Arbeitsplatzgestaltung

 

 

Siehe dazu auch aus
Benjamins & Werners praktischen Lerntipps
"
Der Nachmittag eines Schülers"

und

Ja, aber ∞
oder
Die Kunst der Ausrede …

 

NEU:
Seit Beginn 2007 steht den BesucherInnen auch ein
FORUM zu Fragen des Lernens und der Lerntechnik zur Verfügung, in dem einschlägige Methoden und Probleme diskutiert werden können.

Für effektives Studieren ist ein ergonomisch sinnvoll eingerichteter und an die jeweiligen Bedürfnisse angepasster Arbeitsplatz nahezu unerlässlich. Aber nicht nur die Ausstattung des Arbeitsplatzes, sondern auch der Ort, an dem man lernt ist von entscheidender Bedeutung für dem Lernerfolg.

Wenn man die Möglichkeit dazu hast, bestimme man einen Platz, den man ausschließlich zum Lernen nutzt. Idealerweise sollte man an diesem Ort tatsächlich nur lernen und nicht etwa auch Briefe schreiben, Zeitung lesen o. ä.. Nach einer Weile wird die Studientätigkeit so eng mit diesem Ort verbunden sein, daß es immer leichter fallen wird, mit dem Lernen zu beginnen. Immer wenn man sich an dem Schreibtisch setzt, fühlman sich so, als würde man zur Arbeit gehen, Lernen wird zur Selbstverständlichkeit. Um diesen Effekt noch zu unterstützen, kannst man die Lernvorhaben auch immer mit einem kleinen Ritual beginnen, indem man z. B. einen kleinen Talisman aufstellt oder ein bestimmtes Kleidungsstück anzieht. Mit dieser zusätzlichen Einstimmung auf das Lernen setzt man außerdem für die Umwelt das deutliche Signal, daß man nun lernt und nicht gestört also z. B. angesprochen werden möchte. Auch für diese Rituale gilt, daß sie ausschließlich beim Lernen eingesetzt werden sollten.

Um das Lernen und vor allem das Lernbeginnen zu erleichtern, solltest man also Arbeits- und Entspannungsplätze unbedingt voneinander trennen.

Was gehört auf keinen Fall an den Arbeitsplatz?

Souvenirs, Briefe, Zeitschriften, der aktuelle Schmöker und alle anderen Dinge, die vom Lernen ablenken und die Konzentration stören.

Aus dem Text einer Werbung für einen "Einfach-Aufgeräumt-Kurs für Schreibtisch und Büro":

"Das Leben ist zu kurz, um es mit Suchen zu verbringen! Vergeuden Sie nicht weiter Ihre wertvolle Energie! Lassen Sie nicht zu, dass das Märchen vom "kreativen Chaos" Ihr Leben bestimmt. Heute ist der Tag, an dem Sie den entscheidenden Schritt machen können, um mit professioneller Ordnung und Organisation wieder die vollständige Kontrolle zu übernehmen. Entdecken Sie hier die einzige wirkungsvolle Methode ... Hier ist eine verblüffend einfache und wirkungsvolle Methode, wie Sie ohne großen Aufwand – fast nebenbei – eine optimale Struktur und professionelle Ordnung auf Ihren Schreibtisch, in Ihre Unterlagen, in Ihr Büro – in Ihr ganzes Leben bringen."
Übrigens: Der Kurs besteht aus Bausteinen zum Preis von 33,00 € und kostet insgesamt 198,00 €.

Daher meine Empfehlung: Versuchen Sie es erst mit meinen garantiert kostenlosen Tipps!

Was gehört auf jeden Fall an den Arbeitsplatz?

An den Arbeitsplatz solltest man alle Hilfsmittel in erreichbarer Nähe haben, um unnötiges Aufstehen und Herumsuchen zu vermeiden, die dann als "Fluchtmöglichkeit" vor der Arbeit genutzt werden könnten.

  • Nachschlagewerke wie Konversationslexikon, Fremdwörterlexikon, Duden, Fachlexika, Wörterbücher, Handbuch für das benutzte Anwenderprogramm und evt. Synonymelexikon und einen Atlas,
  • Stundenplan und Terminkalender,
  • Druckerpapier, Notiz(Schmier)papier, Karteikarten, Schreibmaschinenpapier, Ringbucheinlagen,
  • Rechner, im Idealfall einen Drucker und Ersatzkartousche (Toner),
  • oder Schreibmaschine, Farbband, Korrekturband, Tippex,
  • Schreibutensilien: Bleistifte, Buntstifte oder Filzstifte, Textmaker, Kugelschreiber oder Füller, Folienstifte, Ersatzminen oder Füllerpatronen, Radiergummi, Bleistiftspitzer,
  • weitere Hilfsmittel: Lineal, Schere, Locher, Büroklammern, Hefter und Heftklammern, Klebestifte, Tesafilm, Folien,
  • Ordnungshalter: Ablagen, wenn möglich Hängeregister, Ordner, Heftstreifen, Plastikhefter, Klarsichthüllen, Klebezettelchen (Postit), Pinnwand, großer Papierkorb, Bücher/Ablageregal
  • eine Liste mit den wichtigsten Hilfstelefonnummern (wen frage ich, wenn mein Rechner abstürzt, wenn ich ein Verständnis- oder Formulierungsproblem habe oder mich "der große Frust" überkommt)

Schreibtisch und Schreibtischstuhl

Der Schreibtisch sollte ausreichend Platz zum Schreiben und Ausbreiten der Unterlagen bieten. Die Größe der Arbeitsfläche sollte dabei mindestens 100 x 60 cm einnehmen. Die Höhe sollte für Frauen zwischen 70 und 74 cm und für Männer zwischen 74 und 78 cm betragen. Ideal ist ein höhenverstellbarer Tisch der gleichzeitig eine geringe Neigung der Oberfläche ermöglicht. Darüber hinaus solltest man darauf achten, daß die Tischoberfläche nicht glänzt, um sehstörende Reflexionen zu vermeiden.

Um besonders bei kleineren Personen eine schlechte Sitzhaltung zu verhindern, sollte unter dem Schreibtisch eine Fußstütze mit mindestens 70 x 70 cm Durchmesser vorgesehen werden.

Bei einem traditionellen Stuhl sackt der Körper irgendwann zusammen, denn der Rücken wird rund, die Schultern fallen nach vorn, Bauch und Lunge werden zusammengepresst. Der Sitzende gibt damit aber nicht nur seine äußere, sondern auch seine innere Haltung auf, denn in der Folge atmet er weniger tief, und weniger Sauerstoff gelangt in sein Blut. Das wirkt sich auch auf die Gehirndurchblutung aus und die Aufmerksamkeit lässt nach, die Gedanken schweifen ebenso wie der Blick ab. Kinder kompensieren dies unbewusst oft dadurch, in dem sie mit dem Stuhl wippen oder hin- und herrutschen, also das tun, was oft mit dem Begriff "Zappelphilipp" umschrieben hat. Das unruhig, dynamische Sitzen löst Muskelkontraktionen aus, die die Durchblutung fördern, wodurch mehr Sauerstoff ins Gehirn gelangt, man wieder wacher wird und die Konzentration sich erhöht. Übrigens: Auch stehende Erwachsene bewegen sich aus ähnlichen Gründen oft ebenfalls unbewusst hin und her. Daher sollte man einen bequemen höhenverstellbaren Drehstuhl verwenden, der "dynamisches" Sitzen, also häufigen Stellungswechsel von Rumpf und Gesäß ermöglicht. Arbeitssitze mit verstellbaren Rückenlehnen sollten außerdem eine möglichst große Stützfläche für die Lendenwirbelsäule bieten.

Aus orthopädischer und physiologischer Sicht ist es sogar von Vorteil, wenn man beliebig oft zwischen sitzender und stehender Arbeitshaltung wechseln kann. Damit beugt man Ermüdungserscheinungen vor, da im Stehen und im Sitzen unterschiedliche Muskeln beansprucht werden, so daß jeder Haltungswechsel mit einer Entlastung bestimmter Muskelgruppen einhergeht.

Pinnwand

Computerarbeitsplatz

Wenn man auf dem Arbeitstisch einen Computer unterbringen muß, dann sollte der Tisch eine entsprechend größere Tiefe haben. Diese variiert je nach Monitorgröße. Darüber hinaus sollte der Tisch je nach Aufgabe und individuellen Notwendigkeiten verschiedene Anordnungen von Bildschirm, Tastatur und Beleghalter zulassen.

Um dynamisches Sitzen zu ermöglichen, sollte der Bildschirm zudem gedreht, geneigt und in der Höhe verstellt werden können. Im Normalfall wird die Höhe des Bildschirms so gewählt, daß beim Blick nach geradeaus die obere Bildschirmkante angesehen wird. Als häufigste Ursache für visuelle Beschwerden werden immer wieder Reflexe auf dem Bildschirm genannt. Daher sollten Bildschirme möglichst parallel zum Fenster ausgerichtet werden. Zusätzlich kannst man die Fenster mit lichtdurchlässigen und reflexarmen Vorhängen abhängen.

Beleuchtung

Wenn man den Arbeitsplatz optimal gestalten will dann sollte man für gute Beleuchtung sorgen. Schlechtes Licht erschwert die Konzentration, führt zu schnellerer Ermüdung und schmerzenden Augen.

Hauptanforderungen an die Beleuchtung sind:

  • genügend Licht, u. U. mehrere Lichtquellen
  • keine scharfen Kontraste, d. h. Du sollten große Helligkeitsunterschiede am Arbeitsplatz vermeiden
  • gut verteiltes Licht, d. h. weder Du noch das Arbeitsgerät sollten störende Schatten werfen.

Der Arbeitstisch sollte möglichst gleichmäßig beleuchtet sein. Wenn man ein Buch auf der Arbeitsfläche hin und her schiebt, kannst man kontrollieren, wie gleichmäßig die Arbeitsfläche ausgeleuchtet ist bzw. wo man die Schrift gut und wo man sie nicht mehr so gut lesen kann. Man sollte nie in einem vollkommen dunklen Zimmer arbeiten, in welchem nur der Arbeitsplatz erleuchtet ist, sondern sollte dafür sorgen, daß auch der ganze Raum zumindest so hell ausgeleuchtet ist, daß man die Dinge noch gerade erkennen kann. Das ist ein Erbteil unserer Evolution, da es einmal für Menschen überlebenswichtig war, im nicht erkennbaren Dunkel auf das kleinste Geräusch zu reagieren und die Aufmerksamkeit sofort darauf zu richten.

Lärm und Musik

Siehe auch
Moderne Arbeitsplätze
zwischen
Schutz, Wohlgefühl und Öffentlichkeit

 

 

 

Generell sollte man versuchen, einen möglichst ruhigen Ort für den Arbeitsplatz auszusuchen. Dabei gilt:

  • Geräusche mit hohen Frequenzen und Lautstärken wirken unangenehmer als solche mit niedrigeren Frequenzen.
  • Gleichmäßiger Lärm stört weniger als unerwartete oder immer wieder neu einsetzende Geräusche.
  • Nicht alle Leute reagieren gleich auf Lärm, und eine Störung wird von einer Person zu unterschiedlichen Zeiten häufig als unterschiedlich störend empfunden.
  • Eine große Rolle spielt die innere Einstellung, die man zu Lärm oder zu dessen Erzeuger hat - wenn man das Kind mag, das draußen schreit, dann stört es auch nicht so sehr.
  • Musik kann bei Routinearbeiten die Leistungsbereitschaft erhöhen.
  • Bei Tätigkeiten, die eine hohe Konzentration erfordern, wirkt Musik generell eher ablenkend.
  • Mit Musik als Geräuschkulisse können andererseits auch andere störende Geräusche überdeckt und so ein konzentrationsförderlicheres Arbeitsklima geschaffen werden.

Eine wichtige Rolle spielt auch hier die persönliche Einstellung und die Erfahrungen, die man bereits mit Lernen und Musikhören gemacht hast.

Das Optimierungspotential der Lüftungsanlagen der meisten Computer ist längst noch nicht ausgeschöpft. Besonders bei Billigrechnern werden oft billige und daher laute Lüfter und Laufwerke eingesetzt, deren Lärm sich summiert und zu einem alles durchdringenden, vibrierenden Klangteppich kann. Zwar gewöhnt man sich relativ rasch an solche monotonen Geräusche, allerdings verlangen sie ein ständiges Ausfiltern bei den Konzentrationsleistungen und haben daher insgesamt eine deutliche Auswirkung auf die Arbeitseffizienz. Daher sollte man schon beim Kauf darauf achten.

Siehe auch Leistungssteigerung durch Pausen

Pinwand

Belüftung, Beheizbarkeit, Luftfeuchtigkeit

Weitere Anforderungen an das optimale Arbeitszimmer sind eine gute Belüftung und Beheizbarkeit. Die relative Luftfeuchte sollte 40 - 60 % betragen, bei geringeren Werten trocknen die Schleimhäute der Atemwege und die Haut aus. Außerdem nimmt die Wahrscheinlichkeit der elektrostatischen Aufladung zu. Im allgemeinen werden Raumtemperaturen von 21°C bis 23°C empfohlen, da frische Luft und ein kühler Raum die Konzentration eher fördern. Bei hohen Außentemperaturen sollten 26°C im Büro nicht überschritten werden. Die relative Luftfeuchtigkeit sollte 40% bis 60% betragen, vor allem im Winter sollten Maßnahmen gegen die meist zu trockene Heizungsluft getroffen werden. Eine gute und vor allem auch billige Alternative zu künstlichen Luftbefeuchtern, durch deren Verwendung vermehrt Infektionen auftreten können, sind Pflanzen. Besonders geeignet sind Zimmerpflanzen, die viel Wasser absondern, wie zum Beispiel Zimmerlinden, Monstera delicosa, Zyperngras, Grünlilie, Efeutute und Drachenbäume.  Pflanzen filtern außerdem viele ungesunde Stoffe aus der Luft und setzen Sauerstoff frei.

Übung zum Sauerstoff tanken

Diese kleine Übung bringt etwa 20 Prozent mehr Sauerstoff ins Blut

 

Quelle: http://presseportal.de/pm/70984

Setzen Sie sich aufrecht auf einen Stuhl, Ihr Rücken sollte dabei nicht die Lehne berühren.

  • Erspüren Sie nun durch leichtes Hin- und Herrutschen die Sitzknochen.
  • Setzen Sie sich "vor" Ihre Sitzknochen, indem Sie ein Hohlkreuz machen und das Becken nach vorn schieben. Atmen Sie dabei so tief ein, dass sich der Bauch vorwölbt.
  • Schieben Sie sich dann mit den Oberschenkelmuskeln wieder nach hinten. Machen Sie dabei einen runden Rücken und atmen Sie aus.

Wiederholen Sie diese Schritte mehrere Male.


In einer Studie der Universität Bremen von Gerhart Tiesler wurde die Kohlendioxidkonzentration während des Unterrichts in drei verschiedenen Schulen gemessen. Ohne gesondertes Lüften beeinträchtigte die CO2-Konzentration im Klassenzimmer die Kinder in der Regel bereits nach 20 Minuten. Je höher sie anstieg, desto unaufmerksamer und müder wurden die Schüler. CO2-Werte über dem DIN-1946-Richtwert von 1.500 ppm lösten neben Befindlichkeits- auch Wahrnehmungsstörungen aus (langsamere Verarbeitung visueller und auditiver Reize). Im Gegensatz dazu reagierten die Kinder auf zusätzliche Lüftungspausen mit erhöhter Aufmerksamkeit, geringerer körperlicher Belastung, sinkendem Lärmpegel und intensiverem Lehrer-Schüler-Dialog. Die tatsächliche CO2-Konzentration hängt auch stark von der Raumgröße, der Schülerzahl, der Aktivität der Schüler, dem Standort der Schule und der allgemeinen Wetterlage ab. Ein Unternehmen in der BRD hat eine Luftgüte-Ampel entwickelt, mit der mit Hilfe eines Zwei-Strahl-Infrarot-Photometers der Kohlendioxidgehalt gemessen wird . Grünes Licht bedeutet frische Luft mit niedrigem Kohlendioxidgehalt. Bei stickiger Luft schaltet die Ampel auf Gelb und bei verbrauchter auf Rot. Bei Gelb ist ein Stoßlüften empfohlen, bei Rot unbedingt erforderlich. Piktogramme und akustische Signale unterstützen das einfache Ablesen. Mit der Luftgüte-Ampel wird bei Kinder schon früh ein richtiges Lüftungsverhalten trainiert, wobei das auch auf die Arbeitssituation zu Hause übertragen werden sollte.

Workout im Sitzen

Diese beiden Übungen lockern die Muskeln
und fördern die Durchblutung

Quelle: Brigitte

Rücken-Samba
Aufrecht hinsetzen und den Bauchnabel möglichst weit nach innen ziehen. Dabei wölbt sich der untere Rücken nach hinten gegen die Rückenlehne. Drei Sekunden halten und wieder lösen.
20 Mal wiederholen.

Kniebeuge
Beine so anwinkeln, dass die Waden gegen die Unterseite des eigenen Sitzes drücken. Dann die Füße unter den Vordersitz strecken und die Zehen an den Körper heranziehen.
Im Wechsel 20 Mal wiederholen.

Quellen

http://leguan.emp.paed.uni-muenchen.de/strategien/
arbeitsplatz.html (00-08-09)
http://www.infoquelle.de/Job_Karriere/
Arbeitsplatz/Arbeitsplatzgestaltung.cfm (02-03-08)


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