"Nein" sagen lernen
Ohne Autor (2011). Wie notorische Ja-Sager das Nein sagen lernen.
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Wie-notorische-Jasager-
das-Neinsagen-lernen.html (11-09-21)
Ein Tipp aus dem Seiwert E-Newsletter No 23,06/2010: "Sagen Sie in Zukunft freundlich, aber unmissverständlich "Nein" zu unliebsamen Aufgaben, die man einfach bei Ihnen ablädt, dem Gedanken, es allen recht machen zu müssen, den Interessen und Prioritäten anderer Leute, Dingen, die Ihnen unwichtig sind, "kleinen" Gefälligkeiten, die Ihnen wertvolle Zeit stehlen, und unnötigem Stress. Und nun sagen Sie laut und deutlich "Ja" zu Ihren Zielen, zu Ihren Wünsche und zum Wesentlichen. Bestimmen Sie selbst über Ihre Zeit und über Ihre Prioritäten".
Vielen Menschen fällt es schwer, "Nein" zu sagen, denn oft steckt dahinter die Angst, eine schlechte Freundin oder gar egoistisch zu sein. Vor allem in der Berufswelt fällt es schwer, Bitten abschlagen, und bei Verwandten oder guten Freunden ist es besonders schwierig, "Nein" zu sagen, sodass die anderen mit der Zeit lernen, dass man sehr hilfsbereit ist und sie daher an uns ständig noch mehr Wünsche und Aufträge herantragen können. Um aus diesem "Teufelskreis" herauszukommen, muss man diese Situationen analysieren, denn nur wenn man durchschaut, welche eingeschliffenen Muster am Neinsagen hindern, kann diese in Zukunft bekämpfen. Dass man in einer solchen Situation nicht genug Durchsetzungskraft bewiesen hat, zeigt sich oft auch körperlich, indem sich bei dem Wunsch des anderen sich alles zusammenzieht. Man muss daher lernen, auf solche Zeichen zu achten, damit man ein gutes Gespür dafür bekommt, wann ein "Nein" angebracht ist.
Es gibt zahlreiche Gründe, die Menschen darin hindern, klare Grenzen zu ziehen, wobei bei einigen die Erziehung eine große Rolle spielt. Andere wieder haben Angst, dass die Beziehung zur bittenden oder fragenden Person leidet, wenn man Nein sagt. Oft ist es auch das Selbstbild, denn wenn jemand von sich selbst erwartet, allzeit hilfsbereit, sozial und großzügig zu sein, tut sich mit Absagen schwer. Die von anderen daher an einen herangetragenen hohen Erwartungen möchte man nicht enttäuschen, besonders dann, wenn der Kollege oder die Freundin nicht locker lassen, so dass man für ein "Nein" Erklärungen und Argumente finden muss. Oft flüchtet man sich in Lügen und das macht die Situation noch unerquicklicher. Dieses Gefühl, sich rechtfertigen zu müssen, ist aber schon der erste Fehler, denn meist genügt ein einfaches, freundliches "Nein" und lange Erklärungen bringen einen in einen Argumentationsnotstand. Manchmal scheitert das Neinsagen am Zeitdruck, unter den man mit einer Bitte gesetzt wird, deshalb sollte man sich Bedenkzeit erbitten, was einen Puffer schafft, um herauszufinden, ob man wirklich helfen will oder lieber doch nicht. Das Neinsagen betrifft immer zwei Seiten, denn wer sich zu einem Nein durchgerungen hat, muss dann noch die Reaktion der Gegenseite aushalten. Besonders wenn man bisher nur wenige Dinge abgelehnt hat, erntet man von Freunden oder Kollegen schon einmal ein verständnisloses Kopfschütteln. Allerdings sollten man sich von solchen Reaktionen nicht irritieren, auch wenn es am Anfang auch schwerfällt. Vor allem bei richtigen Freunden wird ein "Nein" sicher nicht die Freundschaft in Frage stellen, und mit jedem "Nein" wird es in Zukunft leichter, was für viele Menschen einen Gewinn an Freiheit bedeutet.
Übrigens: Auch Kinder dürfen und müssen in bestimmten Situationen Grenzen ziehen und Nein zu den Anforderungen Erwachsener sagen lernen, d.h., auch sie haben die Erlaubnis, einmal nicht zu gehorchen und sich zu wehren. Dürfen etwa Eltern oder Geschwister zu jeder Zeit einfach in das Zimmer platzen und das Kind mit einer Bitte oder einem Auftrag aus seiner Konzentration reißen?
Literatur zum Thema "Nein sagen"
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