Informationskanäle

Multidimensionalität von Kommunikationen

Nonverbale Botschaften werden im allgemeinen auf mehreren Informationskanälen gleichzeitig gesendet und empfangen. Wir kommunizieren gleichermaßen mit Blick, Gesichtsausdruck, Haltung, Gestik, Stimmqualität, Kleidung und Distanzverhalten. Für gewöhnlich sind auch diese Botschaften untereinander und mit unseren verbalen Botschaften koordiniert. Beispielsweise können wir eine Geste durch das Signal eines anderen Kanals, etwa durch Blickkontakt, näher qualifizieren. Die verschiedenen Kommunikationskanäle werden gewöhnlich koordiniert eingesetzt. Blick, Raumverhalten, Gesten und Gesichtsausdruck unterstützen und verstärken einander. 

Im folgenden werden die grundlegenden nonverbalen Informationskanäle näher beschrieben. Weiterhin geht es darum, individuelle Unterschiede anzusprechen hinsichtlich der Art und Weise, wie Menschen ihre emotionalen Regungen und Stimmungen durch ihr nonverbales Verhalten zum Ausdruck bringen: Dies wird als emotionale Ausdrucksfähigkeit bezeichnet. Die grundlegende Frage der nonverbalen Kommunikation ist die: 

Informationen über unsere inneren Zustände werden im wesentlichen über fünf Informationskanäle zum Ausdruck gebracht: Gesichtsausdruck, Augenkontakt, Körperbewegungen, Körperhaltungen, Berührungen.

Gesichtsausdruck

Schon vor 2000 Jahren schrieb der römische Schriftsteller Cicero: Das Gesicht ist der Spiegel der Seele. Dieser Satz beinhaltet die These, dass menschliche Gefühle und Stimmungen meist im Gesicht widergespiegelt sind und von anderen wahrgenommen werden können.  Das Gesicht offenbart hauptsächlich sechs verschiedene Emotionen: Angst, Furcht, Glück, Trauer, Überraschung und Abscheu. In der Realität treten diese verschiedenen Basis-Emotionen selten in reiner, meist in mehr oder minder gemischter Form auf: z.B. Überraschung mit Furcht. Außerdem kann jede Emotion sehr unterschiedliche Ausprägungsgrade aufweisen. Obwohl es somit nur wenige Basis-Emotionen gibt, findet sich im Alltag aufgrund der vielfältigen Kombinationsmöglichkeiten und Ausprägungsgrade eine unendliche Vielfalt von Gesichtsausdrücken. 

Eine weitere wichtige Frage ist, ob die verschiedenen Gesichtsausdrücke tatsächlich auch die zugrundeliegenden Emotionen zum Ausdruck bringen. So gab man Versuchspersonen die Aufgabe, in sehr unterschiedlicher Weise die Gesichtszüge zu verziehen: z.B. die Stirn zu runzeln. Indem sie die Gesichtszüge nach Vorgabe veränderten, wurden die einhergehenden physiologischen Reaktionen (wie Herzschlag, Atmungsfrequenz usw.) aufgezeichnet.  Außerdem berichteten die Personen darüber, welche emotionalen Erfahrungen sie dabei machten, was ihnen durch den Kopf ging.

Es zeigte sich, dass die so initiierten Veränderungen der Gesichtszüge mit charakteristischen physiologischen Veränderungen einhergingen. Der Gesichtsausdruck von Angst beispielsweise war begleitet von höherer Herzschlagfrequenz und kürzeren Atmungssequenzen. Außerdem - und dies war das Kernergebnis -, je deutlicher die Bewegungen der Gesichtszüge mit spezifischen Emotionen verbunden waren, um so deutlicher berichteten die Personen entsprechende Emotionen (Levenson 1992). 

Gesichtszüge sollen sich übrigens auch auf die Intelligenzleistung auswirken: Machen Sie mit einem Partner ein Experiment: Schauen Sie einmal so richtig gelangweilt, lassen den Unterkiefer hängen - atmen Sie dabei durch die Nase, sonst gähnen Sie. Lassen Sie sich nun in diesem Zustand von Ihrem Partner eine nicht zu leichte Rechenaufgabe stellen, z.B. wieviel ist 13 mal 25? Sie werden überrascht sein, wie schwer es fällt, mit diesem Gesichtsausdruck zu denken. Oder versuchen Sie es umgekehrt mit einem Partner, dem Sie vorher nicht sagen, worum es geht und stellen Sie die Rechenaufgabe...
Quelle: http://www.methode.de/pm/um/pmum9.htm (05-11-07)

Charles Darwin stellte 1872 in «The Expression of Emotions in Man and Animals» fest, dass Menschen ganz unterschiedlichen Alters und unterschiedlicher Rasse die gleichen Gemütsverfassungen auf erstaunlich gleichförmige Art und Weise ausdrückten. Er vermutete deshalb, Gesichtsausdrücke seien universell und zeugten von der Einheit der Menschheit.

Gibt es also auch so etwas wie eine Universalität von Gesichtsausdrücken? Angenommen, man reist in ferne Regionen der Erde und gelangt zu einem Volk, das bislang mit der westlichen Kultur kaum in Berührung gekommen ist. Würden deren Gesichtsausdrücke denen ähneln, die wir aus unserem Miteinander kennen? Würden die Menschen gleichermaßen lachen oder lächeln, wenn sie Dinge erleben, die sie glücklich machen. Würden sie eine uns vertraute Mine der Ärgerlichkeit zeigen, wenn sie Dinge erfahren und erleben, die sie verärgern? Die bisherigen Forschungsergebnisse bestätigen diese Frage im wesentlichen.  D.h. die uns bekannten Basis-Emotionen und ihre korrespondieren nonverbalen Ausdrucksformen finden sich so gut wie in allen menschlichen Kulturen. Menschen unterschiedlichster Kultur und Region zeigen sehr ähnliche Gesichtsausdrücke für Situationen, die ähnliche Gefühlsreaktionen hervorrufen. 

Paul Ekman erzählte den Ureinwohnern in Papua Neuguinea Geschichten und bat sie danach, eines von drei Bildern auszuwählen, das der Handlung am besten entspräche, z.B. wenn sie ein totes Tier finden, das bereits seit mehreren Tagen in der Sonne lag oder wenn ein Freund sie besucht. Die gefundenen und fotografisch festgehaltenen Gesichtsausdrücke ähneln denen sehr stark, die wir selber in entsprechenden Situationen zeigen. Ergebnisse dieser Art wurden in vielen weiteren Untersuchungen im wesentlichen bestätigt. Sie legen die Annahme nahe, dass Menschen sehr unterschiedlicher regionaler oder kultureller Herkunft sehr ähnliche Gesichtsausdrücke zeigen. 

Dennoch sind diese Gesichtsausdrücke keineswegs ganz identisch. Jede Kultur hat ihre eigene Darstellungsregeln. Beispielsweise gilt es in vielen asiatischen Ländern als rüde und unangemessen, jemandem direkt zu widersprechen oder für seine Handlungen seine Missbilligung auszudrücken.  In den westlichen Ländern sind offene Missbilligung und Widersprechen durchaus üblich und gelten keineswegs als prinzipiell unangemessen. Soweit allerdings solche Darstellungsregeln nicht greifen und den nonverbalen Ausdruck modifizieren, ist die Verbindung zwischen spezifischen Emotionen und Gesichtsausdruck doch recht universal.  Das gleiche läßt sich auch in bezug auf das Erkennen und Deuten solcher Gesichtsausdrücke sagen. Auch sie finden sich universal. Wenn man Personen, die in sehr unterschiedlichen Regionen dieser Erde leben, Fotos mit Menschen sehr unterschiedlicher Gesichtsausdrücke vorlegt, die Angst, Furcht, Glück, Trauer, Überraschung und Abscheu zum Ausdruck bringen, können sie recht gut die zugrundeliegenden Emotionen erkennen und beschreiben. Beispielsweise ein Stirnrunzeln wird durchgängig als Zeichen von Ärger wahrgenommen und erkannt.

Augenkontakt

Man bezeichnet häufig die Augen als das Fenster zur Seele. Wenn dieser Blick versperrt ist, kann dies sehr irritierend sein: Wenn man einmal ein Gespräch mit einer Person hatte, die während des Gesprächs eine nicht-entspiegelte Sonnenbrille trug, wird man wissen, wie unangenehm es sein kann, wenn man dem Gegenüber nicht in die Augen sehen kann. Denn so kann man nicht mitbekommen, wie der Gegenüber reagiert. Beispielsweise deuten Menschen häufige Blickzuwendungen als Aufmerksamkeit, Zuneigung oder Freundlichkeit. Umgekehrt, wenn ein Gegenüber den Blickkontakt vermeidet, denken wir z.B., der andere ist desinteressiert, gleichgültig, abwesend oder auch einfach nur ängstlich oder scheu. Werden wir allerdings zu intensiv und zu lange angeschaut, empfinden wir dies häufig als aufdringlich, als aggressiv. Wir neigen dann uns zu fragen: "Warum starrt der mich so an"? In einer solchen Situation fühlen wir uns unwohl und neigen wir häufig dazu, die Szene zu verlassen. 

Sonnenbrillen als Hindernisse bei der Kommunikation


Quelle
:
Pander, Christine (2010). Sicherer durch Sonnenbrille.
WWW: http://stuttgarter-zeitung.de/
stz/page/2577895_0_9223_-psychologie
-sicherer-durch-sonnenbrille.html (10-08-03)
Bildquelle:
http://www.stangl-taller.at/ARKTOS/
blog/uploaded_images/1220280153
_5-751326.jpg (10-08-03)
Wenn jemand eine dunkle oder spiegelnde Sonnenbrille trägt, sind seine Emotionen schwerer lesbar, denn die Trägerin oder der Träger lässt sich durch diese nicht in die Gefühlswelt schauen, vor allem deshalb, weil keine mimische Darstellung der Augen mehr erkennbar ist. Mit einer Sonnenbrille kann man auch seine Blickbewegungen und Blickrichtungen verbergen, d.h., das Gegenüber weiß nie genau, wohin die Trägerin oder der Träger schaut, was für sehr viele Menschen störend wirkt. Das Tragen einer Sonnenbrille verstärkt daher bei manchen Menschen auch den Glauben, sie seien durch das Tragen der Brille besser vor der Kontrolle anderer geschützt, wobei man aus Untersuchungen weiß, dass Menschen sich dann auch eher dazu verleiten lassen, unehrlich und eigennützig zu sein. Markus Studtmann (Berliner Max-Planck-Institut für Bildungsforschung) hat in Experimenten gezeigt, dass große Sonnenbrillen, die die Augenbrauenpartie abdecken, auf Emotionen der TrägerInnen kaum mehr Rückschlüsse zulassen, d.h., als Gegenüber kann man nicht mehr oder nur schlecht erkennen, ob sich die Augenbrauen heben oder zusammenziehen, also Emotionsausdrücke wie Furcht, Überraschung und Ärger nicht mehr so leicht entdecken kann. Man kann auf Grund der Brillen natürlich auch nicht mehr erkennen, ob sich das Auge weitet oder das Oberlid hochgezogen wird, wodurch das Auge an sich die Emotionen nicht mehr verraten kann, sondern es bleibt als Identifikationsmerkmal für die Gefühlsregungen des Gegenüber nur mehr die Gesichtsmuskulatur rund um das Auge wie Lach- und Mimikfalten. An ProbandInnen im Alter zwischen 12 und 75 Jahren wurde auch überprüft, welche Gefühle sich auf Gesichtern noch erkennbar spiegeln, wenn bestimmte Teile des Gesichts abgedeckt sind: Ist nur die untere Gesichtshälfte bedeckt, ist es weniger schwierig, auf die Gefühlslage des Gegenübers zu schließen, denn die Mundpartie ist für das Zeigen von Emotionen offensichtlich weniger bedeutsam, aber aber wesentlich schwieriger wird es, wenn die obere Gesichtshälfte abgeschirmt ist wie dies eben beim Tragen von Sonnenbrillen der Fall ist. Übrigens zeigten in den Versuchen ältere Personen prinzipiell weniger Emotionen, wobei es nicht entscheidbar war, ob es ihnen schwerer fiel, Emotionen überhaupt zu zeigen, oder ob sie Emotionen einfach besser unterdrücken können (Pander, 2010).

In einer Untersuchung zeigte man Probanden Fotos von wütenden und ängstlichen Gesichtern, damit diese die Emotionen nach ihrer Intensität einstufen sollten, wobei auf einigen Bildern die Augen direkt auf den Betrachter schauten, auf anderen die Augen leicht abgewandt waren. Einen wütenden Blick werteten die Probanden intensiver, wenn es direkten Augenkontakt gab. Bei ängstlichen Gesichtern hingegen ließ der abgewandte Blick eine höhere Intensität der Emotion vermuten.

Übrigens können über die Pupillenreflexe Gehirnvorgänge ähnlich exakt vorhergesagt werden wie durch weit aufwendigere Untersuchungen eines menschlichen Gehirns etwa in einem Kernspintomographen, denn wer z.B. eine Entscheidung trifft, verrät sich durch die Erweiterung seiner Pupillen. Wissenschaftler haben so in einer Versuchsreihe exakt vorhersagen können, wann eine Testperson einen Schalter mit einer bestimmten Ziffer betätigte. Der Augenreflex hat deutlich signalisiert, für welche Zahl aus einer Nummernfolge sich ein Proband entschied. Der Pupillenreflex ist eine Reaktion auf die Ausschüttung von Noradrenalin, das im Zusammenhang mit Entscheidungsprozessen und Gedächtnisleistungen im Gehirn steht.

Silberblick und Schielen

Schielen, als Krankheit Strabismus, löst bei anderen Menschen den Reflexe des Kindchenschemas aus, denn die Evolution hat für den Nachwuchs, solange er noch hilflos ist, den besonderen Schutzstatus, ihn deshalb instinktiv zu mögen, weil er ansonsten keine Chance hätte, eingerichtet. Diese Zuneigung lösen bestimmte Körpermerkmale aus, die besonders Kindern zueigen sind, etwa ein überproportional großer Kopf, unterproportional kleine Ohren und auch das Schielen: beide Pupillen möglichst nah an der Nase und die Augen dabei weit aufgemacht. Da es besonders unter Kindern weit verbreitet - etwa fünf Prozent aller Kleinkinder schielen sogar sehr deutlich - kommt der Eindruck einer gewissen Hilflosigkeit hinzu.

Bei Männer weckt leichtes Schielen, gemeinhin als Silberblick bezeichnet, vermutlich daher den Beschützerinstinkt. Der Begriff "Silberblick" hat seinen Ursprung in der Malerei, denn in der Porträtmalerei, bei der die abgebildete Person entweder frontal oder im Dreiviertelprofil gezeigt wird, ist man seit der Renaissance dazu übergegangen, die Iris beider Augen nicht mehr wie früher symmetrisch darzustellen, sondern das entferntere Auge ein wenig mehr in die Mitte zur Nase hin zu positionieren - Musterbeispiel ist dabei Leonardo da Vincis Mona Lisa. Dadurch stellt sich beim Betrachter das Gefühl ein, die Person blicke ihn unmittelbar in die Augen, wobei ihm die Augen auf dem Bild folgen, wenn man einen oder zwei Schritte nach rechts oder links bewegt. Bei früheren Porträts, bei denen die Augen symmetrisch dargestellt wurden, schauen die Portraitierten durch den Betrachter hindurch in die Ferne. Besonders häufig findet man das auch in Darstellungen des Jesuskindes, das einem Betrachter mit seinen Augen verfolgt.

Augendetektor als Alternative zum Lügendetektor

Blicke verraten also viel über das Innenleben eines Menschen, so hat eine lügende Person oft geweitete Pupillen, doch sind die Unterschiede oft so minimal, dass es sehr feine Messinstrumente braucht. Bisher waren Augenbewegungen also nicht mit der nötigen Zuverlässigkeit messbar, doch John Kircher, Douglas Hacker und David Raskin (Universität Utah) haben nun eine Eye-Tracking-Method entwickelt, das diese minimalen Botschaften des Auges messen soll, wobei dieses neue Gerät eine kostengünstige Alternative zum Lügendetektor darstellt. Ein Lügendetektor (eigentlich Polygraph) zeichnet bekanntlich körperliche Reaktionen einer Person wie Blutdruck, Atmung, Hautwiderstand oder die Stimme während einer systematischen Befragung auf, und ob jemand die Wahrheit sagt, ergibt sich aus der nachträglichen Auswertung der Messungen. Beim Augendetektor werden unter anderem die Pupillenausdehnung, die Antwortzeit, die Zeit für das Lesen und die Lesewiederholung sowie Fehler systematisch und kontinuierlich registriert. Der Grundgedanke dahinter ist, dass Lügen für das Gehirn anstrengender ist, als bei der Wahrheit zu bleiben.Darum konnten die Blickbewegungen erst jetzt als mögliche Alternative zum Lügendetektor ins Spiel kommen, denn die bisherigen Ergebnisse sind teilweise besser als die des Lügendetektors.

Berühren

Es kommt in der Interaktion zwischen Menschen immer wieder vor, dass sich die betreffenden Personen in irgendeiner Form berühren: zufällig, absichtlich und in sehr unterschiedlicher Form. Welchen Stellenwert und emotionale Bedeutung eine solche Berührung hat, hängt von sehr vielen Faktoren ab.  Eine solche Berührung kann von dem Berührten als angenehm, als beruhigend, als erotisierend, aber auch als aufdringlich, abstoßend, bedrohlich empfunden werden je nach Beziehung, Situation, Kontext usw. Erstens hängt es davon ab, von wem man berührt wird, ob es ein Freund, ein Partner, ein Geschwister, ein Elternteil, ein Fremder, ein sozial Geächteter ist usw. Zweitens hängst es ab von der Art des Körperkontaktes: Ist er kurz oder lang, sanft oder hart oder grob. Drittens spielt es eine Rolle, welcher Körperbereich berührt wird: Die einzelnen Körperzonen markieren unterschiedliche Grade der Intimität. Beispielsweise Hand und Schulter gelten als weniger intim als Gesicht und Bauch. Viertens ist der Kontext von Belang: Ist es ein Familienrahmen, ein Autogeschäft oder eine Arztpraxis. Je nachdem kann Berührung somit sehr unterschiedliches bedeuten: Zuneigung, sexuelles Interesse, Herrschaft, Macht, Überlegenheit, Unterlegenheit, Fürsorge, Pflege, Aggression, Zärtlichkeit, Liebe.

Im Alltag kann man beobachten, dass die Bedeutung und die Reaktion auf Berühren immer von beiden Seiten abhängt: was auf der einen und was auf der anderen Seite empfunden und erlebt wird. Wenn sich dies nicht deckt, kann es zu erheblichen Irritationen führen. Hat etwa die eine Seite ein Fürsorgemotiv und sucht deshalb die Berührung, wird dieses Fürsorgeverhalten jedoch von der berührten Person abgelehnt, kommt es oft zu einer schroffen Zurückweisung. D.h. darüber sind dann beide irritiert bzw. reagieren mit Verwirrung, womöglich auch mit Ungehaltensein. Wird jemand fürsorglich gestreichelt, der aber dieses Fürsorgeverhalten gar nicht annehmen möchte, empfindet dieser, dass der vermeintlich fürsorglich Agierende die Situation und die Person nicht richtig wahrgenommen bzw. nicht hinreichend akzeptiert hat. Dies drückt auch fehlende Empathie oder fehlende Bereitschaft oder Fähigkeit der Empathie entsprechend zu handeln aus. In den westlichen Ländern hat sich die taktile Kommunikation unter Erwachsenen in den letzten Jahren stark gewandelt, wobei das Berühren von Freunden und Bekannten, Umarmen und Küssen auf Wange oder Mund sich schon weitgehend durchgesetzt haben.

Die Kunst des Umarmens

David Schnarch studierte viele Formen des körperlichen Nahkontakts und berichtet in seinem Buch "Die Psychologie sexueller Leidenschaft", dass die Sprache der Umarmung erstaunlich vielgestaltig ist. Er stellte fest, dass sich Menschen häufig falsch umarmen. So ist etwa die Umarmung in der Vorbeugehaltung, bei der Wangen und Schultern sich berühren - sie macht sich steif, er zieht den Bauchein - eine Formalie beider, da beide nichts spüren wollen, was eine Art aseptische Lösung dafür darstellt, wenn zwei nicht miteinander schwingen wollen. Ist man bei der Umarmung verspannt, verstimmt oder mit seinen Gedanken abwesend, ist eine Umarmung eher schädlich, da Emotionen dann nur vorgetäuscht werden. Es zeigt sich an der Form der Umarmung, dass viele Paare unmerklich voneinander abgerückt sind und es nicht einmal merken. Schnarch empfiehlt das sogenannte A in der Umarmung, bei der sich beide auf Unterarmlänge gegenüber stehen, sich zueinander beugen, dabei ein A bilden und zugleich einander abstützen, wobei beide fest auf ihren Beinen stehen sollten, die das Körpergewicht tragen. Das Wesen der Umarmung ist nach Ansicht von Schnarch, dass jeder den Körper des anderen spürt, wobei man lieber abbrechen soll, wenn sich Unbehagen einstellt. Eine gute Umarmung entlastet den Körper, lockert und öffnet ihn.

In traditionellen Kulturen ist der Körperkontakt und somit die taktile haptische Kommunikation zwischen Säugling und Betreuungsperson intensiver als in Industriestaaten, d.h., die Stimulation der emotionalen, sozialen und intellektuellen Fähigkeiten ist dadurch höher. Dieser intensivere Kontakt bewirkt ein gesteigertes Wohlbefinden bei Kind und Betreuer, was Erickson als "Urvertrauen" bezeichnet, das dem Kind ein Gefühl der Geborgenheit vermittelt.

Einen wichtigen Aspekt liefert die soziale Haar- und Hautpflege, besonders in den Ländern der Dritten Welt. Das Entfernen von Läusen beispielsweise ist Teil eines spezifischen Motivations- und Erlebniskomplexes. Dorothea Strecke (1991) hat bei Affen nachgewiesen, dass im Gehirn produzierte Beta-Endorphine ganz wesentlich zur Steuerung der sozialen Hautpflege beitragen, außerdem bei Schmerzen freigesetzt werden und Teil des körpereigenen Belohnungssystems sind. Beim gelausten Tier kommt es zu einer Senkung von Herzfrequenz und Blutdruck, also einer psychophysischen Entspannung. Strecke konnte außerem nachweisen, dass eine leichte Rückenmassage bei Patienten einer Intensivstation ebenfalls einen entspannenden, beruhigenden Effekt hatte.

Distanzzonen und Territorialität - Der Umgang mit Raum

Den persönlichen Freiraum eines anderen zu respektieren ist ein fundamentaler Aspekt der sozialen Interaktion unter Menschen und etwas, was Menschen meist automatisch und ohne Anstrengung tun. Non-verbale Kommunikation drückt sich daher besonders stark in den zum Teil während der Sozialisation erlernten Distanzzonen aus:

Es ist wichtig, das Distanzbedürfnis anderer Menschen zu respektieren, denn wer jemandem zu dicht „auf die Pelle“ rückt, muss sich nicht wundern, wenn er sich unbeliebt macht. Das unerlaubte Eindringen in die intime Distanzzone wird praktisch immer als unerwünschte Grenzübertretung empfunden.

Ralph Adolphs (California Institute of Technology) führte ein einfaches Experiment durch, bei welchem sich Personen so weit an den Versuchsleiter annähern sollten, bis sie jene Distanz erreichten, die ihnen am angenehmsten war, wobei der Abstand von Kinn zu Kinn gemessen wurde. Der von den gesunden Versuchspersonen durchschnittlich bevorzugte Abstand betrug 64 Zentimeter, während eine Patientin, die schwere Schäden an den Emotionszentren im Gehirn (Mandelkern) hatte, sich hingegen bis auf 34 Zentimeter annäherte, ohne sich dabei unwohl zu fühlen. Selbst wenn sie direkt Nase an Nase mit dem Versuchsleiter stand, berichtete sie über keinerlei negative Gefühle. Offensichtlich spielt die Amygdala eine zentrale Rolle für diesen Prozess, da sie die starken Gefühle des Unwohlseins erzeugt, die normalerweise den richtigen Abstand in sozialen Situationen einhalten helfen. Diese Ergebnisse wurden mittels funktionelles Magnetresonanztomografie bestätigt. Offensichtlich ist der Mandelkern daran beteiligt, die soziale Distanz zu regulieren, unabhängig von speziellen Sinnesreizen, die typischerweise signalisieren, wenn jemand zu nahe kommt, wie Geruch, äußeres Eerscheinungbild oder Geräusche.

Einbrüche als Verletzung der Distanzzone

Ebenfalls der Verletzung der Distanzzonen zuzurechnen sind Einbrüche, unter denen Einbruchsopfer oft sehr lange Zeit an Angstzuständen und Schlafstörungen leiden. 71 Prozent der Betroffenen gaben in einer Studie in Österreich an, für sie sei die Vorstellung am schlimmsten, dass ein Fremder in den vermeintlich geschützten Raum und in ihre Privatsphäre eingedrungen ist. 86 Prozent fühlten sich unmittelbar nach dem Einbruch in ihrer Wohnung nicht mehr sicher und hatten Angst, erneut Opfer von Einbrechern zu werden. Die psychischen Folgen eines Einbruchs führen oft auch dazu, dass sich das Leben der Betroffenen schlagartig ändert, etwa durch Überempfindlichkeit gegenüber Geräuschen, Angst vor dem Alleinsein oder Schlafstörungen. Die Angst, der Täter könnte zurückkommen, führt im Extremfall dazu, dass sich Betroffene ein neues Zuhause suchen. Oft ist psychologische Betreuung notwendig, um das traumatische Erlebnis aufzuarbeiten. Einbruchsopfer erleiden in der Regel ein Trauma bzw. erleben eine kurzfristig extreme Belastungssituation, wobei alleine das Bild der durcheinander geworfenen persönlichen Dinge bei den Betroffenen innerlich enormen Stress auslösen kann. Es ist in der Therapie wichtig, das Gefühl der Sicherheit wiederherzustellen, d.h., Betroffene sollten nach einem Einbruch nicht alleine sein, sondern Vertrauenspersonen wie Freunde oder Familienangehörige zuziehen. Auch ist es nicht empfehlenswert, dass traumatisierte Opfer unmittelbar nach dem Einbruch über das Erlebte reden, da sie das zu sehr aufwühlen und erneut ein Trauma auslösen oder das vorhandene verstärken könnte. Wenn psychische Störungen wie Herzrasen, Schlafprobleme, Angstzustände oder Schreckhaftigkeit mehrere Monate andauern, sollte in jedem Fall eine Therapie in Erwägung gezogen werden, bei der es neben der sozialen Unterstützung auch wichtig ist, das vegetative Nervensystem zu beruhigen, etwa durch Atemübungen und Entspannungstechniken wie autogenes Training oder Yoga.

Distanzen auch abhängig von Stimmungslagen

In Untersuchungen von Jochen Gebauer (Institut für Psychologie der Humboldt Universität Berlin) zeigte sich übrigens, dass emotional positiv besetzte Orte gefühlt als näher betrachtet werden, während man negativ besetzte Orte weiter weg verortet. Menschen in negativer Gemütslage wähnen hingegen positive Orte weiter weg und negative etwas näher. Für Frohnaturen liegt das Paradies gefühlt „um die Ecke“, während es für traurige Menschen „unendlich weit weg“ ist. Vermutlich gilt Ähnliches auch für die erlebte Distanz zu Menschen, die einem positive und negative Erlebnisse vermitteln können.

Kulturelle Unterschiede

In Mitteleuropa beginnt die Intimzone zirka 50 cm vor und endet 50 cm hinter einer Person – an der Seite ist die Intimzone etwas kleiner.

In Südamerika sind die Distanzzonen geringer ausgeprägt als in Mitteleuropa. In einem brasilianischen Reitclub hatten derartige Missverständnisse zwischen Mitteleuropäern und Nordamerikanern schmerzhafte Folgen: Ein Schreiner musste das Geländer einer Veranda erhöhen, weil immer wieder Nordamerikaner und Nordeuropäer rücklings hinunter gestürzt waren. Ihre südamerikanischen Pferdefreunde hatten den üblichen „nordischen“ Gesprächsabstand von einer Armlänge nicht eingehalten, und die Gäste hatten sich unbewusst bedroht gefühlt. Da sie Schritt um Schritt zurückwichen und die Südländer nachrückten, hatte dies fatale Folgen.

Ähnlich problematisch können Begegnungen zwischen kühlen Engländern, die Berührungen praktisch nie zulassen, und Männern aus Puerto Rico sein. Ein puerto-ricanischer Mann wird seinen Gesprächspartner, wie bei Beobachtungen gezählt wurde, wohlmöglich 180-mal pro Stunde berühren. Für den Briten genau 180-mal zu oft. Der Engländer wird dem Puerto-Ricaner mit Sicherheit homosexuelle Absichten unterstellen.

Psychologische Distanz

Unter "psychologischer Distanz" versteht man ein allgemeines Entfernungsgefühl, wobei diese Distanzen von zeitlicher, örtlicher oder sozialer Natur sein können. Wie Nira Liberman (Universität Tel Aviv) und Yaacov Trope (New York University) berichten, sind für das menschliche Gehirn räumliche und zeitliche Entfernungen das Gleiche. Die ProbandInnen wählten immer abstrakte Begriffe, wenn sie an entfernte Objekte und Ereignisse dachten, unabhängig davon, ob in dem Experiment die örtliche, zeitliche, soziale oder auch hypothetische Entfernung untersucht worden war. Vermutlich kommt die Empfindung der psychologischen Entfernung zustande, weil in allen Fällen das "Hier und Jetzt" in gleicher Weise überschritten werden muss. Wenn die direkte Erfahrung an einem bestimmten Punkt endet, setzen die Menschen bekannte mentale Modelle ein, um sich Gedanken über Zukünftiges oder auch Unwahrscheinliches machen zu können. Diese zunehmende Abstraktion macht durchaus Sinn, da über weit entfernte Ereignisse viel weniger Details bekannt sind, sodass sie einen höheren Abstraktionsgrad an Vorstellungen erlaubt, die auf eine große Anzahl von Ereignissen zutreffen können. Je größer der Abstand zu einem Ort oder einem zeitlich entfernten Ereignis also ist, desto abstrakter ist das geistige Bild, mit dem das Gehirn arbeitet.
Quelle: Science, Bd. 322, S. 1202.

Distanzzonen gegenüber Körperbehinderten

Kaiser et al. (2010) haben mit Hilfe einer quantitativen und qualitativen Inhaltsanalyse einer Videobeobachtung das Hilfe- und Ausweichverhalten von Passanten gegenüber einem sich in einer vermeintlichen Problemsituation befindenden Rollstuhlfahrer untersucht. Lediglich 28 von 541 PassantInnen sprachen den Rollstuhlfahrer an, von denen wiederum 13 Hilfsanbote machten. Die ForscherInnen konnten dabei deutlich größere Körperabstände und Ausweichverhalten gegenüber dem Rollstuhlfahrer feststellen, aber auch Personen, die ihn mehrmals passierten, offenbarten mögliche Unsicherheit und Berührungsängste, indem sie ihn erst bei der zweiten Begegnung ansprachen und jeweils einen großen Abstand zu ihm hielten. Nicht nur die vorübergehenden Passanten nahmen unüblich große Abstände zum Rollstuhlfahrer ein, sondern auch dessen Gesprächspartner, was einer Kontaktflucht-Reaktion gleichkommt. In anderen, weniger häufigen Situationen haben Psychologen beobachtet, dass sich Rollstuhlfahrer von zahlreichen aufgenötigten Verbalkontakten belästigt fühlen. Jedenfalls stellt unerwarteter Kontakt mit behinderten Menschen in Alltagssituationen für viele Personen eine Herausforderung dar. In solchen Situationen geraten die meisten Menschen in einen mentalen Konflikt … Die Leute trauen sich nicht, Behinderte offen anzuschauen, obwohl sie das Bedürfnis haben. Sie sind unsicher, ob eine Interaktion gewünscht wird, und wie sie mit behinderten Personen umgehen sollen. Gleichzeitig können auch behinderte Menschen keine dauerhaften Verhaltensstrategien entwickeln und mögen in ihrer psychischen Anpassung infolge fortwährend neuer und ambivalenter Situationen beeinträchtigt werden. Ein weiteres Hauptergebnis der Studie liegt in der Entdeckung eines Ansteckungseffekts, der darin besteht, dass sich Passanten offenbar erst dann trauen, den Rollstuhlfahrer anzusprechen, wenn dies bereits jemand vor ihnen gemacht hat.

Quelle:
Kaiser, Mirjam, Scholz, Anouk, von Groote, Per M. & Reinhardt, Jan D. (2010). Paschaplegiker? Hilfe- und Ausweichverhalten gegenüber Rollstuhlfahrern an öffentlichen Orten: eine empirische Beobachtungsstudie in der Stadt Luzern. Psychologie & Gesellschaftskritik, 34.

Körpersprache, Stimmungen und Erinnerungen

Aktuelle Stimmungen und Gefühle werden sehr oft in unserer Körperhaltung, unserer Körperbewegung zum Ausdruck gebracht. Wir reden hier von Körpersprache. Eine Vielzahl von Bewegungen, vor allem Bewegungen einzelner Körperteile im Verhältnis zu anderen Körperteilen (sich berühren, sich kratzen) spiegeln emotionale Erregung wider. Je höher die Frequenz eines solchen Verhaltens desto größer die Erregung, die psychische Anspannung. Größere Körperbewegungen, die den ganzen Körper einschließen, können gleichermaßen informativ sein. Beobachtungen des klassischen Balletts ergaben zwei Gruppen von Charakteren: einer mit einer bedrohlichen und beängstigenden Rolle (z.B. Macbeth) und einer mit einer warmen und sympathischen Rolle (z.B. Romeo und Julia).

Bedrohliche und beängstigende Charaktere zeigen mehr diagonale und eckige Bewegungen, während warme und sympathische Charaktere mehr runde Bewegungen aufweisen. Beobachtungen dieser Art machen deutlich, dass Ganzkörperbewegungen wichtige Informationen über den emotionalen Zustand des Handelnden liefern können. Eine besondere Kategorie stellen die sog. Embleme dar: kulturspezifische Bewegungen mit sehr definierter Bedeutung. Beispielsweise bedeutet Hochhalten der Hand in Verbindung mit einem Aufrichten des Daumens als Zeichen für O.K.. Ein anderes Beispiel: Wenn man mit Zeigefinger und Daumen die Nase runterfährt, wird das als Zeichen von Abscheu und Ablehnung gewertet. Jeder Kulturkreis verfügt über eine Vielfalt solcher Embleme, die sich sehr stark von Kultur zu Kultur unterscheiden können.

Frühere Forschungsergebnisse zeigten auch, dass Körpersprache und Gesichtsausdruck vom Gehirn ähnlich verarbeitet werden wie Sprache, dass also Sprache mit vielen menschlichen Aktivitäten eng verflochten ist. Nun zeigte man in einer Untersuchung (Kristian Tylén et al., Universitäten in Odense, Aarhus und Højbjergden) ProbandInnen Bilder von Gegenständen in zwei verschiedenen Kontexten: Einmal waren sie so arrangiert, dass sie eine symbolische Bedeutung (z.B. ein auf einer Türschwelle abgelegter Blumenstrauß) bekamen, und einmal waren sie in einem vertrauten Umfeld zu sehen (z.B. blühende Blumen in einem Garten). Während sich die Probanden die Bilder ansahen, beobachtete man ihre Gehirnaktivität mit Hilfe der funktionellen Magnetresonanztomographie. Auf den symbolischen Kontext reagierten Hirnregionen wie der Gyrus fusiformis, der auch fürs Lesen zuständig ist, und der an der Entschlüsselung von Sprachbedeutung beteiligte untere frontale Cortex messbar stärker als auf die natürliche Umgebung. Auch Kunstinstallationen, die an ungewöhnlichen Orten platziert waren, riefen eine Aktivität hervor, die sonst vor allem mit Sprache in Verbindung gebracht wird - und zwar vor allem in den Arealen, in denen ungewöhnliche Metaphern verarbeitet werden.

Aus Studien ist bekannt, dass Menschen sich eher an positive Ereignisse erinnern, wenn sie lächeln und eine aufrechte Sitzposition einnehmen, während sie mehr zu negativen Erinnerungen neigen, wenn sie ihre Mundwinkel hängen lassen und die Schultern hängen lassen. Casasanto & Dijkstra (2010) untersuchten nun die Hypothese, ob positive oder negative Gefühle auch in direktem Zusammenhang mit alltäglichen Aktivitäten stehen, die mit einer räumlichen Aufwärtsbewegung verbunden sind. Bekanntlich werden in der Umgangssprache emotional belegte Ereignisse häufig mit Worten wiedergegeben, die auch eine räumliche Orientierung beschreiben, etwa "am Boden liegen" oder "auf dem Höhepunkt sein". ProbandInnen mussten im Takt eines Metronoms mit beiden Händen Glasmurmeln in hoch oder niedrig angebrachte Ablagen legen, während sie von einem positiven Erlebnis sprechen sollten. Dabei kam die Erinnerung an ein positives Ereignis deutlich schneller, wenn die Probanden die Kugeln in die obere Ablage legten, während sie bei Abwärtsbewegungen länger für die Erinnerung benötigten. Für den Bericht von negativen Erlebnisse war das hypothesengemäß umgekehrt. In einem weiteren Experiment stellten die Forscher neutrale Erzählaufforderungen, wobei sich ebenfalls die Hypothese bestätigte, dass jene Teilnehmer, die Abwärtsbewegungen ausführten, deutlich häufiger von negativen Erinnerungen berichteten, während sie bei Aufwärtsbewegungen eher positive Erlebnisse erinnerten.

Quellen:

Casasanto, D. & Dijkstra, K. (2010). Motor Action and Emotional Memory. Cognition, 115(1), 179-185.
WWW: http://www.casasanto.com/Site/papers/Casasanto&Dijkstra_Cognition.pdf (10-03-02)

New Scientist 11. Oktober, S. 16.hr>

7%-38%-55%-Regel

In zahlreichen Seminaren hört man, dass die Wirkung einer Botschaft zu 55% von der Körpersprache, zu 38% von der Stimme und lediglich zu 7% vom Inhalt des gesprochenen Wortes abhängt. Albert Mehrabian berichtete in seinem Artikel "Silent messages" von einem Experiment, dessen Ergebnisse zu dieser Aussage führte: Ausgebildete Sprecher lasen eine Reihe von Worten mit jeweils unterschiedlicher Betonung (positiv, negativ, neutral) vor, wobei diese auf Tonband aufgenommen wurden. Die einzelnen Worte selbst hatten zum Teil negative, positive oder neutrale Bedeutungen. Danach spielte Mehrabian das Band anderen Versuchspersonen vor und diese sollten dann sagen, wie der Sprecher zum Adressaten stand. Wurden eindeutig positive Begriffe (z.B. Freundschaft) mit besonders negativer Betonung ausgesprochen, so vermuteten die meisten Versuchspersonen, dass die Beziehung des Sprechers zum Adressaten wohl eher negativ belastet ist. Umgekehrt erhielt man das gleiche Ergebnis: Sprachen die Versuchspersonen einen negativen Begriff (z.B. Betrug) mit sehr positiver Betonung aus, so nahmen die Hörer an, dass zwischen dem Sprecher und dem Adressaten eine positive Beziehung herrscht. Mehrabian folgerte daraus, dass die inhaltliche Bedeutung eines Begriffes weitaus weniger Einfluss auf die Interpretation als die Betonung hat. In einem weiteren Experiment unterlegte er die jeweils gesprochenen Aussagen mit Bildern der Sprecher. Auf diesen zeigten die Sprecher eine recht eindeutige Geste (entweder Ablehnung, Zuneigung oder Neutralität). Auch hier ergab sich, dass Mimik und Gestik beim Sprechen ausschlaggebender sind als der Inhalt des Wortes. Von Kritikern wurden diese Ergebnisse als reine Laborbefunde bezeichnet, da diese Situationen nichts mit der normalen, alltäglichen Kommunikation zu tun hätten. Aus der 55-38-7-Regel kann man daher nicht so ohne weiteres folgern, dass die Wirkungsstärke eines Vortrags zu 93% von non-verbaler Kommunikation abhängt, denn es hängt stark von den zu transportierenden Inhalten ab. So wird in einem Computer-Kurs der Vortragende weniger auf Körpersprache achten müssen als bei einem Werbevortrag. Wenn es aber nicht um ein sachliches Thema sondern um Gefühle geht, dann kann man mit Worten allein nicht viel überzeugen, etwa bei einer Begrüßung oder einer Liebeserklärung, wo es weniger auf die gewählten Worte ankommt.

Dieses Untersuchungsergebnis an nur 20 Probanden ist wissenschaftlich daher nicht unumstritten, dennoch ist in der Kommunikation die Dominanz der Stimme vor dem Inhalt ein wesentlicher Faktor, denn schon Intonation und Atmung lösen rasch beim anderen Sympathien aus. Das hängt nach Mai (2007) mit dem psychorespiratorischen Effekt zusammen, d.h., Menschen imitieren, wenn wir zuhören. "Der Redner, der nervös am Pult radebrecht, verursacht auch bei seinen Zuhörern Atemkrämpfe. Genauso spürt man ein herannahendes Räuspern oder nimmt es vorweg, wenn das Knarren des Redners unerträglich wird. Umgekehrt: Wer uns durch seine Stimme beruhigt und entspannt, vielleicht sogar stimuliert, ist uns sofort sympathisch." Tiefe Stimmen empfindet man dabei als angenehmer und sympathischer, ihre Träger gelten als souverän, kompetent, viril. Hellen, piepsigen oder gar schrillen Sprechern hingegen wird gern das Etikett inkompetent, unsicher, unsachlich oder sprunghaft angepappt. Dieses simple Schema – dunkle Stimme, tiefer Sinn – stimmt so nicht ganz, den entscheidend ist vielmehr die individuelle, so genannte Indifferenzlage, also der Grundton jeder einzelnen Stimme. "Nur wer regelmäßig um diesen Ton herumredet, wird von seinen Zuhörern als authentisch, überzeugend und selbstbewusst wahrgenommen. Erst wenn sich die Stimme länger aus diesem Bereich entfernt, schlagen unsere Ohren Alarm. Finden kann man seine Indifferenzlage etwa, indem man an ein gutes Essen denkt und ein wohliges Mmmmmh vor sich hinsummt. Die natürliche Stimme zirkuliert bis zu einer Quinte um diesen Ton, so entsteht Sprachmelodie. Erst wenn wir uns weiter davon wegbewegen, riskieren wir unsere positive Wirkung. Um Autorität zu zeigen, nutzen Männer oft nur zwei bis drei Töne ihres Repertoires. Dadurch klingen Sprecher zwar ausdrucksarm und ihre Stimmen monoton, zugleich aber löst das Stereotype, wie objektiv und informativ aus. Frauen dagegen verwenden in der Regel bis zu fünf Töne, wenn sie sprechen. Sie klingen dadurch melodiöser, vermitteln aber weniger Kompetenz und müssen damit rechnen, deshalb als emotional und trivial abgekanzelt zu werden" (Mai 2007).

Dennoch verdeutlichen diese Experimente, dass der nonverbale Anteil der Kommunikation nicht hoch genung eingeschätzt werden kann und dass die Stimmigkeit zwischen Inhalt und den nonverbalen Botschaften wesentlich zur gelungenen Kommunikation beiträgt. Das trifft sich mit dem Konzept der Stimmigkeit bzw. Kongruenz bei Carl Rogers. Dieses Konzept meint, dass sich ein Berater oder Therapeut hinter keiner Maske oder persönlichen Fassade verbergen sollte, sondern imstande sein uss, seine Gefühle wahrzunehmen und zu symbolisieren, zu kodieren und auch weiterzugeben, auszustrahlen. Der Berater ist in der Beziehung er selbst. Im therapeutischen Prozess ist allein entscheidend, dass er selbs’ in der Beziehung ist. Je mehr der Berater in der Beziehung kongruent ist und sich hinter keiner persönlichen oder professionellen Fassade verbirgt, desto größer ist die Wahrscheinlichkeit, dass sich der Klient ändern und in konstruktiver Weise entfalten wird. Der Berater lebt seine Gefühle und Einstellungen, die ihn im Augenblick bewegen, offen, sie sind transparent, so dass der Klient ganz klar sieht, was der Berater in der Beziehung ist. Es besteht dabei eine enge Entsprechung zwischen körperlichem Erleben, den Bewußtseinsinhalten und den Botschaften an den Klienten. Eine hilfreiche Beratung darf weder ein Trick noch ein Werkzeug sein (siehe hierzu im Gegensatz den technologischen Ansatz des Neurolinguistischen Programmierens), sie kann auch nicht beliebig spontan oder intuitiv sein. Stimmen bei einem Redner oder einem Berater bzw. Therapeuten Worte, stimmliche Qualität und Körpersprache überein, so erhöht sich deren Wirkung maßgeblich. Umgekehrt entstehen bei inkongruentem Auftreten Widersprüche zwischen dem Gesagten und der Art wie es gesagt wurde.

"Stimmkraft lässt sich trainieren. Zum Beispiel durch Gähnen. Ja, richtig gelesen! Beim Gähnen senkt sich der Kehlkopf, der Resonanzraum wird größer, zugleich entspannt sich die Stimmmuskulatur, die Stimme wird klarer, befreiter und teilweise tiefer. Viel Trinken hilft auch. Die sprichwörtlich geölte Stimme ist keine Binsenweisheit. Wer viel trinkt, hält seine Stimmlippen (oft fälschlich als Stimmbänder bezeichnet) geschmeidig. Wasser neutralisiert zudem das hässliche Schmatzgeräusch beim Öffnen des Mundes. Und wer seine Zuhörer mitreißen will, sollte seine Stimme beim Sprechen variieren: laut/leise, schnell/langsam, Pausen und verschiedene Sprachmelodien – all das sollte in einer guten Rede vorkommen" (Mai 2007).

Erkennen der menschlichen Stimme

Micah Murray (Lausanne) spielte in Versuchen deinen Versuchspersonen verschiedene Geräusche vor und maß, welche Hirnareale wie rasch reagierten. Es zeigte sich, dass nicht alle Geräusche mit demselben Tempo in unser Bewusstsein dringen, denn innerhalb von 70 Millisekunden kann das Gehirn das Geräusch eines Lebewesens von einem künstlichen Ton unterscheiden und weitere 100 Millisekunden benötigt es, um eine menschliche Stimme von einem tierischen Laut zu trennen. Das Gehirn erkennt demnach eine menschliche Stimme gleich rasch wie das Gesicht eines Menschen, wobei diese zeitliche Koordination wichtig für soziale Interaktionen ist. Diese Studie zeigte auch, dass die Verarbeitung von Stimmen nicht wie bisher angenommen nur im Temporallappens passiert, sondern vielmehr arbeiten verschiedene Gehirnregionen zusammen, um Stimmen rasch zu identifizieren.

Quellen

http://en.wikipedia.org/wiki/Albert_Mehrabian (08-04-04)
http://emw.fh-potsdam.de/Users/itdm/knicol/Websites/mehrabian.html (08-04-04)
http://www.hodu.com/rule.shtml (08-04-04)
Mai, Jochen (2007)- Tonnebenkosten – Die Macht der Stimme.
WWW: http://karrierebibel.de/tonnebenkosten-die-macht-der-stimme/ (09-09-07)

Chamäleon"-Effekt

Dass Menschen unbewusst fremde Verhaltensweisen imitieren ist in der Psychologie als "Chamäleon"-Effekt bekannt, der einen Zusammenhang zwischen beobachteten Bewegungen und dem motorischen System des Beobachters nahelegt. So nehmen Gesprächspartner während einer Unterhaltung oft die gleichen Körperhaltungen ein, z.B. verschränkt einer seine Arme, wird dieses Verhalten vom Gesprächspartner unbewusst nachgeahmt. Bei Messungen der Gehirnaktivität der ProbandInnen stellte man fest, dass die Beobachtung einer Handlung in der Umwelt auch einen direkten Einfluss auf einen Teil des motorischen Systems des Beobachters hat. Die salopp als Spiegelneuronen bezeichneten Gehirnbereiche zeigen während der passiven Betrachtung einer Bewegung ähnliche Muster, wie sie entstehen, wenn diese Bewegung aktiv ausgeführt wird. Auch die Wahrnehmung einer motorischen Einschränkung bei einem anderen Menschen hemmt das eigene Reaktionsvermögen bzw. die die eigene Motorik wird verlangsamt. Forscher des Max-Planck-Instituts (Kognitions- und Neurowissenschaften, Neurologische Forschung) zeigten Versuchspersonen Fotos von Händen, deren Finger teilweise fixiert waren. Nun wurden die Probanden aufgefordert, ihre eigenen Zeige- oder Mittelfinger zu bewegen. Dabei zeigte sich, dass die Reaktionsfähigkeit, mit denen sie die Finger bewegten, eingeschränkt war.

Quelle: http://www.welt.de/wissenschaft/psychologie/article2463217/
Der-Mensch-verhaelt-sich-wie-ein-Chamaeleon.html (08-09-18)

Olfaktorische Kommunikation

Der Einfluss von körpereigenen Geruchsstoffen (Pheromonen) wurde lange Zeit als gering eingeschätzt, jedoch heute geht man von einem größeren Einflussaus. Jeder Mensch hat seinen ganz spezifischen Geruch, auch wenn der moderne Mensch ohne großen Aufwand mit Hilfe von Parfums und anderer Substanzen fähig ist, seinen eigenen Körpergeruch zu unterdrücken. Verantwortlich hierfür sind vor allem die apokrinen Duftdrüsen, die sich unter anderem in der Achselhöhle, in der Genital- und Analgegend und dem Warzenvorhof der Brust befinden. Die Körperhaare in diesen Regionen haben durch gekräuselte Strukturen vergrößerte Oberflächen, wodurch eine gute Abgabe der Geruchssignale erreicht wird. Außerdem bieten die Haare auch Platz für Bakterienarten, die für den individuellen Geruch mitverantwortlich sind. Wichtige Funktionen besitzt der Körpergeruch im Zusammenhang mit Sexualität, aber auch Sympathie und Antipathie. Eine Hypothese besteht hinsichtlich der besonders großen Anfälligkeit der Frauen für den männlichen Geruchsstoff Androstenon in der Zeit kurz vor dem Eisprung. Gerüche spielen auch einer wichtige Rolle bei der Erinnerung, denn Menschen können sich auch nach Jahrzehnten noch an den Geruch des Kinderzimmers oder des Lieblingsstofftiers erinnern, wobei das Geruchsgedächtnis meist sehr stark mit positiven oder negativen Gefühlen verknüpft ist.

Gerüche werden ununterbrochen wahrgenommen und bestimmen auch die Stimmungen des Menschen. Personen, die wir nicht riechen können, kann man tatsächlich meist nicht leiden, auch dann nicht, wenn man sich dazu zwingt. Die Bedeutung des Olfaktorischen wird dann deutlich, wenn Menschen, die ihren Geruchssinn verlieren, depressiv werden, denn sie vermissen den eigenen Geruch. Man vermutet, dass Menschen mit dem Geruchssinn ihre Identität verlieren.

Interkulturell zeigen sich Unterschiede bei der olfaktorischen Kommunikation, denn es gibt in allen Kulturen unterschiedliche Geruchstabus. Im westlichen Kulturbereich zählen dazu u. a. schlechter Atem, Schweißfüße oder Achselschweiß. Wird die Schweißabsonderung auch noch mit den Augen wahrgenommen, deutet sie vermutlich auf Nervosität, innere Unruhe, Angst oder Stress hin. In westlichen Kulturen ist ein schlechter Atemgeruch tabuisiert, zumal er nur in äußerster körperlicher Nähe wahrgenommen werden kann, während Araber gerne eng beieinander stehen, um den Atem ihres Gesprächspartners auch zu riechen.

Nach Ansicht von Experten ist die olfaktorische Kommunikation längst zu einer Selbstverständlichkeit des Alltagslebens geworden ist, denn es werden von der kosmetischen Industrie Produkte wie Deodorants und Parfüms produziert, die bestimmte kommunikative Wirkungen besitzen sollen, sogar geschlechtsspezifische Duftnoten werden entwickelt. Es gibt blinde Menschen, die andere Menschen am Geruch erkennen können.

Beauchamps (1985) glaubt, dass der Körpergeruch ein Indikator für bestimmte Eigenschaften des Immunsystems ist, wonach sich vorwiegend solche Partner als attraktiv und interessant finden, deren Immunsystem zusammen passt. Man bevorzugt jedoch Geschlechtspartner, deren Pheromone genetische Unterschiede signalisieren. Claus Wedekind (Universität Bern) entdeckte, je verschiedener der eigene Körpergeruch von dem eines Mitmenschen anderen Geschlechts ist, desto attraktiver wirkt dieser auf uns. Ehepartner, die über lange Jahre glücklich zusammenlebten, unterscheiden sich weit mehr in ihrem jeweiligen Körpergeruch als die Partner früh gescheiterter Ehen (Gehirn & Geist 5/2004).

Forscher konnten übrigens in Tierversuchen zeigen, dass es im Gehirn Netzwerke von Neuronen gibt, die eintreffende Geruchsinformationen bündeln und erst dann an andere Gehirnregionen weiterleiten, wobei durch diese Bündelung die Informationen für die jeweils zuständigen Hirnareale leichter verständlich werden - es findet also eine Vorverarbeitung bzw. vielleicht sogar Vorinterpretation statt.

Michael Russell (1976) ließ Probanden Unterhemden 24 Stunden lang tragen; sie durften während dessen nicht duschen und kein Deodorant oder Parfum benutzten. Die Unterhemden wurden dann jeweils in eine Tüte eingeschweißt und dem Versuchsleiter zurückgegeben. Dann sollten die Probanden an den Unterhemden riechen. Eines war das die Versuchsperson selbst, eines von einem Mann und eines von einer Frau. Etwa 75% der Personen erkannten alle drei richtig! Martha McClintock (1971) stellte als erste fest, dass bei häufigerem Treffen von Frauen, sich deren Menstruationszyklen angleichen. In einer Untersuchung von Russel, Switz & Thompson (1980) wurde der Einfluss des Schweißgeruches auf die Angleichung des Menstruationszyklus bestätigt, wobei dabei der Geruchskontakt genügte, denn der optische wurde ausgeschaltet.

Hendrik Schifferstein et al. (2011) von der Technischen Universität Delft haben in einer Studie in drei Tanzclubs in drei typischen Studentenstädten an mehreren Abenden Orangen-, Pfefferminz- oder Meerwasserduft versprüht und die BesucherInnen während des Abends beobachtet und anschließend befragt. Es zeigte sich, dass unter der Einwirkung von Düften die Gäste bessere Stimmung hatten und es wurde auch mehr getanzt, wobei auch das Tanzlokal besser beurteilt wurde. Auf den Bildern und Videoaufnahmen zeigte sich auch, dass an den Duftabenden mehr Leute tanzten, wobei es aber gleichgültig war, welcher Duft eingesetzt worden war. Auch die Temperatur stieg etwas im Vergleich, vor allem beim Orangenaroma. Die Zahl der BesucherInnen und deren Konsum haben sich jedoch nicht signifikant verändert im Vergleich zu den Abenden ohne olfaktorische Stimulation. Die Bewertungen des Abends waren aber in den Duftnächten positiver, auch bei der Beurteilung der Musik. Aromen werden übrigens schon seit einiger Zeit in Einkaufszentren eingesetzt, um die KundInnen zum Bleiben und damit Kaufen zu animieren.
Literatur: Schifferstein, H.N.J., Talke, K.S.S., Oudshoorn, D.J. (2011). Can ambient scent enhance the nightlife experience? Chemosensory Perception.

Überblick: Was ist nonverbale Kommunikation?

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