[werner.stangl]s arbeitsblätter 

Was ist guter Unterricht?

Qualität der Unterrichtsgestaltung

Als Qualitätsmerkmale für Unterricht gelten z.B. seine Gliederung, Ordnung, Verständlichkeit, Klarheit, Einprägsamkeit und Einfachheit. Guter Unterricht wählt Lerninhalte in Bezug auf die Lernenden aus und formt sie entsprechend dem Lernvermögen der Lernenden um. Da Wissen keinen Selbstzweck hat, überbrückt ein solcher Unterricht die Kluft zwischen der Lernwelt in der Schule und der Berufswelt, ermöglicht praktische Anwendungen für theoretische Lerninhalte und stellt Zusammenhänge, Beziehungen und Querverbindungen zu anderen Lerngegenständen, Fächern oder Lerngebieten her. Durch die Einsicht, wozu etwas gelernt werden soll, fällt ein Lernen leichter. Lernfreundliche und methodisch variantenreiche Lehr-Lern-Arrangements ermöglichen ein positives Lernerlebnis.

Kompetenzerfahrungen für die Lernenden

Die emotionale Befindlichkeit eines Lernenden hat einen enormen Einfluss auf den Lernvorgang und daraus resultierende Lernergebnisse. Wenn Lernende im Unterricht häufig negative Rückmeldungen über erbrachte Leistungen erhalten, führt dies meist zu Angst vor erneutem Misserfolg. Negative Gefühle wie Angst, Stressempfinden, Unlust oder Sorge beeinträchtigen das Einprägen von Lerninhalten. Häufiger Misserfolg wirkt sich negativ auf das Selbstvertrauen aus, behindert die kognitive Leistungsfähigkeit und verringert damit die zukünftige Erfolgswahrscheinlichkeit des Lernens. Lerninhalte werden dann besonders gut aufgenommen, wenn sie mit positiven Gefühlen verbunden sind. Daher ist es wichtig, den Lernenden positive Erfahrungen im Umgang mit dem Lerngegenstand zu ermöglichen. Ein Erfahren der eigenen Kompetenz ausgelöst durch auch kleinste Erfolgserlebnisse erweist sich hierbei als tragend.


Wer sich des Fragens schämt, der schämt sich des Lernens.
Christoph Lehmann

Autonomieunterstützung der Lernenden

Die emotionale Befindlichkeit eines Lernenden hat einen enormen Einfluss auf den Lernvorgang und daraus resultierende Lernergebnisse. Auf die kognitive und emotionale Qualität von Lernprozessen wirken sich individuelle Freiheiten und Entscheidungsspielräume der Lernenden generell positiv aus. Häufig sind diesen Freiräumen im Unterricht jedoch zwangsläufig Grenzen gesetzt, da sich Unterricht organisationsbedingt immer auch an einem gemeinsamen Lernrhythmus des gesamten Klassenverbandes orientieren muss. Da aber gerade individuelle Zielsetzungen und die damit verbundene Erreichbarkeit von gesteckten Zielen die Lernmotivation stark positiv beeinflussen, soll Unterricht den Lernenden immer auch einen gewissen Grad an Mitbestimmung und die Wahrnehmung der eigenen Autonomie ermöglichen.

Identifikation mit der Lernumgebung, soziale Einbindung

Aus der Kommunikationspsychologie ist bekannt, dass Kommunikation oft stärker durch die Beziehungsebene als durch die Sachebene beeinflusst wird. Der üblicherweise von der Lehrkraft ausgehende Kommunikationsfluss im Unterricht liefert Lernenden ständig neue Informationen, die sie verarbeiten müssen. Für die Akzeptanz, Aufnahme und Verarbeitung dieser Informationen sind positive Beziehungen zwischen den Kommunikationspartnern – hier Lehrenden und Lernenden – unerlässlich. Aus sozialer Sicht wirken sich Lerngruppen aus verschiedenen Gründen in der Regel positiv auf die Lernmotivation aus. Gemeinsames Lernen entspricht dem menschlichen Grundbedürfnis nach sozialen Kontakten. Gruppen vermitteln ein Schutzgefühl, wodurch sich Ängste (etwa vor Fehlern) reduzieren lassen. Neben gemeinsamen Lernzielsetzungen können Lernergruppen nachhaltig Erfolgserlebnisse durch ein Erkennen des gemeinsamen Lernfortschritts ermöglichen. Eine entstehende Begeisterung innerhalb einer Lerngruppe wirkt meist ansteckend.

Quelle:

Riedl, A. (2004). Grundlagen der Didaktik. Stuttgart: Steiner.



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