehreren Sprachen; kommunikative und kooperative Fähigkeiten; Einfühlungsvermögen …“ (Preuss-Lausitz 2005, S. 228) rücken in den Vordergrund. Nach Preuss-Lausitz könnte die reformierte Schule einen „zentralen Beitrag zu einem selbstsicheren, zugleich toleranten und lernbereiten Verständnis von eigener und fremder Geschlechtsidentität leisten“ (S. 229). Er leitet für den Weg zu einer jungenfreundlichen Schule zahlreiche Forderungen ab:

  • Im Zuge einer mentalen Neuorientierung der Lehrkräfte könnten diese ihre Schüler bei der Findung der zukünftigen Geschlechtsrolle unterstützen und verhindern, dass diese auf Grund tradierter Einstellungen in eine Sackgasse geführt werden. Dies kann u.a. durch Verantwortungsübernahme und soziale Unterstützung vor allem jüngerer Schüler geleistet werden. Auch hier ist vor allem auf Schüler mit Migrationshintergrund einzugehen (S. 230).
  • Strukturelle Rahmenbedingungen (keine Zurückstellung bei der Einschulung, Abschaffung des Sitzenbleibens, keine Bedrohung durch die Abschiebung in eine Sonderschule, Einstellen männlicher Lehrkräfte) sollten verändert werden, da sich diese negativ auf die körperliche, soziale, psychische und kognitive Entwicklung vor allem von Jungen auswirken (S. 230f) .
  • Das Angebot der Schulen sollte mehr Raum für schulische Jungenarbeit bieten (Toberäume, Schülerclubs, männliche Kontaktpersonen). Der Sprachunterricht wäre zu überdenken, um ihn für Jungen interessanter zu gestalten und damit das Interesse zu steigern (S. 231f).

Generell sieht Preuss-Lausitz auf dem Hintergrund globaler Entwicklungen die Notwendigkeit aber auch die Chancen, die durch die traditionellen Denkmuster und Vorurteile verursachten Benachteiligungen von Jungen aber auch von Mädchen im Schulsystem allmählich zu eliminieren. Seiner Meinung nach wird dies nur gelingen, wenn die Offenheit für eine Mitarbeit sowohl von außen als auch von innen besteht (S. 232f).

Verwendete Literatur

Preuss-Lausitz, U. (2005). Anforderungen an eine jungenfreundliche Schule. Ein Vorschlag zur Überwindung ihrer Benachteiligung. Die Deutsche Schule, 97, 222-235.

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