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Destruktives Feedback

Ob Feedback hilfreich ist oder schadet, hängt von seiner verbalen und nonverbalen Form ab, das heißt von der Art und Weise, wie man Feedback gibt. Feedback ist dann destruktiv, wenn man die Schuld an negativen Gefühlen dem anderen gibt, etwa wenn man negativ bewertet, verurteilt ("ganz schöner Blödsinn, was du da ständig redest!"), stigmatisiert, die Person als Ganzes negativ bewertet ("du bist... egoistisch ... unpünktlich ... unfair").

Durch häufige negative Bewertung verringert sich das Selbstwertgefühl des Adressaten, er zieht sich entweder zurück oder geht seinerseits zum Angriff über.

Ähnlich wirken sich aus auch Ironie ("der Kleine denkt, er kommt zu kurz!"), Scheinfragen ("warum kannst du keine Ordnung halten?"), Verallgemeinerungen ("das ist immer so ..., du machst nie .... stets bist du die ..."), anonyme Bewertung ("du wirkst auch auf andere so ...") oder analysieren und interpretieren ("ich kenne dich, das machst du, weil...).

Diese destruktiven Arten der Rückmeldung lösen im allgemeinen Hilflosigkeit aus, was vom Feedback- Geber unbewusst oder bewusst beabsichtigt ist. Die häufigste Reaktion ist dann die Verteidigung.

Feedback erfolgt oft in indirekter Form, d. h., die Partner sagen nicht: „Was Du tust, macht mich ärgerlich“, sondern sie werden ärgerlich und verhalten sich so, wie ärgerliche Menschen das tun. Es bleibt dem Betroffenen überlassen, diesen indirekten Ausdruck des Gefühls für sich zu übersetzen und herauszufinden, dass und warum sie ärgerlich sind bzw. ob und wie er diesen Ärger vermeiden kann.

In einem Team etwa redet ein Mitglied immer sehr viel und weitschweifig. Da die anderen Mitglieder den Betreffenden nicht verletzen wollen, teilt ihm keiner die Wirkung dieses Verhaltens mit. Sie drücken aber Ihren Ärger aus, indem sie unruhig auf den Stühlen wippen, gähnen, Seitengespräche führen usw. Der Vielredner fühlt sich abgelehnt und unverstanden und redet in der Folge noch mehr, um noch verständlicher zu werden. Er lernt daher weder sein eigenes Verhalten besser kennen, noch kann er dessen Wirkung auf die anderen einschätzen, noch wird ihm die Möglichkeit zu einer Veränderung eröffnet. Der indirekte Ausdruck von Gefühlen, die durch das Verhalten eines anderen in uns ausgelöst werden, ist destruktives Feedback, besonders bei Ärger und Störungen.

Während man mit einer ICH-Botschaft dem Partner etwas über sich sagt und ihm signalisiert, dass man ihm zutraut, auf konstruktive Weise mit der Situation fertig zu werden, Sender man mit einer Du-Botschaft genau das Gegenteil: Man versteckt sein Gefühl und macht den Partner für die Situation verantwortlich. Resultat: Man greift das Selbstwertgefühl des Partners an, man baut Hemmungen zwischen sich und dem Partner auf, man provoziert defensives Verhalten.

Verschiedene Arten von Du–Botschaften


Siehe ergänzend die allgemeinen Grundlagen für ein Feedback in Lehrsituationen:



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Literatur zum Thema Feedback





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