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Bei der Erklärung der Entstehung bzw. Entwicklung von Emotionen lassen sich im Wesentlichen zwei Ansätze unterscheiden:
Im Stirnhirn des Neugeborenen ist, was Emotionalität betrifft, bei der Geburt nämlich kaum etwas vorhanden, denn wenn Neugeborene lächeln oder schreien, haben sie vermutlich keine emotionale Empfindungen. Vielmehr ist dies ein Trick der Evolution, die Mutter an das Neugeborene zu binden. Die emotionalen Empfindungen bilden sich in den nächsten sechs Jahren im Mandelkern aus. Besonders wichtig sind hier die ersten drei Jahre, denn damit sich die entsprechenden Hirnstrukturen aufbauen können, müssen Bezugspersonen in dieser Zeit verbindlich sein. Herrschen in diesem Zeitfenster suboptimale Bedingungen, sind die Folgen beim Sechsjährigen praktisch irreversibel. Nach der zweiten Auffassung ist das Gefühlsleben in erster Linie durch die angeborenen neuralen Mechanismen determiniert, und das bewusste subjektive Erleben von Gefühlen kommt erst dadurch zustande, daß Veränderungen in der Gesichtsmuskulatur vom Gehirn zurückgemeldet werden. Lernen und Erfahrung seien erst in zweiter Linie wichtig für die Ontogenese der "grundlegenden" Emotionen. Nach Ansicht des Psychologen Caroll E. Izard (1994) existieren zehn unterschiedliche Gefühle, die auf der ganzen Welt, in jeder Kultur vorkommen: Interesse, Leid, Widerwillen, Freude, Zorn, Überraschung, Scham, Furcht, Verachtung und Schuldgefühl. Wie eine amerikanische Studie bei Kindern zeigte, entsteht Empathie nicht erst durch Erziehung, denn sahen diese Bilder, auf denen andere Menschen Schmerzen litten, wurden im Gehirn die Areale aktiviert, die auch an der Verarbeitung von eigenem Schmerz beteiligt sind. Grundsätzlich läßt
sich nicht eindeutig klären, welche Gefühle
angeboren und welche erworben oder später erlernt sind,
aber es gibt grundlegende Gefühle, die in jeder
Kultur und zu allen Zeiten existieren, an bestimmte neurale
Prozesse gebunden sind, zum gleichen Zeitpunkt auftreten und
die gleichen biologischen Rückmeldungsmuster verwenden.
Bei der Untersuchung von fundamentalen Emotionen geht man
davon aus, daß es zwischen einem bestimmten
Gefühl und dem dazugehörigen Gesichtsausdruck eine
enge Beziehung geben muß. So sei z. B. Zorn immer und
überall gekoppelt mit einem Senken und Zusammenziehen
der Augenbrauen, schlitzförmigen Augen und einem
zusammengepreßten Mund. Die Untersuchung in
unterschiedlichen Kulturen erbrachte ähnliche
Ergebnisse. Auf die Vorlage von Photographien, die bestimmte
Gesichtsaudrücke zeigten, reagierten, die
Versuchspersonen in allen Kulturen gleichartig.
Nach der Auffassung von Damasio (2000) sind Emotionen komplizierte Kombinationen von chemischen und neuralen Reaktionen des Gehirns, die eine regulatorische Rolle spielen mit dem ursprünglichen biologischen Zweck, günstige Umstände für das Überleben des Organismus zu schaffen. Emotionen benutzen den Körper (Eingeweide, Muskel-Sklett-System) als ihr Theater, haben aber auch einen Einfluss auf diverse Gehirnfunktionen. Emotionen beruhen auf angeborenen Gehirnfunktionen, die einer langen evolutionären Entwicklung entstammen. Individuelle Lernprozesse und kulturelle Einflüsse verändern jedoch die Emotionen hinsichtlich ihrer Auslöser und ihres Ausdrucks (Pohl 2001). Der eher lerntheoretisch orientierte Erklärungsversuch geht eher davon aus, daß sich aus einer undifferenzierten Erregung im Laufe der Zeit spezifische Gefühlsregungen entwickeln. Ein Säugling reagiert z.B. auf jede Art des Unwohlseins mit Weinen. Das acht Monate alte Kind reagiert zwar immer noch häufig mit Weinen, die Mutter ist aber schon in der Lage zu unterscheiden, ob es die Windeln voll hat oder Hunger oder Angst. So wird aus dem Weinen zu jeder Gelegenheit eine gezielte Willensäußerung, die entsprechend eingesetzt wird. Die amerikanische Psychologin Katherine M. Bridges hat diese Theorie in den dreißiger Jahren entwickelt und kam mit Rene Spitz nach ihren Beobachtungen zu folgenden Erkenntnissen: Beim Neugeborenen ist lediglich eine allgemeine Störbarkeit bzw. Erregbarkeit, die sehr diffus und ungerichtet ist, zu beobachten. Aus diesem anfänglichen Erregungszustand entwickeln sich in den ersten Wochen zwei Grundtendenzen emotionalen Verhaltens heraus: Lust und Unlust. Die unlustbetonte Tendenz tritt etwas früher hervor und läßt auch zuerst eine Differenzierung in spezifischere Gefühlsreaktionen erkennen, wie Angst, Ekel, Wut, Zorn. Als ein deutliches Zeichen der Erkennbarkeit von positiven Gefühlsäußerungen benennen Entwicklungspsychologen das soziale Lächeln, das durch bestimmte Reize wie Anschauen oder Ansprechen des Säuglings hervorgerufen wird. Zwar kann das Kind vermutlich schon sehr früh Angst und Furcht empfinden, doch am deutlichsten erkennbar treten sie auf, wenn das Kind gelernt hat, zwischen vertrauten und fremden Personen zu unterscheiden. Im Laufe der Entwicklung eröffnen sich dem Kind immer wieder neue Ereignisse und Situationen, die neue Ängste entstehen lassen. In diesen Veränderungen spiegelt sich der Einfluß der Umwelt, insbesondere seiner Bezugspersonen, auf das Erleben des Kindes wieder. Ärger und Wut lassen sich, ähnlich wie die Furcht, schon sehr früh erkennen, und zwar als Reaktion auf Bedrohungen oder bei Versagung von Wünschen und Bedürfnissen. Liebe und emotionale Zuwendung werden in den ersten Lebensjahren in der engen Beziehung zu festen Bezugspersonen grundgelegt. Die meisten Entwicklungstheorien betonen die Wichtigkeit von intensiven emotionalen Kommunikationsprozessen nicht nur für die Entwicklung von Liebe und Zuwendung, sondern für die weitere Entwicklung alle psychischen Funktionen, Fähigkeiten und Kräfte. Bereits bis zum 2. Lebensjahr zeigt das Kleinkind alle Grundemotionen, wie Interesse, Leid, Widerwillen, Freude, Zorn, Überraschung, Scham, Furcht, Verachtung und Schuldgefühl. In den folgenden Jahren setzt sich die Differenzierung der Gefühle fort. Dabei ändert sich sowohl der Bereich der die Emotionen auslösenden Reize und Situationen als auch die Form des Ausdrucks dieser Emotionen und die Art des Reagierens auf diese Gefühle. Während zum Beispiel der Säugling auf Angst auslösende Reize mit Schreien reagiert, sucht der Zweijährige Schutz bei der Mutter oder er läuft davon. Das Kind lernt, welche Gefühle und Arten des Gefühlsausdrucks von der Gesellschaft akzeptiert werden, und es lernt dadurch, welche Gefühle es zeigen darf und welche nicht. Mit derartigen Verhaltensnormen, die dem Menschen sagen, welches Gefühl er wie und mit welcher Intensität äußern darf, ist der Mensch auch als Jugendlicher, Erwachsener und alter Mensch konfrontiert. Bridges Theorie zeigt die Entstehung von Gefühlen bis zum zweiten Lebensjahr. Damit ist der Entwicklungsprozeß allerdings nicht beendet, selbst ein Erwachsener kann noch neue Gefühle empfinden und erleben. Daraus kann man schließen, daß die Entwicklung der Gefühle in den ersten Lebensjahren angelegt wird und sich im Laufe der Jahre eine Differenzierung sowohl der Gefühle als auch der auslösenden Reize und Reaktionenvollzieht. Die Entwicklung von Emotionen verläuft vermutlich in jeder Gesellschaft unterschiedlich, wobei das Gefühl als solches nicht erlernt wird, sondern vielmehr die Art und Weise, es zu äußern, und der Zeitpunkt, es zu zeigen. Trotz der Annahme fundamentaler und angeborener Gefühlsregungen ist daher der Großteil der Gefühle kulturspezifisch überformt, das heißt, daß jede Kultur andere Ausdrucksformen oder Anlässe für Gefühle entwickelt hat. Gefühlsregungen fundamentaler Art sind deshalb am besten bei Säuglingen zu beobachten. Bereits im Kleinkindalter sind Kinder allerdings in der Lage, Gefühle zu verbergen oder zu unterdrücken und damit einen Beobachter zu falschen Ergebnissen zu führen. In den asiatischen Ländern gilt das Lächeln als eine Form der Höflichkeit. In den Ländern der westlichen Welt gilt Lächeln als Form der Freude und als Ausdruck von Glück. Jede Kultur hat andere soziokulturelle Normen, die bei der Entstehung der Gefühle eine bedeutende Rolle spielen. Dabei unterscheiden sich nicht so sehr die Gefühle selbst voneinander, sondern vor allem die auslösenden Situationen, die "Darstellung" und das auf die Gefühlsregung folgende Verhalten. Nach Caroll E. Izard können Menschen verschiedener sozialer Herkunft und aus verschiedenen Kulturen ganz verschiedene Gesichtsbewegungen lernen, um angeborene Äußerungen zu modifizieren. Soziokulturelle Einflüsse und individuelle Erfahrungen spielen nicht nur eine bedeutende Rolle beim Erlernen von Modifikationen der Gefühlsäußerungen, sondern auch bei der Entscheidung darüber, was ein Gefühl auslöst und was ein Mensch infolge des Gefühls tun wird. Die wichtigsten Bezugspersonen haben einen Einfluß auf die Entwicklung der Emotionen von Kindern und Jugendlichen. Die Mechanismen dieses Sozialisierungsprozesses sind sehr unterschiedlich. Den Heranwachsenden werden die Standards der Erwachsenen vermittelt. Durch Verstärkung werden emotionale Reaktionen des Kindes durch Belohnung oder Bestrafung geahndet. Wenn das Kind sagt und zeigt, daß es sich über eine Geburtstagseinladung freut und die Mutter zeigt durch das eigene Ausdrucksverhalten Anteilnahme, wird diese Reaktion auf den Emotionsausdruck des Kindes als positiver Verstärker fungieren. Daneben lernen Kinder durch Nachahmung der Erwachsenen Emotionen auszudrücken. Erwachsene steuern manchmal auch das Verhalten ihrer Kinder durch einen Emotionsausdruck. Ein entsetzter Ausdruck warnt das Kind davor, etwas Gefährliches zu tun. Ein dritter Mechanismus ist die Kommunikation von Erwartungen. Eltern reden mit ihren Kindern über die Angemessenheit von Gefühlen und des Ausdruckverhaltens. Ein Beispiel hierfür wäre, ein Ratschlag eines Elternteils an sein Kind, "man freut sich nicht über das Unglück anderer Menschen". Diese Kommentare können auch auf der nonverbalen Ebene geschehen durch Kopfschütteln, Hochziehen der Augenbrauen oder ein erhobener Zeigefinger sind aussagekräftig genug. Durch die Sozialisationsprozesse lernen Kinder Strategien zu entwickeln mit bestimmten Situationen emotional umzugehen. Erwachsene können dabei ein große Stütze sein. Ein Beispiel hierfür wäre: Kleine Kinder sind oft traurig und wütend wenn sie ein Spiel verlieren, Eltern helfen durch Kommentare wie "andere verlieren doch auch einmal, das ist doch nur ein Glücksspiel oder das nächste Mal hast du mehr Glück. Durch die Ratschläge der Eltern lernen sie Bewältigungsstrategien aufzubauen. Emotion und KognitionLaut Spencer (1890) sind kognitive Prozesse nur sehr selten frei von Emotionen. Piaget (1954) vertrat die Ansicht, daß Emotionen und Kognition sich unterscheiden doch funktionell eng zusammenhängen. Für das Funktionieren kognitiver Prozesse stellen die emotionalen Prozesse die Energie bereit. Laut Izard können emotionale Prozesse unabhängig von kognitiven ablaufen, aber umgekehrt sei dies nicht möglich. Plutchik ist der Meinung das sich das kognitive und emotionale System des Gehirns parallel entwickelt hat, Hinweise hierfür findet man auch in der neurophysiologischen Forschung. "Die vielzitierte These der zerebralen Hemisphärenspezialisierung, wonach die rechte Hirnhälfte in der Bearbeitung emotionaler und räumlicher Stimuli überlegen ist, während sich die linke Hirnhälfte verstärkt durch sprachliche, logisch-assoziative Fähigkeiten auszeichnet, hat nur relative Gültigkeit. Nach neueren Erkenntnissen erscheinen die positiven Emotionen beidseitig 'repräsentiert'." Emotionen dienen kognitiven Funktionen, indem sie beeinflussen, wem oder was wir Aufmerksamkeit schenken, wie wir uns selbst und andere wahrnehmen und wie wir verschiedene Merkmale von Lebenssituationen interpretieren und erinnern. Die Rolle der Emotionen in der Informationsverarbeitung wurde erstmals von Gordon Bower (1981) und seinen Studenten untersucht. Wenn ein Mensch in einer bestimmten Situation eine bestimmte Emotion erlebt, wird diese nach Bowers Modell als Teil eines Zusammenhangs im Gedächtnis festgehalten. Dieses Darstellungsmuster des Gedächtnisses führt zu einer stimmungsabhängigen Verarbeitung bzw. zu einem stimmungsabhängigen Abruf.
Auch Spenden macht glücklichUS-Forscher haben festgestellt, dass freiwilliges Spenden für einen guten Zweck glücklich machen können, genauso glücklich wie Geldgewinn. 19 Studentinnen bekamen je 100 Dollar. Gleichzeitig wurde ihnen erklärt, dass sie einen fixen Teil - 45 Dollar - an Abgaben für eine Stiftung von sozial Schwachen leisten müssten. Die Wissenschaftler untersuchten daraufhin die Gehirnaktivität der Studentinnen. Beim Spenden wurden die gleichen Hirnareale aktiviert wie beim unerwarteten Geldgeschenk. Die Untersuchung zeigte, dass beim Spenden sowohl der reine Altruismus als auch der Warm-Glow-Effekt (der Akt des Gebens vermittelt ein positives Gefühl beim Spender) eine Rolle spielt. Die Wissenschafter schließen aus diesen Ergebnissen, dass es tatsächlich echten Altruismus gibt - also jenen Mechanismus, der Menschen dazu bringt, auf Vorteile zu verzichten, ohne dafür eine konkrete Belohnung zu erwarten. Spenden und soziales Engagement machen somit generell Freude und führen offensichtlich zu mehr Lebenszufriedenheit. Zusammenhang von Emotion und MotivationEine wichtige Funktion von Emotionen ist also, Menschen in Schwung zu bringen, sie dazu zu bringen, sich auf wichtige Ziele zu zu bewegen. Die durch emotionale Situationen hervorgerufene physiologische Erregung kann erforderlich sein, um uns zur optimalen Leistung zu bewegen. Emotion und Motivation sind nicht verschiedene psychische Prozesse, sondern sind sehr eng miteinander verbunden. Sie können eher als zwei Seiten eines Prozesses betrachtet werden - ähnlich wie zwei Seiten einer Münze. H.-P. Nolting und P. Paulus schreiben dazu im Jahre 1993, derselbe psychische Vorgang hat sowohl eine Befindlichkeitsseite als auch eine Antriebsseite. Betont man die momentane Erlebnislage, spricht man von Emotion oder Gefühl, betont man hingegen die Ziellage, zu der die Kraft drängt, spricht man von Motivation. Bedürfnisse verursachen, also einerseits Gefühle. Die Befriedung von Bedürfnissen wird als angenehm erlebt; werden Bedürfnisse nicht befriedigt, so wird dies als unangenehm empfunden. Andererseits wirken Gefühle motivierend und setzen Handlungen in Gang. Ganzheitlichkeit menschlichen Erlebens und VerhaltensWir sind tagtäglich gefordert, bestimmte Handlungen oder Tätigkeiten zu vollbringen, mit dem Ziel, den Alltag so gut und reibungslos wie nur möglich zu bewältigen. Angefangen vom Familienleben, über Schule, Beruf und Freizeit sind alle Bereiche des menschlichen Daseins davon berührt. Die für uns so selbstverständliche Bewältigung solcher "gewöhnlicher" Lebensaufgaben ist das Ergebnis eines komplexen Zusammenspiels unserer kognitiven Funktionen, Fähigkeiten und Prozesse und der Emotion und Motivation. Erst das Verständnis vom Zusammenwirken von Kognition, Emotion und Motivation ermöglicht es, die Ganzheitlichkeit des menschlichen Erlebens und Verhaltens zu begreifen und zu erklären. Zwischen kognitiven Funktionen und Fähigkeiten (Wahrnehmung, Denken und Gedächtnis) untereinander wie auch zwischen kognitiven Funktionen und Fähigkeiten und der Emotion und Motivation bestehen wechselseitige Beziehungen, die das Verhalten und Erleben eines Menschen steuern. Gleichzeitig beeinflussen kognitive Funktionen und Fähigkeiten das emotional- motivationale Verhalten. Die Wahrnehmung von Emotionen hängt immer von der kognitiven Bewertung (=cognitive labeling) des physiologischen Erregungszustandes ab. Jede emotionale Erregung wird kognitiv bewertet und je nach Bewertung wird sie als Freude, Ärger, Sehnsucht, Enttäuschung, Trauer erlebt und dann in entsprechendes Verhalten oder Handeln umgesetzt. Emotionen, aber auch Bedürfnisse und Triebe beeinflussen in einem erheblichen Maß kognitive Funktionen und Prozesse. Bereits bei der Wahrnehmung können wir die Wechselwirkung von emotional- motivationalen und kognitiven Prozessen feststellen. Kognitive Prozesse bleiben von Emotionen, Bedürfnissen und Trieben nicht unbehelligt. Angenehme Gefühle und Bedürfnisse fördern kognitive Prozesse, die diese Gefühle und Bedürfnisse unterstützen. Unangenehme Emotionen dagegen hemmen kognitive Prozesse, die solche Emotionen verstärken würden und fördern kognitive Vorgänge, die ihnen entgegenarbeiten. Auch auf Gedächtnisinhalte üben Emotionen einen Einfluß aus: Affektiv getönte Ereignisse werden besser behalten als nicht affektiv getönte. Langfristig ist anzunehmen, das man angenehme Ereignisse besser behält als unangenehme. Gefühle sind auch in der Lage, kognitive Funktionen und Fähigkeiten zu blockieren. |
Quellen:
Häcker, Birgit (2000). Motivation und emotionale Faktoren. WWW: http://www.hausarbeiten.de/ rd/faecher/hausarbeit/psy/7437.html (01-11-07) Pohl, Wolf (2001). Antonio R. Damasio: "Ich fühle, also bin ich. Die Entschlüsselung des Bewusstseins". Eine Rezension. Aufklärung und Kritik, Heft 1. OÖN vom 27.06.2007
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| Nicht das, was ist oder was passiert, erzeugt die Gefühle, sondern Gefühle entstehen durch die Interpretationen, die dann ihrerseits die Qualität der Emotionen erzeugen. Daher beeinflussen die Interpretationen die Wahrnehmung der Welt massiv, während wir selber die Welt meist nicht verändern können. Menschliche Gefühle sind also nicht bloß das Resultat einer auslösenden Situation, sondern das Resultat der Gedanken, die man als Reaktion auf die entsprechende Situation hat. Wenn man etwa weiß, dass das Gegenüber gerade Probleme hat und möglicherweise deshalb unfreundlich ist, dann wird man das nicht so Ernst nehmen. Emotionen hängen also nicht nur davon ab, was geschieht, sondern von der Bedeutung, die man den Geschehnissen gibt. Es ist daher wichtig zu erkennen, welche Gedanken und Interpretationen unerwünschte Gefühle auslösen und sich dann zu den eigenen Interpretationen einige Fragen zustellen: Ist das wirklich so? Gibt es Beweise dafür, dass es wirklich so ist? Wie würde man sich ohne diesen Gedanken fühlen? Wie kann man auf eine andere und positivere Weise darüber denken? Man kann diese Form der negativen Interpretationen so sehr verinnerlichen, dass sie eine Art Teil der Persönlichkeit werden. Daher ist es schwierig, aus diesem Teufelskreis des Negativismus herauszukommen, was nur langfristig und systematisch möglich ist. | Emotion durch Interpretation |
Rolf Degen schreibt in seinem Buch „Das Ende des Bösen" (2007) zum Zorn: “DAS GEFÜHL ZORN gehört seit dem christlichen Mittelalter zu den sieben Todsünden, und wer seinen Ärger und seine Wut ungehemmt herauslässt, der hat auch in der aufgeklärten Gegenwartskultur ein erhebliches Imageproblem am Hals. Es sieht auf den ersten Blick so aus, als würden alle sozialen Übel - von Mord über Totschlag und Ausländerfeindlichkeit bis zum Terrorismus durch diese scheinbar antisoziale Gefühlswallung ausgelöst. Wer seinem Zorn zu schnell nachgibt, gilt als unbeherrscht und aggressiv, und nach der Lehre der Psychosomatik ist ihm obendrein ein Herzinfarkt gewiss. Deshalb träumen Utopisten von der zornlosen Gesellschaft, und seit biblischen Zeiten gehen Seelenhygieniker mit der Rachsucht ins Gericht. Doch seit ein paar Jahren hat bei der Beurteilung dieser cholerischen Empfindung ein Sinneswandel eingesetzt. Die Forschungsarbeiten der Psychologen und Evolutionsforscher haben das Bewusstsein dafür geschärft, dass die Bereitschaft, Verstöße gegen den Sozialvertrag auch unter persönlichen Kosten zu bestrafen, zu den edleren Zügen der menschlichen Natur gehört. Ein Zornesausbruch ist in vielen Situationen nicht nur verständlich, sondern das angemessene Mittel, um einer Ungerechtigkeit, Schädigung oder Benachteiligung zu begegnen. Ohne deutliche Gesten des Zornes hätten die meisten sozialen und politischen Protest- und Befreiungsbewegungen keinen Biss gehabt. "Wenn unsere Vorfahren in unserer evolutionären Vergangenheit nicht aufbegehrt hätten, sobald sie in reziproken Tauschbeziehungen über den Tisch gezogen wurden, hätten sie sich schwere Nachteile eingehandelt und wären schließlich abserviert worden", erklärt der Psychologe Nigel Barber aus Birmingham, Alabama. Der Glaube, dass Zorn im Alltag automatisch zu körperlicher Aggression eskaliert, tut dieser moralischen Emotion Unrecht, schließt der Psychologe Howard Kassinove von der Hofstra University in Long Island aus der Forschungsliteratur. Nur in zehn Prozent aller Fälle arten Zornesanwandlungen in Handgreiflichkeiten aus, und ein enormer Anteil aller Grausamkeiten und Gewalttaten wird aus eiskalter, gefühlloser Berechnung ausgeführt. Dagegen ist das auffallendste Merkmal des Zornes seine Impulsivität, er wirkt fast immer eruptiv und explosiv. Daher hat der Volksmund diesen Erregungszustand mit feurigen Metaphern ausgeschmückt: Zornige Menschen sind „Hitzköpfe", sie kochen innerlich, bis sich ihre Aufgebrachtheit in "Weißglut" entlädt. Zorn gehört zu den am häufigsten auftretenden Gefühlen. Bei Studien, deren Teilnehmer über ihre Emotionen Buch führten, waren zwischen mehreren Wutausbrüchen in der Woche bis zu mehreren täglich zu verzeichnen. Alle Auslöser, die Menschen in Rage versetzen, haben eine Bedingung gemeinsam: Der Betroffene wird an der Erreichung seiner Ziele gehindert. Das kann eine Banalität sein, die kein Zutun eines anderen Menschen erfordert, wie wenn eine Ampel plötzlich auf Rot umspringt. Aber den gravierendsten Attacken des Zornes geht immer ein morlischer Schuldspruch voraus: Wir ereifern uns vor allem dann über andere, wenn der Eindruck entsteht, das Ganze sei eine absichtliche Provokation und vorhersehbar gewesen - es hätte vermieden werden können, und die Gründe für das Verhalten sind nicht akzeptabel." |
Zorn und Rache - eine moralische EmotionQuelle: Degen, Rolf (2007). Das Ende des Bösen. München: Piper.
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Nur wer die Sehnsucht kenntNur wer die Sehnsucht kennt, Die Sehnsucht ist ein unbestimmtes Gefühl, das jeder kennt und das die Wissenschaft bis heute kaum erklären kann, denn Sehnsucht ist ein komplexes und höchst individuelles Gefüh. Nach Ansicht von Alexandra Freund (Universität Zürich) stehen Sehnsüchte für etwas sehr Schönes, aber Unerreichtes. Deshalb können sie auch so wehtun, weil man das Objekt der Sehnsüchte eben nicht besitzt und meistens auch weiß, dass man es nur sehr schwer oder gar nicht erreichen kann. Das Gefühl der Sehnsucht ist immer bittersüß. |
Die Sehnsucht - ein unbestimmtes GefühlQuelle: Heinemann, Pia (2008). Dies bittersüße Sehnen.
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Entstanden unter Verwendung von http://www.hausarbeiten.de/rd/faecher/hausarbeit/psy/7437.html (01-11-07) |
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